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Termpaper, 2008, 24 Pages
Author: Carolin Walter
Subject: Pedagogy - Miscellaneous Topics
Details
Tags: Analphabetismus, Eine, Untersuchung, Präventionsmaßnahmen
Year: 2008
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-06881-9
File size: 259 KB
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Abstract
[...] In Deutschland sind 2004 nach Schätzungen 0,6% der Erwachsenen totale sowie zwischen etwa 6,5% und 11,2% funktionale Analphabeten (Wikipedia 2008). Mit der größeren der beiden Gruppen, soll sich diese Arbeit befassen. Es sollen mögliche Präventionsmaßnahmen vorgestellt und erläutert werden. Im ersten Teil dieser Arbeit sollen die verschiedenen Formen des Analphabetismus und seine Folgen für die Betroffenen dargestellt werden. Im zweiten Teil sollen dann die möglichen Präventionsfelder von Analphabetismus aufgezeigt werden und abschließend das Präventionskonzept „Family Literacy“ vorgestellt werden. Ziel dieser Arbeit soll es sein, einen Überblick über die verschiedenen Präventionsfelder zugeben und deren Vorbeugende Maßnahmen gegen die Verbreitung von Analphabetismus aufzuzeigen. Aus Gründen einer einfacheren Lesbarkeit wird auf Schreibweisen wie „Schüler/ innen“ o.ä. verzichtet und nur die männliche Form verwendet - gemeint sind jedoch jeweils sowohl männliche als auch weibliche Personen.
Excerpt (computer-generated)
Analphabetismus
Eine Untersuchung möglicher Präventionsmaßnahmen
Hausarbeit
zum Modul 3C
Heterogenität und Schule
angefertigt im BA Bildungswissenschaft
an der FernUniversität in Hagen
von
Carolin Walter
Themenstellung am 21.04.2008
Vorgelegt am17.5.2008
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung
3
2
Begriffserklärungen
4
2.1 Literacy
4
2.2 Funktionaler Analphabetismus
4
3
Analphabetismus
5
3.1 Definitionen zum Analphabetismus
6
3.2 Die Lebenssituation von funktionalen Analphabeten
7
4
Prävention
10
4.1 Präventionsfeld Kindergarten
10
4.2 Präventionsfeld Schule
11
4.3 Präventionsfeld Familie
13
4.4 Präventionsfeld Gesellschaft
14
5
Präventionsprojekt ,, Family Literacy"
16
5.1 Das Family Literacy Konzept
16
5.2 Das deutsche Projekt ,,Family Literacy"
18
6
Zusammenfassende Bewertung und Ausblick
20
Literaturverzeichnis
21
2
1. Einleitung
Seit PISA (Programm for International Student Assessment) ist es amtlich, die
Lesekompetenz der deutschen Schüler liegt unter dem OECD (Organisation for
Economic Co-operation and Development) Durchschnitt. PISA versteht unter
Lesekompetenz mehr als ,,nur" lesen zu können. Lesen ist demnach ein wichtiges
Hilfsmittel, für das Erreichen persönlicher Ziele, als Bedingung für die
Weiterentwicklung des eigenen Wissens und der eigenen Fähigkeiten und als
Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben (Stanat, Artelt,
Baumert, Klieme, Neubrand, Prenzel, Schiefele, Schneider, Schümer, Tillmann,
Weiß 2002 S.6).
Da in Deutschland die allgemeine Schulpflicht gültig ist, ist es noch immer
verwunderlich, dass in neun Jahren Pflichtschulzeit, noch beängstigend viele
Schüler am Ende ihrer Schullaufbahn über zum Teil nur sehr geringe
Lesekompetenz verfügen. Und auch das Schreiben von einfachen Texten fällt
vielen Kindern schwer. Das allgemeine Vorurteil, dass es sich bei diesen Schülern
nur um Schüler aus Migrantenfamilien handelt ist nicht haltbar. Vielmehr handelt
es sich um Kinder, die aus einer eher nicht-literalen Familie mit einem
problematischen Hintergrund stammen. Die Nationalität spielt bei diesem Aspekt
die nicht die Hauptrolle. Wie muss unser Bildungswesen umstrukturiert werden,
damit auch Kinder aus bildungsfernen Familien am Ende ihrer Schullaufbahn in
einem ausreichendem Maße Lesen und auch Schreiben können, um an unserer
Gesellschaft teilhaben zu können?
In Deutschland sind 2004 nach Schätzungen 0,6% der Erwachsenen totale sowie
zwischen etwa 6,5% und 11,2% funktionale Analphabeten (Wikipedia 2008). Mit
der größeren der beiden Gruppen, soll sich diese Arbeit befassen. Es sollen
mögliche Präventionsmaßnahmen vorgestellt und erläutert werden. Im ersten Teil
dieser Arbeit sollen die verschiedenen Formen des Analphabetismus und seine
Folgen für die Betroffenen dargestellt werden. Im zweiten Teil sollen dann die
möglichen Präventionsfelder von Analphabetismus aufgezeigt werden und
abschließend das Präventionskonzept ,,Family Literacy" vorgestellt werden. Ziel
dieser
Arbeit
soll
es
sein,
einen
Überblick
über
die
verschiedenen
Präventionsfelder zugeben und deren Vorbeugende Maßnahmen gegen die
Verbreitung von Analphabetismus aufzuzeigen. Aus Gründen einer einfacheren
3
Lesbarkeit wird auf Schreibweisen wie ,,Schüler/ innen" o.ä. verzichtet und nur
die männliche Form verwendet- gemeint sind jedoch jeweils sowohl männliche
als auch weibliche Personen.
