Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Die nordische Bronzezeit close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Die nordische Bronzezeit

Excerpt, 1996, 137 Pages
Author: Ernst Probst
Subject: Archaeology

Details

Category: Excerpt
Year: 1996
Pages: 137
Language: German
Archive No.: V93450
ISBN (E-book): 978-3-640-10558-8
ISBN (Book): 978-3-640-11179-4
File size: 3893 KB

Abstract

Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze hergestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa 2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr. Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronzezeit gehören die nordische frühe Bronzezeit bzw. frühe Bronzezeit des Nordischen Kreises (etwa 1800 bis 1500 v. Chr.), die nordische ältere Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.), die nordische mittlere Bronzezeit (etwa 1200 bis 1100 . Chr.) und die nordische späte Bronzezeit (etwa 1100 bis 800 v. Chr.). Der von dem schwedischen Prähistoriker Oscar Montelius (1843–1921) stammende Begriff „Nordischer Kreis“ beruht auf der eigenständischen Entwicklung nördlicher Regionen Europas. Die Texte über die nordische Bronzezeit stammen aus dem vergriffenen Buch „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter deutscher Rechtschreibung und entsprechen dem damaligen Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutschland werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.


Excerpt (computer-generated)

Ernst Probst

Die nordische Bronzezeit

1


Meiner Ehefrau Doris gewidmet

2


Ernst Probst

Die

nordische

Bronze-

zeit

3


4


Vorwort

Die Bronzezeit vor mehr als 2000 bis 800 v. Chr. gilt als die

erste und längere der Metallzeiten in Europa. In dieser Zeit

wurden Werkzeuge, Waffen und Schmuck aus Bronze her-

gestellt. In einigen Gebieten hatte die Bronzezeit eine andere

Zeitdauer. So begann sie in Süddeutschland schon vor etwa

2300 v. Chr. und endete um 800 v. Chr. In Norddeutschland

dagegen währte sie von etwa 1600 bis 500 v. Chr.

Zu den in Deutschland verbreiteten Kulturen der Bronze-

zeit gehören die nordische frühe Bronzezeit bzw. frühe

Bronzezeit des Nordischen Kreises (etwa 1800 bis 1500 v.

Chr.), die nordische ältere Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200

v. Chr.), die nordische mittlere Bronzezeit (etwa 1200 bis

1100 . Chr.) und die nordische späte Bronzezeit (etwa 1100

bis 800 v. Chr.). Der von dem schwedischen Prähistoriker

Oscar Montelius (1843­1921) stammende Begriff ,,Nordi-

scher Kreis" beruht auf der eigenständischen Entwicklung

nördlicher Regionen Europas.

Die Texte über die nordische Bronzezeit stammen aus dem

vergriffenen Buch ,,Deutschland in der Bronzezeit" (1996)

des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst in alter

deutscher Rechtschreibung und entsprechen dem damaligen

Wissensstand. Weitere Kulturen der Bronzezeit aus Deutsch-

land werden ebenfalls in Einzelpublikationen vorgestellt.

5


OSCAR MONTELIUS,
geboren am 9. September 1843
in Stockholm,
gestorben am 4. November 1921
in Stockholm.
Er promovierte 1869,
wurde 1888 Professor
und war von 1907 bis 1913
Reichsantiquar in Schweden.
Montelius teilte 1885
die nordische Bronzezeit
in sechs Perioden und
1897 die Eisenzeit
in acht Perioden ein.
Außerdem prägte er
schon im 19. Jahrhundert
den Begriff Nordischer Kreis
der Bronzezeit,
von dem der heutige Name
nordische Bronzezeit abgeleitet ist.

6


Stabdolche als

Zeichen der Götter

Die nordische frühe Bronzezeit

vor etwa 1800 bis 1500 v. Chr.

Als in Mittel- und Süddeutschland bereits frühbronzezeitliche

Kulturen heimisch waren, verharrten in Mecklenburg-Vor-

pommern noch Bevölkerungsgruppen auf dem technischen

Niveau der Jungsteinzeit. Der Fortschritt setzte sich dort erst

später durch als in südlicheren Gebieten. So war es im Nor-

den auch schon mit Ackerbau und Viehzucht geschehen, die

als Kennzeichen der Jungsteinzeit gelten und dort mit gro-

ßer Verzögerung eingeführt wurden.

Ähnlich erging es in Mecklenburg-Vorpommern dem neuen

Metall Bronze, weshalb dort die frühe Bronzezeit einige Jahr-

hunderte später als in Mittel- und Süddeutschland einsetzte.

Da im Norden auch das Eisen zunächst kaum Beachtung

fand, währte dort die Bronzezeit länger als im Süden und

die Eisenzeit begann dementsprechend merklich später.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt die Gliederung der Bron-

zezeit in sechs Perioden. Diesem Schema zufolge entspricht

dort die frühe Bronzezeit der Periode I, die nach heutiger

Kenntnis etwa von 1800 bis 1500 v. Chr. dauerte. Jener Ab-

schnitt wird auch als nordische frühe Bronzezeit oder als

frühe Bronzezeit des Nordischen Kreises bezeichnet. Der

von dem schwedischen Prähistoriker Oscar Montelius (1843­

1921) stammende Begriff ,,Nordischer Kreis" beruht auf der

eigenständigen Entwicklung nördlicher Regionen Europas.

