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Institution/College: Dresden Technical University (Philosophie)
Tags: Forderung, Gerechtigkeit, Verantwortung, Bewusstsein, Klimawandels, Krise, Proseminar, Gibt, Natur, Krise, Diskussion
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-07261-8
File size: 130 KB
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Abstract
Gegenwärtig finden sich in sämtlichen Medien Artikel über den folgenreichen Klimawandel. Bienensterben, Flutwellen, Wirbelstürme, Trinkwasserverschmutzungen und eine zunehmende Armut in den Entwicklungsländern sind sicher nur einige der katastrophalen Folgen unseres Umgangs mit der Natur. [...] Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem Anliegen der ökologischen Ethik, sowie dem Finden von Adressaten und Verantwortlichen für den Klimawandel. Dazu erörtere ich zunächst den Begriff der Natur. Zudem versuche ich die bisherige Erfolglosigkeit der Nachhaltigkeitspolitik darzustellen und...
Excerpt (computer-generated)
TU Dresden Dresden, 01.04.2007
Philosophische Fakultät
Proseminar: Gibt es Natur und sollen wir sie schützen?
Die ökologische Krise in der philosophischen Diskussion.
WS 06/07
Thema der Hausarbeit:
,,Die Forderung nach Gerechtigkeit und Verantwortung im Bewusstsein des Klimawandels
und der damit verbundenen ökologischen Krise"
Dana Gál
Studiengang: Gesundheit und Pflege, Philosophie und Ethik
3. Semester
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2
2. Der Begriff der Natur
3
3. Das Anliegen der ökologischen Ethik
4
3.1 Die Forderung nach Verantwortung
4
3.2 Der Ruf nach Gerechtigkeit
7
3.2.1 Ursachen fehlender Nachhaltigkeit
8
3.2.2 Gerechtigkeit zwischen den Generationen
9
3.2.3 Globale Gerechtigkeit
11
3.3 Die Beachtung der Freiheit
11
4. Ansätze zur Linderung der ökologischen Krise
12
5. Fazit
14
6. Literaturverzeichnis
17
1
1. Einleitung
Gegenwärtig finden sich in sämtlichen Medien Artikel über den folgenreichen Klimawandel.
Bienensterben,
Flutwellen,
Wirbelstürme,
Trinkwasserverschmutzungen
und
eine
zunehmende Armut in den Entwicklungsländern sind sicher nur einige der katastrophalen
Folgen unseres Umgangs mit der Natur.
Ein Bericht der Zeitschrift Der Spiegel1 über das derzeitige rasante Wirtschaftswachstum in
China und den damit verbundenen Klimaschäden hat mich besonders bewegt und mir die
Einstimmung für diese Hausarbeit geliefert.
China zählt zu den schlimmsten Umweltsündern der Erde und erzeugt mit seinen
Kohlekraftwerken und Chemiefabriken nicht nur innerhalb des Landes verheerende
Lebensbedingungen, sondern auch über seine Staatsgrenzen hinweg. So können Forscher an
der Westküste der USA zum Beispiel die Luft analysieren, die über den Pazifik aus Asien
weht, die die Messfilter an manchen Tagen durch Rußteilchen aus chinesischen Fabriken und
Dieselmotoren schwarz färben. Das finde ich erschreckend. Niemals hätte ich geglaubt, dass
Verschmutzungen eines Landes soweit in andere Regionen der Welt getragen werden können.
Das allerdings scheint erst der Anfang zu sein, denn im Reich der Mitte herrscht
,,Goldgräberstimmung". Zahlreiche Billigfabriken für Textilien, Kabel und Steckdosen, in
denen meist Wanderarbeiterinnen arbeiten, beliefern die ganze Welt. Täglich entstehen neue
Wohnviertel, Autobahnen und Betriebe, deren Bewilligung oftmals nur wenige Tage dauert.
Das entscheidende Argument für diese Bauwut ist das der Sicherung der Arbeitsplätze des
Volkes2. Doch anscheinend sorgt sich niemand in Chinas Politik für die Folgen ihres Tuns.
