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Kinder und Fernsehen

Subtitle: Fernsehaneignung von 2 bis 10-Jährigen

Scholary Paper (Seminar), 2008, 21 Pages
Author: Josephin Reichert
Subject: Communications: Movies and Television

Details

Event: Medienaneignung im ersten Lebensjahrzehnt
Institution/College: University of Leipzig (Medienpädagogik und Weiterbildung)
Tags: Kinder, Fernsehen, Medienaneignung, Lebensjahrzehnt
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 21
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 13  Entries
Language: German
Archive No.: V93332
ISBN (E-book): 978-3-640-09804-0
ISBN (Book): 978-3-640-33636-4
File size: 482 KB

Abstract

Das Fernsehen ist das Leitmedium unserer Zeit. In fast jedem Haushalt ist mindestens ein Gerät vorhanden, der Fernseher ist nicht selten der Mittelpunkt des Wohnzimmers, ist den ganzen Tag eingeschaltet und untermalt mit Ton und Bild den Alltag der Familien. So nehmen schon kleinste Kinder dieses Medium wahr, wachsen damit auf und eignen es sich quasi nebenbei an. Doch wie genau sieht diese Fernsehaneignung aus? Was schauen Kinder gern und warum, wie lange sitzen sie durchschnittlich vor dem Apparat? Wo liegen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen und welche Möglichkeiten gibt es für Eltern, ihre Kinder bei der Fernsehaneignung zu unterstützen und vor schädlichen Einflüssen zu bewahren?


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig

Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft

Seminar: Medienaneignung im ersten Lebensjahrzehnt (WS 2007/08)

Hausarbeit: Kinder und Fernsehen

Fernsehen ­
Wir gucken in die
Röhre

Vorgelegt von: Josephin Reichert

Studiengang: Kommunikations- und Medienwissenschaft, Amerikanistik

Fachsemester: 5


Kinder und Fernsehen

- 2 -

Inhaltsverzeichnis

1

Einleitung 3

1.1

Was ist Medienaneignung, wodurch wird sie beeinflusst? 3

2

Fernsehnutzung der Eltern 4

3

Fernsehnutzung der Kinder 5

3.1

Fernsehnutzungsdaten der Kinder 5

3.2

Was suchen Kinder in Fernsehangeboten? 10

3.3

Der kleine Unterschied 12

3.4

Sozioökonomische Unterschiede in der TV Nutzung 15

4

Fazit 17

5

Literaturverzeichnis 19


Kinder und Fernsehen

- 3 -

1

Einleitung

Das Fernsehen ist das Leitmedium unserer Zeit. In fast jedem Haushalt ist mindestens

ein Gerät vorhanden, der Fernseher ist nicht selten der Mittelpunkt des Wohnzimmers,

ist den ganzen Tag eingeschaltet und untermalt mit Ton und Bild den Alltag der

Familien.

So nehmen schon kleinste Kinder dieses Medium wahr, wachsen damit auf und eignen

es sich quasi nebenbei an.

Doch wie genau sieht diese Fernsehaneignung aus? Was schauen Kinder gern und

warum, wie lange sitzen sie durchschnittlich vor dem Apparat? Wo liegen Unterschiede

zwischen Mädchen und Jungen und welche Möglichkeiten gibt es für Eltern, ihre Kinder

bei der Fernsehaneignung zu unterstützen und vor schädlichen Einflüssen zu

bewahren?

1.1 Was ist Medienaneignung, wodurch wird sie beeinflusst?

Wie also findet Fernsehaneignung oder allgemeiner gesagt, wie findet

Medienaneignung statt und wodurch wird sie beeinflusst?

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass Medienaneignung ein aktiver Prozess ist, der

vom Individuum ausgeht, welches sich dem Medium bewusst zuwendet. Am Anfang

dieses Prozesses steht die Selektion. Welchem Medium wende ich mich zu? Einem

Buch oder doch lieber einer TV ­ Sendung. Anschließend erfolgt ,,die Wahrnehmung,

Bewertung und Verarbeitung [der medialen] Botschaften und Handlungsoptionen aus

Sicht der Subjekte unter Einbezug ihrer ­ auch medialen ­ Lebenskontexte"1. Bei der

Aneignung spielen also das soziale Umfeld, die kognitiven und sozial ­ moralischen

Fähigkeiten und die handlungsleitenden Themen des Individuums eine Rolle. Sie

beeinflussen die medienbezogenen Fähigkeiten. ,,Vom Entwicklungsstand der

Heranwachsenden hängt ab, wie sie Medien handhaben, verstehen und interpretieren

können."2 Der Entwicklungsstand der kognitiven Fähigkeiten beeinflusst ,,das

Verständnis und die Handhabung der Medien, während die sozial-moralischen

1 http://www.jff.de/zappen/?BE_ID=4 (letzter Zugriff 26.02.2008)

2 http://www.jff.de/zappen/?BE_ID=4&IN_ID=6 (letzter Zugriff 26.02.2008)


Kinder und Fernsehen

- 4 -

Fähigkeiten ebenfalls Einfluss auf das Verständnis und darüber hinaus auf die

Interpretation von Medien haben."3 Dazu kommt, dass wachsende Fernseherfahrung

natürlich ebenfalls die fernsehbezogenen Fähigkeiten beeinflusst. Je nach Alter und

sozialem Umfeld sehen sich die Subjekte verschiedenen Problemlagen gegenüber,

suchen Vorbilder für ihre Entwicklung hin zum ,,richtigen" Mann oder zur

begehrenswerten Frau, welche sie durch Nutzung bestimmter Medieninhalte zu

bewältigen suchen. So ergeben sich auch Medienpräferenzen.

