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Termpaper, 2007, 16 Pages
Author: Jan Westphal
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: Berlin School of Economics
Tags: Exportorientiertes, Entwicklungsmodell, Taiwan, Makroökonomie, Weltmarkt, Währung
Year: 2007
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 11 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-10249-5
File size: 159 KB
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Abstract
1. Einleitung Über viele Jahre hinweg pries der Westen Taiwans rapides ökonomisches Wachstum und spektakulären Erfolg als übernatürlich an und nannte dieses Phänomen „The Taiwan Miracle“. Natürlich geschah die Transformation der Republik China auf Taiwan von Armut zum Wohlstand, von Rückständigkeit zu einer modernen Nation nicht über Nacht. Es war das Ergebnis der harten Arbeit der taiwanesischen Bevölkerung. Die Entwicklung Taiwans zu der Wirtschaftsmacht, die die Insel heute ist, führt auf eine äußerst umfassende und ereignisreiche Geschichte zurück, die den ökonomischen Erfolg Taiwans nicht gleich auf den ersten Blick erwarten lässt. Dabei war und ist die ethnische, staatliche Zugehörigkeit der Insel sowohl historisch als auch politisch bis heute uneindeutig. Zunächst der Ming Dynastie angehörig, dann von den Portugiesen (1590), später von den Niederländern (1624) und zuletzt von den Japanern bis 1945 besetzt (1895; Als Ergebnis des chinesisch-japanischen Krieges musste China Taiwan an Japan abtreten.), erhob zuletzt (ab 1949/50) die Kuomintang unter ihrem Führer Chiang Kai-shek Anspruch auf die Insel und gründete unter „partieller Souveränität“ ein demokratisches, freies China – die Republik China / R.O.C. (vgl. Gälli 1988, S. 5f). Bis heute hat Taiwan mit Schwierigkeiten der internationalen Anerkennung zu kämpfen. Das Jahr 1971 markiert einen wichtigen Wendepunkt für die Kuomintang in Taiwan. Die VR China verdrängte die R.O.C. aus der UN. Unter dem Druck Pekings brachen viele Nationen den politischen Kontakt zu Taiwan ab. Zudem wurden die Mitgliedschaften in der IMF und der Weltbank beendet (vgl. Islam, I. / Chowdhury, A., S. 171). Die USA, einst wichtigster politischer Verbündeter, die jeher beabsichtigten, Taiwan als „unversenkbaren Flugzeugträger“ für sich zu gewinnen, kehrten sich ab, bauten diplomatische Beziehungen zur VR China auf und erkannten Peking als alleinigen Sitz der ausführenden Gewalt über China und Taiwan an. „Hierdurch wurde der Aufbau einer taiwanesischen Schwer- und Rüstungsindustrie zur politischen Überlebensfrage und jene bis heute erfolgreiche Diversifikation der taiwanesischen Ökonomie eingeleitet, welche die Regierung wiederkehrend auf ihre Richtigkeit hin überprüfte und entsprechend veränderte“ (Fronius 2001, S. 65).
Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule für Wirtschaft Berlin
Hausarbeit
Exportorientiertes Entwicklungsmodell:
Beispiel Taiwan
vorgelegt von
Jan Westphal
LV: 200303.05, Makroökonomie II: Weltmarkt und Währung
Abgabe: Berlin, 02. Juli 2007
Inhaltsverzeichnis
1
Einleitung - 3 -
2
Exportorientiertes Entwicklungsmodell - 4 -
3
Resümee - 11 -
4
Literaturverzeichnis - 14 -
- 2 -
1 Einleitung
Über viele Jahre hinweg pries der Westen Taiwans rapides ökonomisches Wachstum und
spektakulären Erfolg als übernatürlich an und nannte dieses Phänomen ,,The Taiwan
Miracle". Natürlich geschah die Transformation der Republik China auf Taiwan von Armut
zum Wohlstand, von Rückständigkeit zu einer modernen Nation nicht über Nacht. Es war das
Ergebnis der harten Arbeit der taiwanesischen Bevölkerung. Die Entwicklung Taiwans zu
der Wirtschaftsmacht, die die Insel heute ist, führt auf eine äußerst umfassende und
ereignisreiche Geschichte zurück, die den ökonomischen Erfolg Taiwans nicht gleich auf den
ersten Blick erwarten lässt. Dabei war und ist die ethnische, staatliche Zugehörigkeit der
Insel sowohl historisch als auch politisch bis heute uneindeutig. Zunächst der Ming Dynastie
angehörig, dann von den Portugiesen (1590), später von den Niederländern (1624) und
zuletzt von den Japanern bis 1945 besetzt (1895; Als Ergebnis des chinesisch-japanischen
Krieges musste China Taiwan an Japan abtreten.), erhob zuletzt (ab 1949/50) die
Kuomintang unter ihrem Führer Chiang Kai-shek Anspruch auf die Insel und gründete unter
,,partieller Souveränität" ein demokratisches, freies China die Republik China / R.O.C. (vgl.
