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Seminararbeit, 2007, 39 Seiten
Autor: Ute Dahm
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement
Details
Institution/Hochschule: Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin
Tags: Anforderungen, Kosten-, Leistungsrechnung, Beispiel, Einrichtung, Behindertenhilfe, Alice-Salomon, Fachhochschule, Berlin, Masterstudiengang, Sozialmanagement
Jahr: 2007
Seiten: 39
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 30 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-16503-2
Dateigröße: 232 KB
Der betreuende Dozent ist einverstanden mit der Veröffentlichung des Textes. Von Seiten der FH bestehen keine Einschränkungen in der Prüfverordnung zur Veröffentlichung.
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Zusammenfassung / Abstract
Die Freie Wohlfahrtspflege in Deutschland steht aufgrund aktueller Entwicklungen auf nationaler und europäischer Ebene vor existentiellen Herausforderungen. Seit Verabschiedung des Pflegeversicherungsgesetzes im Jahr 1994 und der Novellierung des BSHG im Jahr 1996 findet eine „wettbewerbliche Neuformierung einer sozialen Infrastruktur statt“ , eine neue betriebswirtschaftliche Logik setzt sich zunehmend durch. Auf dem Hintergrund der Abkehr von der bisherigen Zuwendungsfinanzierung und der Notwendigkeit Leistungs- und Entgeltvereinbarungen abzuschließen, setzen sich Verbände mit der Frage auseinander, wie Leistungs- und Qualitätsziele optimal definiert und erreicht werden können. Sie sind dazu angehalten, Kostenrechnungen prospektiv zu erstellen, um der Forderung nach einer Senkung der Betriebskosten gerecht zu werden. Soziale Organisationen setzen sich in diesem Kontext mit Konzepten der Kundenorientierung, Transparenz und Out-Put-Steuerung auseinander. Öffentlich debattiert werden die Themen Subjektförderung, Nutzersouveränität und Verbraucherschutz. Nach BOESSENECKER wird sich die Perspektive der Nutzer sozia-ler Dienstleistungen dahingehend verändern, dass die eigene Lebensführung verbessert werden soll bei einem angemessenen Verhältnis von Kosten und Nutzen. Im Zusammenhang mit der Diskussion um Kostendämpfung in der Eingliederungshilfe werden neue flexiblere Formen der Leistungsfinanzierung, wie z.B. Fachleistungsstunden oder Modularisierung stationärer Leistungen diskutiert. Neue Formen der Finanzierung von Leistungen setzen voraus, dass stationäre Gesamtleistungen in einem nachfrageorientierten Angebotskatalog differenziert und mit Preisen hinterlegt werden. (Zitatvermerke in Fußnoten)
Textauszug (computergeneriert)
Anforderungen an die Kosten- und Leistungsrechnung, dargestellt am
praktischen Beispiel einer Einrichtung der Behindertenhilfe
Hausarbeit im Masterstudiengang Sozialmanagement
Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin
Seminar: Einführung in die Betriebswirtschaftslehre
Verfasserin: Ute Dahm
Datum der Abgabe: 22.6.2007
Inhaltsverzeichnis
1.) Betriebswirtschaftliche Herausforderungen in der Freien Wohlfahrtspflege 3
2.) Hauptaufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung 5
2.1) Aufbau und Verfahren bei Kosten- und Leistungsrechnungen 5
2.2) Grundlagen der Finanzierung von Einrichtungen der Eingliederungshilfe 11
2.3) Dokumentation in Einrichtungen der Eingliederungshilfe 13
3.) Anforderungen an eine Kosten- und Leistungsrechnung in stationären
Einrichtungen 13
3.1) Aufbau einer Kosten- und Leistungsrechnung an einem praktischen Beispiel15
