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Termpaper, 2002, 25 Pages
Author: Maik Philipp
Subject: Sociology - Work, Profession, Education, Organisation
Details
Tags: Schöne, Arbeitswelt, Ende, Normalarbeitsverhältnis, Nachfolgern
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16189-3
File size: 260 KB
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Excerpt (computer-generated)
Schöne neue Arbeitswelt
- Vom Ende des Normalarbeitsverhältnis
und seinen Nachfolgern
von Maik Philipp
Inhalt
Prolog 1
1 Laboro ergo sum 2
2 Das Phänomen Arbeit - von der Plage zum Ideal 3
3 Die Abkehr vom 3/3-Tag 5
3.1 Substitution per Innovation: Die Auswirkungen des technischen Fortschritts 5
3.2 Die Effekte des "global playing" 7
3.3 Innovation und Globalisierung - ein Danaergeschenk? 8
4 Schöne neue Arbeitswelt?
Die Alternativen zum Normalarbeitsverhältnis 10
4.1 Die Rückkehr der Arbeit ins eigene Heim: Telearbeit 10
4.2 Jeder sein eigener Unternehmer: Freelancing 13
4.3 Der Tätige als Leihware: Zeitarbeit 15
5 Die Reise in die Zukunft
- wer den Anforderungen genügt, darf partizipieren 16
Fazit 18
Literaturverzeichnis 20
Prolog
Im Juli 1998 wurde der Verfasser von der Parchimer Lokalredaktion der „Schweriner Volkszeitung“ mit der Wiederbelebung der Reportageserie „Nachts, wenn Parchim schläft“ beauftragt. Portraits von Menschen, die nachts arbeiten, sollten entstehen und Einblick gewähren in eine Arbeitssphäre, die den Lesern bislang verborgen geblieben war. Der Verfasser schrieb sechs Artikel über Menschen, „die ihren Tagesablauf aus beruflichen Gründen auf den Kopf gestellt haben.“1 Eine Angestellte einer Tankstelle,2 zwei Nachtportiers eines Hotels, 3 ein Gastwirt,4 ein Fernfahrer,5 eine Krankenschwester6 und eine McDonald’s-Angestellte7 waren Gegenstand der Betrachtung. Alle vorgestellten Personen zeichneten sich – neben der Nachtarbeit – durch eine Kongruenz aus: Sie arbeiteten alle im Dienstleistungssektor.
Nachtarbeit hatte zu jener Zeit in der ostdeutschen Kleinstadt den Charakter, außergewöhnlich oder bizarr zu sein. Daran dürfte sich bis heute einiges geändert haben.
Modifikationen haben sich gleichfalls in anderen Bereichen der Arbeit ergeben. Die Bedeutung des Normalarbeitsverhältnis’ „in der Form unbefristeter Voll-Erwerbsarbeit im erlernten Beruf“8 sinkt; andere „atypische“ Formen der Erwerbsarbeit sind entstanden und gewinnen an Boden. Mit diesen Tendenzen will sich diese Hausarbeit beschäftigen. Zwei Fragen stehen dabei im Mittelpunkt. Erstens: Wieso verschwindet der sichere 7,5 Stunden-Arbeitstag? Zweitens: Welche Alternativen treten an seine Stelle?
Zunächst wird herausgestellt, weshalb das Phänomen Arbeit eine zentrale Position im Leben des Einzelnen einnehmen konnte. Basis ist hierbei das traditionelle Normalarbeitsverhältnis. Anhand jüngerer Entwicklungen, allen voran Technisierung und Globalisierung, stellt der Verfasser dann die Veränderungen der Arbeitswelt dar. Es folgt eine Darstellung und kritische Diskussion der neuen Arbeitsformen Telearbeit, Freelancing und Zeitarbeit. Die zukünftigen Anforderungen an Arbeitnehmer werden im Anschluss behandelt. Im Fazit werden Kerngedanken gebündelt, die Entwicklungen gewertet und prospektive Tendenzen aufgenommen.
1 Laboro ergo sum
„Ich arbeite, also bin ich“ – das mag auf den ersten Blick befremdlich klingen. Denn diese Aussage beinhaltet, dass sich eine Person ausschließlich über die Tatsache, dass sie arbeitet, konstituiert. Der logische Umkehrschluss wirkt sogar noch provokanter: Wer nicht arbeitet, ist nicht. Avanciert Arbeit, speziell Erwerbsarbeit, somit zum zentralen Medium, das die Existenz eines Menschen und seinen Wert determiniert? Bevor die Frage beantwortet werden kann, ist es erforderlich, den vermeintlich simplen Begriff Arbeit zu definieren.
