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Subtitle: Ist Angst in der heutigen Gesellschaft gerechtfertigt?
Termpaper, 2008, 33 Pages
Author: Christin Wolf
Subject: Psychology - General
Details
Tags: Angst, Alltag, Beruf
Year: 2008
Pages: 33
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 29 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-09715-9
ISBN (Book): 978-3-640-11525-9
File size: 252 KB
Die Psychologie ist ein verhältnismäßig junges Wissenschaftsgebiet. Viele Erkenntnisse weisen noch Lücken auf. Die Therapieformen etablieren sich zunehmend und der Sektor psychologischer Behandlung wächst potentiell an. Die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung sind teilweise nicht direkt erkennbar, was die Therapierung erschwert. Fritz Riemann ist einer der bekanntesten Autoren, welcher sich mit den Grundformen der Angst und ihre Ursachen auseinnander setzt. Die Arbeit stellt neben der allgemeinen Einführung einen Einblick über Ängste im Beruf dar, zeigt Auswirkungen und Lösungsansätze.
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Abstract
Ein großes Themengebiet der Psychologie ist die Angsttherapie. Angst ist ein uraltes Gefühl, welches viele Menschen fasziniert, gleichzeitig jedoch auch quält. Sie gehört zur Grundausstattung der Gefühle und ist gewissermaßen nützlich als auch natürlich. Ab einer bestimmten Grenze kann Angst jedoch zu einem krankhaften Zustand übergehen. Anzeichen wie Herzrasen, unerklärliches Zittern, Panik das Haus zu verlassen und die Selbstberuhigung vor großen Anlässen durch Alkohol, deuten auf krankhafte Angst hin. Es gibt verschiedenste Formen von Angst und jeder menschliche Organismus zeigt differenzierte Reaktionen darauf. Oft bemerkt die betroffene Person selbst nicht, dass sie krank ist und meidet einen Arztbesuch. Krankhafte Angst äußert sich häufig durch Panikattacken (vgl. BANDELOW 2006, S. 41ff). Die rasante Entwicklung der Wirtschaft und der Gesellschaft lässt ein angstfreies Leben kaum noch zu. Der Druck der Angestellten wächst einerseits gegenüber dem Arbeitgeber und der Gesellschaft andererseits gegenüber der Familie. Exemplarisch Verschuldung, Arbeitslosigkeit oder Konkurrenzdruck sind häufige Gründe für Ängste in der aktuellen, modernen Welt. Deshalb ist Angst heute kein Tabuthema. Das Thema Angst umfasst ein weitreichendes Spektrum. Ich werde in meiner Arbeit zunächst einige basale Grundlagen zur Thematik darlegen. Hierunter fallen die Symptome, die Entstehung und die Differenzierung der Grundformen von Angst. Im Hauptteil meiner Abhandlung komme ich auf Ängste im Zusammenhang mit der Ausübung von Beruf und Gesellschaft. Speziell gehe ich dabei auf die typische Ängste im Beruf, sowie Auswirkungen auf den Körper und mögliche Lösungsansätze ein. Im Anschluss werde ich die dargelegten Fakten kritisch bewerten.
Excerpt (computer-generated)
Fach: Psychologie
Die Angst im Alltag und Beruf
- Ist Angst in der heutigen
Gesellschaft gerechtfertigt?
von
Christin Wolf
Institution:
Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden
Fachbereich Polizei
Studienstandort Kassel
Datum: 07/07/2008
Gliederung
1 Einleitung 3
2. Grundlagen 4
2.1 Deskription des ,,Angst"-Terminus 4
2.2 Die Grundformen der Angst 6
2.3 Ursachen für Ängste 8
3. Angst im Beruf 9
3.1 Typische Ängste im Beruf 11
3.2 Abwehrmechanismen 14
3.3 Auswirkungen 17
3.4 Lösungsansätze 20
4. Kritik und Bewertung 23
5. Fazit 27
6. Literatur 29
6. 1 Literatur- und Quellenangabe 29
2
1 Einleitung
Die Psychologie ist ein verhältnismäßig junges Wissenschaftsgebiet. Viele Erkenntnisse
weisen noch Lücken auf. Die Therapieformen etablieren sich zunehmend und der Sektor
psychologischer Behandlung wächst potentiell an. Die Zusammenhänge zwischen Ursache
und Wirkung sind teilweise nicht direkt erkennbar, was die Therapierung erschwert.