7


Über die Anatomie, Körperhöhe und Krankheiten der Men-

schen aus der frühen Bronzezeit in Mecklenburg-Vor-

pommern läßt sich nichts sagen. Der Grund hierfür ist, daß

die Skelette in den Gräbern im kalkarmen Boden völlig auf-

gelöst wurden. Auch die Siedlungen, das Leben darin und

das Wirtschaftswesen sind bisher kaum erforscht.

Pfeilspitzen aus Feuerstein mit eingezogener Basis wie in

der späten Jungsteinzeit verdeutlichen, daß Pfeil und Bogen

weiterhin eine wichtige Jagdwaffe waren. Hinweise auf zu-

mindest gelegentlich ausgeübte Jagd auf Rothirsche (Cervus

elaphus) geben die Werkzeuge und Waffen mit Geweih-

griffen. Wichtiger als das Töten von Wildtieren dürften je-

doch Ackerbau und Viehzucht für die Ernährung gewesen

sein.

Die Keramik bestand teilweise aus einfachen, unverzierten

Formen, die entweder keinen oder nur einen Henkel besa-

ßen. Reste von solchen schlichten Tongefäßen wurden in

Lemmersdorf und Bagemühl (beide Kreis Uecker-Randow)

in Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Daneben modellier-

te man henkellose Schalen und Tassen mit einfacher Form

und Verzierung.

In der nordischen frühen Bronzezeit gab es weiterhin Werk-

zeuge und Waffen aus Feuerstein, Knochen und Geweih. Als

besonders typische Waffen dieser Kulturstufe gelten Streit-

äxte mit einer Klinge aus Felsgestein und hölzernem Schaft

sowie aus Feuerstein zurechtgeschlagene Dolche. Besonders

prächtig wirken die ,,Fischschwanzdolche" mit fisch-

schwanzartigem Griff. Feuersteindolche wurden auch dann

noch hergestellt, als man bereits Kupfer- und Bronzedolche

eintauschte.

Die Menschen der frühen Bronzezeit in Mecklenburg-Vor-

pommern deckten ihren Bedarf an Metallerzeugnissen vor

8


allem durch Tauschgeschäfte mit Angehörigen der Aun-

jetitzer Kultur. Von diesen bezogen sie Flachbeile, Rand-

leistenbeile, Randmeißel, Schaftlochäxte, Schaftröhrenäxte,

Vollgriffdolche, Stabdolche, Lanzenspitzen und Schmuck.

Die Flachbeile hatten die gleiche Form wie die aus Feuer-

stein zurechtgehauenen Beilklingen der Jungsteinzeit. Flach-

beile wurden in Mildenitz-Hornshagen (Kreis Mecklenburg-

Strelitz), Jasmund (Kreis Rügen) und in Pantelitz (Kreis

Nordvorpommern) gefunden. Bei den Randleistenbeilen

überwog der norddeutsche Typ mit geradem Nacken und

ausladender bogenförmiger Schneide gegenüber dem säch-

sischen Typ mit rundem Nacken und weit gebogener, stark

gewölbter Schneide.

Von den Schaftlochäxten sind bisher in Mecklenburg-Vor-

pommern sechs Exemplare gefunden worden. Sie kamen oft

in Mooren zum Vorschein und könnten daher als Opfer für

Götter bestimmt gewesen sein. Eine reichverzierte Schaft-

lochaxt wurde in Gägelow (Kreis Nordwestmecklenburg)

entdeckt. Die Schaftröhrenäxte ähneln Funden aus Ungarn

und sind vermutlich auf dem Tauschweg bis nach Mecklen-

burg-Vorpommern und Skandinavien gelangt.

Bei den frühbronzezeitlichen Dolchfunden aus Mecklenburg-

Vorpommern wird zwischen Vollgriffdolchen des Malchiner

Typs und solchen des Aunjetitzer Typs unterschieden. Er-

stere gelten als einheimische Erzeugnisse, letztere als Im-

porte. Beide Typen waren in dem Depot von Malchin (Kreis

Demmin) vertreten. Bisher sind ­ nach Angaben des Schwe-

riner Prähistorikers Horst Keiling ­ in Mecklenburg-Vor-

pommern insgesamt 21 Dolche vom Malchiner Typ entdeckt

worden. Sie ähneln einander so sehr, daß sie vermutlich in

einer einzigen Werkstatt, die jedoch noch nicht lokalisiert

werden konnte, gegossen wurden. Die Klinge, der Griff mit-

9


Stabdolche und ein Randleistenbeil aus dem Depot

von Melz (Kreis Müritz) in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Randleistenbeil (links)

hat einen 71,3 Zentimeter langen Bronzeschaft.

Originale im Archäologischen Landesmuseum

Mecklenburg-Vorpommern, Lübstorf

10



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/93450/die-nordische-bronzezeit
please wait Please wait