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Subtitle: Marginale Siedlung in Norwegen zur Eisenzeit
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 17 Pages
Author: Hilthart Pedersen
Subject: Archaeology
Details
Institution/College: Christian-Albrechts-University of Kiel (CAU Institut für Ur- und Frühgeschichte)
Tags: Siedeln, Rande, Welt, Zwischen, Grönland, Julierpass, Siedlungen, Grenzbereich, Aktivitäten
Year: 2005
Pages: 17
Grade: 2
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-10253-2
ISBN (Book): 978-3-640-11907-3
File size: 3517 KB
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Abstract
Borg auf den Lofoten im Norden Norwegens ist allein schon durch seine nördliche geographische Lage eine marginale Region. Nichtsdestoweniger hat der Häuptlingssitz auf Borg auch seine eigenen Einnahmequellen gehabt wie die Pelztierjagd und Fischfang, war aber trotzdem auf fremde Importgüter angewiesen. Im Vergleich zu früheren Perioden ist die Eisenzeit die fundreichste Periode auf den Lofoten. Borg ist eines von drei Zentren auf der Insel Vestvågøy, neben dem Zentrum von Gimsøy und dem am Buknesfjorden, alle ab der Römerzeit datierend (hier ab 200 n. Chr.). Diese Zentren zeichnen sich durch Funde von großen Bootshäusern und anderen imposanten Monumenten aus wie dem einzigen Runenstein auf Gimsøy in Nord-Norwegen Das Gebiet mit den Resten der archäologisch ausgegrabenen Hausgrundrisse, ist in Borg I -V eingeteilt (Abb. 4). Hier ist Borg I der Römerzeit bis Völkerwanderungszeit zuzuordnen, Borg II der frühen Wikingerzeit und Borg III- V (V: Pfarrhaus) sind spätmittelalterlich bis neuzeitlich einzuordnen. Borg III besteht aus drei Grundrissen von Häusern. Borg II ist ein Siedlungsgebiet gerade östlich von Borg I und besteht aus drei Hausgrundrissen, umfasst dabei das größte Wikingerhaus um 900/1000 n. Chr. des nordischen Raumes. Es ist wahrscheinlich ein gewöhnlicher Hof welcher Borg I ablöste
Excerpt (computer-generated)
Christian – Albrechts Universität zu Kiel, Institut für Ur- und Frühgeschichte
Hauptseminar: Zwischen Grönland und Julierpass – Siedlungen im Grenzbereich
menschlicher Aktivitäten.
Siedeln am Rande der Welt
Ur -und Frühgeschichte, Alte Geschichte, Antike Philologie
Inhaltverzeichnis
Marginale Siedlung in Norwegen zur Eisenzeit
Entwicklung des norwegischen „gårds“ in der Eisenzeit ... 2
Beispiele von Siedlungen der Römer-, Völkerwanderungs- und Wikingerzeit ... 4
Borg auf den Lofoten
Einleitung ... 5
Lokale geographische Umgebung ... 5
Vegetation ... 6
Die Eisenzeit auf Vestvågøy ... 6
Borg I – Das Haupthaus ... 7
Raumaufteilung ... 7
Funde der Bewirtschaftung ... 8
Geophysische Prospektierungen und Bodenanalysen ... 9
Pflanzenreste ... 10
Borg als marginaler Häuptlingssitz – Ungunstraum? ... 10
Tabellen und Abbildungen ... 13
Anhang
Bildverzeichnis... 14
Literatur... 14
Marginale Siedlung in Norwegen zur Eisenzeit
Entwicklung des norwegischen „gårds“ in der Eisenzeit (200 v. Chr. - 1000)
Zu dem hier behandelten Thema der marginalen Siedlung in Norwegen betrachte ich hier nur die Eisenzeit und weise die generellen Tendenzen der Siedlungsweise und des Hausbaus auf. Das Land ist durch seine große Fläche und durch den ungünstigen Raum der Gebirgsregionen für Besiedelung und Wirtschaft zum größten Teil ungeeignet (90%). Deshalb weisen die Gehöftsiedlungen (bygder) andre Strukturen auf als heimische Dörfer bei uns in Deutschland zu dieser Zeit. Die Gehöfte bilden verstreut liegend das eigentliche Dorf, diese Gehöfte können deshalb schon mehrere Kilometer auseinander liegen wegen der weitflächigen Bodenverteilung und bilden mit zwei/drei Höfen meistens eine Gehöftsammlung (bygd).
Diese Gehöftsammlung bildet fast ein kleines Dorf für sich bzw. kann sich später zu einem größeren Dorf entwickeln (Leland/Leierfjord – Nordland Fylke).
In der frühen Eisenzeit wurden die Sommer kühler und feuchter. In den Jahrhunderten nach Christi Geburt ist anhand von Pollenanalysen ein trockeneres und wärmeres Klima, mit einer kurzen sehr warmen Periode von 300 bis 400 n. Chr., festzustellen.
Der Haustyp aus der vorrömischen Eisenzeit (200 v. Chr. – 0 Chr. Geb.) ist dem der Bronzezeit in Rogaland sehr ähnlich, obwohl dieser nun eine Tendenz kürzer zu werden in der Vorrömischen Eisenzeit aufweist
Es handelt sich dabei um dieselbe Wand– und Dachkonstruktion, dieselbe Art von Lehmverputzten Wänden und mit Reetdach oder auch mit torfbedecktem Dach. (FOLDØY 1995). In der zweiten Hälfte der vorrömischen Eisenzeit kamen quadratische Pfosten zum Tragen des Daches, die die zuvor gebrauchten runden Pfosten ablösten. Um Christi Geburt wurde die herkömmliche Methode mit lehmverputzen Flechtwerkwänden verlassen und in der Römerzeit wurden zunehmend die Wände in den Häusern aus Holz gefertigt.
Die Häuser der römischen Eisenzeit (0 – 400 n Chr.) zeigen vielfache Neuerungen auf. Zum einen sind sie zwischen 20 und 30 m lang und 6-7 m breit, deutlich größer und besitzen eine durchschnittliche Fläche von 180 – 300 m². Die Häuser weisen größere Pfosten in nun größeren Intervallen angeordnet auf. Sie zeigen dass die horizontalen Holzplanken welche die Wand verkleiden in die Pfosten verzahnt waren. Interessant ist besonders ein Haus auf Forsandmoen, das Haus XII (Abb. 3) mit zwei gegenüberliegenden Eingängen, jedoch ohne Stallteil, aber mit einer Art Halle. Dies Haus wird als ein Haus zugehörig der Oberschicht gedeutet wegen dem Fehlen des Stallteils und den mittig gegenüberliegenden Eingängen.
In der Völkerwanderungszeit werden die Häuser tendenziell noch größer und werden vermehrt regelmäßiger gebaut, eine standardisierte Planlösung ist zu erkennen. Die Häuser erreichen nun bis 40 m Länge und 9 m Breite. Es existieren immer zwei gegenüberliegende Eingänge zwischen dem ersten und zweiten Pfostenpaar. Hier sind die Haupthäuser wie auch zunehmend in der Römerzeit als Wohn-Stallhäuser fassbar. Oft bilden die Hausgrundrisse hügelartige Kulturschichten so genannte Wüstungen (gårdshaug). Weiterhin sind die Häuser mit steinisolierten Wänden errichtet worden mit einer Unterteilung in drei Räume. Diese Steinisolierung hat ca. 1 m Dicke ausgemacht (LØKEN 1988).
[...]
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