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Hausarbeit, 2002, 23 Seiten
Autor: Maik Philipp
Fach: Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Details
Institution/Hochschule: Universität Lüneburg (Fachbereich III - Kulturwissenschaften)
Tags: Mehr, Worte, Emanzipation, Bilder, Mitchells, Einführung, Kulturphilosophie
Jahr: 2002
Seiten: 23
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-16188-6
Dateigröße: 4811 KB
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Die Emanzipation der Bilder: Mitchells "pictorial turn"
Maik Philipp
Abgabetermin: 24. Mai 2002
Inhalt
Einleitung ... 1
1 Mitchells "pictorial turn" - Theorie und immanente Probleme ... 2
2 Die bislang friedliche Koexistenz von Sprache und Bild ... 5
3 Mehr als tausend Worte? Sprache und Bild als Komplemente
und Kontrahenten ... 6
4 Ist die Substitution der Sprache durch Bilder möglich? ... 7
5 Die Triade Bilder, Macht und Manipulation ... 9
5.1 Ein Exempel lügender Bilder: Stalins Bilderregime ... 9
5.2 Die Kontinuität der Bildmanipulationen in den Medien ... 11
Fazit ... 15
Literaturverzeichnis ... 17
Abbildungsnachweis ... 19
Einleitung
Die Kultur des ausgehenden 20. und des beginnenden 21. Jahrhunderts wird als "visuelle Kultur" bezeichnet: "Wir leben in einem visuellen Zeitalter, einem Zeitalter der Bilder."1 In einer Spirale wachsen die Bilderflut auf der einen Seite und die Bedürfnisse der Rezipienten nach mehr Visuellem. Diese "Wendung zum Bild […] findet kontinuierlich und mit großem Tempo statt."2 Das Phänomen, das die visuelle Kultur forciert, wird als "pictorial turn"3 bezeichnet, ein Ausdruck, den der Literaturwissenschaftler William John T. Mitchell im Jahr 1997 aufs Tableau brachte.
Bilder in ihrer Eigenschaft, optisch und zweidimensional Inhalte zu (re)präsentieren, haben zu einer "utopistischen Spekulationswut über die erlösende und umwälzende Macht der Bilder"4 im weltweiten wissenschaftlichen und interdisziplinären Diskurs geführt. "Stichworte wie ‚Simulation′, ‚Immaterialität′, ‚Sehen ohne Blick′, ‚Universum der technischen Bilder′, ‚Unsichtbarkeit der Welt′, ‚Hypersichtbarkeit′ agitieren die Debattierenden."5
So ausführlich der Dialog ist, so skurril erscheint er angesichts Mitchells Aussage, dass wir heute
"[…] immer noch nicht genau wissen, was Bilder sind, in welchem Verhältnis sie zur Sprache stehen, wie sie sich auf Beobachter und die Welt auswirken, wie ihre Geschichte zu verstehen ist und was mit ihnen bzw. gegen sie gemacht werden kann."6
Dem Phänomen des "pictorial turn" und einer kritischen Beurteilung will sich diese Hausarbeit widmen. Zunächst wird Mitchells Theorie des "pictorial turn" dargelegt. Daran knüpfend werden Sprache und Bild als Koexistenten, Komplementäre und Rivalen dargelegt. Es folgt eine Diskussion der Frage, ob das Bild die Sprache ersetzen kann, und die kurze Illustration bislang vorgenommener Versuche. Im Anschluss werden ältere und aktuelle Fälle der Machtschöpfung durch Bilder, vornehmlich durch Fotografien, vorgestellt. Das Fazit bündelt Kerngedanken und fasst den Inhalt der vorangegangenen Kapitel zusammen.
[...]
1 Rehkämper, Klaus; Sachs-Hombach, Klaus: Einleitung. In: dies.: Bild - Bildwahrnehmung - Bildverarbeitung. Interdisziplinäre Beiträge zur Bildwissenschaft. 1. Aufl., Nachdr. Wiesbaden 2000, S. 9 - 11, S. 9.
2 Holert, Tom: Gelenkte Visualität. In: ders. (Hg.): Imagineering. Visuelle Kultur und Politik des Sichtbaren. Köln 2000, S. 13.
3 Mitchell, William John T.: Der Pictorial Turn. In: Kravagna, Christian (Hg.): Privileg Blick. Kritik der visuellen Kultur. Berlin 1997. S. 15 - 40, S. 15.
4 ders. In: Schöllhammer, Georg: Was wollen Bilder? Ein Gespräch mit W. J. T. Mitchell von Georg Schöllhammer. Juni 1998. In: Springerin (Hg.): Widerstände. Kunst - Cultural Studies - Neue Medien. Interviews und Aufsätze aus der Zeitschrift Springerin 1995 - 1999. Wien 1999, S. 156 - 163, S. 157. Zit. nach: Holert, Tom: Bildfähigkeiten. Visuelle Kultur, Repräsentationskritik und Politik der Sichtbarkeit. In: ders. (Hg.) 2000, S. 14 - 33, S. 19.
5 Ibd.
6 Mitchell (1997), S. 17.
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