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Diploma Thesis, 2008, 52 Pages
Author: Tim Jülicher
Subject: Economics / Business: Supply, Production, Logistics
Details
Tags: Organisation, Distributionslogistik
Year: 2008
Pages: 52
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 70 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-09722-7
ISBN (Book): 978-3-640-09931-3
File size: 281 KB
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Abstract
Die betriebliche Logistik hat in den vergangenen Jahrzehnten stetig an Bedeutung gewonnen und stellt Anfang des 21. Jahrhunderts eine entscheidende Herausforderung an Unternehmen dar. Drucker bezeichnete die Logistik noch 1962 als „economy’s dark continent“: „We know it is there, and we know it is big, and that's about all.“ Geschätzte Logistikkostenanteile an den Produktkosten zwischen 5% und 20% je nach Branche belegen die gehobene Bedeutung eines effizienten Lieferservices. Auch der in Wissenschaft und Praxis bis heute vergleichsweise ungenau bestimmbare betriebliche Aufwand für logistische Leistungen im Allgemeinen zeigt diese Tendenz auf. Als Wettbewerbsinstrument bieten optimale logistische Prozesse gerade auf den durch Markttransparenz gekennzeichneten Käufermärkten Potentiale der Kundengewinnung und -treue. Auch die Distribution hat ihre einstige Stellung als Hilfsfunktion zugunsten einer Rolle eines eigenständigen mikrologistischen Systems aufgegeben und stellt damit ein vergleichsweise junges Forschungsgebiet innerhalb der Betriebswirtschaft dar. Eine erfolgreiche Organisation der Distributionslogistik ist demnach für ein Unternehmen eine gute Möglichkeit, durch Kosteneinsparungen zusätzliche Gewinne zu generieren und seine Stellung im Wettbewerb zu verbessern. [...] Diese Arbeit widmet sich der Möglichkeit, E-Commerce entlang einer bestehenden Wertkette einzusetzen, also das existierende Unternehmen um einen elektronischen Absatzkanal zu erweitern (Multi-Channel-Strategie). Sie beschränkt sich dabei auf die Beobachtung des B2C-Bereichs, befasst sich also ausschließlich mit den Verkaufsbeziehungen zwischen Unternehmen und Konsumenten. Die Frage, die sich dann für Unternehmen stellt und die Motivation dieser Arbeit ist, ist folgende: Mit Hilfe welcher Betriebsform kann die Distributionslogistik unter Berücksichtigung eines hohen Lieferservices im Hinblick auf die Transaktionskosten am effektivsten, d.h. kostengünstigsten durchgeführt werden? Dabei wird untersucht, bei Vorliegen welcher Transaktionsmerkmale eine der Formen den anderen ceteris paribus vorzuziehen ist. Der Transaktionskostenansatz eignet sich aufgrund seiner offenen Auslegung des zentralen Begriffes des Transaktion und seiner Realitätsnähe für einen theoretischen Vergleich der in der Praxis anzutreffenden Betriebsformen.
Excerpt (computer-generated)
F E R N U N I V E R S I T Ä T in Hagen
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Diplomarbeit im wirtschaftswissenschaftlichen
Diplomstudiengang, Bearbeitungszeit: 8 Wochen
im Fach:
Produktionswirtschaft
über das Thema:
Organisation der Distributionslogistik
von:
Tim Jülicher
Abgabedatum: 21.5.2008
Seite I
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1
Einleitung 1
1.1
Problemstellung 1
1.2
Ziel und Gang der Arbeit 2
2
Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmungen 4
2.1
Die historische Entwicklung der Distributionslogistik und definitorische Grundlagen
der Arbeit 4
2.2
Der Organisationsbegriff in der Logistik 8
2.3
Verschiedene Betriebsformen und ihre Ausprägungen im E-Commerce 9
2.4
Zusammenfassung 10
3
Der Transaktionskostenansatz in der Neuen Institutionenökonomie 11
3.1
Die historische Entwicklung des Transaktionskostenansatzes 11
