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Subtitle: Am Beispiel ausgewählter Texte von Astrid Lindgren
Essay, 2008, 15 Pages
Author: Tobias Bunse
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Tags: Kinder-, Jugendliteratur, Astrid Lindgren, Fantastik, Phantastik, phantastische Literatur, Todorov, Brüder Löwenherz, Mio, mein Mio
Year: 2008
Pages: 15
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06239-8
File size: 77 KB
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Abstract
Im Jahr 2004 wählten 250.000 Deutsche im Rahmen der TV-Unterhaltungsshow: „Unsere Besten – Das große Lesen“ ihr persönliches Lieblingsbuch. Aus diesen Stimmen entstand eine Liste, die die 50 beliebtesten Bücher der Deutschen repräsentiert. Auf Platz 1 ist J.R.R. Tolkiens Werk „Der Herr der Ringe“ zu finden, Platz fünf belegt „Der kleine Prinz“, Platz neun „Harry Potter“. Was haben diese und viele weitere Werke, wie „Tintenherz“ oder die „Unendliche Geschichte“ in diesem Ranking gemeinsam? Sie werden dem Genre der Fantasy, dem Märchen oder der phantastischen Erzählung zugeordnet und weisen alle in anderer Art und Weise phantastische Elemente auf. Es ist unschwer zu erkennen, dass sich die Phantastik großer Beliebtheit erfreut. Innerhalb dieser Erzählwelten können die Figuren z.B. Fliegen, reisen in ferne Welten oder stoßen auf außergewöhnliche Weggefährten. Doch kaum jemand ist in der Lage den Begriff „Phantastik“ zu definieren, was sich allein darin äußert, dass viele Leser ein Buch nicht dem „passenden“ Genre zuordnen können. Dies könnte wiederum damit zusammenhängen, dass bis heute keine allgemeingültige Definition von „Phantastik“ existiert. Dies wird auch diese Untersuchung nicht leisten. Es werden jedoch einige Definitionsansätze bezüglich des ausgewählten Themenfeldes vorgestellt. Im Anschluss daran fasse ich die wesentlichen Merkmale phantastischer Literatur zusammen, mit deren Hilfe der Begriff „Phantastik“ soweit eingegrenzt werden kann, dass eine Vorstellung darüber entsteht, was dieses Genre kennzeichnet. Da im weiteren Verlauf der Arbeit einige Werke von Astrid Lindgren, bezüglich deren phantastischer Elemente, untersucht werden, ist es zunächst von Bedeutung, die phantastische Kinder- und Jugendliteratur von der phantastischen Literatur für Erwachsene zu differenzieren ..
Excerpt (computer-generated)
Thema der Hausarbeit:
Die phantastische Kinder- und Jugendliteratur
- Am Beispiel ausgewählter Texte von Astrid Lindgren -
1
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
2 Versuch einer Annäherung des Begriffs ,,Phantastik" 4
2.1 Forschungsstand des Themenfelds ,,Phantastik" 4
2.2 Versuch einer zusammenfassenden Begriffsdefinition 6
3 Die phantastische Kinder- und Jugendliteratur 8
3.1 Abgrenzung der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur von der phantastischen
Erwachsenenliteratur 8
3.2 ,,phantastische Elemente" in Astrid Lindgrens Werken 9
3.3 Begründung für die Nutzung ,,phantastischer Elemente" in Astrid Lindgrens Werken 10
4. Schluss 12
5. Literatur 14
2
1 Einleitung
Im Jahr 2004 wählten 250.000 Deutsche im Rahmen der TV-Unterhaltungsshow: ,,Unsere
Besten Das große Lesen" ihr persönliches Lieblingsbuch. Aus diesen Stimmen entstand eine
Liste, die die 50 beliebtesten Bücher der Deutschen repräsentiert. Auf Platz 1 ist J.R.R.
Tolkiens Werk ,,Der Herr der Ringe" zu finden, Platz fünf belegt ,,Der kleine Prinz", Platz
neun ,,Harry Potter". Was haben diese und viele weitere Werke, wie ,,Tintenherz" oder die
,,Unendliche Geschichte" in diesem Ranking gemeinsam? Sie werden dem Genre der Fantasy,
dem Märchen oder der phantastischen Erzählung zugeordnet und weisen alle in anderer Art
und Weise phantastische Elemente auf. Es ist unschwer zu erkennen, dass sich die Phantastik
großer Beliebtheit erfreut. Innerhalb dieser Erzählwelten können die Figuren z.B. Fliegen,
reisen in ferne Welten oder stoßen auf außergewöhnliche Weggefährten. Doch kaum jemand
ist in der Lage den Begriff ,,Phantastik" zu definieren, was sich allein darin äußert, dass viele
Leser ein Buch nicht dem ,,passenden" Genre zuordnen können. Dies könnte wiederum damit
zusammenhängen, dass bis heute keine allgemeingültige Definition von ,,Phantastik" existiert.
