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Alonso Sánchez Coello, Hofmaler Philipps II.

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 17 Pages
Author: Natalie Schlee
Subject: Art - Painting

Details

Event: Spanische Malerei des "Goldenen Zeitalters" (16./17. Jh.)
Institution/College: University of Osnabrück (Kultur- und Geowissenschaften, Kunst/Kunstpädagogik)
Tags: Alonso, Sánchez, Coello, Hofmaler, Philipps, Spanische, Malerei, Goldenen, Zeitalters
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 17
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V94602
ISBN (E-book): 978-3-640-10669-1

File size: 755 KB

Abstract

Kein anderes Land hat es jemals zu einer so dichten und geschlossenen Produktion von höfischen Bildnissen gebracht als Spanien. Diese Portraits von Mitgliedern der spanischen Habsburger-Dynastie lassen sich in zwei Gruppen teilen: eine von ungefähr 1550-1620, die von Antonio Moro über Alonso Sánchez Coello und seinem Schüler Juan Pantoja de la Cruz bis zu Bartolomé Gonzólez reicht, also von Philipp II. bis zum jungen Philipp IV.; und die zweite bis ca. 1700, die Diego Velázquez und seine Nachfolger umfasst, und in die Zeit des reiferen Philipp IV., sowie Karls II., des letzten spanischen Habsburger fällt. Die beiden Gruppen unterscheiden sich dadurch, dass die Vertreter der zweiten Gruppe nicht nur, sondern auch Portraits gemalt haben, die Künstler der ersten Gruppe aber waren ausschliesslich Portraitisten.1 Als Sánchez Coello seinen Lehrer Antonius Moro ablöste und seinen Posten des Hofmalers bei Philipp II. übernahm, hatte sich am Hof die neue spanische Bildnismalerei etabliert, die sich über viele Generationen gehalten hat. Während die Katholischen Könige, das Ehepaar Isabella I. und Ferdinand II., und auch deren Enkel Karl V. Italiener und Niederländer auf allen Gebieten der Kunst bevorzugt hatten, und Philipp II., Karls Sohn, wie später Philipps Sohn Philipp III., im Allgemeinen auch für alle religiösen, mythologischen und historischen Themen Ausländer vorzogen und die spanischen Maler nur begrenzt an den königlichen Aufträgen beteiligten, lag die Bildnismalerei ab jetzt in den Händen der Spanier.2 Über ein Vierteljahrhundert lieferte Sánchez Coello in seinem Amt als Hofmaler Dreiviertel- und Ganzfigurenportraits der königlichen Familie (Abb. 1). Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel die Persönlichkeit von Alonso Sánchez Coello und die Bedeutung seines Werks zu erfassen. Als erstes wird eine kurze Biografie des Malers vorgestellt. Bei der Analyse des Werks von Sánchez Coello werden zunächst die Entwicklung und Charakteristiker des Herrscherportraits, dessen repräsentatives Darstellungsschema in sämtlichen Bildnissen Sánchez Coellos zu beobachten ist, erläutert. Danach wird der Einfluss von Antonio Moro und Tizian, den beiden großen Vertreter des dreiviertel- und ganzfigurigen Repräsentationsportraits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, auf Coellos Werk untersucht. Als nächstes werden Sánchez Coellos Bildnisse vorgestellt.


Excerpt (computer-generated)

Universität Osnabrück

Kultur- und Geowissenschaften

Kunst/Kunstpädagogik

SS 2007

Alonso Sánchez Coello, Hofmaler Philipps II.

Seminar

(2.372) Spanische Malerei des "Goldenen Zeitalters" (16./17. Jh.)

