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Hausarbeit, 2007, 18 Seiten
Autor: Moritz Prien
Fach: Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Details
Tags: Kann, Grundschule, Geschichtsbewusstsein, Sachunterricht, Klasse
Jahr: 2007
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-06525-2
ISBN (Buch): 978-3-640-15763-1
Dateigröße: 136 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Gerade in einer immer komplexer werdenden Welt fällt es vielen heranwachsenden Menschen immer schwerer, sich zurechtzufinden. Die Kenntnis geschichtlicher Strukturen erleichtert die Orientierung in der Gesellschaft und hilft viele Zusammenhänge zu verstehen. In der vorliegenden Arbeit soll die Frage behandelt werden, ob im Sachunterricht der Grundschule in der 1. und 2. Klasse ein Geschichtsbewusstsein aufgebaut werden kann. Aufgrund persönlichen Interesses für Geschichte, lag eine Beschäftigung mit dem Thema historischer Sachunterricht nahe. Nach erster Sichtung der Literatur kristallisierte sich heraus, dass eine Beschäftigung mit der aktuellen Sachunterrichtsdidaktik, den historischen Sachunterricht betreffend, Inhalt dieser Arbeit werden würde. Um auf die oben genannte Fragestellung näher eingehen zu können, ist es notwendig, zunächst die Begriffe Zeitbewusstsein und Geschichtsbewusstsein zu klären. Anschließend soll auf die Trennung von Zeit- und Geschichtsbewusstsein im Unterricht und auf die Notwendigkeit des Aufbaus eines Geschichtsbewusstseins in den ersten beiden Grundschuljahren, eingegangen werden. Abschließend wird eine exemplarisch ausgewählte, praktische Umsetzung einer Unterrichtsstunde des historischen Sachunterrichts dargestellt und analysiert. (P&K)
Textauszug (computergeneriert)
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Zeitbewusstsein
III. Geschichtsbewusstsein
IV.
Trennung zwischen Zeit- und Geschichtsbewusstsein
V. Warum
muss
Geschichtsbewusstsein
in der Grundschule aufgebaut werden?
VI. Unterrichtliche
Umsetzung
1. Unterrichtsentwurf nach Schreiber (1999)
2. Analyse des Entwurfs
VII. Fazit
VIII. Literaturverzeichnis
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I. Einleitung
Gerade in einer immer komplexer werdenden Welt fällt es vielen heranwachsenden Menschen
immer schwerer, sich zurechtzufinden. Die Kenntnis geschichtlicher Strukturen erleichtert die
Orientierung in der Gesellschaft und hilft viele Zusammenhänge zu verstehen.
In der vorliegenden Arbeit soll die Frage behandelt werden, ob im Sachunterricht der Grund-
schule in der 1. und 2. Klasse ein Geschichtsbewusstsein aufgebaut werden kann.
Aufgrund persönlichen Interesses für Geschichte, lag eine Beschäftigung mit dem Thema
historischer Sachunterricht nahe. Nach erster Sichtung der Literatur kristallisierte sich heraus,
dass eine Beschäftigung mit der aktuellen Sachunterrichtsdidaktik, den historischen Sachun-
terricht betreffend, Inhalt dieser Arbeit werden würde. Um auf die oben genannte Fragestel-
lung näher eingehen zu können, ist es notwendig, zunächst die Begriffe Zeitbewusstsein und
Geschichtsbewusstsein zu klären. Anschließend soll auf die Trennung von Zeit- und Ge-
schichtsbewusstsein im Unterricht und auf die Notwendigkeit des Aufbaus eines Geschichts-
bewusstseins in den ersten beiden Grundschuljahren, eingegangen werden. Abschließend wird
eine exemplarisch ausgewählte, praktische Umsetzung einer Unterrichtsstunde des histori-
schen Sachunterrichts dargestellt und analysiert. (P&K)
II. Zeitbewusstsein
Die Zeit beschäftigt den Menschen auf vielerlei Weisen: z.B. philosophisch, physikalisch,
historisch. Schon seit frühester Zeit gab es in der Menschheit ein fortwährendes Bemühen, die
Zeit zu messen und sich ein tieferes Bewusstsein vom Begriff Zeit zu verschaffen. In der Na-
tur und in der Gesellschaft war die Zeit stets ungemein wichtig, da sie die Lebensrhythmen
von Pflanzen und Tieren, sowie das tägliche Zusammenleben, Handeln und Planen der Men-
schen schon immer zu bestimmen vermochte.
Der Begriff des Zeitbewusstseins ist mehrschichtig zu betrachten. Während historisches Zeit-
bewusstsein sich aus dem Zusammenhang zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
in geschichtlicher Hinsicht bildet, bezieht sich das physikalische Zeitbewusstsein auf den Be-
ginn, die Dauer oder das Ende einer Handlung und stellt die Voraussetzung für die Entwick-
lung des historischen Zeitverständnisses dar (vgl. Ziechmann, 1995, S. 120 f.).
Dementsprechend befasst sich die erste Vermittlung eines Zeitverständnisses in der Grund-
schule diesem Verständnis nach mit dem physikalischen Zeitbewusstsein.
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Die typischen Zeitabläufe, welche das Leben auf der Erde grundsätzlich prägen und die als
Grundlage unserer Zeitmessung dienen, werden durch astronomische Gegebenheiten (Erddre-
hung um ihre eigene Achse (Tag und Nacht) und Umdrehung der Erde um die Sonne (Jahres-
zeiten und Kalenderjahre)) bestimmt (vgl. Schreiber 1999, S. 174).