3.1.1) Beschreibung der Einrichtung 15
3.1.2) Benennung von Leistungen 16
3.1.3) Erstel en eines Katalogs 20
3.1.4) Kostenarten- und Kostenstel enrechnung 23
3.1.5) Kriterien zur Auswahl des Verfahrens 24
4.) Fazit 25
Literaturverzeichnis: 29
2
1.) Betriebswirtschaftliche Herausforderungen in der Freien Wohlfahrtspflege
Die Freie Wohlfahrtspflege in Deutschland steht aufgrund aktuel er Entwicklungen
auf nationaler und europäischer Ebene vor existentiel en Herausforderungen. Seit
Verabschiedung des Pflegeversicherungsgesetzes im Jahr 1994 und der
Novel ierung des BSHG im Jahr 1996 findet eine ,,wettbewerbliche Neuformierung
einer sozialen Infrastruktur statt"1, eine neue betriebswirtschaftliche Logik setzt sich
zunehmend durch. Auf dem Hintergrund der Abkehr von der bisherigen
Zuwendungsfinanzierung
und
der
Notwendigkeit
Leistungs-
und
Entgeltvereinbarungen abzuschließen, setzen sich Verbände mit der Frage
auseinander, wie Leistungs- und Qualitätsziele optimal definiert und erreicht werden
können. Sie sind dazu angehalten, Kostenrechnungen prospektiv zu erstel en, um
der Forderung nach einer Senkung der Betriebskosten gerecht zu werden. Soziale
Organisationen
setzen
sich
in
diesem
Kontext
mit
Konzepten
der
Kundenorientierung, Transparenz und Out-Put-Steuerung auseinander. Öffentlich
debattiert werden die Themen Subjektförderung, Nutzersouveränität und
Verbraucherschutz. Nach BOESSENECKER wird sich die Perspektive der Nutzer
sozialer Dienstleistungen dahingehend verändern, dass die eigene Lebensführung
verbessert werden sol bei einem angemessenen Verhältnis von Kosten und Nutzen.
Im Zusammenhang mit der Diskussion um Kostendämpfung in der
Eingliederungshilfe werden neue flexiblere Formen der Leistungsfinanzierung, wie
z.B. Fachleistungsstunden oder Modularisierung stationärer Leistungen diskutiert.
Neue Formen der Finanzierung von Leistungen setzen voraus, dass stationäre
Gesamtleistungen in einem nachfrageorientierten Angebotskatalog differenziert und
mit Preisen hinterlegt werden. Insbesondere durch die Einführung des neuen
Steuerungselements ´Persönliches Budget´ nach SGB IX wird eine stärkere
Orientierung an den individuel en Wünschen des Nutzers unabdingbar.
Leistungserbringer müssen Angebote künftig flexibler gestalten, indem diversifizierte
Leistungspakete bereitgestel t werden, die auch als Einzelangebote abrufbar sein
können. Im Bereich der Altenpflege erscheint aufgrund gesel schaftlich veränderter
Rahmenbedingungen ,,absehbar, dass der traditionel e Heimbereich zukünftig nur
noch Teil einer Reihe vernetzter Leistungsangebote / Institutionen sein wird, die
entsprechend den Anforderungen der Kunden auszurichten sind und al e ihre
1 Vgl. Prof. Dr. Boeßenecker, Karl-Heinz: Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege (2005), Seite 281
3
Existenzberechtigung haben."2 Inwieweit sich das Persönliche Budget dahingehend
in Deutschland etabliert, dass diese Entwicklung auch in der Behindertenhilfe
einsetzt, ist derzeit noch nicht absehbar. Positive Erfahrungen aus europäischen
Nachbarländern, in denen sich das Persönliche Budget mit steigendem
Bekanntheitsgrad rasant durchsetzt, lassen jedoch Mutmaßungen zu. Im Rahmen
einer Umfrage innerhalb der AWO Bezirksverbände in Baden und in Württemberg
wurde eruiert, worin die Chancen und Risiken des Persönlichen Budgets liegen3. Ein
Ergebnis ist, dass sich die AWO auf den Weg machen muss, das neue