Ein großes Themengebiet der Psychologie ist die Angsttherapie. Angst ist ein uraltes
Gefühl, welches viele Menschen fasziniert, gleichzeitig jedoch auch quält. Sie gehört zur
Grundausstattung der Gefühle und ist gewissermaßen nützlich als auch natürlich. Ab einer
bestimmten Grenze kann Angst jedoch zu einem krankhaften Zustand übergehen. Anzeichen
wie Herzrasen, unerklärliches Zittern, Panik das Haus zu verlassen und die Selbstberuhigung
vor großen Anlässen durch Alkohol, deuten auf krankhafte Angst hin. Es gibt verschiedenste
Formen von Angst und jeder menschliche Organismus zeigt differenzierte Reaktionen darauf.
Oft bemerkt die betroffene Person selbst nicht, dass sie krank ist und meidet einen
Arztbesuch. Krankhafte Angst äußert sich häufig durch Panikattacken1 (vgl. BANDELOW
2006, S. 41ff).
Die rasante Entwicklung der Wirtschaft und der Gesellschaft2 lässt ein angstfreies Leben
kaum noch zu. Der Druck der Angestellten wächst einerseits gegenüber dem Arbeitgeber und
der Gesellschaft andererseits gegenüber der Familie. Exemplarisch Verschuldung,
Arbeitslosigkeit oder Konkurrenzdruck sind häufige Gründe für Ängste in der aktuellen,
modernen Welt. Deshalb ist Angst heute kein Tabuthema.
Das Thema Angst umfasst ein weitreichendes Spektrum. Ich werde in meiner Arbeit
zunächst einige basale Grundlagen zur Thematik darlegen. Hierunter fallen die Symptome,
die Entstehung und die Differenzierung der Grundformen von Angst. Im Hauptteil meiner
Abhandlung komme ich auf Ängste im Zusammenhang mit der Ausübung von Beruf und
Gesellschaft. Speziell gehe ich dabei auf die typische Ängste im Beruf, sowie Auswirkungen
1 Panikattacken sind Episoden heftiger und überwältigender Unruhe oder Furcht mit körperlichen Symptomen
wie Herzklopfen, Schwitzen, Atemnot, Muskelzittern, Schwindelgefühlen und Schwächeanfällen. Menschen,
welche Panikattacke durchleben, können den Eindruck haben, dem Tod nahe zu sein (vgl. MICROSOFT 2005,
pass.).
2 Ein Arbeitgeber beschließt sein Unternehmen in Deutschland zu schließen, siehe Nokia, und eröffnet eine neue
Niederlassung in Belgien. Alle Arbeitnehmer werden im neuen Unternehmen übernommen, welches sich aber
jetzt in Belgien befindet. Viele Arbeitnehmer wollen dies nicht da ihre Familien in Deutschland sind. Der
Beschäftigte oder der Arbeitgeber selbst kündigt das Arbeitsverhältnis. Auf Grund des fehlenden Einkommens
ist es schwer die Familie weiterhin zu ernähren.
3
auf den Körper und mögliche Lösungsansätze ein. Im Anschluss werde ich die dargelegten
Fakten kritisch bewerten.
