Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 16 Pages
Author: Aljoscha Riehn
Subject: Latin
Details
Institution/College: University of Göttingen
Tags: Brief, Epistulae, Seneca, Epistulae
Year: 2008
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-07315-8
ISBN (Book): 978-3-638-95724-3
File size: 286 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Diese Arbeit befasst sich mit dem 41. Brief der Epistulae morales ad Lucilium, die Lucius Annaeus Seneca in den Jahren nach seinem Rückzug aus der Politik, also etwa 62-64 n.Chr., verfasste. Der 41. Brief, der in verschiedenen deutschen Übersetzungen den Titel „Der Gott in dir“ trägt, soll dem Adressaten Lucilius den Weg zur "bona mens", den er einschlagen möchte, aufzeigen. Die "bona mens" ist ein unabdingbares Gut auf dem Weg zur Stufe des stoischen Weisen, des "sapiens perfectus". Damit verbunden erfahren wir zum einen etwas über den Gottesbegriff bei Seneca, zum anderen auch über weitere Themen, die mit dem des Gottesbegriffs in enger Beziehung stehen. Dies sind u.a. die Kritik an den heidnischen Kulten, der Wert der "virtus", die Frage nach der rechten Lebensführung des Menschen und die Kritik an der Masse, bzw. an den Spielen. Im Folgenden wird nun der 41. Brief in einzelne Sinnabschnitte geteilt und – mit dem Fokus auf das Gottesbild Senecas – interpretiert.
Excerpt (computer-generated)
Seminar für Klassische Philologie
Georg-August-Universität Göttingen
Der 41. Brief der
Epistulae morales
Hausarbeit im Studiengang B.A. Latein
Zum Hauptseminar
Seneca
Epistulae morales
vorgelegt von
Aljoscha Riehn
WS 2007/2008
Der 41. Brief der
Epistulae mo rales
1
Aljoscha Riehn
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
2
II. Interpretation
2
Das selbstständige Erreichen der
bona mens
2
Kritik an den heidnischen Kulthandlungen 3
Der Gott in dir 4
Göttliches Walten in der Natur 5
Göttliches im Menschen 6
Der
animus
des stoischen Weisen 6
Wer also ist dieser Geist? 7
Die Lasterhaftigkeit 9
III. Senecas Gottesbild im 41. Brief
10
IV. Senecas Gottesbild im Vergleich zu dem der alten Stoa und dem de r
Volksreligion
11
V. Fazit
13
VI. Literaturverzeichnis
14
Der 41. Brief der
Epistulae mo rales
2
Aljoscha Riehn
I. Einleitung
Diese Arbeit befasst sich mit dem 41. Brief der
Epistulae morales ad Lucilium
(im
Folgenden nur noch:
Epistulae morales
), die Lucius Annaeus Seneca in den Jahren nach
seinem Rückzug aus der Politik, also etwa 62-64 n.Chr., verfasste.
Der 41. Brief, der in verschiedenen deutschen Übersetzungen den Titel ,,Der Gott in
dir" trägt, soll dem Adressaten Lucilius den Weg zur
bona mens
, den er einschlagen möchte,
aufzeigen. Die
bona mens
ist ein unabdingbares Gut auf dem Weg zur Stufe des Weisen, des
sapiens perfectus
. Damit verbunden erfahren wir zum einen etwas über den Gottesbegriff
bei Seneca, zum anderen auch über weitere Themen, die mit dem des Gottesbegriffs in
enger Beziehung stehen. Dies sind u.a. die Kritik an den heidnischen Kulten, der Wert der
virtus
, die Frage nach der rechten Lebensführung des Menschen und die Kritik an der
Masse, bzw. an den Spielen.
Im Folgenden soll nun der 41. Brief in einzelne Sinnabschnitte geteilt und mit dem
Fokus auf das Gottesbild Senecas interpretiert werden. Im Anschluss an die Interpretation,
die der Reihenfolge des Briefes entspricht, soll eine zusammenfassende Darstellung von
Senecas Gottesbild, das im 41. Brief skizziert wird, gegeben werden. Diese Darstellung soll
dann mit dem traditionellen Gottesbild der alten Stoa und dem der Volksreligion verglichen
werden. Schließen soll diese Arbeit mit einem kurzen Fazit.