Natalie Schlee

Bachelor

Erziehungswissenschaft (6) / Kunst/Kunstpädagogik (6)


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

2

1. Biografie

4

2. Das Werk

5

2.1 Entwicklung und Charakteristiker des Herrscherportraits

5

2.2 Einfluss von Moro und Titian auf Sánchez Coellos Werk

7

3. Die Bildnisse

8

3.1 Bildnis des Don Carlos

8

3.2 Bildnis Philipps II.

10

3.3 Bildnis der Anna von Österreich

11

3.4 Bildnis der Infantin Isabel Clara Eugenia

12

Fazit

14

Literaturverzeichnis

15

Abbildungsverzeichnis

15

1


Einleitung

Kein anderes Land hat es jemals zu einer so dichten und geschlossenen Produktion von

höfischen Bildnissen gebracht als Spanien. Diese Portraits von Mitgliedern der spanischen

Habsburger-Dynastie lassen sich in zwei Gruppen teilen: eine von ungefähr 1550-1620, die

von Antonio Moro über Alonso Sánchez Coello und seinem Schüler Juan Pantoja de la Cruz

bis zu Bartolomé Gonzólez reicht, also von Philipp II. bis zum jungen Philipp IV.; und die

zweite bis ca. 1700, die Diego Velázquez und seine Nachfolger umfasst, und in die Zeit des

reiferen Philipp IV., sowie Karls II., des letzten spanischen Habsburger fällt. Die beiden

Gruppen unterscheiden sich dadurch, dass die Vertreter der zweiten Gruppe nicht nur,

sondern auch Portraits gemalt haben, die Künstler der ersten Gruppe aber waren ausschlies-

slich Portraitisten.1

Als Sánchez Coello seinen Lehrer Antonius Moro ablöste und seinen Posten des Hofmalers

bei Philipp II. übernahm, hatte sich am Hof die neue spanische Bildnismalerei etabliert, die

sich über viele Generationen gehalten hat. Während die Katholischen Könige, das Ehepaar

Isabella I. und Ferdinand II., und auch deren Enkel Karl V. Italiener und Niederländer auf

allen Gebieten der Kunst bevorzugt hatten, und Philipp II., Karls Sohn, wie später Philipps

Sohn Philipp III., im Allgemeinen auch für alle religiösen, mythologischen und historischen

Themen Ausländer vorzogen und die spanischen Maler nur begrenzt an den königlichen

Aufträgen beteiligten, lag die Bildnismalerei ab jetzt in den Händen der Spanier.2 Über ein

Vierteljahrhundert lieferte Sánchez Coello in seinem Amt als Hofmaler Dreiviertel- und

Ganzfigurenportraits der königlichen Familie (Abb. 1).

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel die Persönlichkeit von Alonso Sánchez Coello und

die Bedeutung seines Werks zu erfassen. Als erstes wird eine kurze Biografie des Malers

vorgestellt. Bei der Analyse des Werks von Sánchez Coello werden zunächst die Entwicklung

und Charakteristiker des Herrscherportraits, dessen repräsentatives Darstellungsschema in

sämtlichen Bildnissen Sánchez Coellos zu beobachten ist, erläutert. Danach wird der Einfluss

von Antonio Moro und Tizian, den beiden großen Vertreter des dreiviertel- und ganzfigurigen

Repräsentationsportraits in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, auf Coellos Werk

untersucht.

Als nächstes werden Sánchez Coellos Bildnisse vorgestellt. Zuerst wird das erste gesicherte

Bild des Künstlers - das Bildnis des Don Carlos, Philipps Sohn aus der ersten Ehe mit seiner

Cousine Maria von Portugal, der in noch jugendlichem Alter in tragischer Weise aus dem

1 Klauner, S. 123

2 Kusche, S. 43

2


Leben geschieden ist ­ beschrieben. Als zweites wird das einzige uns heute erhaltene Bildnis

Philipps II. betrachtet. Das Bildnis der Anna von Österreich, zu der Sánchez Coello ein gutes

Verhältnis hatte, wird als drittes vorgestellt. Als letztes wird Coellos prunkvollstes und

repräsentativstes Bildnis der Infantin Isabel Clara Eugenia, Philipps ältester und geliebtester

Tochter, beschrieben.

Abschließend wird ein Fazit gezogen.

Abb. 1 Stammbaum der Habsburger von Karl V. bis Philipp III.

3



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