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Subtitle: Mit besonderem Fokus auf innovative Elemente im Privatkundenbereich
Scholary Paper (Seminar), 2006, 54 Pages
Authors: Dipl.-Ing Marco Groschke, Thomas Rauer
Subject: Economics / Business: Marketing, Corporate Communication, CRM, Market Research
Details
Tags: Preispolitik, Energiewirtschaft
Year: 2006
Pages: 54
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 44 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-07029-4
ISBN (Book): 978-3-638-95540-9
File size: 2615 KB
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Abstract
Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Preispolitik in der Energiewirtschaft aus der Sichtweise des Marketings. Die Preispolitik ist eines der wichtigsten Instrumente des Marketings. Sie versucht, durch Preisgestaltung den Nachfrager zum Kauf zu animieren und somit den Absatz und den Gewinn zu steigern. Der Preis spielt dabei eine überaus wichtige Rolle (vgl. Meffert, 2000, 483). Die Preispolitik umfasst also vielfältigste Bereiche und Prinzipen, die in dieser Arbeit nicht alle behandelt werden können. Die Verfasser konzentrieren sich auf die Preisdifferenzierungsstrategien. Die Formen der Preisdifferenzierung werden theoretisch erarbeitet und anhand von Beispielen der Energiewirtschaft untersucht und erläutert . Zuvor erläutern die Verfasser die Struktur und Besonderheiten des Elektrizitätsmarktes (Kapitel 2). Ein sehr interessanter Aspekt im Elektrizitätsbereich ist die Preisbildung, die im Kapitel 3 erläutert wird. Im Kapitel 4 wird erörtert, ob Strom ein Sachgut oder eine Dienstleistung ist. Diese Einordnung ist für das Kapitel 5 Preisdifferenzierung von großer Bedeutung. Der Spezialfall der zeitlichen Preisdifferenzierung, dynamische Stromtarife, wird anhand der Eckernförder Tarifstudie sowie weiteren Beispielen dargestellt. Diese bisher wenig umgesetzten Möglichkeiten der Energieversorgungsunternehmen ist das innovative Element der Preispolitik in der Energiewirtschaft und wird deshalb besonders herausgestellt. Die Verfasser untersuchen die Akzeptanz von Realpreisen für Elektrizität durch eine Befragung. Abschließend wird die Arbeit im Fazit zusammengefasst und bewertet.
Excerpt (computer-generated)
Oberseminararbeit
Marketing
WS 2006/2007
am
Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und
Besondere des Marketing und des Innovationsmanagement
Institut für Wirtschaftswissenschaften
Brandenburgische Technische Universität in Cottbus
Preispolitik in der Energiewirtschaft-
mit besonderem Fokus auf innovative Elemente
im Privatkundenbereich
Eingereicht von:
1. Bearbeiter : Groschke, Marco
2. Bearbeiter : Rauer, Thomas
Ort, Datum: Cottbus, 03.11.06
I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
II
Tabellenverzeichnis
III
Abkürzungsverzeichnis
III
1.
Thema und Aufbau der Arbeit 1
2.
Struktur und Besonderheiten des Elektrizitätsmarktes 3
3.
Preisbildung in der Elektrizitätswirtschaft 7
3.1. Kostenfaktoren 7
3.2. Preisbildung am Markt 9
4.
Strom- Produkt oder Dienstleistung? 11
5.
Preisdifferenzierung 14
5.1. Theoretische Ansätze der Preisdifferenzierung 14
5.2. Definition, Arten und Ziel der Preisdifferenzierung 15
5.3. Personenbezogene
Preisdifferenzierung 17
5.4. Räumliche
Preisdifferenzierung 18
5.5. Verwendungsabhängige
Preisdifferenzierung 19
5.6. Mengenbezogene
Preisdifferenzierung 20
5.7. Produktionsbezogene
Preisdifferenzierung 21
5.8. Preisbündelung 22
5.9. Leistungsbezogene
Preisdifferenzierung 24
5.10. Zeitliche Preisdifferenzierung 25
6.
Dynamische Stromtarife 26
6.1. Realtime Pricing am Beispiel Eckernförder Tarif 27
6.2. Time-of-Use tariffs am Beispiel Option Tempo 31
6.3. Demand Bidding der Southern California Edison 32
6.4. Critical Peak Pricing in Kalifornien 33
6.5. Akzeptanz für die Umsetzung eines dynamischen Tarifs in Deutschland 34
7.
