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Seminararbeit, 2008, 20 Seiten
Autor: Helen Lorentz
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Tags: Prozess, Franz, Kafka, Inhaltsangabe, Erläuterung
Jahr: 2008
Seiten: 20
Note: 2,6
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-06795-9
Dateigröße: 193 KB
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Zusammenfassung / Abstract
In dieser Hausarbeit geht es um den Roman `Der Prozeß` von Franz Kafka. Da für Kafka der Auslöser für den Roman eine Aussprache mit seiner Verlobten Felice ist, folgt die Darstellung dieses Lebensabschnittes. Daran schließt eine Inhaltsangabe des Prozeß, wodurch inhaltliche Strukturen sichtbar werden, die dann auf der Grundlage von `Kafka. Für eine kleine Literatur`, von Gilles Deleuze und Felix Guattari, näher erläutert werden.
Textauszug (computergeneriert)
Hauptseminar: Literaturtheorie
SS 2008
`Der Prozess
`
von
Franz Kafka
Helen Lorentz
Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Germanistische Sprachwissenschaft
Medienwissenschaft
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung S. 1
2 Der Prozeß S. 1
2.1 Die Umstände der Entstehung S. 1
2.2 Inhalt S. 3
2.3 Eine kleine Literatur S.10
2.3.1 Definition S.11
2.3.2 Briefvampirismus S.11
2.3.3 Die Maschine S.12
3 Fazit S.15
Endnoten S.16
Literaturverzeichnis
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1 Einleitung:
In dieser Hausarbeit geht es um den Roman `Der Prozeß` von Franz Kafka. Da für Kafka der
Auslöser für den Roman eine Aussprache mit seiner Verlobten Felice ist, folgt die Darstellung
dieses Lebensabschnittes. Daran schließt eine Inhaltsangabe des Prozeß, wodurch inhaltliche
Strukturen sichtbar werden, die dann auf der Grundlage von `Kafka. Für eine kleine
Literatur`, von Gilles Deleuze und Felix Guattari, näher erläutert werden.
2 Der Prozeß:
Franz Kafka begann im August 1914 mit der Niederschrift des Romans `Der Prozeß` und
schrieb bis Januar 1915 daran. Er veröffentlichte das Manuskript nicht, da er es als unfertig
ansah. Obwohl Kafka von seinem Freund Max Brod verlangt hatte, nach seinem Tod den
gesamten Nachlass, der aus Tagebüchern, Ausarbeitungen, Briefen und Gezeichnetem
bestand, zu verbrennen, bewahrte Brod ihn auf.
,, Das Manuskript des Romans ,,Der Prozeß" habe ich im Juni 1920 an mich genommen und
gleich damals geordnet. Das Manuskript trägt keinen Titel. Doch Kafka hat dem Roman im
Gespräch stets den Titel ,,der Prozeß" gegeben. Die Einteilung in Kapitel sowie die
Kapitelüberschriften rühren von Kafka her. Bezüglich der Anordnung der Kapitel war ich auf
mein Gefühl angewiesen. Doch da mir mein Freund einen großen Teil des Romans vorgelesen
hatte, konnte sich mein Gefühl bei der Ordnung der Papiere auf Erinnerungen stützen."i
1925 veröffentlichte Brod den Roman.
Es geht darin um den Bankangestellten Josef K., dem am Morgen seines 30. Geburtstags
seine Verhaftung mitgeteilt wird. Obwohl sich K. keiner Schuld bewusst ist, wird er mit einer
mysteriösen Gerichtsmaschine konfrontiert, in der er sich zu behaupten sucht. Es kommt aber
zu keiner Auflösung und so wird er einen Tag vor seinem 31. Geburtstag exekutiert.
2.1 Die Umstände der Entstehung:
1906, im Alter von 23 Jahren, beendet Kafka sein Jurastudium und promoviert zum Dr. iur.
Advokatur. Er arbeitet zunächst in der Assicurazioni Generali, fängt dann aber in der
Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt für das Königreich Böhmen an. Er verfasst dort
hauptsächlich Gutachten über Schadensersatzprozesse und Aufsätze über Unfallverhütung.
Neben seiner Arbeit widmet er sich nachts dem literarischen Schreiben, da er erst dann die
nötige Abgeschlossenheit und Ruhe findet. Obwohl das Schreiben für Kafka das wichtigste
ist, sehnt er sich nach einem bürgerlichen Leben, dass dann ein dem Schreiben förderliches
Hilfskonstrukt darstellen würde. Am 13. August 1912 lernt er bei seinem ehemaligen
3
Studienkollegen Max Brod Felice Bauer kennen, eine entfernte Verwandte Brods, die dort zu
Besuch ist. Er ist fasziniert von ihrer gütigen, lebendigen und selbstsicheren Art und
beschließt, sie zu becircen. Er beginnt einen Briefwechsel mit Felice, der dazu dienen soll, ihr
nahe zukommen, sie zu gewinnen. Im März 1913 besucht er sie in Berlin und lernt im Mai
ihre Familie kennen. Am Morgen seines 30. Geburtstags, dem 3. Juli 1913 trifft ein Schreiben
Felices bei ihm ein, das seine Vorbehalte gegen eine Verlobung zunächst zerstreut. Obwohl er
den ,,Wunsch nach besinnungsloser Einsamkeit. Nur mir gegenübergestellt zu sein"ii in
seinem Tagebuch verzeichnet und am 15. August betont ,,Ich werde mich bis zur
Besinnungslosigkeit von allen absperren. Mit allen mich verfeinden, mit niemandem reden"iii
schickt er Felices Vater noch am selben Tag einen Brief mit einem Heiratsantrag. Der Vater
stimmt zu, woraufhin Kafka Felice einen Antwortbrief sendet, die diesen wohl nicht ihrem
Vater gab, sondern ihn bat eine andere Fassung zu schreiben. Da Kafka sich dazu außerstande
sieht, kommt es zum Bruch zwischen ihm und Felice. Felices Freundin Grete Bloch arrangiert
eine neuerliche Kontaktaufnahme, so dass es im November 1913, am 28. Februar und 1. März
1914 zu kurzen Begegnungen zwischen den beiden kommt. Am 1. Juni 1914 verloben sie sich
in Berlin. Nach seiner Rückkehr verzeichnet er in seinem Tagebuch:
,,Aus Berlin zurück. War gebunden wie ein Verbrecher. Hätte man mich mit wirklichen
Ketten in einen Winkel gesetzt und Gendarmen vor mich gestellt und mich nur auf diese
Weise zuschauen lassen, es wäre nicht ärger gewesen. Und das war meine Verlobung, und
alle bemühten sich, mich zu Leben zu bringen, und da es nicht gelang mich zu dulden, wie ich
war. F. allerdings am wenigsten von allen, vollständig berechtigterweise, denn sie litt am
meisten. Was den anderen bloße Erscheinung war, war ihr Drohung."iv
Einen Tag vor seinem 31. Geburtstag fasst er den Entschluss sich mit Felice auszusprechen.
