Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
„Philoktet“ (D 540), „Memnon“ (D 541) und „Orest auf Tauris“ (D 548) – Franz Sch... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

„Philoktet“ (D 540), „Memnon“ (D 541) und „Orest auf Tauris“ (D 548) – Franz Schuberts Antikenlieder zu Texten von Johann Mayrhofer

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 27 Pages
Author: M.A. Katharina Legnowska
Subject: Musicology

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 27
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V93753
ISBN (E-book): 978-3-638-06972-4

File size: 105 KB

Abstract

Lieder nehmen im Schaffen Franz Schuberts einen bedeutenden Platz ein und sind auch heute aus dem Konzertleben nicht wegzudenken. Er vertonte Texte von Dichtern wie Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine und Friedrich Schiller, deren literarischer Rang unbestritten ist und deren Werke auch heute noch rezipiert werden. Aber seinen Liedern liegen auch Texte von weniger bekannten Dichtern zugrunde, wie z. B. Gedichte von Johann Mayrhofer. Diese Lieder finden sowohl in der Konzertpraxis als auch in der musikwissenschaftlichen Forschung eher wenig Beachtung. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Liedern, die Schubert zu Texten von Mayrhofer schrieb. Dabei werden vor allem die Antikenlieder „Philoktet“ (D 540), „Memnon“ (D 541) und „Orest auf Tauris“ (D 548) berücksichtigt.


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig

Institut für Musikwissenschaft

,,Philoktet" (D 540), ,,Memnon" (D 541) und ,,Orest auf Tauris" (D 548) ­ Franz

Schuberts Antikenlieder zu Texten von Johann Mayrhofer

Seminar: Prinzipien des Schubert-Liedes

Sommersemester 2004

Katharina Maaß

6. Fachsemester


Inhalt

Einleitung

Seite 1

1.

Franz Schubert und Johann Mayrhofer

Seite 1

2.

Johann Mayrhofer

Seite 3

3.

Die Antikenlieder Schuberts zu Texten

Seite 6

von Johann Mayrhofer

3. 1

Antikenlieder

Seite 6

3. 2

Der Sagenkreis um Troja

Seite 7

3. 3

,,Philoktet" D 540

Seite 8

3. 4

,,Memnon" D 541

Seite 13

3. 5

,,Orest auf Tauris" D 548

Seite 17

4.

Die Antikenlieder ­ Mythologie, Sprache und Musik

Seite 19

Literaturnachweis

Anhang


Einleitung

Lieder nehmen im Schaffen Franz Schuberts einen bedeutenden Platz ein und sind

auch heute aus dem Konzertleben nicht wegzudenken. Er vertonte Texte von

Dichtern wie Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine und Friedrich Schiller,

deren literarischer Rang unbestritten ist und deren Werke auch heute noch rezipiert

werden. Aber seinen Liedern liegen auch Texte von weniger bekannten Dichtern

zugrunde, wie z. B. Gedichte von Johann Mayrhofer. Diese Lieder finden sowohl in

der Konzertpraxis als auch in der musikwissenschaftlichen Forschung eher wenig

Beachtung. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Liedern, die Schubert zu

Texten von Mayrhofer schrieb. Dabei werden vor allem die Antikenlieder ,,Philoktet"

(D 540), ,,Memnon" (D 541) und ,,Orest auf Tauris" (D 548) berücksichtigt.

1.

Franz Schubert und Johann Mayrhofer

Franz Schubert bekleidete nach seinem Studium an einer Lehrerbildungsanstalt

eine Anstellung als Schulgehilfe an der Schule seines Vater in Lichtental, einer

Wiener Vorstadt. Im Herbst 1816 ließ er sich von der Schulbehörde beurlauben und

wohnte bis Ende August 1817 im Hause der Familie seines Freundes Franz von

Schober. Schubert war das erste Mal in seinem Leben unabhängig und widmete sich

ganz der Musik. In dieser Zeit entstanden viele Lieder. Auffällig ist die große Anzahl

der Vertonungen von Gedichten seines Freundes Johann Mayrhofer. Schubert

vertonte in dieser Zeit 24 Gedichte Mayrhofers, davon behandeln acht Gedichte die

antike Mythologie.

