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Catull Carmen 2 (Lesbias Sperling)

Scholary Paper (Seminar), 2006, 17 Pages
Author: Daniel Conley
Subject: Latin

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 17
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 22  Entries
Language: German
Archive No.: V93708
ISBN (E-book): 978-3-640-10064-4
ISBN (Book): 978-3-640-11352-1
File size: 147 KB

Abstract

Die Arbeit besteht aus einer umfangreichen Analyse des ersten der beiden 'passer'(Sperling)-Gedichte Catulls. Im ersten Teil wird eine kommentierte deutsche Übersetzung des Autors geboten, begleitet von einer formalen Analyse (Auffälligkeiten des Wortschatzes, metrische Analyse, Stil) des Werk. Im zweiten Teil rückt der Fokus dann auf inhaltliche Kriterien (das Wortfeld der Liebe und Erotik, der 'passer' als Dritter im Bunde etc.) und unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten des Inhalts werden skizziert. Abschließend folgt eine knappe Einführung in die beiden Forschungskontroversen (Der Appendix des Carmen II, das 'dirty reading' des Carmen II), die im Zuge dieses Gedichts entstanden sind. Hierbei werden die wichtigsten Argumente der sich widersprechenden Auffassungen der Fachwissenschaft knapp dargelegt.


Excerpt (computer-generated)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Seminar für klassische Philologie

Proseminar: ,,Catull - Carmina"

WS 2006/07


,,Carmen 2 (Lesbias Sperling)"












Daniel Conley

Spanisch 07 / Geschichte 07 / Latein 03


Inhaltsverzeichnis

A. Formale Analyse

1.

Einleitung und Aufgabenstellung

.

.

.

.

S. 3

2.

Kommentierte Übersetzung

.

.

.

.

.

S. 4

3.

Sprache, Stil und Vorbilder

.

.

.

.

.

S. 7

4.

Metrische Analyse .

.

.

.

.

.

.

S. 8

B. Inhaltliche Analyse

5.

Interpretation: Der ,passer′ als Dritter im Bunde .

.

S. 8

6.

Das Wortfeld der Liebe und Erotik .

.

.

.

S.10

C. Problemorientierte Analyse

7.

Das ,dirty reading′ des passer .

.

.

.

.

S.11

8.

Der Appendix des Carmen II ? .

.

.

.

.

S.12

D. Fazit und Anhang

9.

Schlussbetrachtungen

.

.

.

.

.

.

S.14

10. Literaturverzeichnis

.

.

.

.

.

.

S.15

2


1. Einleitung und Aufgabenstellung

Wenn man sich mit den Carmina des lateinischen Lyriker C. Valerius Catull beschäftigt, so

stößt man üblicherweise rasch auf die so genannten Sperlingsgedichte. Dies liegt nicht nur an

deren Stellung im Gesamtwerk unmittelbar nach dem Eröffnungsgedicht, sondern auch daran,

dass sie eine beeindruckende Rezeptionsgeschichte besitzen. Wenn Fordyce über sie schreibt,

,,no poems of Catullus were better known in the antiquity"1, so besitzt diese Feststellung auch

noch für die heutige Zeit Geltung. Diese Hausarbeit soll sich aber, soweit dies möglich und

sinnvoll erscheint, nicht mit beiden Werken, Carmen II und III, auseinandersetzen, sondern

wird sich auf Carmen II beschränken und dieses genau analysieren. Als

Untersuchungsgrundlage dient dabei die Ausgabe der ,,Oxford Classical Texts"2, allerdings

soll an einigen Stellen auch der textkritische Apparat berücksichtigt werden und es wird auf

alternative Textvarianten eingegangen werden. Im ersten Teil der Arbeit wird dann eine

Übersetzung in verständliches, aber auch möglichst textnahes Deutsch präsentiert werden.