3.2
Kritische Würdigung des Transaktionskostenansatzes 13
3.3
Zusammenfassung 14
4
Komparativ heuristische Analyse verschiedener Betriebsformen im E-Commerce 15
4.1
Der direkte interne Vertrieb 16
4.1.1 Der status quo bei der Entscheidung zur Multi-Channel-Strategie 17
4.1.2 Die Atomisierung der Sendungsgröße: Alternative Vertriebsstrategien 19
4.1.3 Hemmfaktoren und Grenzen des direkten internen Vertriebs 23
4.2
Der direkte externe Vertrieb 25
4.2.1 Die Nutzung elektronischer Märkte 26
4.2.2 Die Distribution mit Hilfe von KEP-Dienstleistern 27
4.2.3 Weitere Funktionen von Logistikdienstleistern 28
4.3
Der indirekte Vertrieb 29
4.3.1 Die verschiedenen indirekten Vertriebsmöglichkeiten 31
4.3.2 Die Rolle der Produktvariantenvielfalt im E-Commerce 32
4.3.3 Mengen- und Lerneffekte der Intermediäre 33
4.3.4 Probleme vertraglicher Beziehungen 34
4.4
Zusammenfassung 37
5
Fazit und Ausblick 38
Quellenverzeichnis 40
Seite II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Aufbau der Arbeit 3
Abbildung 2: Einordnung des B2C-Commerce 6
Abbildung 3: Kostenvergleich der alternativen Zustellvarianten 22
Abbildung 4: Zustellkosten alternativer Vertriebsformen 23
Abbildung 5: Der Wandel von stationärem Handel und E-Commerce von 1998 bis 2010 31
Seite III
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Funktionen und Aufgaben eines Intermediäres 30
Tabelle 2: Zusammenfassung der Ergebnisse 39
Seite IV
Abkürzungsverzeichnis
Abb Abbildung
Aufl. Auflage
B2B Business-to-Business
B2C Business-to-Consumer
BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikati-
on und neue Medien
bspw. beispielsweise
bzw. beziehungsweise
ca. circa
d.h. das heißt
Dr. Doktor
E-Business Electronic Business
E-Commerce Electronic Commerce
E-Distribution Electronic Distribution
E-Logistics Electronic Logistics
engl. englisch
et al. et alteri
f. folgende
ff. fortfolgende
Hrsg. Herausgeber
IuK-Technologien Informations- und Kommunikationstechnologien
IT Informationstechnik
Jg. Jahrgang
KEP-Dienstleister Kurier-, Express- und Paketdienstleister
LKW Lastkraftwagen
M-Commerce Mobile Commerce
Mio. Millionen
Mrd. Milliarden
Nr. Nummer
o. Jg. ohne Jahrgang
o. V. ohne Verfasser
PC Personal Computer
PKW Personenkraftwagen
Prof. Professor
S. Seite
vgl. vergleiche
Seite V
vs. versus
z.B. zum Beispiel
Kapitel 1: Einleitung
Seite 1
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die betriebliche Logistik hat in den vergangenen Jahrzehnten stetig an Bedeutung gewonnen
und stellt Anfang des 21. Jahrhunderts eine entscheidende Herausforderung an Unterneh-
men dar.
Drucker
bezeichnete die Logistik noch 1962 als
econo
We
know it is there, and we know it is big, and that′s about all.
1 Geschätzte Logistikkostenan-
teile an den Produktkosten zwischen 5% und 20% je nach Branche belegen die gehobene
Bedeutung eines effizienten Lieferservices.2 Auch der in Wissenschaft und Praxis bis heute
vergleichsweise ungenau bestimmbare betriebliche Aufwand für logistische Leistungen im
Allgemeinen zeigt diese Tendenz auf. Als Wettbewerbsinstrument bieten optimale logistische
Prozesse gerade auf den durch Markttransparenz gekennzeichneten Käufermärkten Potenti-
ale der Kundengewinnung und -treue.3 Auch die Distribution hat ihre einstige Stellung als
Hilfsfunktion zugunsten einer Rolle eines eigenständigen mikrologistischen Systems aufge-
geben und stellt damit ein vergleichsweise junges Forschungsgebiet innerhalb der Betriebs-
wirtschaft dar.4 Eine erfolgreiche Organisation der Distributionslogistik ist demnach für ein
Unternehmen eine gute Möglichkeit, durch Kosteneinsparungen zusätzliche Gewinne zu
generieren und seine Stellung im Wettbewerb zu verbessern.
