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"5000 neue Wörter" - Der Prozess der Lemmaselektion bei der Erstellung von Wörterbüchern

Hauptseminararbeit, 2004, 17 Seiten
Autor: M.A. Tobias Thuge
Fach: Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwiss.

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V93347
ISBN (E-Book): 978-3-638-06811-6
ISBN (Buch): 978-3-638-95375-7
Dateigröße: 169 KB

Zusammenfassung / Abstract

Im Kontext zweier großer Lernerwörterbücher werden spezifische Fragen und Probleme erörtert, die bei der Erarbeitung eines Wörterbuches auftreten.


Textauszug (computergeneriert)

,,5000 neue Wörter" ­

Der Prozess der Lemmaselektion bei der Erstellung von Wörterbüchern

Tobias Thuge


Gliederung

1

Einleitung 3

2

Zum Prozess der Lemmaselektion ­ Definition und Ablauf 4

3

Probleme der Lemmaselektion 5

3.1 Überbewertung der äußeren Selektion 5

3.2 Mangel an metalexikographischer Theoretisierung 6

3.3 Konflikt zwischen Umfang und Ausführlichkeit 6

3.4 Offenlegung der Selektionsprogramme 6

4

Spezifische Selektionskriterien in Lernerwörterbüchern 8

4.1 Quantitativer Aspekt 8

4.2 Inhaltlicher Aspekt 9

5

Quantitativer Umfang als Qualitätskriterium der äußeren Selektion 11

5.1 Zielsetzung 11

5.2 Methodisches Vorgehen und Probleme 11

5.3 Tabel arische Datenerhebung 12

5.4 Ergebnisse und Deutung 12

6

Fazit 14

7

Literatur und Abkürzungen 15

2


1

Einleitung

Die vor wenigen Wochen neu herausgegebene 23. Auflage des Duden ­ Die deutsche Rechtschreibung

wirbt sowohl im Vorwort als auch auf einer separaten Werbebanderole und einem Aufkleber auf dem

Buchrücken mit der Angabe ,,5000 neue Wörter". Die Gesamtzahl der verzeichneten Stichwörter gibt der

Verlag ebenfal s direkt auf dem Einband des Dudens mit der Zahl 125.000 an. Darauf folgend wird auf

500.000 Beispiele und andere Inhalte der Wörterbuchartikel verwiesen. Nahezu ironisch mutet der Ein-

druck an, ausgerechnet in einem Wörterbuch zuerst mit auffäl ig großen Zahlen konfrontiert zu werden.

Der Umfang des Wörterverzeichnisses auf den diese Zahlen verweisen, scheint für die Wahrnehmung

eines Wörterbuches und dessen Nützlichkeit von Bedeutung zu sein.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht daher der Prozess, welcher Basis ist für den Umfang eines Wörterbu-

ches: die Lemmaselektion. Im Kontext zweier Lernerwörterbücher, dem de Gruyter Wörterbuch Deutsch

als Fremdsprache (DGWDAF) und Langenscheidts Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

(LGWDAF), werden hier spezifische Fragen erörtert, die bei der Zusammenstel ung eines Wörterver-

zeichnisses auftreten. Ausführlich sol en konkrete Probleme der Lemmaselektion diskutiert werden,

darunter auch die Frage, wie die beiden Wörterbücher diesen Problemen gerecht werden. Auch wird

versucht, die speziel en Selektionskriterien für den Typ des Lernerwörterbuches unter zwei Aspekten

zusammenzufassen. Bei al en noch aufzuzeigenden Vorbehalten gegen den äußeren Umfang als Quali-

tätskriterium sol eine vergleichende Analyse abschließend aufzeigen, inwiefern der zahlenmäßige Be-

stand der Wörterbücher doch die Möglichkeit einer qualitativen Bewertung eröffnet.

3


2

Zum Prozess der Lemmaselektion ­ Definition und Ablauf

Als Lemmaselektion bezeichnet man das Auswahlverfahren relevanter sprachlicher Einheiten, welche in

einem Wörterbuch verzeichnet werden. Synonym wird hier die Bezeichnung äußere Selektion verwen-

det.

Wörterbuchfunktionen

Kriterium x

Lemma-

lexikografisches

relevante

tisierungs-

Auflistung

Lemma

Korpus einer

Kriterium y

Auswahl

von Lemma-

im Wörter-

Sprache

konventionen

kandidaten

buch

Kriterium ...

Selektionskriterien

Abb.1: schematische Darstel ung zum Ablauf der Lemmaselektion

Bereits vor dem eigentlichen Prozess der Selektion bestimmt die anvisierte Wörterbuchfunktion über die

letztendlich verzeichneten sprachlichen Einheiten. Potentiel e Benutzertypen und Benutzungssituatio-

nen sind bei der Konzeption die Basis für den zukünftigen Lemmabestand eines Wörterbuches. Diese

können nicht an den Bedürfnissen der Benutzer ,,vorbeiproduziert" werden und somit ist es für den

Lemmabestand entscheidend, ob ein Wörterbuch beispielsweise zur Textproduktion oder Textrezeption

herangezogen werden sol . Die Ansprüche des Benutzers sol ten daher wesentlichen Einfluss nehmen

auf das Selektionsprogramm. Unter dem Lemmaselektionsprogramm fasst man jene zuvor festgelegten

Kriterien zusammen, anhand derer sprachliche Einheiten auf ihre Relevanz hin untersucht werden. Aus

pragmatischen Gründen ist selten das gesamte lexikographische Korpus einer Sprache Grundlage der

Selektion:

,,Ausgangspunkt bildet die Selektion in einem vorangegangenen Werk, das unter Vergleich mit anderen Wörterbüchern und

Zusatzlisten ergänzt bzw. unter Weglassung von als veraltet oder unwichtig angesehenen Einträgen gekürzt wird." (Bergen-

holtz 1989, 774)

Das Ergebnis dieser Selektion ist eine erste Auswahl sprachlicher Einheiten, denen die Eigenschaft

zuerkannt wird, ,,für bestimmte Personengruppen in bestimmten Situationen nachschlagerelevant zu

sein." (Beißwenger/Körkel 2002, 394)

Hiernach folgt die formale Strukturierung der Lemmakandidaten nach spezifischen Ordnungsprinzipien,

welche ebenfal s an der Funktion des Wörterbuches orientiert sind (initialalphabetisch, finalalphabetisch,

4



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