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Termpaper, 2007, 17 Pages
Author: Alexander Malachow
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions
Details
Tags: Times, Jahre, Spiegel-Affäre
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06403-3
File size: 88 KB
Zum 1. Mal wird versucht, in 35 Jahren nach dem berühmten Skandal der Weltpressgeschichte in den besten Traditionen des investigativen Journalismus Ursprünge des "Spiegel", seines berühmten Artikels und der Affäre im Machtkomplex damaliger BRD anzusehen, nach den Drahtziehern sowohl der Verfogung des Blattes als auch der von Zeitschrift betriebenen Propaganda zu fragen und ein mehr objektives und unkonventionelles Bild des immer noch aktuellen Ereignisses zu schaffen. Parallelen zwischen der Denkbeklemmtheit des Mittelbürgers damals und heute werden sichtbar vor Augen geführt
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Abstract
„Nach wenigen Tagen waren erhebliche Teile Englands und der Bundesrepublik völlig zerstört. In beiden Ländern rech¬nete man mit zehn bis fünfzehn Millio¬nen Toten. In den Vereinigten Staaten, die inzwischen von mehreren sowjeti¬schen Wasserstoffbomben getroffen wur¬den, waren die Verluste noch größer!“ "mit 21 Jahren- Beitritt Strauß' dem „Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK)“, (einer ehemals „Sturmabteilungen (SA)- Untergliederung, nach Röhms Ermordung eigenständige Hitlertreue Einheit), dessen Mitglieder laut dem NSKK- Korpsbefehl „einwandfrei zuverlässige, weltanschaulich gefestigte Nationalsozialisten“ sein mussten. "Was der „Spiegel“ und seine Sympathisanten ungern wahrnahmen, und daher auch verschwiegen haben, war die Vergangenheit des „Fibag“ - Finanzberaters, des Hauptbelastungszeugen Hans Herrschaft: „Als SS-Untersturmführer hat er dem SD angehört, der Behörde, der auch Adolf Eichmann angehörte und die in den Nürnberger Prozessen zur »verbrecherischen Organisation« erklärt wurde".
Excerpt (computer-generated)
Martin- Luther- Universität Halle- Wittenberg
Institut der Medien- und Kommunikationswissenschaften
Seminar ,,Medienwandel in Frankreich und Deuschland", SS 2006
Thema der Hausarbeit:
,,TIMES, THEY ARE CHANGING?" SPIEGEL- AFFÄRE. 35 JAHRE DANACH
Verfasser: Alexander Malachow
Nürnberg, den 1.09.07
1
Spiegel Affäre.
Gliederung:
0. Einleitung ___________________________________________________________3
1. Aktion ______________________________________________________________4
2. Der Artikel __________________________________________________________5
3. Strauß _____________________________________________________________6
4. Vorgeschichte _______________________________________________________9
5. Politische Lage______________________________________________________10
6. Landesverrat? ______________________________________________________11
7. Hintergründe und Zusammenhänge _____________________________________12
8. Zusammenfassung___________________________________________________14
9. LITERATURVERZEICHNIS ___________________________________________16
2
0. Einleitung
Während meines Praktikums im
Rundfunkmuseum Fürth
begegnete ich dem ehemaligen
Konstrukteur eines führenden Radiounternehmens, einem Herrn
N.
,
unter dessen Obhut ich
an
der Vorbereitung einer Radioausstellung teilnahm. Ich konnte gar nicht ahnen, wie tief in der
Seele der älteren Generation der Westdeutschen das Thema der Spiegel- Affäre immer noch
verwurzelt sein könnte- bis auf ich dies bei einem unserer Gespräche feststellen konnte. Denn
eine der lebhaftesten Diskussionen entflammte sich genau über die ,,Spiegel" - Affäre. Binnen
einer Minute verwandelte sich der ruhige Mann in einen Fanatiker. Der Mann freute sich über die
Verhaftung von
Rudolf Augstein
, obwohl er, wie all
diejenigen, die damals vor lauter Freude wegen der Festnahme der Spiegel- Redakteure die
Sektflaschen aufmachten, keine einzige Zeile des besagten Artikels gelesen hatten (andererseits,
wer unter den damaligen
,,Spiegel"
Sympathisanten hatte das schon auch getan?). Obwohl er
keine Zeile gelesen hatte, war er völlig auf der Seite der Staatsmacht. ,,Ich brauche auch nichts zu
lesen, um feststellen zu können, dass dieser Artikel landesverräterisch war!" fasste er sein Kredo
zusammen.