Das Zeitbewusstsein ist ferner entwicklungspsychologisch von einiger Aussagekraft, da das
entwickelte Zeitbewusstsein beim Kinde als Gradmesser der Persönlichkeitsentwicklung an-
gesehen wird (vgl. Schmitt 1990, S.6). Wer sich in zeitlichen Strukturen organisiert verhalten
und orientieren kann, hat ein gefestigteres Selbst, als jene, die zeitlich nicht so sicher manöv-
rierfähig sind. So kommt dem Sachunterricht eine wichtige entwicklungspsychologische Auf-
gabe zu, nämlich dieses Bewusstsein zu vermitteln, derer sich insbesondere die Lehrkraft be-
wusst werden muss, da diese Aufgabe nur selten als selbstverständlich vorausgesetzt werden
kann (vgl. Schreiber 1999, S. 20).
Nachdem dieses erste Teilfundament des Zeitbewusstseins aufgebaut wurde, das des physika-
lischen Zeitbewusstseins, geht es nun anschließend darum, den Schülern die Zeit als System
und Konzept näher zu bringen. War Zeit bis hier hin für den Schüler ein kalendarischer Wert
und darüber hinaus gleichbedeutend mit der Uhrzeit, muss sie, die Zeit, in der Schülervorstel-
lung nun um eine weitere Bedeutungskomponente reicher werden.
Die Zeit muss in der Schülervorstellung als ,,System von Beziehungen nach und nach aufge-
baut" werden, ,,da die Zeit nichts ist, als eine In-Beziehung-Setzung der Ereignisse, die sie
ausfüllen" (Jean Piaget, ,,Psychologie der Intelligenz : das Wesen der Intelligenz ; die Intelli-
genz und die sensomotorischen Funktionen ; die Entwicklung des Denkens", 1974, in der
vollständig überarbeiteten Übersetzung der 2. Auflage, München : Kindler, 1976 (zitiert nach
Schmitt 1990, S.7)). Weiter führt Piaget aus, Erinnerung an Vergangenes sei die Grundlage
jedes gegenwärtigen Verhaltens und die ,,In-Beziehung-Setzung" vergangener Ereignisse mit
Hilfe der Erinnerung stelle schon ein erstes Geschichtsbewusstsein dar (vgl. ebd.).
Hier gehen Ziechmann und Piaget also nicht konform, denn Ziechmann bezeichnet diese ,,In-
Beziehung-Setzung von Ereignissen" (ebd.) als historisches Zeitbewusstsein und nicht als
Geschichtsbewusstsein (vgl. Ziechmann 1995, S.120 f.).
Was hier noch als Bedeutungsüberschneidungen der Begrifflichkeiten erscheint, wird nun im
folgenden Teil, dem des ,,Geschichtsbewusstseins", geklärt, nämlich dahingehend, was Ge-
schichtsbewusstsein einer wissenschaftsorientierten Definition nach ist. (P)
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III. Geschichtsbewusstsein
Den Begriff Geschichte allein zu erklären stellt sich noch als recht einfach dar. Unter Ge-
schichte versteht man im Allgemeinen Begebenheiten und Vorkommnisse, die in der Vergan-
genheit liegen. Für die Wissenschaft beginnt die Geschichte vor zwei bis drei Millionen Jah-
ren und wird von ihr als Menschheits- und Menschengeschichte bezeichnet (vgl. Von Reeken,
1999, S. 6).
Versucht man den Begriff Geschichtsbewusstsein zu erklären, wird es schwieriger, denn das
Geschichtsbewusstsein an sich existiert nicht. Verschiedene Menschen weisen verschiedenen
Ausformungen von Geschichtsbewusstsein auf. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass
bei einer Erklärung dieses Begriffes nicht bloß eine Ausformung berücksichtigt wird, sondern
alle erdenklichen. Dabei gibt es keine richtigen oder falschen Formen von Geschichtsbe-
wusstsein.
Die Ausprägung des Geschichtsbewusstseins ist immer sozialisationsabhängig (vgl. Pandel,
1987, S. 131). ,,In verschiedenen sozialen und historischen Kontexten, den nach sozialen
Schichten und parteipolitisch geprägten Gruppen ausgerichteten Lebenswelten, verläuft histo-
rische Sozialisation ebenso unterschiedlich wie in verschiedenen historischen Regionen"
(Pandel, 1997, S. 131).
Nach Hans-Jürgen Pandel ist Geschichtsbewusstsein eine narrative Kompetenz, die sich in der
Fähigkeit Geschichte zu verstehen und erzählen zu können, äußert und nicht mit dem ,,Erin-
nern können" zusammenhängt (vgl. Pandel, 1987, S. 131).
Um eine alle Formen umfassende Erklärung des Geschichtsbewusstseins zu ermöglichen,
schlug Pandel vor das Geschichtsbewusstsein als eine mentale Struktur zu betrachten, die sich
aus mehreren Doppelkategorien zusammensetzt. Dabei nahm er eine Unterteilung in drei Ba-
siskategorien und vier soziale Kategorien vor (vgl. Pandel, 1987, S. 132).
Basiskategorien (vgl. Pandel, 1987, S. 132):
- Zeitbewusstsein (früher heute/morgen)
Die Fähigkeit zwischen gestern, heute und morgen unterscheiden zu können und einen
Zusammenhang zwischen dem Geschehen und der Zeit herstellen zu können (vgl. Pandel,
1987, S. 133). (Dies entspricht wohl auch dem Verständnis dieses Begriffes von Ziech-
mann).
- Wirklichkeitsbewusstsein (real/historisch imaginär)
Real existierende Personen können von erfundenen, imaginären Personen unterschieden
werden (z.B. Rocky Balboa = fiktiv und Muhamed Ali = real). ,,Erst wenn Fiktion und Re-
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