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Diploma Thesis, 1999, 112 Pages
Author: Jörg Peters
Subject: Theology - Didactics, Religion Pedagogy
Details
Tags: Schuld, Religionspädagogische, Aspekte, Arbeit, Menschen, Kontext, Schuld, Vergebung
Year: 1999
Pages: 112
Grade: 1,8
Bibliography: ~ 40 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06441-5
File size: 502 KB
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Abstract
Aus meinem christlichen Hintergrund heraus ist es mir ein Anliegen und Bedürfnis mit dieser Arbeit aufzuzeigen, was die Besonderheiten straffälliger Menschen sind, was für Zusammenhänge aus der Lebensgeschichte und Umwelt zu erkennen sind, auf was man im Umgang mit Straffälligen, insbesondere aus religionspädagogischer Sicht, achten sollte. Es geht mir darum aufzuzeigen, wie diese Menschen durch die froh- und heilmachende Botschaft des Evangeliums für sich persönlich eine neue Lebenshoffnung erfahren können auf dem Hintergrund der Vergebung ihrer Schuld, und was religionspädagogisch zu beachten und zu bedenken ist im Umgang mit dieser Personengruppe. Diese Arbeit soll insbesondere eine Hilfestellung für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Straffälligenhilfe, in der Gefängnisseelsorge sein, die mit delinquenten Menschen religionspädagogisch arbeiten bzw. arbeiten möchten.
Excerpt (computer-generated)
Diplomarbeit
Evangelische Fachhochschule für Diakonie
der Karlshöhe Ludwigsburg
Staatlich anerkannte Fachhochschule
für Sozialwesen und Religionspädagogik
,,Und vergib uns unsere Schuld,..."
Religionspädagogische Aspekte in der
Arbeit mit delinquenten Menschen im
Kontext von Schuld und Vergebung
vorgelegt von:Jörg Peters
am: 12.04.99
Studiengang: Dipl.-Religionspädagogik
,,Und vergib uns unsere Schuld,..."
Matth. 6,12a
II
INHALTSVERZEICHNIS (GROBÜBERSICHT)
1.
INHALTSVERZEICHNIS (DETAILLIERTE ÜBERSICHT) II
1
EINLEITUNG 1
2.
DELINQUENTE MENSCHEN 3
2.1. EINFÜHRENDE GEDANKEN ZU DELINQUENTEN MENSCHEN UND IHRER SITUATION
3
2.2. LEBENSGESCHICHTLICHE BEDINGUNGEN FÜR DELINQUENZ 7
2.3. EINZELNE KONTEXTUELLE THEORIEANSÄTZE ZU
DELINQUENZUNTERSUCHUNGEN 16
2.4. DIE PSYCHODYNAMIK DES DELINQUENTEN 19
2.5. ABSCHLIEßENDE ZUSAMMENFASSENDE BEMERKUNGEN 27
3.
THEOLOGIE VON SCHULD UND VERGEBUNG 29
3.1. ANNÄHERUNGEN AN DIE RELEVANTEN BEGRIFFE 29
3.2. SCHULD 34
3.3. VERGEBUNG VON SCHULD UND SÜNDE UND VERSÖHNUNG MIT GOTT UND DEN
MITMENSCHEN 42
3.4. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN 48
4.
RELIGIONSPÄDAGOGISCHE ASPEKTE IM KONTEXT DER ARBEIT 50
4.1. EINFÜHRENDE GEDANKEN ZUM RELIGIONSPÄDAGOGISCHEN TEIL 50
4.2. GLAUBEN IM ERWACHSENENALTER 50
4.3. RELIGIONSPÄDAGOGISCHE ASPEKTE FÜR DIE ARBEIT IM STRAFVOLLZUG 53
4.4. BIBLISCHE GESPRÄCHSGRUPPEN ALS FORM RELIGIONSPÄDAGOGISCHEN
HANDELNS IN JVA′S 64
4.5. ASPEKTE ZUR BIBLISCHEN GESPRÄCHSGRUPPE AUS DEM EIGENEN
ERFAHRUNGSBEREICH UND DEN ERGEBNISSEN DIESER ARBEIT 71
4.6. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN 74
5.
ANHANG A 76
5.1. LITERATURVERZEICHNIS 76
6.
ANHANG B 80
6.1. EXEMPLARISCHER ENTWURF EINER STUNDE IN DER BIBLISCHEN
GESPRÄCHSGRUPPE 80
III
7.