Die Begriffsbestimmung bereitet bereits Probleme, handelt es sich laut Martin Stengel doch bei „Arbeit“ um einen „der am meisten gebrauchten und am wenigsten scharf abgrenzbaren Begriffe.“9 In der Wissenschaft bestehen über die Kategorisierung der arbeitsimmanenten Kriterien konträre Ansichten. Ungeachtet der divergierenden Meinungen existiert ein basaler Konsens, der besagt, Arbeit sei eine zielgerichtete Tätigkeit, die der Bedürfnisbefriedigung diene.10 Diese abstrakte Definition trifft vor allem auf Arbeit als anthropologische Notwendigkeit zu: Wer beispielsweise Hunger hat, versucht das Mangelgefühl zu beseitigen, indem er sich Nahrung verschafft. Die Definition, an die sich der Verfasser hält, stammt von Eberhard Ulich. Ihr zufolge ist Arbeit eine Tätigkeit, „durch deren Ausführung der oder die Arbeitstätige zur Schaffung materieller oder immaterieller Werte für sich und/oder andere beiträgt.“11
Davon abgegrenzt ist Erwerbsarbeit eine moderne „vorherrschende Form bezahlter Arbeitsleistung“12. Sie dient der Produktion von Gütern und Dienstleistungen und als Mittel, den Lebensunterhalt zu verdienen.13 In der Regel wird Erwerbsarbeit im Sinne einer beruflichen Aktivität verstanden.
Evidenter als eine dogmatische Definition sind die Auswirkungen, die Arbeit auf Menschen hat. Sie „prägt die Menschen – und mit ihnen auch die Gesellschaft, in der sie arbeitsteilig leben“14 und bildet die Basis der Entwicklung von „individuelle[r] Identität und Selbstwertgefühle[n]“15. Weitere Konsequenzen der Arbeit beschreibt Marie Jahoda: „Sie [die Erwerbsarbeit – d. Verf.] gibt dem Tag eine Zeitstruktur, sie erweitert die sozialen Beziehungen über Familie und Nachbarschaft hinaus und […] und weist einen sozialen Status zu.“16 Nicht zuletzt ist Arbeit die Basis des (finanziellen) Überlebens des Subjekts.
[...]
1 Philipp, Maik: Keine Verschnaufpause nachts an der Tankstelle. In: Schweriner Volkszeitung (SVZ), Nr. 177, 1. August 1998, S. 15.
2 Vgl. Ibd.
3 Vgl. ders.: Der Portier wird zum Hoteldirektor der Nacht. In: SVZ, Nr. 183, 8. August 1998, S. 15.
4 Vgl. ders.: Nacht-Arbeitsplatz mit einem Hauch von Irland. In: SVZ, Nr. 189, 15. August 1998, S. 15.
5 Vgl. ders.: In der Nacht mit dem LKW durch ganz Deutschland. In: SVZ, Nr. 195, 22. August 1998, S. 15.
6 Vgl. ders.: Schwester Rosi ist nachts in der Klinik „das Mädchen für alles“. In: SVZ, Nr. 201, 29. August 1998, S. 15.
7 Vgl. ders.: Nachtschicht zwischen Pommes und Hamburgern. In: SVZ, Nr. 207, 5. September 1998, S. 17.
8 Willke, Gerhard: Die Zukunft unserer Arbeit. Hannover 1998. S. 11.
9 Stengel, Martin: Psychologie der Arbeit. Weinheim 1997. S. 18.
10 Vgl. Rosenstiel, Lutz von: Grundlagen der Organisationspsychologie. Basiswissen und Anwendungshinweise. 4. überarb. und erw. Aufl. Stuttgart 2000. S. 47; Stengel (1997), S. 10; Willke (1998), S. 14.
11 Ulich, Eberhard: Arbeitspsychologie. Zürich, Stuttgart 1994. S. 1. Zit. nach: Rosenstiel (2000), S. 47.
12 Negt, Oskar: Arbeit und menschliche Würde. Göttingen 20022. S. 18.
13 Vgl. Stengel (1997), S. 10; Willke (1998), S. 14.; Rosenstiel (2000), S. 47.
14 Willke (1998), S. 15.
15 Negt (2002), S. 18.
16 Jahoda, Marie: Social institutions and human needs. A comment on Fryer and Payne. Leisure Studies, 3. O. O. 1983. S. 136. Zit. nach: Rosenstiel (2000), S. 47f.
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