Dies wird auch diese Untersuchung nicht leisten. Es werden jedoch einige Definitionsansätze
bezüglich des ausgewählten Themenfeldes vorgestellt. Im Anschluss daran fasse ich die
wesentlichen Merkmale phantastischer Literatur zusammen, mit deren Hilfe der Begriff
,,Phantastik" soweit eingegrenzt werden kann, dass eine Vorstellung darüber entsteht, was
dieses Genre kennzeichnet. Diese Darstellung wird den Themenschwerpunkt von Kapitel
zwei bilden. Dabei stütze ich mich im Wesentlichen auf die Werke von Uwe Durst: ,,Theorie
der phantastischen Literatur" (2007) und ,,Zauberland und Tintenwelt" (2006) von Jörg
Knobloch. Da im weiteren Verlauf der Arbeit einige Werke von Astrid Lindgren, bezüglich
deren phantastischer Elemente, untersucht werden, ist es zunächst von Bedeutung, die
phantastische Kinder- und Jugendliteratur von der phantastischen Literatur für Erwachsene zu
differenzieren. Welche Unterschiede sind im Genauen auszumachen? Diese Frage bildet den
ersten Abschnitt des dritten Kapitels. Der letzte Abschnitt umfasst die Diskussion, inwieweit
Astrid Lindgrens Werke von ihren eigenen Wertevorstellungen beeinflusst worden sind. In
diesem Kontext soll zudem erläutert werden, welche besondere Rolle die phantastischen
Elemente in ihren Geschichten einnehmen.
Die Ausführungen des dritten Kapitels werden vor allem gestützt von Sanna Pohlmann:
,,Phantastisches und Phantastik in der Literatur" (2004), Vivi Edström: ,,Astrid Lindgren und
die Macht des Märchens" (2004) und der Dankesrede von Astrid Lindgren anlässlich der
Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels (1978).
3
Im Schlussteil werden die Ergebnisse zusammengefasst.
2 Versuch einer Annäherung des Begriffs ,,Phantastik"
2.1 Forschungsstand des Themenfelds ,,Phantastik"
In Deutschland setzte in den 70iger Jahren eine Diskussion bezüglich des Phantastikbegriffs
ein, vor allem aufgrund des stärkeren Interesses an phantastischer Literatur und begünstigt
durch die Übersetzungen der Untersuchungen der französischen Theoretiker Roger Callois,
Louis Vax sowie Tzvetan Todorov. Vor allem letzterer gilt nach wie vor als grundlegend
innerhalb dieser Diskussion. Uwe Durst ordnet diese Theorien zwei verschiedenen
Erklärungsmodellen zu, der maximalistischen und minimalistischen Genredefinition. Zu den
maximalistischen Werken zählt Durst ,,alle Texte, in deren fiktiver Welt die Naturgesetze
(unserer Gesellschaft) verletzt werden". Zu den Vertretern der maximalistischen Sichtweise
zählt Durst neben Louis Vax auch Roger Caillois, deren Untersuchungen im Folgenden näher
vorgestellt werden. Wie es der Begriff ,,maximalistisch" bereits andeutet, fasst diese
Definition viele Texte zusammen, die sich durch unterschiedliche Strukturen kennzeichnen
lassen, wie das Märchen, Science-Fiction etc., worauf jedoch im Einzelnen in dieser
Untersuchung nicht näher eingegangen wird. Durst selbst sieht sich als Anhänger einer
minimalistischen Genredefinition, ebenso wie Tzvetan Todorov, dessen Theorie ebenfalls
erläutert werden wird.
Louis Vax als auch Roger Callois beziehen sich auf die Handlung eines Textes und arbeiten
die ,,stofflich-inhaltlichen" Besonderheiten heraus. Allgemein hin geben diese
handlungstheoretischen Bestimmungen den ,,Riss" als wesentliches Merkmal an, um ein
Werk der Phantastik zu kennzeichnen. Dieser Riss entsteht dann, wenn einer realistisch
gekennzeichneten, empirisch-alltäglich bestimmbaren Welt eine Welt gegenübertritt, die
Irrational-Unerklärlich erscheint. Vax sagt, dass das ,,Phantastische im strengen Sinne" den
,,Einbruch eines übernatürlichen Ereignisses in eine von Vernunft regierte Welt" erfordert.
Vax wie auch Callois sehen diesen Einbruch als etwas Bedrohliches für die ,,normale" Welt.
Diese Bedrohungen können nach Callois von folgenden Motiven ausgehen, vom
Teufelspaktmotiv, von Gegenständen, die zum Leben erwachen, vom Vampirmotiv, das
Motiv vom Stillstand oder der Wiederholung der Zeit.
Nach Todorov wiederum verlangt die Erfüllung von Phantastik drei Bedingungen. Zuerst
muss der Leser ,,die Welt der handelnden Personen wie eine Welt lebender Personen
betrachten und ihn, bis über das Ende des Textes hinaus, unschlüssig werden lassen
4
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