Leistungsprinzip in bestehende Netzwerke und Angebote zu implementieren. Ein
wesentlicher Aspekt, der sich dabei herauskristal isierte, ist die Erkenntnis, dass es
dazu im Vorfeld einiger Aktivitäten bedarf. Beispielsweise müssen Leistungen
auseinander dividiert, benannt und mit Preisen hinterlegt werden - dafür müssen
geeignete betriebswirtschaftliche Instrumente gefunden werden. In einer Arbeits-
gruppe haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb der beiden AWO
Bezirksver-bände mit der Ausdifferenzierung von Leistungsangeboten beschäftigt,
um eine Grundlage für die Erstel ung einer Leistungsbeschreibung für die jeweilige
Einrichtung zu haben. Einzelne Einrichtungen haben begonnen, Leistungen näher zu
durchleuchten und differenzierter zu beschreiben. Ein wesentliches Ziel des neuen
Steuerungselements ist Kostenersparnis, die durch die Vermeidung stationärer
Unterbringung und der Bevorzugung ambulanter Angebote erzielt werden sol .4
Jedoch schließt stationäres Wohnen nicht die Inanspruchnahme einer Geldleistung
in Form des Persönlichen Budgets aus, was in diversen Model versuchen beleuchtet
wird.5 Auch die Lebenshilfe beschäftigt sich in einer Abhandlung mit der Angebots-
und Preisgestaltung in Hinblick auf das neue Instrument. Dabei werden Träger
angeregt, Leistungsangebote orientiert an den Items des H.M.B.-W - Verfahrens
nach Frau Dr. Metzler zu definieren und diese wiederum in Leistungsmodulen
zusammenzufassen.6
Die
Erstel ung
einer
beispielhaften
Kosten-
und
Leistungsrechnung für eine stationäre Einrichtung der Behindertenhilfe, drängt sich,
auch in Hinblick auf die neuen betriebswirtschaftlichen Anforderungen in
2 Vgl. Prof. Dr. Holdenrieder, Jürgen: Unternehmensplanung. Die Strategie entscheidet. Managementkonzepte für
stationäre Einrichtungen der Altenhilfe. Die Schwester Der Pfleger, 44. Jg. 4/05
3 Vgl. AWO Baden: Chancen und Risiken des Persönlichen Budgets als neues Steuerungs-prinzip zur
Leistungserbringung. Kontroversen und Debatten innerhalb der AWO. Karlsruhe, 4/2007
4 Vgl. §17 Absatz 3 Satz 4, Praxiskommentar Harry Fuchs, siehe www.sgb-ix-umsetzen.de
5 Vgl. Modellprojekt PerLe (Personenbezogene Unterstützung und Lebensqualität) im Wohnheim am Stadtring
des Stiftungsbereichs Behindertenhilfe, Universität Dortmund
6 Vgl. Arbeitshilfe ,,Umsetzung des Persönlichen Budgets im Wohnbereich", Landesverband Lebenshilfe für
Menschen mit Behinderung e.V. Baden-Württemberg, verabschiedet 1/2007
4
Sozialunternehmen, nahezu auf. Leistungserbringer sehen die Notwendigkeit,
Leistungen nicht nur zu benennen, sondern auch mit Preisen zu hinterlegen. Dieser
Preisfindungsprozess setzt voraus, dass die realen Kosten erst einmal sichtbar
werden.
2.) Hauptaufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung
Eine Kosten- und Leistungsrechnung hat den Zweck das jeweilige Unternehmen zu
steuern. Sie ist an keine gesetzlichen Vorgaben gebunden und kann demnach an die
jeweiligen Erfordernisse der Einrichtung angepasst werden. Sie spielt eine
wesentliche Rol e bei der Betriebsergebnisrechnung: die Kosten- und
Leistungsrechnung kann differenzierter ausgestaltet werden, da sie weniger für die
Interessen Externer angelegt wird, sondern tatsächliche Kosten für interne Zwecke
analysiert.
Mit
ihrer
Hilfe
können
Veränderungen
innerhalb
eines
Leistungserstel ungsprozesses beleuchtet und so Entscheidungen bezüglich des
Angebotspreises, der Leistungsmenge und des Leistungsangebots, vereinfacht
werden.
