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Subtitle: Ein exegetischer, hermeneutischer und praktisch-theologischer Beitrag zur Oikodomik
Scholary Paper (Seminar), 2008, 30 Pages
Author: Dirk Fuisting
Subject: Theology - Practical Theology
Details
Tags: Apostelgeschichte, Modell, Gemeindeaufbau
Year: 2008
Pages: 30
Grade: 2,25
Bibliography: ~ 62 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-25746-1
ISBN (Book): 978-3-640-26260-1
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Abstract
Kommentar des Dozenten (Auszüge): "Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob die in Apg 2 dargestellte Jerusalemer Gemeinde als ein Modell für den Gemeindaufbau angesehen werden kann. [...] In ersten Hauptteil wird eine Fülle von exegetischen Beobachtungen zusammengetragen. Dabei wird sichtbar, dass der Verfasser sich mit der Literatur auseinandergesetzt hat und dabei auch eigene Akzente setzt [...] Der zweite Hauptteil stellt die Frage, ob die in Apg genannten Merkmale allgemein verbindlich sind für christliche Gemeinden. Nach einigen allgemeinen Ausführungen zur Hermeneutik und zum Gemeindeaufbau wird diese Frage im Blick auf jedes einzelne der herausgearbeiteten Merkmale beantwortet. Die Fragestellung und die Untersuchung der einzelnen Merkmale sind sinnvoll und gut nachvollziehbar. [...] Durch den dritten Hauptteil soll aufgezeigt werden, wie Gemeindeaufbau nach dem dargestellten Grundsatz gestaltet werden kann. Dabei werden einige interessante Hinweise gegeben. Manches bleibt allerdings eher theoretisch. [...]"
Excerpt (computer-generated)
Theologisches Seminar Adelshofen
Masterstudium in Praktischer Theologie in Verbindung mit der University of South
Africa
Apostelgeschichte 2 ein Modell für den Gemeindeaufbau?
Ein exegetischer, hermeneutischer und praktisch-theologischer Beitrag zur
Oikodomik
Dirk Fuisting
Fach: Gemeindeaufbau und Gemeindeleitung
Kurs: Theologie, Spiritualität und Geschichte des Gemeindeaufbaus
Abgabedatum: 25.3.2008
Kursdatum: 15.-16.01.2008
2
Ecclesia semper reformanda
Erklärung
Hiermit versichere ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne
unerlaubte fremde Hilfe verfasst habe, und dass alle wörtlich oder sinngemäß aus
Veröffentlichungen entnommenen Stellen dieser Arbeit unter Quellenangaben
einzeln kenntlich gemacht sind.Für die vorliegende Arbeit wurden neben den in
der Bibliographie aufgeführten Quellen keine weiteren Hilfsmittel verwendet.
Adelshofen, 25.3.2008
Dirk Fuisting
3
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
1. ExegetischeBeobachtungen zu Apg 2 5
1.1 Textabgrenzung:Der Rahmen von Apg 2 5
1.2 Die innere Zusammengehörigkeit von Apg 2 5
1.3 Merkmaledes Gemeindeaufbaus in Apg 2 6
1.3.1 Der äußere Gemeindeaufbau (V. 1-41) 6
1.3.2 Der innereGemeindeaufbau (V. 42-47) 7
2. Die hermeneutische Frage nach der Gültigkeit von Apg 2 8
2.1 Der äußere Gemeindeaufbau (V. 1-41) 10
2.2 Der innereGemeindeaufbau (V. 42-47) 11
2.2.1 Lehreder Apostel 11
2.2.2 Gemeinschaft 11
2.2.3 Brotbrechen 12
2.2.4 Gebete12
2.2.5 Zeichenund Wunder 13
2.2.6 Gütergemeinschaft 13
2.2.7 Materielle Hilfe für Bedürftige 14
2.2.8 Verharren im Tempelbezirk 14
2.2.9 TäglicheTreffen 15
2.2.10 Einmütigkeit 15
2.2.11 Jubelndes Einnehmen von Speisen 16
2.2.12 Gotteslob 17
2.2.13 Fazit17
3. Die Bedeutungvon Apg 2 für den Gemeindeaufbau 18
3.1 Der äußere Gemeindeaufbau 18
3.2 Der innereGemeindeaufbau 20
3.2.1 Lehreder Apostel 20
3.2.2 Gemeinschaft 20
3.2.3 Brotbrechen22
3.2.4 Gebete 23
3.2.5 Tätige Nächstenliebe 23
3.2.6 Einmütigkeit 24
3.2.7 Gotteslob 25
Nachwort 26
Literaturverzeichnis 27
4
Einleitung
Gemeindeaufbau ist ein Thema, welches zurzeit vielerorts auf großes Interesse
stößt. Verschiedene Formen konkurrieren auf dem ,,Markt der kirchlichen
Möglichkeiten" miteinander. Dabei ist das Thema schon uralt, denn es ist
vielfältig im Neuen Testament verankert. Michael Herbst stellt in seiner
Definition klar, dass Gemeindeaufbau ,,das Werk des erhöhten Herrn Jesus
Christus" ist, welches ,,aber nicht ohne menschliche Mithilfe" geschieht
(1987:66). Diese menschliche Mithilfe ist der Grund für Gemeindeaufbaukonzepte.
