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Der Dolmetscher als Autor

Untertitel: Über den Einfluss eines Übersetzers auf die Kommunikation

Hauptseminararbeit, 2008, 19 Seiten
Autor: Sina Schmidt
Fach: Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)

Details

Veranstaltung: Interkulturelle Kommunikation
Institution/Hochschule: Universität Potsdam (Institut für Philosophie)
Tags: Dolmetscher, Autor, Interkulturelle, Kommunikation
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2008
Seiten: 19
Literaturverzeichnis: ~ 17  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V93407
ISBN (E-Book): 978-3-638-06639-6
ISBN (Buch): 978-3-638-95310-8
Dateigröße: 100 KB

Zusammenfassung / Abstract

In einer Welt, die nach Globalisierung strebt, ist die Arbeit eines Dolmetschers oder Übersetzers von höchster Brisanz. Welchen Einfluss nimmt er auf die Übersetzung? Gibt es überhaupt eine objektive Übersetzung oder ist nicht viel mehr jede Transposition in eine andere Sprache ein Weg von Verstehen, Interpretieren und Umwandeln?


Textauszug (computergeneriert)

Universität Potsdam

Institut für Philosophie

Seminar: Voraussetzungen interkultureller Kommunikation

WS 2007/08

Sina Schmidt

Magisterstudiengang: Germanistik/Philosophie/Musik

7. Fachsemester

Potsdam, den 31. 03. 2008

Der Dolmetscher als Autor

Über den Einfluss eines Übersetzers auf die Kommunikation




















Gliederung



1. Einleitung____________________________________________________________________ 3

2. Die Sprache __________________________________________________________________ 4

3. Wortwahl und Übersetzung ______________________________________________________ 6

4. Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit___________________________________________________ 9

5. Kultur und Kontext ___________________________________________________________ 10

6. Kommunikation über einen Dritten _______________________________________________ 12

7. Interpretation und Übersetzung __________________________________________________ 14

8. Zusammenfassung ____________________________________________________________ 16

9. Bibliographie ________________________________________________________________ 18







2


1. Einleitung

Interkulturelle Kommunikation ist in Zeiten der Globalisierung, schier unbegrenzter

Reisemöglichkeiten und den Multi-Kulti-Gesellschaftskombinationen in Großstädten, sowie der

permanent anwachsenden Telekommunikationsmedien ein nahezu jeden betreffendes Thema. Doch

ist es nicht immer einfach, Menschen aus anderen Kulturen nachvollziehen zu können, da oft zu

unterschiedliche ,,Mentalitäten" aufeinander prallen. Dolmetscher und Übersetzer versuchen nun,

genau diese Kommunikationsbarrieren zu überbrücken. Um dies jedoch zu leisten, muss sich ein

Übersetzer oder Dolmetscher über die zu überbrückenden Differenzen im Klaren sein. Besteht nun

also die Haupttätigkeit dieses Berufszweiges darin, intensive Kultur- und Sozialforschung zu

betreiben und ist die eigentliche Sprachtransposition nur nebensächlich?

Zeitgleich stellt sich immer wieder die Frage, welche Position der Dolmetscher als

zwischengeschaltete Kommunikationsinstanz inne hat. Er gewichtet, interpretiert und so fließt

immer auch seine Subjektivität, Meinung und die Gesamtsituation mit ein. Verfälscht der

Dolmetscher also durch seine Auswahl die ursprüngliche Aussage?

Auf diese Frage wird es wohl keine absolute, endgültige Antwort geben, da gerade die Fähigkeit des

Menschen, sprechen zu können und Sprachen zu erlernen, eng mit vielen anderen philosophischen

und psychologischen, wie auch soziologischen und biologischen Fachbereichen, wie bspw. der

Erkenntnisphilosophie, zusammenhängt, so dass bestimmte Bereiche sich nicht völlig erschließen

werden.

,,Übersetzung ist nicht Option, sondern Kondition menschlichen Fremd- und Selbstverstehens,

einschließlich des darin involvierten Weltverständnisses. Übersetzung ist Grundvorgang."1

1 Günter

Abel,

Übersetzung als Interpretation,

in:

Übersetzung ­ Sprache und Interpretation,

S. 85.

3


2. Die Sprache

Um der Frage nach der Möglichkeit einer Übersetzung näher zu kommen, sollte man zunächst kurz

auf die Sprache selbst eingehen, was trotz aller Bemühungen wohl immer nur eine Annäherung an

ein Grundproblem bleiben wird, denn steht einem Mensch zur Untersuchung der Sprache kein

anderes Werkzeug zur Verfügung, als die Sprache selbst.

Wittgenstein bezieht sich zunächst auf Augustinus und teilweise auf das bilaterale Zeichensystem

von Ferdinand de Saussure2:

,,

Jedes Wort hat eine Bedeutung. Diese Bedeutung ist dem Wort zugeordnet. Sie ist der Gegenstand,

für welchen das Wort steht."3

Augustinus′ Definition findet heute immer noch in der Linguistik ihre Anwendung. Aber bereits

Wittgenstein merkte an, dass bei einer solchen Definition wohl nur von

,,Hauptwörtern, wie

,,Tisch", ,,Stuhl", ,,Brot" und die Namen von Personen"4,

ausgegangen wird, welchen

Eigenschaften zugeordnet werden und die dann mit Hilfe weiterer Operationen in Relation

zueinander gestellt werden können. In dieser logisch-grammatischen Auffassung werden jedoch

einige Bedeutungsebenen abgeschnitten, entfällt bspw. der gesamte para-verbale Bereich oder der

Einbezug von Partikeln. Besonders populär wurde diese Sicht auf die Sprache wohl besonders

durch Gottlob Frege, der das Ziel verfolgte, das Denken in eine allgemein verständliche und damit

allgemein gültige Sprache, die Formalsprache der Logik, zu überführen.5

Weiterhin sagt diese Form der Annäherung an Sprache wenig bis nichts über die Wörter an sich aus,

geht es im Grunde vielmehr um Strukturen und grammatische Systeme. Untersuchungen der Wörter

auf der semantischen Seite betrachtet gibt es in zusammengefasster Form spätestens seit den 1960er

Jahren und dem ,,Historischen Wörterbuch der Philosophie", wo Begriffsgeschichte betrieben wird.

In dieser Form der Annäherung an Sprache ist implizit, dass Wörter veränderlich sind und ihre

Bedeutungen nicht konstant sind, sondern ältere Bedeutungsschichten implizit immer

mitschwingen.

,,Unsere Sprache kann man ansehen als eine alte Stadt: Ein Gewinkel von Gäßchen und Plätzen,

alten und neuen Häusern, und Häusern mit Zubauten aus verschiedenen Zeiten; und dies umgeben

2 Angelika Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann,

Studienbuch Linguistik

, S. 30.

3 Ludwig

Wittgenstein,

Philosophische Untersuchungen,

§ 1 S. 237.

4 Ludwig Wittgenstein, PU, § 1, S. 237.

5

Vgl. hierzu: Gottlob Frege, Begriffsschrift und andere Aufsätze, hrsg. von Ignacio Angelelli.

4



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