Sie kann den Erfolg kurzfristig ermitteln durch den Vergleich der anfal enden Kosten
mit den erzielbaren Erlösen. Mit ihrer Hilfe kann die jeweilige Einrichtung
leistungsgerechte
Entgelte
kalkulieren,
was
insbesondere
für
Pflegesatzverhandlungen von Bedeutung ist.7 Sie ist weiterhin wichtige
Informationsquel e und Grundlage für ein Control ing-System, das als Planungs-,
Steuerungs- und Kontrol system benötigt wird.8 Die Hauptaufgaben der Kosten- und
Leistungsrechnung liegen in der Kontrol e der Wirtschaftlichkeit, da Ursachen von
Abweichungen deutlich werden.
2.1) Aufbau und Verfahren bei Kosten- und Leistungsrechnungen
Jedes Kostenrechnungssystem besteht aus drei Teilsystemen und orientiert sich an
folgendem Ablaufschema: Zuerst erfolgt die Kostenartenrechnung, die der
Zusammenfassung
und
Gliederung
al er
im
Laufe
der
jeweiligen
Abrechnungsperiode entstandenen Kosten dient (z.B. Personal- und Materialkosten,
Abschreibungen). Sie sol angeben, welche Kosten in einer stationären Einrichtung
entstehen werden oder entstanden sind. In einem zweiten Schritt werden in einer
7 Vgl. Prof. Dr. Schierenbeck, Henner: Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, 1995, S. 613 f.
8 Vgl. Eschenbach, Rolf: Nutzung der Kostenrechnung durch Control ing, 1997, S. 170 f.
5
Kostenstel enrechnung die Kosten auf die Betriebsbereiche verteilt, in denen sie
angefal en sind. Gefragt wird dabei, an welchen Stel en oder wo die Kosten ange-
fal en sind. Hauptaufgaben der Kostenstel enrechnung sind die Kostenermittlungs-
und Kostenkontrol funktion. Dies erfordert die verursachungsgerechte Zuordnung der
Kosten auf die Kostenstel en, sowie eine Kostenverteilung zwischen den
Kostenstel en im Rahmen einer innerbetrieblichen Leistungsverrechnung. Dabei geht
es nach SCHELLBERG bei sozialen Organisationen vorrangig um die Verteilung der
Gemeinkosten.9 Die Stufe der Kostenstel enrechnung ist in der Praxis für stationäre
Einrichtungen häufig irrelevant, da der Aufwand nicht in einem angemessenen
Verhältnis zum Nutzen steht. In der weiteren Stufe wird in einer
Kostenträgerrechnung (anders auch Kalkulation oder Selbstkostenrechnung
genannt) ermittelt, wofür die Kosten entstanden sind. In der Variante einer
Kostenträgerzeitrechnung wird der Betriebserfolg einer Rechnungsperiode ermittelt.
In dieser dritten Stufe werden die Kosten auf die einzelnen Kostenträger oder
Produkte, z.B. Dienstleistungen, verteilt.10 Je nach Fragestel ung können
verschiedene Kostenrechnungssysteme zum Einsatz kommen, die sich nach dem
zeitlichen Bezug und dem Umfang der Kosten unterscheiden lassen. Beim zeitlichen
Bezug kommen Ist- oder Plan-Kostenrechnungen zum Einsatz. Steht die Frage nach
dem Umfang der Kosten im Vordergrund, wird die Vol - bzw. Teilkostenrechnung
oder Deckungsbeitragsrechnung angewandt.
In der Kostenartenrechnung werden die Kostenarten nach Art der eingesetzten
Produktionsfaktoren (z.B. Personalkosten), dem Kostenverhalten (z.B. bei
Beschäftigungsschwankungen) und den Möglichkeiten der Kostenzuordnung
differenziert. Der Kostenartenplan bestimmt somit Gliederungsmerkmale für
grundsätzliche Daten und hat entsprechend großen Einfluss auf die weitere
Behandlung der Kosten. Die Kostenart ´Personalkosten´ (v.a. Gehälter, Per-
sonalzusatzkosten, Kosten der Personalverwaltung) verursacht erfahrungsgemäß in
stationären Einrichtungen die größten Kosten. Der Anteil liegt durchschnittlich bei ca.