Fazit 41
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Unterteilung der Preispolitik 1
Abbildung 2: Wertschöpfungskette in der Energiewirtschaft 3
Abbildung 3: Die Struktur des Elektrizitätsmarktes in Deutschland 4
Abbildung 4: Erzeugungskapazitätsanteile nach Unternehmen 5
Abbildung 5: Regelzonen der Übertragungsnetzbetreiber 6
Abbildung 6: Kostenanteile der Stromrechnung 9
Abbildung 7: Merit Order 10
Abbildung 8: Strom und Spannung im Leiterquerschnitt 11
Abbildung 9: Dienstleistungsphasen 12
Abbildung 10: Klassisches Modell der Preisdifferenzierung 14
Abbildung 11: Formen der Preisdifferenzierung 16
Abbildung 12: Grafische Darstellung der Preisdifferenzierung 16
Abbildung 13: Family- und Single Tarif 18
Abbildung 14: Speicherheizungstarif der Stadtwerke Neustadt 19
Abbildung 15: Wärmepumpenbeispieltarif 20
Abbildung 16: Formen der mengenbezogenen Preisdifferenzierung 20
Abbildung 17: Mengenbezogene Preisdifferenzierung bei AllgäuStrom 21
Abbildung 18: Ökostrom der Stadtwerke Schönau 22
Abbildung 19: Produkt und Dienstleistungsspektrum Strom 23
Abbildung 20: Veränderungen der sinusförmigen Struktur des Stromes 24
Abbildung 21: Zweizeiten Tarif 25
Abbildung 22: Die technischen Komponenten des Eckernförder Feldversuchs 28
Abbildung 23: Bestimmung des Realpreises 28
Abbildung 24: Lastverlagerung beim Eckernförder Tarif 30
Abbildung 25: Tarif Tempo der EDF 31
Abbildung 26: Darstellung des Tagespreises beim Tarif Tempo 32
Abbildung 27: Critical Peak Pricing 34
Abbildung 28: Übersicht über Dynamische Tarifstudien 35
Abbildung 29: Preisschwankungen an der EEX am 01.11.2006 36
Abbildung 30: Energiemodem 37
Abbildung 31: Kenntnis des Strompreises 38
Abbildung 32: Strompreissituation 38
Abbildung 33: Hauptkostentreiber des Strompreises 39
Abbildung 34: Auswirkungen eines dynamischen Tarifs 39
III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Reine Ökostromanbieter 22
Tabelle 2: Kraftwerksunterteilungen 26
Tabelle 3: Stromwertbereiche der Stromwert-Ampel 29
Abkürzungsverzeichnis
BMU
Bundesministerium
für
Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
bspw.
beispielsweise
EDF
Electricité
de
France
EEG
Gesetz zum Vorrang Erneuerbarer Energien
EEX
European
Energy
Exchange
EnWG
Energiewirtschaftsgesetz
EVU
Energieversorgungsunternehmen
kV
Kilovolt
OTC
Over- the- counter market
RTP
Realtime
Pricing
TOU
Time-of-Use
tariffs
VdEW
Verband der Elektrizitätswirtschaft
1
1. Thema und Aufbau der Arbeit
Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Preispolitik in der Energiewirtschaft aus
der
Sichtweise des Marketings
. Die Preispolitik ist eines der wichtigsten Instrumente des
Marketings. Sie versucht, durch Preisgestaltung den Nachfrager zum Kauf zu animieren und
somit den
Absatz
und den
Gewinn
zu steigern. Der Preis spielt dabei eine überaus wichtige
Rolle (vgl. Meffert, 2000, 483).
Die Preispolitik umfasst also vielfältigste Bereiche und Prinzipen, die in dieser Arbeit nicht
alle behandelt werden können. Eine Gliederungsmöglichkeit der Preispolitik zeigt die
Abbildung 1: Unterteilung der Preispolitik.
Abbildung 1: Unterteilung der Preispolitik
(Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung an Meffert, 2000, 483- 591)
Die Verfasser konzentrieren sich auf die
Preisdifferenzierungsstrategien
. Die Formen der
Preisdifferenzierung werden theoretisch erarbeitet und anhand von Beispielen der
Energiewirtschaft untersucht und erläutert1.
Zuvor erläutern die Verfasser die Struktur und Besonderheiten des Elektrizitätsmarktes
(Kapitel 2). Ein sehr interessanter Aspekt im Elektrizitätsbereich ist die Preisbildung, die im
Kapitel 3 erläutert wird. Im Kapitel 4 wird erörtert, ob Strom ein Sachgut oder eine
Dienstleistung ist. Diese Einordnung ist für das Kapitel 5 Preisdifferenzierung von großer
Bedeutung. Der Spezialfall der zeitlichen Preisdifferenzierung,
dynamische Stromtarife
,
wird anhand der Eckernförder Tarifstudie sowie weiteren Beispielen dargestellt. Diese bisher
1 Die Verfasser konzentrieren sich auf den Privatkundenbereich, interessante Möglichkeiten der
Preisdifferenzierung sollen jedoch auch auf den Geschäftskundenbereich dargestellt werden.