Dass die biblischen Aussagen der Maßstab für diese Methoden und Konzepte sind,
sollte in christlichen Kreisen selbstverständlich sein. Besonders aus der
Apostelgeschichte kann man hier viel lernen, wie die ersten Christen
Gemeindeaufbau betrieben haben. Von ihrem Handeln gilt es immer wieder neu zu
lernen, wie die Gemeinde heute leben kann und soll. Ich habe Apg 2 exemplarisch
für meine Untersuchung herausgegriffen, weil hier erstens viele Merkmale des
Gemeindeaufbaus genannt werden und zweitens die Jerusalemer Urgemeinde
beschrieben ist, also gewissermaßen der ,,Prototyp" für alle weiteren Gemeinden.
Apg 2 eignet sich gut, um Merkmale des Gemeindeaufbaus darzustellen, denn in
diesem Kapitel wird sowohl der äußere wie auch der innere Gemeindeaufbau
beschrieben. Beides gehört zusammen und das eine kann ohne das andere nicht
sein, wenn die Gemeinde gesund sein soll.
Beide Komponenten werden in Apg 16,5 ausdrücklich in einem Satz genannt: ,,Die
Gemeinden nun wurden im Glauben gefestigt und nahmen täglich an Zahl zu." Auch
Apg 9,31 deutet in diese Richtung: ,,Die Gemeinde [...] wurde erbaut und
wandelte in der Furcht des Herrn und mehrte sich".Wendel (1998a:108) sieht in
Apg 2,42-47 ,,ein Modell", wie heute Gemeindeaufbau praktiziert werden sollte.
Er hält die Umsetzung dieser Verse in der heutigen Gemeinde für verbindlich.
Auch andere Autoren stellen die Verse 42-47 häufiger mal als ,,idealtypisch"
(Möller 2004:74) für den Gemeindeaufbau dar, gehen dabei aber selektiver mit den
einzelnen Aussagen um, was deren normative Gültigkeit für heute angeht (Fee &
Stuart 2005:129).Diese Arbeit ist unterteilt in drei Hauptteile: zuerst ein
exegetischer Teil, in dem festgestellt wird, was der Text aussagt; dann ein
hermeneutischer Teil, in dem es um die Frage geht, in wiefern die Aussagen aus
Apg 2 normativ für den Gemeindeaufbau sind; und zuletzt darauf aufbauend ein
praktisch-theologischer Teil, der nach der Bedeutung der gewonnenen Erkenntnisse
für den Gemeindeaufbau fragt.1 Ich folge mit diesem Aufbau dem Dreischritt von
Neudorfer und Schnabel (2006:13f.): Exegese Hermeneutik Applikation. Dieser
deduktive Aufbau hängt mit meinem Bibelverständnis zusammen, welches ich im
zweiten Hauptteil dieser Arbeit näher erläutern werde.
5
1. Exegetische Beobachtungen zu Apg 2
1.1 Textabgrenzung: Der Rahmen von Apg 2
In Apg 2,1 beginnt ein neuer Sinnabschnitt. Dies wird deutlich durch die
Zeit- (,, "), Personen- (,,") und Ortsangabe (,, "). In 3,1 werden neue Angaben
zu Personen (,, "), Ort (,, ") und Zeit (,, ") gemacht; somit beginnt dort ein
neuer Sinnabschnitt.
1.2 Die innere Zusammengehörigkeit von Apg 2
Schwieriger als der äußere Rahmen von Kapitel 2 ist die innere
Zusammengehörigkeit dieses Kapitels zu erkennen. Betrachten wir zunächst die
Verse 1-41. Diese Verse lassen sich in zwei Abschnitte unterteilen: Die Verse
1-13 berichtet vom Pfingstwunder, die Verse 14-41 geben die Pfingstpredigt des
Petrus wider, mit Einleitung (V. 14a) und Nachbemerkungen (V. 40a.41) in
indirekter Rede. Beide Abschnitte gehören zusammen, da Petrus in seiner Rede auf
das zuvor stattgefundene Geschehen eingeht (V. 15 bezieht sich auf V. 13; V. 17
bezieht sich auf das ganze Geschehen). Dass die Verse 1-41 eine Einheit des
Geschehens bilden wird außerdem deutlich durch die Erwähnung ,, " (V. 41),
welche sich auf die zuvor beschriebenen Ereignisse der Verse 1-40 bezieht. Das
Stichwort ,," in Vers 41 korrespondiert mit Vers 1, wodurch was bei Lukas
häufig zu finden ist (Baum 2006:365f.) ein Rahmen gegeben wäre, der das
Geschehen abschließt.
