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Stadt und Land bei Montesquieu

Hauptseminararbeit, 2002, 20 Seiten
Autor: Andreas Hempfling
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Details

Veranstaltung: Stadt und Land als Topoi der Politik
Institution/Hochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München (GSI München)
Tags: Montesquieu, Stadt, Land, Antike, Mittelalter
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 20
Note: 2
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V9313
ISBN (E-Book): 978-3-638-16047-6

Dateigröße: 189 KB

Zusammenfassung / Abstract

Montesquieu hat sich in seinem wohl bekanntesten Werk -,,De l´Esprit Des Lois"- mit dieser wundersamen Beziehung beschäftigt. Wie wichtig Landwirtschaft, Boden und Bauern für das Gedeihen und Entstehen von Staat und Volkswirtschaft, Sitten und Wohlstand für ihn sind, soll deshalb anhand dieses bedeutenden Buches im Folgenden gezeigt werden. Der Originaltext Montesquieus soll dabei durchaus auch als Anregung und Ausgangsbasis für eigene Überlegungen dienen, wo dies logisch vertretbar ist. Geld, Handel, Gesetze, Sitten und Verteidigung, all dies sind Aspekte, die sich bei Montesquieu direkt oder indirekt auf die Beschaffenheit des Landes zurückführen lassen, wie wir im Folgenden eruieren werden. Nicht zuletzt erklärt sich so auch die Antithese des Landes: die Stadt, eine Beziehung, die stets von einer gewissen Dualität geprägt ist und doch auf gegenseitiger Abhängigkeit beruht und als funktionales Ganzes im Prozess der Geschichte ineinander greift wie zwei Zahnräder. Auch die Leibeigenschaft und das Lehnswesen sind wichtige Einflussgrößen, die es in diesem Zusammenhang zumindest kurz zu streifen gilt und die deshalb hier vorgebracht werden.


Textauszug (computergeneriert)

Ludwig-Maximilians-Universität München - Institut für Politische Wissenschaft

Hauptseminar Stadt und Land als Topoi der Politik

SoSe 2002

Stadt und Land bei Montesquieu
Zur Theorie der Kulturentwicklung

Andreas Hempfling:

Hauptfach: Kommunikationswissenschaft (Diplomjournalistik)
Nebenfächer: Soziologie, Sozialpsychologie, Politik
4. Fachsemester

 

Inhaltsverzeichnis

I. Sta(a)[d]t und Land! 2

II. Die Morphologie von Stadt und Land 33

1. Freiheit und Armut 3
2. Die Entstehung der Stadt 5
4. Das Rechtssystem 8
5. Von den Sitten und Gebräuchen 10
6. Niedergang und Aufstieg der Stadtkultur 12
7. Betrachtung des Lehnswesens 14

III. Schlussbetrachtung 17

IV. Literaturliste 19

 

I. Sta(a)[d]t und Land!

Im Deutschen sprechen wir vom ,,Land" im Gegensatz zur Stadt und wir sprechen vom ,,Land" als Staat, z. B. Deutschland. Gleich zwei Alternativen für ein und dasselbe hat man in England und Amerika, wo in bestimmten Grenzen die Begriffe ,,land" und ,,country(side)" gleichbedeutend sind. Kein Zufall, wie ein Blick ins ethymologische Wörterbuch beweist, geht doch das Wort ,,Land" auf den germanischen Begriff ,,lendh" für (freies) Land, Feld, Heide zurück. Aber auch abseits der Semantik sind die beiden Denotationen eng miteinander verflochten, wie wir im Folgenden sehen werden. In beiden Fälle -so kann man zunächst festhalten- handelt es sich zumindest um einen geografisch zuschreibbaren Raum, der eine mehr oder minder festgelegte Charakteristik aufweist und einer Bevölkerungsgruppe zuordenbar ist.

Selbst wenn man in Frankreich wenig homophon zwischen ,,pays" und ,,campagne" unterscheidet, hat sich vor allem auch Montesquieu1 in seinem wohl bekanntesten Werk -,,De l´Esprit Des Lois"- mit dieser wundersamen Beziehung beschäftigt. Wie wichtig Landwirtschaft, Boden und Bauern für das Gedeihen und Entstehen von Staat und Volkswirtschaft, Sitten und Wohlstand für ihn sind, soll deshalb anhand dieses bedeutenden Buches im Folgenden gezeigt werden. Der Originaltext Montesquieus soll dabei durchaus auch als Anregung und Ausgangsbasis für eigene Überlegungen dienen, wo dies logisch vertretbar ist.
Geld, Handel, Gesetze, Sitten und Verteidigung, all dies sind Aspekte, die sich bei Montesquieu direkt oder indirekt auf die Beschaffenheit des Landes zurückführen lassen, wie wir im Folgenden eruieren werden. Nicht zuletzt erklärt sich so auch die Antithese des Landes: die Stadt, eine Beziehung, die stets von einer gewissen Dualität geprägt ist und doch auf gegenseitiger Abhängigkeit beruht und als funktionales Ganzes im Prozess der Geschichte ineinander greift wie zwei Zahnräder. Auch die Leibeigenschaft und das Lehnswesen sind wichtige Einflussgrößen, die es in diesem Zusammenhang zumindest kurz zu streifen gilt und die deshalb hier vorgebracht werden.

II. Die Morphologie von Stadt und Land

1. Freiheit und Armut

Eines der für die Erörterungen des Landbegriffs einträglichsten Kapitel ist im ,,De L`Esprit Des Lois" unter der Überschrift ,,Von den Gesetzen in ihrer Beziehung zu der Natur des Bodens" zu finden.
Montesquieu betrachtet dort die Fruchtbarkeit des Bodens als Grundkonstante für die Entwicklung des Gesellschaftswesens, wenn er schreibt: ,,So findet sich die Regierung eines einzelnen viel häufiger in fruchtbaren Ländern und die Regierung mehrerer in unfruchtbaren; was zuweilen eine Entschädigung bedeuten kann." 2 Als Beispiele nennt er unter Berufung auf antike Quellen Attika und Lakedämonien: ,,Plutarch berichtet uns, dass nach der Niederringung des Kylonischen Aufstandes in Athen die Stadt wieder in ihre alte Zwietracht verfiel und sich in ebenso viele Parteien aufspaltete, wie es Bodenformationen in Attika gab."3 Sollte dies zutreffen, so haben wir bereits eine wichtige Korrelation aufgedeckt. Nun gilt es aber auch, diese hinreichend zu erklären.
Montesquieu jedenfalls glaubt, seine Feststellung durch die Bindung des Landmanns an die Scholle erklären zu können:

[...]


1 Charles-Louis de Secondat, Baron de la Brede et de Montesquieu (1689-1755)

2 Montesquieu: Vom Geist der Gesetze. Buch 1, S. 380.

3 Ebd. S. 381.


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