2. Begriffserklärungen
2.1 Literacy
Zum besseren Verständnis dieser Arbeit soll an dieser Stelle eine Erklärung und
Abgrenzung des Begriffs Literacy gegenüber Literarität und Literalität.
Unter Literarität versteht man die Beherrschung der Schrift als Kulturtechnik.
Dazu zählt nicht nur das Lesen- und Schreibenkönnen, sondern auch die Fähigkeit
Sachtexte, Grafiken und Tabellen, lesen und entschlüsseln zu können.
Literalität
kennzeichnet
dagegen
Rezeptionskompetenzen,
die
zur
Auseinandersetzung mit Literatur, Theater, etc. von Bedeutung sind (Brandenburg
2006 S.11-13).
Diese beiden Kompetenzen sind ein zentrales Element von Literacy, aber es
beinhaltet noch mehr. Literacy umfasst breit gefächerte Aktivitäten des Lesens,
Schreibens, Sprechens, zu denen auch mathematische, naturwissenschaftliche und
mediale Grundbildung gehören. Somit beinhaltet dieser Begriff alle Kompetenzen,
die das Fundament für die Befähigung zur aktiven Teilhabe an gesellschaftlichen
Prozessen benötigt werden und ist auch eine Tür zur sozialen Selbstbestimmung
eines jeden Individuums (Brandenburg 2006 S.11-13).
2.2 Funktionaler Analphabetismus
Der Begriff des funktionalen Analphabetismus ist ein zentraler Begriff dieser
Ausarbeitung und bedarf einer Einordnung im Rahmen dieser Arbeit.
Die UNESCO (1962 in Nickel 2002) versteht unter einem funktionalen
Analphabeten: "a person who cannot engage in all those activities in which
literacy is required for effective functioning of his group and community and also
for enabling him to use reading and writing and calculation for his own and the
community′s development."
4
Für Nickel (2002) beschreibt der Begriff ,,Funktionaler Analphabetismus" nicht
An- Alphabetismus im wörtlichen Sinn, nämlich das eine Person nicht des
Alphabets mächtig ist, sondern für ihn ist ein funktionaler Analphabet, vielmehr
eine Person die Schrift nicht verwenden kann.
In der Definition von Hubertus (1991 in Döbert, M., Hubertus, P. 2000 S.21)
spielen nicht nur die individuellen Lese- und Rechtschreibkenntnisse einer Person
eine Rolle, sondern vielmehr auch, welcher Grad an Schriftsprachentwicklung
innerhalb der konkreten Gesellschaft, in der diese Person lebt, erwartet wird.
Wenn die Kenntnisse einer Person niedriger sind, als das was in der Gesellschaft,
in der sie lebt, als selbstverständlich angesehen wird, liegt funktionaler
Analphabetismus vor.
Somit müssen innerhalb der Industriestaaten, mit ihren hohen Anforderungen an
die Beherrschung der Schriftsprache, auch diejenigen Personen als funktionale
Analphabeten
angesehen
werden,
die
nur
über
begrenzte
Lese
-und
Schreibkenntnisse verfügen.
In diesem Sinne soll der funktionale Analphabetismus innerhalb dieser Arbeit
verstanden werden. Funktionaler Analphabetismus ist keine festgeschriebene
Größe, sondern ist immer von der Gesellschaft und deren Anforderungen an ihre
Mitglieder abhängig. Diese Anforderungen können sich z.B. durch technische
Fortschritte rapide verändern.
3. Analphabetismus
Laut Wikipedia (2008) galten 2003 weltweit 862 Millionen Menschen als
Analphabeten. Analphabetismus ist somit ein weltweites Problem. Menschen in
Entwicklungsländern stellen den größten Anteil an Analphabeten. Besonders
betroffen sind Frauen die in Entwicklungsländern leben, denn ihnen wird noch am
häufigsten der Schulbesuch verwehrt. Normalerweise geht man davon aus, dass
alle Menschen die ein gewisses Maß an Zeit in der Schule verbracht haben, Lesen
und Schreiben gelernt haben. Doch dies ist ein Irrtum (Nickel 2002). Eine der
wichtigsten Forderungen an Schule ist es, dass die Kinder Lesen, Schreiben und
Rechnen
beigebracht
bekommen.
Deshalb
sollte
Schulpflicht
und
Analphabetismus sich eigentlich ausschließen. Der Schulbesuch war vor wenigen
Jahrhunderten noch eine Ausnahme und auch das Alphabet zu beherrschen oder
5
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