ANHANG C 92
7.1. INTERVIEWS IN DER JUSTIZVOLLZUGSANSTALT 92
IV
1. Inhaltsverzeichnis (Detaillierte Übersicht)
1.
INHALTSVERZEICHNIS (DETAILLIERTE ÜBERSICHT) II
1
EINLEITUNG 1
2.
DELINQUENTE MENSCHEN 3
2.1. EINFÜHRENDE GEDANKEN ZU DELINQUENTEN MENSCHEN UND IHRER SITUATION
3
2.1.1. Begriffsdefinitionen 3
2.1.2. Lebensalter und Delinquenz 5
2.1.3. Die Situation des gefangenen delinquenten Menschen 6
2.1.3.1. Stigmatisierung 6
2.1.3.2. Isolierung 6
2.1.3.3. Abhängigkeit 6
2.1.3.4. Individualitätsverlust 7
2.1.3.5. Infantilisierung 7
2.2. LEBENSGESCHICHTLICHE BEDINGUNGEN FÜR DELINQUENZ 7
2.2.1. Sozialisationsbedingungen 8
2.2.2. Multiple Erziehungsformen und -bedingungen 8
2.2.2.1. Familiäre Auslöse-Situationen für frühkindliche Schädigungen 9
2.2.2.1.1. Unvollständige Familie 10
2.2.2.1.2. ,,Uneheliche" Geburt 10
2.2.2.1.3. Scheidung (Verwaisung) 10
2.2.2.1.4. Multiproblemfamilie 10
2.2.2.1.5. Erziehungsunfähigkeit 10
2.2.2.1.6. Fremderziehung 11
2.2.2.1.7. Heimeinweisung 11
2.2.2.1.8. ,,Unerwünschte" Geburt 11
2.2.3. Folgen defizitärer Entwicklung im Kindes- und Jugendalter 12
2.2.3.1. Frühkindliche Schädigungssymptome 13
2.2.3.1.1. Soziale Resignation 13
2.2.3.1.2. Bindungsunfähigkeit 14
2.2.3.1.3. Mangelnde Frustrationstoleranz 14
2.2.3.1.4. Neigung zu Ersatzhandlungen 15
2.2.3.1.5. Aktivitätshemmung 15
2.2.4. Delinquenz als Prestigemanagement 15
2.3. EINZELNE KONTEXTUELLE THEORIEANSÄTZE ZU
DELINQUENZUNTERSUCHUNGEN 16
II
2.3.1. Kognitive Dissonanz bei delinquenten Menschen 16
2.3.1.1. Die Technik der Schuldabwälzung in der Schuld und im Schulderleben 16
2.3.2. Das Phänomen der Gewissensatrophie 17
2.3.3. Anerkennung der Strafe 17
2.3.4. Der Fassadenbegriff der Sühne 18
2.3.5. Schuldtilgung und Wiedergutmachung 18
2.4. DIE PSYCHODYNAMIK DES DELINQUENTEN 19
2.4.1. Schuldgefühle bei Delinquenten 19
2.4.1.1. Der Irrglaube, Straftäter seien unfähig, Schuldgefühle zu haben 19
2.4.1.1.1. Wahrnehmung von Straftätern als Persönlichkeiten 19
2.4.1.1.2. Aggressive oder defensive Emotionalität der Gesellschaft 20
2.4.1.1.3. Der Delinquente als Projektionsobjekt der Gesellschaft 20
2.4.1.1.4. Definitionsschwierigkeiten der Begriffe 20
2.4.1.2. Die Abwehr von Schuldgefühlen bei Delinquenten 21
2.4.1.2.1. Tiefenpsychologische Erkenntnisse über die Verborgenheit von Schuldgefühlen
21
2.4.1.2.2. Exkurs: Abwehrmechanismen des Ichs 21
2.4.1.2.3. Affektisolierung 22
2.4.1.2.4. Projektion 23
2.4.1.2.5. Versuch zum Ungeschehenmachen 23
2.4.1.2.6. Rationalisierung 24
2.4.1.3. Gewissensbildung bei Delinquenten 24
2.4.1.3.1. Die Maßnahme der Strafe im Kontext vom Schuld- und Strafbedürfnis 26
2.4.1.3.2. Behinderte Genese des Basis-Gewissens 27
2.4.1.3.3. Sozialisationsschäden und Gewissensdeformation 27
2.5. ABSCHLIEßENDE ZUSAMMENFASSENDE BEMERKUNGEN 27
3.
THEOLOGIE VON SCHULD UND VERGEBUNG 29
3.1. ANNÄHERUNGEN AN DIE RELEVANTEN BEGRIFFE 29
3.1.1. Schuld und Sünde 29
3.1.1.1. Reale Schuld durch Tun oder Unterlassen 31
3.1.1.2. Schuld aus der Endlichkeit, Unvollkommenheit und Unzulänglichkeit 31
3.1.1.3. Schuld aus dem Selbst, aus der Existenz des einzelnen 32
3.1.2. Vergebung 32
3.1.3. Sühne und Versöhnung 33
3.2. SCHULD 34
3.2.1. Dimensionen der Schuld 34
3.2.1.1. Äußere Dimensionen von Schuld 34
III
3.2.1.2. Die innere Dimension des Abgrunds von Schuld 35
3.2.1.2.1. Exkurs 1: Strafe und Sühne aus theologischer Sicht 37
3.2.1.2.2. Exkurs 2: Sollte Strafe ganz abgeschafft werden? Das Spannungsverhältnis
zwischen Strafe und Versöhnung 39
3.2.2. Abschließende Bemerkungen 40
3.3. VERGEBUNG VON SCHULD UND SÜNDE UND VERSÖHNUNG MIT GOTT UND DEN
MITMENSCHEN 42
3.3.1. Sündenvergebung im Neuen Testament 42
3.3.1.1. Umkehr als Antwort auf das Versöhnungsangebot in Gottes Vergebung 44
3.3.2. Vergebung als Befreiung zur Zukunft 45
3.4. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN 48
4.
RELIGIONSPÄDAGOGISCHE ASPEKTE IM KONTEXT DER ARBEIT 50
4.1. EINFÜHRENDE GEDANKEN ZUM RELIGIONSPÄDAGOGISCHEN TEIL 50
4.2. GLAUBEN IM ERWACHSENENALTER 50
4.2.1. Stabile, emotionale Zuwendung und soziale Anerkennung 51
4.2.2. Offene Konfrontation mit religiösen oder religiös zu erschließenden sozialen
Problemen und Konflikten 51
4.2.3. Gelegenheit zur Teilnahme an Kommunikationsprozessen 52
4.2.4. Möglichkeit, an kooperativen Entscheidungen mitzuwirken 52
4.2.5. Gelegenheiten, Verantwortung für die Gestaltung des eigenen (religiösen)
Lebens und für andere Personen zu übernehmen 52
4.2.6. Abschließende Bemerkungen 53
4.3. RELIGIONSPÄDAGOGISCHE ASPEKTE FÜR DIE ARBEIT IM STRAFVOLLZUG 53
4.3.1. Vom Vergeltungsdenken zum Versöhnungsdenken 53
4.3.2. Notwendige Veränderungen im Strafvollzug 54
4.3.3. Vertrauensvoller Umgang als Gnadenhandeln im Strafvollzug 55
4.3.4. Jesu Umgang mit Vorurteilen und Stigmatisierungen 55
4.3.5. Neue Wertzuteilung im Hilfehandeln Jesu 60
4.3.6. Religionspädagogisches Handeln und Sozialarbeit mit Straffälligen 62
4.4. BIBLISCHE GESPRÄCHSGRUPPEN ALS FORM RELIGIONSPÄDAGOGISCHEN
HANDELNS IN JVA′S 64
4.4.1. Der Begriff der Gruppe 64
4.4.2. Die Bedeutung der untersuchten lebensgeschichtlichen Bedingungen
Delinquenter für die Gesprächsgruppe 64
4.4.3. Stabilisierungsfunktionen 65
4.4.4. Offenheit des Denkens in der Gesprächsgruppe 67
IV
4.4.5. Erfahrungsnähe im biblischen Gespräch 67
4.4.6. Seelsorgerlich methodische Aspekte für die Arbeit in der Gesprächsgruppe 68
4.4.7. Sprachliche Kommunikation in der Gesprächsgruppe 71
4.5. ASPEKTE ZUR BIBLISCHEN GESPRÄCHSGRUPPE AUS DEM EIGENEN
ERFAHRUNGSBEREICH UND DEN ERGEBNISSEN DIESER ARBEIT 71
4.6. ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN 74
5.
ANHANG A 76
5.1. LITERATURVERZEICHNIS 76
6.
ANHANG B 80
6.1. EXEMPLARISCHER ENTWURF EINER STUNDE IN DER BIBLISCHEN
GESPRÄCHSGRUPPE 80
6.1.1. Begründung des Themas und der Methodenwahl 80
6.1.2. Grob- und Feinziele der Gruppenstunde 83
6.1.3. Methode und Ablauf 84
6.1.3.1. Einstieg / Begrüßung 84
6.1.3.2. Aufwärmphase 84
6.1.3.3. Hinführung zum Thema 84
6.1.3.4. Übungen / Spiele / Schritte mit Begründung 84
6.1.3.5. Höhepunkt 85
6.1.3.6. Schluß, evtl. mit Auswertung durch die Gruppe 85
6.1.4. Medien 85
6.1.4.1. M1 - Meditation zum Thema ,,Schale" 85
6.1.4.2. M2 - Gebet 86
6.1.4.3. M3 - Einleitung 87
6.1.4.4. M4 - Arbeitsblatt ,,Die Höhle des Löwen..." 87
6.1.4.5. Exegetische Überlegungen und Verkündigungsinhalte 88
6.1.4.5.1. Vers 1-3 88
6.1.4.5.2. Vers 4-10 88
6.1.4.5.3. Vers 11-18 88
6.1.4.5.4. Vers 19-24 89
6.1.4.5.5. Vers 25-29 89
6.1.4.5.6. Bezug zum NT 89
6.1.4.6. Zentrale Aussagen 89
6.1.4.6.1. Ein Aufsteiger, der ,,auf dem Teppich bleibt" 89
6.1.4.6.2. Von der positiven Macht ,,frommer Gewohnheit" 90
6.1.4.6.3. Gott bewahrt seine Leute nicht vor, aber in der Bedrängnis 90
6.1.4.7. M6 - Abschlußfragen 91
V
7.
ANHANG C 92
7.1. INTERVIEWS IN DER JUSTIZVOLLZUGSANSTALT 92
7.1.1. Grundsätzliches zu den durchgeführten Interviews 92
7.1.2. Gespräch 1 (Strafgefangener A) 92
7.1.3. Gespräch 2 (Strafgefangener B) 96
7.1.4. Gespräch 3 (Gefängnispfarrer) 100
VI
1 Einleitung
Christus spricht: ,,Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen
gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin
ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen,
und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht.
Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen."1. Wie sehr
denken wir wirklich an die, die im Gefängnis einsitzen? Wie oft besuchen wir
Strafgefangene, auch wenn sie nicht zu unserem Verwandten- oder
Bekanntenkreis gehören, mit wie vielen stehen wir im Briefkontakt? Wie sehr
berücksichtigen wir sie in den Gemeinden im Gebet2?
Man kann es immer wieder beobachten, wie wenig Bewußtsein in den
unterschiedlichsten Lebensbereichen, vor allem auch kirchlichen Institutionen
oder Gemeinden überhaupt, für Strafgefangene und ihrer Situation vorhanden
ist.
In meinem Heimatort Celle wurde ich durch ein Gemeindeglied meiner
Gemeinde, welcher als Bewährungshelfer tätig war, auf die Einrichtung des
,,Schwarzen Kreuzes e.V. Gefangenenmission"3 aufmerksam. Während eines
studienbegleitenden Praktikums hatte ich die Möglichkeit, in der
Justizvollzugsanstalt Hohenasperg, welche ein Justizvollzugskrankenhaus mit
Psychatrie, Drogen-, Sucht- und Sozialtherapie ist, eine biblische
Gesprächsgruppe zu leiten. Die Gruppe stand in der Trägerschaft der
Evangelischen Gefangenenseelsorge der Württembergischen Landeskirche und
unter der Anleitung des Gefängnispfarrers. In dieser Gesprächsgruppe hatte ich
erstmalig näheren Kontakt zu Inhaftierten und ihrer persönlichen Situation.
Während der Arbeit mit ihnen stellte sich mir häufig die Frage, wie kann man sie
mit biblischen Inhalten vertraut machen und wie können sie durch das
Evangelium für sich Befreiung und Versöhnung erfahren, wo doch gerade bei
Ihnen die Schuldfrage zentrales Thema ist.
Während meines sozialpädagogischen Praxissemesters hatte ich ferner die
Möglichkeit, die Arbeit mit Straffälligen näher kennenzulernen und weitere
Erfahrungen zu sammeln. Für sechs Monate absolvierte ich das Praktikum in
1
Die Bibel:
Matth. 25, 35.36.
2 A.a.O., Apg. 12,5.
3
Schwarzes Kreuz
Gefangenenmission e.V., Jägerstraße 25, 29221 Celle.
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