Der Eintritt in das Informationszeitalter und insbesondere die rasante Entwicklung des Inter-
nets gilt bei den meisten Experten als eine technische Innovation im Sinne des Kondratieff-
Zyklus, also eine das gesamte gesellschaftliche Leben umwälzende, in Wellen von ca. 45 bis
60 Jahren auftretende Erfindung, die für die Menschen mit Einkommens- und Wohlstands-
schüben verbunden ist.5 Ist die Ende der 1990er Jahre aufkommende Euphorie infolge zu
optimistischer Prognosen zwar ab dem Jahre 2000 gemeinsam mit der sprichwörtlichen
-Com-
nach der Konsolidierung ein etwas gemäßigteres,
dafür aber stabileres Wachstum feststellen: Der Online-Umsatz durch deutsche Verbraucher
stieg alleine von 32
5 auf
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM)
erwartet für das Jahr 2010 einen weiteren Anstieg auf 145
. 28 Mio. Deutsche haben
1 Vgl. Drucker (1962), S. 103f.
2 Vgl. Klaus/Kille (2006), S. 2.
3 Vgl. Ihde (2001), S. 35ff.
4 Vgl. Bröcker (1972), S. 191.
5 Vgl. Dichtl/Issing (1994), S. 1168.
Kapitel 1: Einleitung
Seite 2
bereits Erfahrung mit dem Einkauf von Waren über das Internet gesammelt, die Tendenz ist
steigend.6
Durch diese Entwicklung ergeben sich für Unternehmen, die ihr Geschäftsfeld auf das Inter-
net ausweiten, neue Chancen und Möglichkeiten für den Vertrieb von Produkten. Die Anbie-
ter können ihre Produkte mit wenig Aufwand national oder sogar global vertreiben und so
neue Vertriebskanäle nutzen.7 Durch neuartige Präsentationsmöglichkeiten sowie eine direk-
te Kundenorientierung können Reichhaltigkeit und Reichweite der angebotenen Pro-
duktinformationen erweitert und so neue Käuferschichten gewonnen werden. Außerdem be-
steht für Unternehmen die Möglichkeit, klassische Handelsstufen zu umgehen und die damit
verbundenen Kosteneinsparungen zum Teil an die Verbraucher weiterzuleiten. Diese Mög-
lichkeiten bieten sich kleinen und mittleren Unternehmen ebenso wie den Global Playern. Im
deutschen Handel verfolgen bereits 25% der Unternehmen eine Multi-Channel-Strategie
unter Einbeziehung des Internets.8 Viele weitere Unternehmen bereiten den Online-Vertrieb
vor, aktuell planen z.B.
Adidas
und
Hugo Boss
, einen eigenen E-Commerce-Kanal zu instal-
lieren.9
1.2 Ziel und Gang der Arbeit
Diese Arbeit widmet sich der Möglichkeit, E-Commerce entlang einer bestehenden Wertkette
einzusetzen, also das existierende Unternehmen um einen elektronischen Absatzkanal zu
erweitern (Multi-Channel-Strategie). Sie beschränkt sich dabei auf die Beobachtung des
B2C-Bereichs, befasst sich also ausschließlich mit den Verkaufsbeziehungen zwischen Un-
ternehmen und Konsumenten. Die Frage, die sich dann für Unternehmen stellt und die Moti-
vation dieser Arbeit ist, ist folgende: Mit Hilfe welcher Betriebsform kann die Distributionslo-
gistik unter Berücksichtigung eines hohen Lieferservices im Hinblick auf die
Transaktionskosten am effektivsten, d.h. kostengünstigsten durchgeführt werden? Dabei
wird untersucht, bei Vorliegen welcher Transaktionsmerkmale eine der Formen den anderen
ceteris paribus vorzuziehen ist. Der Transaktionskostenansatz eignet sich aufgrund seiner
offenen Auslegung des zentralen Begriffes des Transaktion und seiner Realitätsnähe für
einen theoretischen Vergleich der in der Praxis anzutreffenden Betriebsformen. Das Haupt-
6 Vgl. Stahl et al. (2007), S. 3.
7 Vgl. Stahl et al. (2007), S. 42: Wenn auch meist in geringem Maße, vertreiben 80% der befragten
Unternehmen ihre Waren auch ins Ausland.
8 Vgl. O.V. (2005a), S. 15.
9 Vgl. Erlinger (2007), S. 82.
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