II. Interpretation
Das selbstständige Erreichen der
bona mens
Seneca beginnt den 41. Brief mit einem an Lucilius gerichteten Lob, dass dieser auf dem
,,rechten" Wege sei, wenn er auf die
bona mens
, die ,,rechte Vernunft", das ,,göttliche
Element" oder die ,,vollkommene Geisteshaltung", die das Ziel eines jeden Stoikers
darstellt, zugehe, sich ihr als
proficiens
zu nähern. Um ein
sapiens perfectus
, ein
vollkommener Weiser, zu werden, bedarf man der
bona mens
. Ferner sagt er:
quam
stultum
est optare cum possis a te inpetrare
(
Ep
. 41, 1). Erwähnenswert ist es, dass Seneca hier der
Auffassung ist, man könne die
bona mens
von sich selbst aus erlangen und müsse sie nicht
(von den Göttern) erbitten. Da in diesem Zusammenhang die Betonung auf dem
a te
liegt,
dem ,,von dir (selbst)", würde ich die Lesart
ante
, die wir in einem Kodex (p)1 aus dem 9.
Jahrhundert finden, als unzutreffend, bzw. den Sinn verfälschend einstufen.
1 Vgl. Siglenverzeichnis im Anhang.
Der 41. Brief der
Epistulae mo rales
3
Aljoscha Riehn
Kritik an den heidnischen Kulthandlungen
An sein anfängliches Lob schließt Seneca nun eine scharf formulierte Kritik an die kultische
Gottesverehrung an, die durch das einleitende
non
stark betont wird. Hier heißt es:
Non sunt
ad caelum elevandae manus nec exorandus aedituus ut nos ad aurem simulacri, quasi magis
exaudiri possimus, admittat
(
Ep
. 41, 1). Der Modalsatz, der mit
ut
eingeleitet wird,
bezeichnet eine faktische Wirkung, die sich demnach ereignen soll, wenn z.B. die Hände
zum Himmel gehoben würden. Den Konjunktiv Präsens
possimus
könnte man insofern an
dieser Stelle als einen Potentialis auffassen, als dass das durch die Gerundivkonstruktion
ausgesprochene Verbot als eine Möglichkeit gesetzt werden könnte2. Doch erklärt sich der
Konjunktiv in dem mit der Konjunktion
quasi
eingeleiteten hypothetischen Vergleichssatz,
der ohne Vergleichspartikel stehen kann3. Jener Satz klingt an dieser Stelle schon sehr
ironisch, beinahe so, als zöge Seneca die heidnischen Kulte ins Lächerliche. Interessant ist,
dass Seneca an dieser Stelle mit
possimus
die 1. Person Plural nutzt. Entweder spricht er
hier von ,,wir" im Sinne von ,,wir Römer" oder er schließt sich selbst explizit mit in die
Kritik ein. Nun drängt sich die Frage auf, wo man den Gott bzw. die Götter, die Seneca
anscheinend nicht (ausschließlich) im Himmel vermutet4, findet und wie man sie verehren
soll. Bezüglich der Verehrung vertritt die Stoa und mit ihr Seneca die Ansicht, dass ,,der
wahre Kult [darin] besteht [...], daß man die rechte Erkenntnis vom Wesen der gütigen
Gottheit hat, alle anthropomorphen Vorstellungen und namentlich die widerwärtigen Riten
der orientalischen Modereligionen ablehnt, und daß man vor allem Gott nur mit reinem,
frommem Herzen naht"5. An einer anderen Stelle in den
Epistulae morales
heißt es: ,,Willst
du die Götter gnädig stimmen? Sei gut! Genügend verehrt sie, wer sie nachahmt" (
Ep
. 95,
50). Die Götter nachzuahmen, sich ihnen in Bezug auf die
virtus
gleich zu machen, war
nach der stoischen Lehre notwendig, um auf die Stufe des Weisen zu gelangen. Man spricht
hier von der
imitatio Dei
. Wie man die Gottheit verehren soll, wurde nun dargelegt. Die
Frage, wo sie denn zu finden sei, soll jetzt Klärung erfahren.
2 Vgl. Kühner Stegmann 1962: 176 Bd. 1.
3 Vgl. Georges 1918: 2141 Bd. 2.
4 Vgl. Maurach 1975: 352.
5 Pohlenz 1992: 323.
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Senecas Ansichten über die Beziehung zwischen Herren und Sklaven in seinen Schriften: Epistulae morales (47), De beneficiis, De clementia, De ira
Author: Ivonne SchrobenhauserHistory - Early and Ancient History, 2004 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: