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Die Figurenbehandlung in der Oper "Benvenuto Cellini" von Hector Berlioz im Vergleich mit der Vita Cellinis

Termpaper, 2006, 21 Pages
Author: Josephin Wietschel
Subject: Musicology

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V93395
ISBN (E-book): 978-3-638-06847-5

File size: 93 KB


Excerpt (computer-generated)

Hausarbeit zum Proseminar

"Benvenuto Cellini"

Thema:

Die Figurenbehandlung in der Oper "Benvenuto Cellini" von

Hector Berlioz im Vergleich mit der

Vita

Cellinis


Inhalt

Einleitung 3

1 Kurzbiographie von Hector Berlioz 4

2 Allgemeines zur Oper "Benvenuto Cellini" 5

2.1

Einordnung 5

2.2 Entstehung 6

2.3 Handlung 7

3 Figurenbehandlung in der Oper 9

3.1 Figurenkonstellation 9

3.2 Musikalische Figurencharakteristik 10

3.3 Die Figur Cellini in Berlioz′ Oper 11

4 Die Vita und die Oper im Vergleich 12

5 Parallelen zwischen dem Komponisten Berlioz und dem Künstler Cellini 13

6 Liszts Bild von Benvenuto Cellini 15

7 Fazit 18

Bibliographie 19

2


Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit soll die Figurenbehandlung in der Oper "Benvenuto Cellini" von

Hector Berlioz mit den Originalvorlagen aus der

Vita

des Benvenuto Cellini vergleichen. Es wird

besonders auf die musikalische Umsetzung der verschiedenen Charaktere und Figurenebenen

eingegangen, da diese in besonderer Art und Weise von Berlioz heraus gearbeitet wurden. Dies

wird im Verlauf der Hausarbeit ersichtlich werden. Die Arbeit wird sich außerdem auf einen Text

mit dem Titel " Der Perseus des Benvenuto Cellini" von Franz Liszt beziehen. In diesem zieht der

befreundete Komponist spezielle Parallelen zwischen Berlioz und Cellini und man erfährt,

welche Ansichten Liszt über den Künstler Cellini im allgemeinen vertritt. Ich bestätige hiermit,

dass ich nur die in der Bibliographie angegebenen Materialien zum Erstellen dieser Hausarbeit

verwendet habe.

3


1 Kurzbiographie von Hector Berlioz

Hector Berlioz wurde am 11. Dezember 1803 in La Côte-Saint-André als Sohn eines

humanistischen Arztes geboren. Er erhielt seine gesamte schulische Ausbildung privat durch

seinen Vater. Ab dem Jahre 1817 erhielt der junge Berlioz Flötenunterricht und übte sich in

ersten Kompositionsversuchen. Seit 1819 erhielt er noch zusätzlich Gitarrenunterricht und es

erschien eine seiner ersten Kompositionen unter dem Titel "Le Dépit de la bergère" als Druck.

Im Jahre 1821 begann Hector Berlioz auf Wunsch seines Vaters mit dem Medizinstudium und

erreichte hierbei sogar 1824 sein Vordiplom. Dennoch zog es ihn immer wieder zur Musik und

zum Komponieren zurück. Am 10. Juli 1825 wurde seine "Messe solennelle" erfolgreich

aufgeführt und im Jahre 1826 wurde er endlich offiziell in die Kompositionsklasse von Professor

Le Sueurs am Pariser Conservatoire aufgenommen. In diesen Jahren begann auch Berlioz′

Freundschaft zu Humbert Ferrand, welcher später Librettist seiner ersten Vokalwerke wurde.

Die Jahre 1827 und 1828 waren für Berlioz besonders prägend. Er entdeckte für sich Goethes

"Faust", verfiel in ein regelrechtes Shakespear-Fieber und studierte mit großer Leidenschaft die

Sinfonien Beethovens.

Berlioz′ wohl bekanntestes Werk, die ,,Sinfonie fantastique", wurde 1830 im Rahmen eines

Kompositionswettbewerbes uraufgeführt und er gewann damit einen einjährigen

Studienaufenthalt in Rom. In Italien begegnet der junge Komponist zum ersten Mal Felix

Mendelsohn-Bartholdy. Diese Begegnung hinterließ bei Berlioz einen bleibenden Eindruck. Nach

vielen Umwegen, unglücklichen Umständen und einem Selbstmordversuch heiratete er

schließlich 1833 seine schon lange Angebetete, die englische Schauspielerin Harriet Smithson.

Neben seinen Kompositionen verdiente Berlioz seinen Lebensunterhalt zusätzlich als Journalist

und Musikkritiker.

Im Jahre 1834 entstand ein weiteres sehr bekanntes Werk, ,,Harold en Italie" und nach einem

Streit mit dem befreundetem Dirigenten Narcisse Gitard steht Berlioz erstmals selbst am

Dirigentenpult. Nach dieser Erfahrung entschied er, alle seine Werke nur noch selbst zu

dirigieren. Im Jahre 1837 erhielt der Komponist den Auftrag eine ,,Grand Messe des morts" für

das Staatsbegräbnis des in Algerien gefallenen Generals Damrémort zu komponieren.

Nach der gescheiterten Uraufführung seiner ersten Oper ,,Benvenuto Cellini" im Jahre 1838

schwur Berlioz, nie wieder eine Oper in Paris aufzuführen und 1840 begann er seine Reise durch

Europa. In diesen Jahren kam es außerdem erstmals zu einer vermehrten Drucklegung seiner

4


Kompositionen. 1844 arbeitete Berlioz seine Lebenskrisen in der Novelle ,,Euphonia" auf. Eine

bearbeitete Fassung der Oper ,,Benvenuto Cellini" wird im März 1852 durch Franz Liszt in

Weimar mit großem Erfolg aufgeführt und im November desselben Jahres fand sogar eine

Berlioz-Woche in Weimar statt. Auch der Komponist selbst hielt sich in den Jahren 1855/56

einige Male in Weimar auf. Mit 66 Jahren stirbt Hector Berlioz am 8. März 1869 in Paris,

nachdem zuvor noch seine Memoiren veröffentlicht wurden.1

2 Allgemeines zur Oper "Benvenuto Cellini"

2.1

Einordnung

Bei Berlioz′ Oper ,,Benvenuto Cellini" handelt es sich um eine ,,operà comique en deux actes".

Das bedeutet, dass die Oper aus insgesamt vier Bildern besteht und immer zwei Bilder zu einem

Akt zusammengestellt sind, also zwei Akte. Es gibt von dieser Oper insgesamt drei verschiedene

Fassungen. Die so genannte Urfassung wurde noch vor der eigentlichen Uraufführung, am 10.

September 1838 in der Operà, Salle de la rue Le Peletier in Paris, umgearbeitet. Eine zweite

Fassung der Oper wurde am 20. März 1852 am Hoftheater in Weimar unter der Leitung von

Franz Liszt aufgeführt, wobei Verschiedenes gekürzt wurde und die Oper in vier Akte aufgeteilt

wurde. Peter Cornelius publiziert im Jahr 1856 eine dreiaktige Fassung, welche seit dem für

Weimarer Aufführungen genutzt wurde. Eine Aufführung der rekonstruierten Urfassung fand am

15. Dezember 1966 am Royal Theater Covent Garden in London statt.

Die offiziellen Librettisten waren Armand François Leon de Wailly und Henri Auguste Barbier.

Einige Teile des Textes stammen aber auch von Berlioz selbst und von dem Dichter Alfred de

Vigny. Letzterer wollte allerdings nicht in Verbindung gebracht werden mit der Oper ,,Benvenuto

Cellini". Das darin enthaltene Künstlerbild und die Darstellung der Rolle des Künstlers in der

Gesellschaft stellte einen kompletten Gegenentwurf zu seinem bereits 1835 erschienenem Drama

Chatterton

dar. In diesem wird eher die Isolation des Künstlers problematisiert.2

Das Libretto der Oper basiert zum einem auf den Memoiren Benvenuto Cellinis, also der

Vita

,

und zum anderen auf der Novelle

Signor Formica

von E.T.A. Hoffmann. Diese handelt von

1 Berger, Christian: ,,Berlioz, (Louis-) Hector", in:

MGG (neu)

, Personenteil, Bd.2, Kassel, 1997, Sp. 1322 ­ 1345.

2 Rainer Schmusch: ,,Benvenuto Cellini ­ Genese des Kunstwerks und sozialer Prozeß", in:

Musikkonzepte 108.
Hector Berlioz. Autopsie des Künstlers

, hrsg. von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, 2000, S.88.

5



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