Gälli 1988, S. 5f). Bis heute hat Taiwan mit Schwierigkeiten der internationalen
Anerkennung zu kämpfen. Das Jahr 1971 markiert einen wichtigen Wendepunkt für die
Kuomintang in Taiwan. Die VR China verdrängte die R.O.C. aus der UN. Unter dem Druck
Pekings brachen viele Nationen den politischen Kontakt zu Taiwan ab. Zudem wurden die
Mitgliedschaften in der IMF und der Weltbank beendet (vgl. Islam, I. / Chowdhury, A., S.
171). Die USA, einst wichtigster politischer Verbündeter, die jeher beabsichtigten, Taiwan
als ,,unversenkbaren Flugzeugträger" für sich zu gewinnen, kehrten sich ab, bauten
diplomatische Beziehungen zur VR China auf und erkannten Peking als alleinigen Sitz der
ausführenden Gewalt über China und Taiwan an. ,,Hierdurch wurde der Aufbau einer
taiwanesischen Schwer- und Rüstungsindustrie zur politischen Überlebensfrage und jene bis
heute erfolgreiche Diversifikation der taiwanesischen Ökonomie eingeleitet, welche die
Regierung wiederkehrend auf ihre Richtigkeit hin überprüfte und entsprechend
veränderte" (Fronius 2001, S. 65). Bis heute unterhält die Republik China nur noch wenige
offizielle (!) diplomatische Beziehungen zu wirtschaftlich eher unbedeutenden Staaten (vgl.
Taiwan-Konflikt: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie). Als Folge von Taiwans Austritt
aus der UN, beschloss die USA diplomatische Beziehungen zur VR China aufzubauen. Das
korrelative Sicherheitsabkommen, das Taiwan vor Übernahmen bzw. Angriffen durch die
VR China beschützen sollte, wurde ebenso aufgehoben (vgl. Gälli 1988, S. 16f).
- 3 -
Die wirtschaftlichen Beziehungen fanden unter all den politischen Strapazen, denen sich
Taiwan ausgesetzt fühlte, allerdings keinen Abriss. Heute besitzt Taiwan alle äußeren
Kennzeichen eines florierenden Staates. Die 22 Millionen Einwohner genießen ein
durchschnittliches Jahreseinkommen von ca. 27.600 US$ pro Kopf und das
Bruttosozialprodukt (BSP) stieg im Jahre 2006 um 4.7% auf 360,8 Milliarden US$ (vgl.
Economy of Taiwan: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie). Zudem bildet Taiwan die
Spitze der Liste der Entwicklungsländer im Bereich der Einkommensdistribution (vgl. Islam,
I. / Chowdhury, A., S. 174), bei einer Arbeitslosenquote von 3,9% (2006).
2 Exportorientiertes Entwicklungsmodell
Taiwans unglaubliches wirtschaftliches Engagement führte dazu, dass es heute Rang 17 im
internationalen Vergleich der Wirtschaftsmächte einnimmt. Taiwan ist der 14. größte
Exporteur, der 16. größte Importeur von Waren und der drittgrößte Halter von Reserven in
fremder Währung. Die USA, Hongkong und Japan sind die größten Abnehmer
taiwanesischer Produkte. Dieser Warenverkehr machte 2002 53,3% des gesamten Exportes
aus. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um elektrische Maschinenanlagen, mechanische
Vorrichtungen, Kunststoffe, Textilien, Eisen und Stahl.
Im Jahre 2002 exportierte Taiwan Waren nach Hongkong im Werte von $30,9 Milliarden,
14% mehr, als im Jahr zuvor, hauptsächlich durch den indirekten Handel mit der VR China.
Es ergab sich ein Handelsüberschuss von $29,1 Milliarden mit Hongkong, was im Jahr 2006
23,6% des gesamten taiwanesischen Exportes ausmachte. Der Nordamerikanische Anteil an
Taiwans gesamten Export macht ca. 20,5% aus; der der Europäer 14,2% und der der ASEAN
(Association of Southeast Asian Nations) 12,2% (Asianinfo.org).
Der Export bildete sowohl in Taiwan als auch in den anderen "Tigerstaaten" Singapur, Süd-
Korea und Hongkong (auch Japan) die wohl wichtigste Grundlage ihres ökonomischen
Erfolgs. Der erste wirtschaftliche Aufschwung folgte erst mit der Ausdehnung des
Außenhandels. Ein steigendes ökonomisches Wachstum führte wiederum zu einer
Ausweitung des Exports. ,,Wann immer die Ausfuhren anstiegen, belebte sich die gesamte
Wirtschaft. Und wenn sie zurückgingen, kam es zum Konjunktureinbruch" (Woronoff 1986,
S. 178). Die Insel Taiwan ist äußerst karg mit Rohstoffen und natürlichen Ressourcen
ausgestattet. Die immer größer werdende Bevölkerung, verbunden mit einem sich stark
verbessernden Ausbildungs- und Produktionsniveau, bedurfte einem zunehmenden und
ständigen Warenaustausch, um dieses Wachstum auch nachhaltig zu unterhalten. Taiwan war
deshalb wohl stärker als manch anderes Land auf den Außenhandel angewiesen. Die
Erkenntnis zur Notwendigkeit des Außenhandels erkannte Taiwan allerdings nicht selbst.
- 4 -
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