2. Grundlagen
Angst ist ein Gefühl und eine Emotion. Sie ist im Unterbewusstsein in allen
Lebensbereichen zugegen. Das Wechselspiel einzelner Formen, die Ursachen und die
Auswirkungen können nicht immer direkt miteinander verknüpft werden. Viele
Wissenschaftler beschäftigen sich mit diesem Thema, versuchen das Phänomen Angst zu
entschlüsseln und Therapieformen zu entwickeln. Der Wiener Neurologe Siegmund Freud,
Begründer der Psychoanalyse, beschäftigte sich mit Angstneurosen3 und beschrieb ein
Krankheitsbild, welches der heutigen Panikstörung4 ähnelt. Sein Verdienst war es, erste
Theorien zu Entstehung und Behandlung der Angstneurosen zu entwickeln, welche später
jedoch erneut durchdacht werden mussten (vgl. BANDELOW 2006, S. 57ff)
2.1 Deskription des ,,Angst"-Terminus
Angst gehört zu unserem Leben und begleitet uns von Geburt an bis zum Tod. Allgemeine
Lexika führen den Begriff der Angst unter einer Stimmung oder einem Gefühl der Beengtheit
oder Beklemmung vor einer drohenden Gefahr. Einhergeht eine Verminderung
beziehungsweise Aufhebung der willens- und durch den verstandbedingten Steuerung der
eigenen Persönlichkeit (vgl. MICROSOFT 2005, pass.).
Zu Beginn ist eine Abgrenzung der Termini ,,Angst" und ,,Furcht" sinnvoll. Während
Angst eher einen ungerichteten Gefühlszustand impliziert, welchem keine direkte Gefahr
zugrunde liegt, bezieht sich Furcht hingegen auf eine reale Bedrohung (vgl. Wölk 2007, S.
15). Meist wird Angst und Furcht synonym verwendet5 (Vgl. Wölk 2007, S. 33). Generell
werden zwei Zustände beim Auftreten von Angst unterschieden:
a) Real begründete Angst, beispielsweise vor Krankheit, Unfällen, Tod oder materiellen
Verlusten
3 Neurose ist eine Vielzahl von psychischen Störungen und kennzeichnet Angst und Unbehagen. Klinische
Angstneurose umfasst beispielsweise die allgemeine Reizbarkeit, die ängstliche Erwartung und die damit
verbunden Angstanfälle. Ebenso wird besagt, dass Neurosen isoliert oder auch in Kombination mit anderen
Neurosen auftreten können (vgl. Freud 1971, S. 27ff)
4 Eine Panikstörung impliziert eine Form der Angststörung, bei welcher die betroffenen Personen unter starken
Panikattacken leiden. Diese beginnen mit einem Gefühl großer Besorgnis oder Furcht.
5 ,,Angst vor dem Fliegen" meint korrekterweise ,,Furcht vorm Fliegen"
4
b) Unrealistische beziehungsweise übertriebene Angst, unter welcher Arachnophobie
oder Klaustrophobie6 gezählt wird.
Angst besitzt vielseitige Charakteristika. Der Psychologe und Psychoanalytiker Stavroz
Mentzos beschreibt die Angst als angeborenes, biologisch verankertes Reaktionsmuster und
vergleicht dies mit den Schmerzreaktionen. Kritisch äußert er sich darüber, ob Angst laut
seiner Verhaltenstherapie einen regelrechten Instinkt verkörpert (vgl. MENTZOS 2005, S.
30).
Die Theologie besitzt die Auffassung, Angst ist die Antithese zum Glauben und somit
eine Sünde. Ziel jeder Religion ist die Entmachtung der Angst. Im Christentum stehen
symbolisch die Liebe, die Hoffnung und der Glauben, um die Angst zu überwinden. Da auch
ein Christ sich fürchtet, stützt sich dieser auf diese drei Grundvoraussetzungen, um mit der
Angst umzugehen und somit seine Sünden zu bekennen (vgl. HARTUNG 1979, S. 72ff.).
Für den Leiter des Controllings der Bayer AG Prof. Dr. Armin F. Schwolgin ist Angst
,,ein Gefühl des Ausgeliefertseins, das Ohnmacht und fehlendes Vertrauen in die eigenen
Fähigkeiten zu handeln und zu entscheiden signalisiert" (PANSE 1998, S. 40).
Des Weiteren möchte ich Heinz Buchmann, Geschäftsführer von Parfums Christian Dior,
Deutschland zitieren. ,,Angst ist immer ein Bestandteil der Unternehmungskultur, d.h. eine
Folge von starren Hierarchien, welche lediglich zum Selbstschutz einzelner Mitarbeiter
dienen können" (PANSE 1998, S. 40).