Franz Schubert hatte Johann Mayrhofer bereits im Jahre 1814 durch seinen Freund

Joseph von Spaun kennen gelernt, denn dieser war mit Spauns jüngerem Bruder


Anton von Spaun befreundet.1 Um Anton von Spaun bildete sich ein Freundeskreis

literarisch interessierter Jünglinge, dem auch bald Franz Schubert angehörte. In den

Jahren 1816 und 1817 gaben Anton von Spaun und Johann Mayrhofer die

,,Beiträge

zur Bildung für Jünglinge"

heraus, worin sie ihr Programm vorstellten. Es wies

Freundschaft, Tugend und Bildung große Bedeutung zu. Der Almanach wurde jedoch

aufgrund seines geringen Erfolgs nach zwei Jahrgängen eingestellt.

Mayrhofer und Schubert verband eine enge Freundschaft, vom November 1818 bis

Ende 1820 bewohnten sie gemeinsam ein Zimmer in der Wipplinger Straße in der

Wiener Innenstadt.2 Nach Schuberts Tod erschien zu Beginn des Jahres 1829 ein

Nachruf von Mayrhofer, in dem er sich zu ihrem Verhältnis äußert:

,,[...] die Liebe für Dichtung und Tonkunst machten unser Verhältnis inniger; ich dichtete, er

komponierte, was ich dichtete und wovon vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung

und Verbreitung verdankt [...] Während unseres Zusammenwohnens konnte es nicht fehlen,

daß Eigenheiten sich kundgaben [...] Seine frohe, gemütliche Sinnlichkeit und mein in sich

geschlossenes Wesen traten schärfer hervor und gaben Anlaß, uns mit entsprechenden

Namen zu bezeichnen, als spielten wir bestimmte Rollen."3

1821 kühlte sich dann das Verhältnis von Schubert und Mayrhofer ab. Schubert zog

aus dem gemeinsamen Zimmer aus und mietete ein eigenes Zimmer ebenfalls in der

Wipplinger Straße in Wien. Mayrhofer bemerkte:

,,Der Strom der Verhältnisse und der Gesellschaft, Krankheit und geänderte Anschauung

des Lebens hatten uns später auseinandergehalten."4

1 Zum Begriff der Freundschaft in Schuberts Freundeskreis und speziell bei Johann Mayrhofer vgl.

Dürhammer, Ilja:

Schuberts literarische Heimat. Dichtung und Literaturrezeption der Schubert-
Freunde

, Wien/ Köln/ Weimar 1999, S. 221­233.

2 Mögliche homoerotische Neigungen Schuberts und Mayrhofers werden erläutert in:

Youens, Susan:

Schubert′s poets and the making of lieder

, Cambridge 1996, S. 159f.

3 Mayrhofer, Johann: Erinnerungen an Franz Schubert. In:

Neues Archiv für Geschichte,

Staatenkunde, Literatur und Kunst

Nr. 16 (1829), S. 121­123.

Zitiert nach: Dürr, Walther: Schubert in seiner Welt. In:

Schubert-Handbuch

, hrsg. v. W. Dürr und

A. Krause, Kassel 1997, S. 24.

4 Ebenda.


2.

Johann Mayrhofer ­ Dichter und Zensor

Johann Mayrhofers Leben war geprägt von Spannungen, denn er war seit 1814

Zensor am k. k. Bücherrevisionsamt und bekleidete diese Position bis zu seinem

Freitod 1836. In dieser Position stabilisierte er die gesellschaftlichen Zustände, die er

in seinen Dichtungen anprangert. Nach Goethe und Schiller ist Mayrhofer der meist

vertonte Dichter in Schuberts OEuvre.

Dürhammer versuchte durch statistische Untersuchungen zu erklären, welche Texte

Schubert zu einer Vertonung reizten und ging nach inhaltlichen Kriterien vor.5

,,Demnach ist Liebe das häufigste Thema, ihm sind etwa 50% der veröffentlichten Texte

gewidmet; fast 50% haben mit dem Gefühl der Wehmut zu tun, oft in Zusammenhang mit

Abend- oder Nachtstimmung. Gut 20% der veröffentlichten Texte behandeln das Thema

Wandern, Reisen oder eine andere Form der Bewegung, weitere fast 20% das Motiv

′Wasser′. Etwa 10% der veröffentlichten Texte sind Frühlingslieder; immerhin mehr als 15%

widmen sich der Todesthematik. Fast ein Drittel der veröffentlichten Texte endet mit einem

deutlichem Resumée oder einer Aporie, der Benennung einer ausweglos erscheinenden