Die Aussprache zwischen Kafka und seiner Verlobten findet im Berliner Hotel Askanischer
Hof statt, an der auch Felices Schwester und Grete Bloch, sowie Kafkas befreundeter
Schriftsteller Ernst Weiß teilnehmen. Grete Bloch, die eine Affäre mit Kafka hatte, legt Briefe
Kafkas an sie vor, die Felice darin unterstützen, die Verlobung aufzulösen. Auch Weiß ist
gegen eine Heirat, da er sich die Bürgerstochter nicht an Kafkas Seite vorstellen mag, so dass
die Verlobung aufgelöst wird. Danach schreibt Kafka an Grete: ,,Sie saßen zwar im
Askanischen Hof als Richterin über mir [...] aber es sah nur so aus, in Wirklichkeit saß ich auf
ihrem Platz und habe ihn bis heute nicht verlassen"v. Im August muss er als 31jähriger die
Wohnung im Elternhaus verlassen. Dadurch ergibt sich für ihn die langersehnte Distanz zu
seinen Eltern und die Einsamkeit. Der Kontakt zu Felice wird ab Mitte Oktober 1914 wieder
aufgenommen und wechselt zwischen Phasen kühler Unvertrautheit hin zu Annäherungen, die
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in dem Beschluss gipfeln, sich erneut mit ihr zu verloben. Im Juli 1917 verlobt Kafka sich
zum zweiten Mal mit Felice. Im September, kurze Zeit, bevor die Hochzeit stattfinden soll,
wird bei ihm Tuberkulose festgestellt, woraufhin eine Heirat nicht mehr in Frage kommt.
Ende Dezember trennen sich die beiden Verlobten endgültig voneinander. Kafka weint sich
nach dem Abschied bei Max Brod aus, aber ,,es war so, daß das Gehirn die ihm auferlegten
Sorgen und Schmerzen nicht mehr ertragen konnte"vi, so dass die Trennung von Felice auch
eine Erleichterung und Befreiung von allen Verpflichtungen ist.
2.2 Inhalt
1. Kapitel: Verhaftung
Am Morgen seines 30. Geburtstags liegt der Bankangestellte Josef K. in seinem Bett und
wartet darauf, dass man ihm das Frühstück bringt. Am Fenster des gegenüberliegenden
Hauses erblickt er eine ältere Nachbarin, ,,die ihn mit einer an ihr ganz ungewöhnlichen
Neugierde beobachtete"vii. Da die Köchin um 8 Uhr noch nicht aufgetaucht ist, läutet er nach
ihr. Anstelle der Köchin betritt ein Fremder das Zimmer und erklärt K., dass dieser verhaftet
sei. Er nennt sich Franz und ist beauftragt K., zusammen mit seinem Kollegen Willem, zu
bewachen. Aufgrund von Geräuschen vermutet K. im Nebenzimmer noch weitere Personen.
Die ältere Frau am Fenster holt ihren Gatten und einen großen bärtigen Mann dazu und das
Grüppchen schaut gemeinsam herüber. Als K. in das Zimmer von Frau Bürstner, einer
anderen Mieterin, beordert wird, wechselt das Trio das Fenster, um das Geschehen weiter
verfolgen zu können. Dort sind außer den Wächtern noch ein Aufseher und drei Männer. K.
bekommt Anweisungen, wie er sich weiterhin zu verhalten habe. Da er sich keiner Schuld
bewusst ist, fragt er die Wächter nach dem Grund der Verhaftung, die ihm antworten, dass sie
dies nicht wüssten, die Verhaftung aber von höherer Stelle angeordnet worden sei. Arbeiten
dürfe K. aber trotzdem und so bringen ihn die drei Herren, die er dann als ihm untergeordnete
Arbeitskollegen identifiziert, ins Büro.
2. Kapitel: Gespräch mit Frau Grubach/ Dann Fräulein Bürstner
Nach der Arbeit geht K. direkt nach Hause. Er sucht seine Vermieterin Frau Grubach auf und
versucht ihre Einschätzung zum Geschehen in Erfahrung zu bringen. Ihr kommt die
Verhaftung wie etwas Gelehrtes vor, was ihr unverständlich ist, dem man sich aber
unterordnen müsse. Ihre Sympathiebekundungen hält er aber für wertlos und beschließt sich
Fräulein Bürstner anzuvertrauen und sich für das, was in ihrem Zimmer passierte, zu
entschuldigen. Sie kommt spät nach Hause und bittet K. trotz ihrer Müdigkeit freundlich ins
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