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Der Goldstandard (1880-1914) – ein stabilitätsgerechtes Festkurssystem?

Scholary Paper (Seminar), 2007, 20 Pages
Author: Diplom-Ökonomin Melanie Stahl
Subject: Economics / Business: Political Economics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 20
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 24  Entries
Language: German
Archive No.: V94665
ISBN (E-book): 978-3-640-10698-1
ISBN (Book): 978-3-640-11227-2
File size: 208 KB

Abstract

Nachdem das Vereinigte Königreich als erstes größeres Land 1821 zum Goldstandard übergegangen war, setzte sich dieser Währungsstandard gegenüber dem Bimettalismus (Gold-Silber-Währung) bzw. dem reinen Silberstandard in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch. Seit ungefähr 1880 bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges gehörten praktisch alle wirtschaftlich bedeutenden Länder dem Goldstandard an. Dieser internationale Goldstandard war dadurch geprägt, dass einzelne Länder eine Parität ihrer Währung zum Gold herstellten. Zu dieser Parität mussten dann die jeweiligen Währungsbehörden Gold gegen ihre heimische Währung eintauschen. Die Zeit des klassischen Goldstandards (etwa 1880 bis 1914) war mit Beginn des ersten Weltkrieges beendet. Im Gegensatz zum System von Bretton Woods und dem Europäischen Währungssystem, die ebenfalls Festkurssysteme darstellen, führten somit keine Systemdefekte zu dessen Zusammenbruch. Dies wirft die Frage auf, ob der Goldstandard ein stabilitätsgerechtes Festkurssystem darstellt. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Frage zu untersuchen. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem System von Bretton Woods und dem System des Floating wurden folgende Mindestanforderungen an ein stabilitätsgerechtes Festkurssystem formuliert: Kriterium I: In allen beteiligten Ländern sollten die Auswirkungen von Interventionen in Bezug auf die Geldbasis nicht sterilisiert werden, damit die Geldbasis durch Interventionen ceteris paribus in der Summe nicht zunimmt. Kriterium II: Die Regeln des Systems müssen gewährleisten, dass es nicht zu einer inflationären Zunahme der Weltgeldbasis kommen kann und dass ein deflationärer Druck auf die Weltwirtschaft im Ganzen vermieden wird. Um den Goldstandard unter Stabilitätsgesichtspunkten zu untersuchen, wird in dieser Arbeit wie folgt vorgegangen: In Abschnitt 2 wird auf grundlegende Merkmale des Goldstandards eingegangen. Darauf aufbauend wird in Abschnitt 3 die theoretische Funktionsweise des Goldstandards dargestellt; dadurch soll insbesondere geklärt werden, ob im Goldstandard die formulierten Mindestanforderungen erfüllt waren. Eine diesbezügliche Bewertung des Goldstandards sowie eine Zusammenfassung erfolgen abschließend in Abschnitt 4.


Excerpt (computer-generated)

UNIVERSITÄT HOHENHEIM

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Lehrstuhl für Außenwirtschaft

Seminararbeit im Rahmen des

Seminars zur monetären Außenwirtschaftstheorie

im WS 06/07

Der Goldstandard (1880-1914) ­ ein stabilitätsgerechtes Festkurssystem?

_________________________________________________________________

eingereicht von

Melanie Stahl

8. Fachsemester

Wirtschaftswissenschaften

Stuttgart-Hohenheim, 08.01.2007


Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis II

Abkürzungsverzeichnis III

1 Historischer Hintergrund 1

2 Grundlegende Merkmale des Goldstandards 2

3 Theoretische Funktionsweise des Goldstandards 4

3.1 Der Goldautomatismus 4

3.2 Die Geldwertstabilität 6

3.3 Der Geldmengen-Preismechanismus 7

3.4 Die monetäre Zahlungsbilanztheorie 9

4 Abschließende Bewertung des Goldstandards unter Stabilitätsgesichtspunkten 10

Literaturverzeichnis 14

I


Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die Erscheinungsformen des Goldstandards 2

Abb. 2: Der Goldimport- und der Goldexportpunkt 5

Abb. 3: Der Anpassungsprozess des Geldmengen-Preismechanismus 8

II


Abkürzungsverzeichnis

Abb. Abbildung

bzw. beziehungsweise

d. h. das heißt

sog. so genannt

u. a. unter anderem

v. a. vor allem

vgl. vergleiche

v. H. vom Hundert

z. B. zum Beispiel

III


1 Historischer Hintergrund

Nachdem das Vereinigte Königreich als erstes größeres Land 1821 zum Goldstandard

übergegangen war, setzte sich dieser Währungsstandard gegenüber dem Bimettalismus

(Gold-Silber-Währung) bzw. dem reinen Silberstandard in der zweiten Hälfte des 19. Jahr-

hunderts durch. Seit ungefähr 1880 bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges gehörten

praktisch alle wirtschaftlich bedeutenden Länder dem Goldstandard an (Dürr 1981,

S. 700 f.). Dieser internationale Goldstandard war dadurch geprägt, dass einzelne Länder

eine Parität ihrer Währung zum Gold herstellten. Zu dieser Parität mussten dann die

jeweiligen Währungsbehörden Gold gegen ihre heimische Währung eintauschen

(Görgens/Ruckriegel/Seitz 2004, S. 52).

Die Zeit des klassischen Goldstandards (etwa 1880 bis 1914) war mit Beginn des ersten

Weltkrieges beendet. Im Gegensatz zum System von Bretton Woods und dem

Europäischen Währungssystem, die ebenfalls Festkurssysteme darstellen, führten somit

keine Systemdefekte zu dessen Zusammenbruch (Jarchow/Rühmann 2000, S. 12 ff.). Dies

wirft die Frage auf, ob der Goldstandard ein stabilitätsgerechtes Festkurssystem darstellt.

Ziel dieser Arbeit ist es, diese Frage zu untersuchen.

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit dem System von Bretton Woods und dem

System des Floating wurden folgende Mindestanforderungen an ein stabilitätsgerechtes

Festkurssystem formuliert (Bofinger 1985, S. 180):

Kriterium I: In allen beteiligten Ländern sollten die Auswirkungen von Interventionen in

Bezug auf die Geldbasis nicht sterilisiert werden, damit die Geldbasis durch

Interventionen ceteris paribus in der Summe nicht zunimmt.

Kriterium II: Die Regeln des Systems müssen gewährleisten, dass es nicht zu einer

inflationären Zunahme der Weltgeldbasis kommen kann und dass ein

deflationärer Druck auf die Weltwirtschaft im Ganzen vermieden wird.

Um den Goldstandard unter Stabilitätsgesichtspunkten zu untersuchen, wird im Weiteren

wie folgt vorgegangen: In Abschnitt 2 wird auf grundlegende Merkmale des Goldstandards

eingegangen. Darauf aufbauend wird in Abschnitt 3 die theoretische Funktionsweise des

Goldstandards dargestellt; dadurch soll insbesondere geklärt werden, ob im Goldstandard

die formulierten Mindestanforderungen erfüllt waren. Eine diesbezügliche Bewertung des

Goldstandards sowie eine Zusammenfassung erfolgen abschließend in Abschnitt 4.

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