Meine berechtigte Frage, wen die ,,Spiegler" eigentlich verraten haben, obwohl für den
Landesverrat keinen Anhaltspunkt gegeben gewesen wäre, wurde von dem Herren mit
ausdrücklichen Dementis: ,,Nein, davon will ich nichts hören, die sind für mich ganz eindeutig
die Verräter" zurückgewiesen.
Mit vorliegender Hausarbeit wird versucht nicht nur den Fragen ,,Waren die ,,Spiegler" nun
richtig die Verräter?", ,,Was stand hinter der gesamten Aktion?" nachzugehen, sondern auch eine
weitere : ,,Wer konnte hinter dem Artikel gestanden haben?" zu beantworten und die bisher
kaum berücksichtigten Zusammenhänge zu beleuchten, die zwischen einzelnen Beteiligten und
den Machtinteressen verschiedener politischer und wirtschaftlicher Gruppen bestanden.
3
1. Aktion
Am 26. Oktober wurden die Räume des
Spiegels
in Hamburg, später auch das Redaktionsbüro in
Bonn, durch die Polizei besetzt und durchsucht. Einen Tag später, am 27. Oktober 1962, gegen
21 Uhr, rückten Beamte der Sicherungsgruppe Bonn unter Führung des Bundesanwalts
Buback
ins Hamburger >Spiegel< -Redaktionsbüro ein, präsentierten einen
»auch zur Nachtzeit«
gültigen
Durchsuchungs- und Beschlagnamebeschluss des Bundesgerichtshofs sowie Haftbefehle gegen
>Spiegel< -Herausgeber
Rudolf Augstein
und seinen Redakteur
Conrad Ahlers
.
Die Ermittlungsbeamten durchkämmten die Redaktionsräume, das Archiv, die Telefonzentrale
und alle Nebengelasse, selbst den Vorratsraum der Putzfrauen. Sie beschlagnahmten nicht nur
alles, was nur entfernt an Militärisches erinnerte, sondern auch alle Archivunterlagen zu
Straußaffären, insbesondere zu den Fällen
»Fibag«
und′
»Onkel Aloys«.
Bundeskanzler
Adenauer
erklärte dazu im Bundestag: »Meine Damen und Herren, wir haben einen Abgrund von
Landesverrat im Land!«
In einem nächtlichen Ferngespräch hatte der damalige Verteidigungsminister
Strauß
den Militär-
attache an der Madrider Botschaft der Bundesrepublik, seinen alten >Spezi<
Achim Oster
,
veranlasst, den auf Spanien-Urlaub weilenden >Spiegel< -Redakteur
Conrad Ahlers
von der
spanischen Polizei festnehmen zu lassen; ein Interpol-Haftbefehl sei unterwegs. Damit sagte
Strauß bewusst die Unwahrheit. Die Bundesanwaltschaft hatte ihn bereits belehrt, dass die
Einschaltung von Interpol in Landesverratsfällen unzulässig und daher unterblieben sei. Doch
auch wenn es einen Interpol-Haftbefehl gegeben hätte, wäre Strauß zu dessen Erwirkung und
Durchführung nicht berechtigt gewesen.
Noch am selben Tag wurde
Conrad Ahlers
, zusammen mit seiner Frau, auf Veranlassung von
Franz Josef Strauß
während seines Urlaubes in Málaga durch die spanische Polizei verhaftet.
Die Verhaftung Ahlers in Spanien erregte bei der Opposition besondere Empörung, da dort
damals noch der Diktator
Francisco Franco
herrschte. Am folgenden Tag, Samstag dem 27.
Oktober, stellte sich Rudolf Augstein der Polizei und wurde in Untersuchungshaft genommen.
Ferner hatte
Franz Josef Strauß
den >Militärischen Abschirmdienst< (MAD) seines Ministeriums
dazu missbraucht, die >Spiegel< -Redakteure überwachen zu lassen; auch vom Verlauf der
Aktion gegen den >Spiegel< ließ er sich vom MAD detailliert unterrichten.
4
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