Situation. Die Hälfte der veröffentlichten Texte sind Rollengedichte."6

Aus diesen statistischen Erhebungen konstruiert Dürhammer den fiktiven Typus

eines Gedichtes, das Schuberts Vorstellungen ideal entsprochen und ihn zur

Vertonung gereizt hätte. Das Gedicht hätte

,,drei bis fünf Strophen zu jeweils vier

alternierenden Versen, möglichst mit jambischen Tri- oder Tetrametern und

Kreuzreimen. Sein Thema wäre eine wehmütige Liebesgeschichte in nächtlichem

Ambiente mit Wasserstimmung oder -symbolik, und es sollte mit einem lakonischen

Satz, einer Frage oder einer Aufforderung schließen. Mit 50% wäre es ein

Rollengedicht."7

5 Dürhammer, Ilija:

Zu Schuberts Literaturästhetik.

In:

Schubert durch die Brille

Nr. 14 (1995), S.

46­54.

6 Ebenda, zitiert nach:

Dittrich, Marie-Agnes: ,,Für Menschenohren sind es Harmonien". Die Lieder. In:

Schubert
Handbuch

, hrsg. v. W. Dürr und A. Krause, Kassel 1997, S. 173.

7 Ebenda.


Diese Beschreibung trifft auf die Gedichte Wilhelm Müllers zu, der die Texte für die

Liederzyklen ,,Die schöne Müllerin" und die ,,Winterreise" dichtete, die zu Schuberts

wichtigsten Werken gehören. Auch die häufige Vertonung von Goethe-Gedichten

entspricht Dürhammers These, denn sie bedienen

,,häufig die beliebte Liebesthematik

und zeichnen gern pittoreske Abendbilder und wehmütige Stimmungen"8

, so z. B. in

dem Lied ,,An den Mond" (D 259), in dem das artikulierte Ich in der Nacht am Ufer

eines Flusses die vergängliche Liebe beklagt.

Die Gedichte von Mayrhofer entsprechen auf den ersten Blick nicht dem von

Dürhammer dargelegten Idealtypus, sie

,,handeln weniger von Liebe, drücken aber

viel Wehmut und Sehnsucht aus."9

Sehnsucht nach Verlorenem und die Frage nach

Schuld und Erlösung sind Themen, die in den meisten Gedichten Mayrhofers

bearbeitet werden. Mayrhofer wendet sich auch

,,einer klassizistisch geprägten, von

Schiller beeinflußten Romantik"

zu.10 Friedrich Schiller veröffentlichte 1795 die

Abhandlung

,,Über naive und sentimentalische Dichtkunst".

Auf diesem Programm

fußen die Romantiker. Nach Schiller teilt sich die Dichtung in zwei große Gruppen:

naive und sentimentalische Dichtung. Die naive Dichtung zeichnet sich durch

unreflektierte Übereinstimmung mit der Natur aus, z. B. Volksdichtung.

Sentimentalische Dichtung entsteht aus dem Gefühl heraus, dass die Einheit des

Menschen und der Natur verloren ging. Die Moderne ist von diesem Denken geprägt

und die Menschen leiden am Verlust der Naivität. Schiller vertritt in seinem Aufsatz

die Position, dass sich wahre Dichtung immer auf dieses Thema beziehen müsse. Des

weiteren kann sentimentalische Dichtung zwei Grundhaltungen einnehmen: als

Satire, die den Zustand der Entfremdung dominant zum Thema macht und Kritik

daran übt oder als Elegie, in der die Trauer über das Verlorene dominiert. Schiller

sieht den modernen Dichter als Satiriker oder Elegiker und er verbindet seine

Anschauungen von Kunst mit Hegels Geschichtsphilosophie, nach der Geschichte ein

unendlicher Fortschritt auf einen Endzustand hin ist. Diesen Gedanken folgend prägte

Friedrich Schlegel den Begriff der progressiven Universalpoesie. Der Dichter weiß

8 Ebenda.

9 Ebenda.

10 Dürr, Walther: Schubert in seiner Welt. In:

Schubert-Handbuch

, hrsg. v. W. Dürr und A. Krause,

Kassel 1997, S. 25.



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/93753/philoktet-d-540-memnon-d-541-und-orest-auf-tauris-d-548
please wait Please wait