Durch ungezügeltes Abgrasen der Wiesen breitet sich die Wüste in der inneren Mongolei
dramatisch aus, wobei Sandstürme immer mehr den fruchtbaren Boden und die bestellten
Felder mit Sand bedecken. aller großen Seen und Flüsse sind ,,Kloaken" und an ihren Ufern
wohnen Tausende von Menschen in elender Armut, da ihnen niemand mehr ihren Fisch
abkauft. Der ,,Tropfen auf dem heißen Stein" ist hier wohl, dass Peking das Kyoto- Protokoll,
das die Kohlendioxidemissionen bis 2012 weltweit senken soll, unterzeichnet hat. Als
Entwicklungsland ist China jedoch nicht zur Reduktion der Schadstoffe verpflichtet3, sodass
abzuwarten bleibt, wie viel saubere Luft die chinesische Bevölkerung bis dahin noch atmen
darf. Das Beispiel China zeigt sehr deutlich das bestehende ökologische Problem auf. Sicher
kann man es nicht auf alle Länder dieser Erde verallgemeinern, dennoch hat es gezeigt, dass
1 Vgl. Lorenz, Wagner: China- Gift für den ganzen Erdenball; in: Der Spiegel 4 / 2007, S. 124
2 Vgl. Lorenz, Wagner: Die Rotchina AG; in: Der Spiegel 3 / 2007, S. 88ff
3 Vgl. Lorenz, Wagner: China- Gift für den ganzen Erdenball; in: Der Spiegel 4 / 2007, S. 125ff
2
Ursache und Wirkungen oft räumlich weit auseinander liegen, uns aber direkt oder indirekt
betreffen können. Wir alle sind gezwungen unser Verhalten zu überdenken und zu ändern, um
unseren Nachkommen kein Chaos zu hinterlassen, sondern wenigstens noch eine Spur von
Natur. Natur soll wieder definierbar werden und das geschieht nur über Verantwortung und
Gerechtigkeit gegenüber uns Menschen, aber auch gegenüber der Natur.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf dem Anliegen der ökologischen Ethik, sowie dem
Finden von Adressaten und Verantwortlichen für den Klimawandel. Dazu erörtere ich
zunächst den Begriff der Natur. Zudem versuche ich die bisherige Erfolglosigkeit der
Nachhaltigkeitspolitik darzustellen und gehe dabei tiefer auf die Verantwortungs- und
Gerechtigkeitsethik ein. Beenden werde ich meine Hausarbeit mit einem möglichen Ansatz
zur Lösung der ökologischen Krise.
2. Der Begriff der Natur
Da der Naturbegriff, wie wir ihn in verschiedenen Bereichen des Lebens, der Wissenschaft
und speziell der Philosophie finden, vieldeutig ist, bedarf es einer Klärung, was konkret unter
Natur zu verstehen ist.
Das lateinische Wort `natura´ bedeutet Geburt und kann erstens den Kern bzw. das Wesen
einer Sache bestimmen oder meint zweitens das, was sich aus eigenen Kräften entfaltet.
Der Naturbegriff hat sich im Laufe der Zeit verändert, worauf ich aber angesichts des
Umfangs dieser Arbeit nicht genauer eingehen möchte, doch befassten sich schon
Philosophen der Antike wie etwa Platon und Aristoteles mit ihm. In der Neuzeit wird er oft im
Kontrast zu den Begriffen Geist, Kultur und Geschichte genutzt4. Aus dieser
Gegenüberstellung heraus meint Natur die Gesamtheit der Dinge, ,,die wir vorfinden und die
ohne menschlichen Willen und ohne menschliches Zutun von sich aus existieren, erzeugt
werden oder entstehen und sich erhalten, während es sich bei den Opposita um Produkte der
menschlichen Ratio, Planung und Ausführung handelt, um künstliche oder künstlerische
Produkte"5. Aufgrund dieser Tatsache scheint es heute im Zeitalter der Technisierung kaum
noch Natur in diesem Sinne zu geben. Offenbar verwenden wir den Begriff noch zu häufig,
ungeachtet dessen, was er wirklich meint.
Auch Gloy vermutet eine Annäherung an eine totale Technisierung der Natur, sodass etwa
Natur und Kunst keine Gegensätze mehr wären6.
4 Vgl. Ulfig: Lexikon der philosophischen Begriffe- Natur, S. 277f
5 Vgl. Gloy: Das Verständnis der Natur, Band 1, S. 23
6 Vgl. ebd. S. 222
3
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