70%. Unter die Rubrik Kostenarten fal en weiterhin Material- und Investitionskosten,
sowie Abschreibungen. Beim Kostenverhalten können fixe und variable Kosten, die
häufig identisch sind mit Grenzkosten, unterschieden werden. Variable Kosten sind
Kosten, die im Gegensatz zu Fixkosten auf die Veränderung des
9 Vgl. Prof. Dr. Schellberg, Klaus: Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung, Seite 11
10 Vgl. Aufbau einer Kostenträgerrechnung für Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege mit Schwerpunkt auf
Einrichtungen nach SGB XI. Wissenschaftliche Arbeit für den AK Finanzen. Schriftenreihe Theorie und Praxis
2001, Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V.
6
Beschäftigungsgrades
reagieren.
Fixkosten,
wie
z.B.
Grundgebühren,
Personalkosten fest angestel ter Mitarbeiter, sind jedoch nur für einen bestimmten
Zeitpunkt fix, deshalb können sie auch als zeitabhängige Fixkosten bezeichnet
werden. Bei der Trennung in variable und fixe Kosten ist zu hinterfragen, ob die
Bezugsgröße in der jeweiligen Einrichtung die Zahl der Belegungstage oder die Zahl
der eingerichteten Plätze bzw. die Größe des Hauses darstel t.
Die Gesamtkosten einer Einrichtung werden in einzelne Kostenbestandteile zerlegt
und auf die Variabilität hin untersucht. Weiterhin sind Einzel- und Gemeinkosten zu
unterscheiden. Typische Einzelkosten sind Personalkosten von Mitarbeitern, die
direkt mit dem Klienten arbeiten. Verwaltungs- und Leitungskosten sind Beispiele für
Gemeinkosten, wobei es hier häufig auf die Zuordnung und die Definition ankommt.
Eine Aufteilung in Einzel- und Gemeinkosten ist auch innerhalb eines Kontos ist
möglich, z.B. wenn die Leitung auch zu 50% in der Betreuung tätig ist. Nach
SCHELLBERG werden umso mehr Kosten den Gemeinkosten zugerechnet, je
weniger einzelne Leistungen beschrieben sind. Dabei dürften ,,Gemeinkosten...eines
der zentralen Probleme öffentlicher und sozialer Dienstleistungsbetriebe sein:
Ungenaue Zielbestimmung, unklare Messbarkeit und dementsprechend hoher
Gemeinkostenanteil!"11 Quel e für die Kostenarten ist in der Regel die Buchhaltung.
In der Kostenstel enrechnung werden die Kostenarten den einzelnen Kostenstel en
zum Zweck der genaueren Kalkulierbarkeit von Leistungen zugeordnet. Die Kosten
werden
somit
einzelnen
Kostenverantwortungsbereichen
oder
Leistungsstel enbereichen zugewiesen. Dabei können Gemeinkosten genauer
differenziert werden in so genannte Kostenträger-Einzelkosten, die direkt der
einzelnen Leistung zurechenbar sind (z.B. eine Betreuungsstunde) oder
Kostenstel en-Einzelkosten (z.B. Wasserkosten je Wohnbereich), die sich einer
einzelnen Kostenstel e zuordnen lassen. Kostenstel en-Gemeinkosten (z.B.
Hausleitung) hingegen gelten über mehrere Kostenstel en hinweg. Sie müssen über
indirekte Verfahren bzw. Verteilungsschlüssel zuerst den Kostenstel en und
anschließend den Kostenträgern zugeordnet werden. Zur Durchführung der
Kostenstel enrechnung wird häufig ein Betriebsabrechnungsbogen angelegt, in dem
die Kostenarten auf die Kostenstel en verteilt werden, in denen sie angefal en sind
und dort in Gemein- (bzw. Vor-) und Endkostenstel en unterschieden werden.
Zunächst müssen Leistungen der Gemeinkostenstel en definiert werden, um sie
11 Vgl. Prof. Dr. Schel berg, Klaus: Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung, Seite 27
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