Wie aber sind die folgenden Verse des Kapitels zu beurteilen? Gehören sie noch
zu dem vorherigen Abschnitt oder beginnt mit Vers 42 etwas Neues? Letzteres
scheint auf den ersten Blick wahrscheinlicher, denn das geschilderte setzt eine
längere Dauer voraus als nur den Bruchteil eines Tages. Ebenso weist der
zweimalige Ausdruck ,,′ " (V. 46.47) unmissverständlich darauf hin, dass hier
nicht mehr ein singuläres Ereignis geschildert wird, sondern länger andauernder
Prozess. Formal betrachtet bilden also die Verse 42-47 einen eigenen Abschnitt.
Inhaltlich jedoch ist dieser Abschnitt eine logische Folge des ersten
Abschnitts. Wurde in den Versen 1-41 geschildert, wie viele Menschen für die
christliche Gemeinde gewonnen wurden, so schildern die restlichen Verse des
Kapitels, wie sich das Leben fortan für diese Menschen in der Gemeinde
gestaltete. Auch Pesch (1995:127) betont die Zusammengehörigkeit von Apg 2,1-41
mit 2,42-47, wenn er schreibt: ,,Das Leben, das aus Umkehr und Taufe resultiert,
stellt Lukas im ersten Sammelbericht seines zweiten Buches programmatisch vor
(2,42-47)." Somit zeigt Apg 2 exemplarisch und sehr anschaulich den äußeren und
den inneren Gemeindeaufbau der Urgemeinde in Jerusalem. Auffällig ist, dass
beide Abschnitte damit enden, dass Menschen zur Gemeinde hinzugefügt werden
6
(, V. 41.47). Mit dieser Stichwortverbindung findet sich also auch ein
linguistisches Indiz für einen Zusammenhang zwischen beiden
Abschnitten.Übersicht der rahmenden Stichwortverbindungen in Apg 2
I.Das Pfingstwunder (V. 1-13) (V. 1)
II.Die Pfingstpredigt (V. 14-41) (V. 41) (V. 41)
III.Das Summarium2 (V. 42-47)(V. 47)
Im Folgenden soll nun der Blick tiefer ins Detail gehen, um zu sehen, wie sich
der äußere wie innere Gemeindeaufbau gestaltete.
1.3 Merkmale des Gemeindeaufbaus in Apg 2
1.3.1 Der äußere Gemeindeaufbau (V. 1-41)
Die Ereignisse der Verse 1-41, die vom äußeren Gemeindeaufbau sprechen,
lassen sich in vier Abschnitten beschreiben:
Wundersames, göttliches Geschehen (V. 1-4)
Reaktion des Unverständnisses seitens der Volksmenge (V. 5-13)
Erklärung des Geschehens durch Petrus (V. 14-40)
Reaktion der Volksmenge (V. 41)
Bei der Erklärung des Geschehens durch Petrus, ,,Pfingstpredigt" genannt, gilt
es zu beachten, dass er es nicht bei der Erklärung des Geschehens bewenden
lässt, sondern er nutzt die Gelegenheit, auf ihre Nachfrage hin zu erklären, wie
sie sich nun verhalten sollen. Zwei ganz konkrete Verhaltensweisen benennt
Petrus daraufhin: er ruft zur Buße und zur Taufe auf (V. 38). Als
,,Gegenleistung" verspricht Petrus ihnen den Heiligen Geist.2 Es ist das
Verdienst von Ulrich Wendel (1998b), dass die Summarien der Apostelgeschichte,
nachdem sie lange Zeit vernachlässigt worden waren (:1-6), wieder stärker in den
Blick gerückt sind. Er definiert die Summarien als ,,Texte, die keine
Einzelereignisse, sondern über einen längeren Zeitraum andauernde (durative)
Zustände oder innerhalb eines längeren Zeitraumes stets wiederkehrende
(iterative) Ereignisse beschreiben. Diese Zustände oder Ereignisse sind mit dem
aktuellen Erzählverlauf gleichzeitig" (:13).
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