Diese Übersetzung wird anschließend kommentiert, einerseits um inhaltliche Bezüge zu

klären, andererseits um sprachliche Auffälligkeiten, die für Kenner klassischer, lateinischer

Prosa erklärungsbedürftig scheinen, zur Sprache zu bringen. Daraus folgt dann ausgehend von

einzelnen Textbelegen eine Stilanalyse, ob sich auch schon mit diesem eher kurzen Werk eine

Art catullscher Stil und Sprache herausarbeiten lässt, wobei auch griechische Vorbilder und

Metrik mit einbezogen werden sollen.

Im zweiten Teil der Arbeit rückt dagegen eher der Inhalt in den Fokus. Dabei sollen zunächst

die Beziehungen der drei Akteure, im Besonderem die Beziehung zwischen Catull und seiner

Geliebten Lesbia, zueinander untersucht werden, wobei auch eingehend geprüft werden wird,

ob sich durch den Wortschatz des Werkes inhaltliche Rückschlüsse ziehen lassen. Der dritte

Teil, der einen problemorientierten Hintergrund haben soll, widmet sich hingegen vor allem

Widersprüchen und Forschungskontroversen. Hierbei bieten sich für das Carmen II vor allem

zwei thematische Schwerpunkte an. Einerseits wird eine alternative Rezeptionsmöglichkeit,

die eine teilweise sehr polemische Debatte über dieses Gedicht ausgelöst hat, vorgestellt

werden und es sollen deren Vertreter und ihre Hauptargumente zu Wort kommen. Die andere

Kontroverse ergibt sich eher durch Überlieferungsschwierigkeiten, ein häufiges Problem

antiker Literatur, denn im diesem Falle existiert ein Fragment, bei dem fraglich ist, ob es

ursprünglich Teil des Carmen II war oder nicht. Auch hier werden Stimmen der Befürworter

präsentiert werden und der aktuelle Stand der Forschung soll kritisch reflektiert und rezensiert

1 C.J.Fordyce,

Catullus

, Oxford 1961, S.87

2 R.A.B. Mynors

, C. Valerii Catvlli Carmina

, Oxford 1958, Carmen II

3


werden. Um die Untersuchung abzuschließen, werden am Ende nochmals in einem

Schlusskapitel die gewonnen Erkenntnisse knapp zusammengefasst werden. Zunächst aber

die für diese Arbeit maßgebliche Ausgabe des Carmen II:

Passer, deliciae meae puellae,

quicum ludere, quem in sinu tenere,

cui primum digitum dare appetenti

et acris solet incitare morsus,

cum desiderio meo nitenti

(5)

carum nescio quid lubet iocari,

et solaciolum sui doloris,

credo, ut tum grauis acquiescat ardor:

tecum ludere sicut ipsa possem

et tristis animi leuare curas !

(10)

2. Kommentierte Übersetzung

Sperling, Liebling meines Mädchens,

mit dem sie für gewöhnlich spielt, den sie am Busen hält,

dem sie zum Picken die Fingerspitze gibt

und dessen scharfe Bisse sie herausfordert,

wenn es meiner strahlenden Geliebten gefällt

irgendeinen lieben Scherz zu treiben

und ein Tröstlein für ihren Schmerz

ich glaube, damit dann die heftige Liebesglut nachlässt.

Wenn ich doch nur, so wie sie, mit dir spielen

und die traurigen Liebesqualen des Herzens erleichtern könnte.

(1): Die Hauptperson des Gedichts, der Sperling3 könnte aus formaler Sicht an dieser Stelle

im Nominativ oder im Vokativ stehen, erst später, in Zeile 9 (,,...tecum...") wird eindeutig

3 Auf die Diskussion um welche Vogelart es sich in Wirklichkeit gehandelt habe, welche oftmals sowieso als

irrelevant betrachtet wird, soll in dieser Hausarbeit nicht weiter eingegangen werden. Um Einheitlichkeit und

Textkohärenz zu gewährleisten wird hier durchgängig die Bezeichnung ,Sperling′ verwendet werden. Für

weitere Informationen aber hilfreich ist: Werner Eisenhut,

Catull. Gedichte

, München 1993, S.194

4



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