Auf diese handlungsleitenden Themen und genderbezogene Vorlieben wird später noch

näher eingegangen.

2

Fernsehnutzung der Eltern

,,Wie alles alltägliche Verhalten entwickelt sich das kindliche Medienverhalten im

sozialen Rahmen der Familie, in Nachahmung und in Interaktion mit dem Handeln der

Familienmitglieder, besonders mit den bedeutsamen Bezugspersonen"4. Deshalb ist es

wichtig über die Einstellung zu Medien und die Mediennutzung durch die Eltern

informiert zu sein.

In 99% aller Haushalte ist mindestens ein Fernsehgerät vorhanden, so dass es nicht

verwundert, wenn 89% der befragten Eltern angeben, dass das Fernsehen für sie das

Medium mit der größten Wichtigkeit ist5. ,,Entsprechend rangiert bei den Eltern von

Vorschulkindern das Fernsehen mit 84% an der Spitze der täglichen/ fast täglichen

Medienaktivitäten[...]"6. Dabei sehen Eltern im Durchschnitt täglich 175 Minuten fern, im

Vergleich zu gleichaltrigen Erwachsenen in Haushalten ohne Kinder nur 4 Minuten pro

Tag weniger7. Dabei schauen Eltern nachmittags weniger fern als Erwachsene ohne

Kinder und der Nutzungshöhepunkt am Abend liegt bei 21.30Uhr und damit rund eine

halbe Stunde später als bei Kinderlosen8. Als Gründe für den Fernsehgenuss geben

3http://www.jff.de/zappen/?BE_ID=4&IN_ID=6 (letzter Zugriff 26.02.2008)

4 Hans-Dieter Kübler; Wolfgang H. Swoboda. ,,Wenn die Kleinen fernsehen"

Forschungsprojekt über die Bedeutung des Fernsehens in der Lebenswelt von Vorschulkindern

DLM-Band 7, VISTAS Verlag GmbH Berlin, 1998, S.24

5 Sabine Feierabend; Inge Mohr. Mediennutzung von Klein und Vorschulkindern Ergebnisse der

ARD/ZDF-Studie ,,Kinder und Medien 2003". In: Media Perspektiven. 2004, H.4, S.454

6 ebd.

7 Ole Hofmann. Sehen Familien anders fern?. In: TELEV

IZI

ON 2001, H.14, S.2

8 ebd.


Kinder und Fernsehen

- 5 -

Eltern, ähnlich wie Kinder und Jugendliche Spaß(94%), Information(92%) und

Entspannung(90%) an9. Die Nutzung des Fernsehens aus Gewohnheit nennen 71% der

Eltern als Grund zum Einschalten des Geräts. Orientierungshilfe im Alltag erhoffen sich

39% der Eltern und 32% bekämpfen mit dem Medium die Einsamkeit10.

Um all diese Bedürfnisse zu befriedigen, nutzen Eltern vor allem RTL, Pro7 und

SAT.111.

3

Fernsehnutzung der Kinder

Das Fernsehen hat Kindern etwas zu bieten. Das bemerken diese spätestens mit Eintritt

in den Kindergarten, wenn der Kontakt mit Gleichaltrigen zunimmt und somit auch der

Kontakt zu Figuren und Spielzeugen die im Zuge der crossmedialen Vermarktung von

Filmen und Fernsehsendungen die Kinderzimmer erobern.

Aber wie lange sollten Kinder fernsehen und wie lange sehen sie tatsächlich? Was

sehen Kinder gerne und warum? Vor welchen Inhalten sollte man sie bis zu einem

gewissen Alter schützen? Und wie und wo finden Eltern Hilfen für ihre Medienerziehung

zu haus und Informationen über geeignete Sendungen?

3.1 Fernsehnutzungsdaten der Kinder

Wie oben beschrieben, schauen Eltern täglich durchschnittlich 175 Minuten fern. Oft tun

sie dies mit ihren Kindern gemeinsam, besonders, wenn die Kinder jünger sind12. Aber

Kinder schauen auch morgens vor Schule oder Kindergarten oder am Wochenende

allein oder mit Geschwistern fern.

So ergibt es sich, dass die Drei- bis Fünfjährigen das Fernsehen täglich durchschnittlich

73 Minuten, die Sechs- bis Neunjährigen 85 Minuten und die zehn bis dreizehn Jahre

alten Heranwachsenden genießen TV Programme täglich durchschnittlich 106 Minuten

9 Sabine Feierabend; Inge Mohr. Mediennutzung von Klein und Vorschulkindern. Ergebnisse der

ARD/ZDF-Studie ,,Kinder und Medien 2003". In: Media Perspektiven. 2004, H.4, S.454

10 ebd.

11 Ole Hofmann. Sehen Familien anders fern?. In: TELEV

IZI

ON 2001, H.14, S.3

12 Sabine Feierabend; Inge Mohr. Mediennutzung von Klein und Vorschulkindern. Ergebnisse der

ARD/ZDF-Studie ,,Kinder und Medien 2003". In: Media Perspektiven. 2004, H.4, S.459, Tabelle 5



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