Beide Aussagen zeigen die Zusammenhänge zwischen Angst und Beruf. Eine mögliche
Ursache von Angstentstehung kann beispielsweise Leistungs- und Erfolgsdruck der
Mitarbeitern sein. Starre Hierarchien in Unternehmen, dessen Verantwortlichkeit darin liegt,
in welcher Beziehung Mitarbeiter und Vorgesetzte stehen, können ebenso Ängste
hervorrufen. Dies sind zwei mögliche Faktoren, die zur Entstehung von Angst am
Arbeitsplatz führen können. Weitere Exempel implizieren Konflikte, Ungewissheit und
Machtlosigkeit (vgl. Punkt 3.1)
6 Arachnophobie bezeichnet die Angst vor Spinnen und die Klaustrophobie beschreibt die Angst vor engen,
geschlossenen Räumen (vgl. MICROSOFT 2005, pass.)
5
2.2 Die Grundformen der Angst
Nach Fritz Riemann, Mitbegründer der Münchner Akademie für Psychoanalyse und
Psychotherapie, gibt es nichts, wovor der Mensch keine Angst entwickeln kann. Ängste sind
nicht von der jeweiligen Kultur und dem Zeitalter abhängig, lediglich die Angstobjekte
wandeln sich. In der Vergangenheit fürchteten die Menschen Naturgewalten, aktuell
beschäftigen sie sich eher mit Unfällen oder Einsamkeit (vgl. RIEMANN 2003, S. 7f). Dem
Leben unterliegen vier Grundformen von Angst:
a) Selbsthingabe
b) Selbstwerdung
c) Wandlung
d) Notwendigkeit
Der Selbsthingabe (a) ist die Persönlichkeit des schizoiden7 Menschen zuzuordnen. Diese
Persönlichkeit impliziert die Angst vor Nähe, das heißt Angst vor Abhängigkeit. Jeder
Mensch will, ein unverwechselbares Individuum darstellen. Der Mensch möchte eine
individuell partnerschaftliche Verbundenheit und den Bezug zu seinen Mitmenschen (vgl.
RIEMANN 2003, S.20ff.). Der schizoide Mensch hingegen meidet die Hingabeseite und lebt
nur die Selbstwahrung. Seine Prioritäten setzt er auf Unabhängigkeit, Freiheit und
Selbstständigkeit, um dadurch Sicherheit zu erhalten. Deshalb braucht diese Persönlichkeit
Abstand und distanziert sich von weiteren Gesellschaftsmitgliedern. Innerhalb der
Gesellschaft sieht man diese Menschen als Außenseiter, Einzelgänger, Asoziale oder als
Kriminelle. Vorwiegend scheitert im weiteren Verlauf das Berufsleben trotz mehrerer
Anläufe, da es für die Außenstehenden, in diesem Falle die Mitarbeiter schwierig ist, sich mit
solch einer Persönlichkeit zu arrangieren. Egozentrizität treibt diese Persönlichkeit in die
Isolierung. Die Angst des Schizoiden liegt darin begründet, sich ausgeliefert zu fühlen oder
umgangssprachlich ,,verrückt" zu werden. Einigen ist die Angst vor Selbsthingabe nicht mehr
bewusst. Im Laufe der Zeit, wurde diese unterdrückt und verdrängt. Die meisten Betroffenen
retten sich dann in eine irreale Welt und werden psychisch krank (vgl. RIEMANN 2003,
S. 48ff.).8
7 Schizoid ähnelt der Schizophrenie und drückt seelische Zerrissenheit aus (vgl. MICROSOFT 2005, pass.).
8 Praxisrelevant erscheint mir hier die zunehmende Gruppenarbeit beziehungsweise Auftragserledigung in
kleineren Organisationseinheiten. Diese Auftragstaktik erfordert ein starkes Vertrauen zu anderen
Teammitglieder. Arbeiter, welche von der Angst vor Selbsthingabe betroffen sind, können sich dieser Taktik nur
schwerlich unterordnen, da sie sich anderen Gruppenmitgliedern anvertrauen müssten. Somit behindern sie die
Effektivität der Teamarbeit.
6
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