2
wenig umgesetzten Möglichkeiten der Energieversorgungsunternehmen ist das innovative
Element der Preispolitik in der Energiewirtschaft und wird deshalb besonders herausgestellt.
Die Verfasser untersuchen die Akzeptanz von Realpreisen für Elektrizität durch eine
Befragung. Abschließend wird die Arbeit im Fazit zusammengefasst und bewertet.
3
2. Struktur und Besonderheiten des Elektrizitätsmarktes
·
Politische Rahmenbedingungen
Der Elektrizitätsmarkt weist im Gegensatz zu anderen Märkten wichtige Besonderheiten auf,
die im Folgenden kurz charakterisiert werden. Bis 1998 gab es in diesem Sektor
ausschließlich
Monopolisten
, die die Verbraucher von Energie auf der gesamten
Wertschöpfungskette versorgten.
Abbildung 2: Wertschöpfungskette in der Energiewirtschaft
(Quelle: eigene Darstellung, in Anlehnung RWE, 2006, 2)
Diese
natürlichen Monopole
sind dadurch gekennzeichnet, dass ein einziger Anbieter in
einem abgegrenzten Versorgungsgebiet, die Konsumenten zu einem günstigeren Preis
versorgen kann als mehrere dies tun könnten. Die Preisfestsetzung erfolgte unter der
Genehmigung einer Regulierungsbehörde.
Durch ineffiziente Regulierung, politische Veränderungen und vor allem das Entstehen großer
Übertragungsnetze war die Notwendigkeit eines natürlichen Monopols nicht mehr gegeben.
Aus diesem Grund wurde in der
europäischen Binnenmarktrichtlinie Strom 96/92/EG
festgelegt, dass der Strommarkt geöffnet werden muss.
,,Deutschland setzte diese Richtlinie durch das Gesetz zur Neureglung des
Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) um."
(Gerke et al. 2000, 9)
Erst mit diesen politischen Weichenstellungen konnte sich ein Wettbewerb um Absatz und
Kunden im Elektrizitätsbereich entwickeln.
·
Merkmale des Gutes Elektrische Energie
(vgl. Gerke et al., 2000, 13-14 und
Hensing et al., 1998, 111-113)
-
leitungsgebunden
-
schwere Steuerbarkeit
-
auf die Qualität bezogen: homogenes Gut
-
simultane
Erzeugung
und
Verbrauch
, d.h. eingespeiste Leistung= nachgefragte
Leistung
-
Speicherung nur unter hohen Verlusten möglich, keine praktische Relevanz
-
low-involvement Produkt
-
Netznotwendigkeit
Diese Charakteristika bieten für elektrizitätsproduzierende Energieversorgungsunternehmen
(im folgenden EVU genannt) Herausforderungen im Wettbewerb um Kunden. Ein EVU kann
durch Produkt- und Preisdifferenzierungen neue Kunden gewinnen. Des Weiteren kann auf
4
die besondere Art der Erzeugung der Energie verwiesen werden. Hierbei ist im Wesentlichen
die Erzeugung von Elektrizität aus Erneuerbaren Energien zu nennen2.
·
Die Marktstruktur
Der deutsche Strommarkt lässt sich in 4 Ebenen einteilen:
-
Erzeugungsebene
-
Übertragungsebene
-
Verteilungsebene/ Vertriebsebene (in Abbildung 3: Groß- und Einzelhandel)
-
Verbraucherebene
Abbildung 3: Die Struktur des Elektrizitätsmarktes in Deutschland
(Quelle: eigene Darstellung nach Gerke et al., 2000, 114)
Wie bereits im Punkt politische Rahmenbedingungen ausgeführt, gab es für die Endkunden
bis 1997 von der Erzeugungsebene, Übertragungsebene und Verteilungsebene in einem
bestimmten Gebiet nur einen Anbieter, ein Wechsel war nicht möglich. Mit der
Binnenmarktrichtlinie Strom 96/92/EG und dem
EnWG
musste diese Integration entflechtet
werden. Dies wird unter dem Begriff
Unbundling
zusammengefasst. Darunter wird ,,die
buchhalterische, informatorische, organisatorische und rechtliche Entflechtung des
Übertragungs- und Verteilnetzes von den anderen Wertschöpfungsstufen in vertikal und
horizontal integrierten Versorgungsunternehmen" (Wissel, 2006, 4) verstanden. Der Kunde
hat seitdem die Wahl, bei welchem EVU er seine Elektrizität bezieht, ein Wettbewerb ist
möglich.
2 Diese Möglichkeit wird im Kapitel 5.7 Produktionsbezogene Preisdifferenzierung behandelt.
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