Autor: Arno Schneider
Fach: Wirtschaft - Handel und Distribution
Details
Jahr: 1998
Seiten: 101
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 476 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-07955-6
Volltext (computergeneriert)
Technischer
Betriebswirt
Absatzwirtschaft Teil 1
Letzte Überarbeitung 15.11.98
Arno Schneider
Luisenstraße 3
76596 Forbach
ArnoSchneider@swol.de
www.arnoschneider.de
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Inhaltsverzeichnis
1.
Das absatzpolitische Instrumentarium (Teil 1)
1.1
Marketing
1.1.1 Marketing als unternehmerisches Konzept
1.1.2 Begriffe des Marketing
1.1.3
Aufgaben und Instrumente
1.1.4 Märkte und Marktbearbeitung
1.1.5 Organisation und Planung
1.1.6 Marketing-Mix
1.2
Marktforschung
1.2.1 Aufgaben der Marktforschung
1.2.2 Methoden der Marktforschung
1.2.3 Objekte der Marktforschung
1.2.4 Sonderformen der Informationsgewinnung
1.3
Produktpolitik
1.3.1 Produktgestaltung
1.3.2 Suche und Beurteilung von Produktideen
1.3.3 Lebenszyklus von Produkten
1.3.4 Programmgestaltung
1.3.5 Diversifikation
1.4
Preispolitik
1.4.1 Grundlagen der Preispolitik
1.4.2 Marktformbedingte Gesetzmäßigkeiten in der Preisbildung
1.4.3 Preisdifferenzierung
1.4.4 Preisgestaltung und Kosten
1.4.5 Rabattpolitik
1.5
Distribution
1.5.1 Aufgaben und Bedeutung der Distribution
1.5.2 Absatzmethoden und Absatzwege
1.5.3 Logistik
1.6
Auftragsabwicklung
1.6.1 Auftragsbearbeitung
1.6.2 Auftragssteuerung
1.6.3 Lieferbereitschaft
1.6.4 Lieferzeit
1.6.5 Kundendienste
1.7
Absatzkontrolle
1.7.1 Methoden der Absatzkontrolle
1.7.2 Systematisierungskriterien
Absatzwirtschaft Teil 1
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2.
Verkaufsförderung, Werbung, Öffentlichkeitsarbeit (Teil 2)
2.1
Verkaufsförderung
2.1.1 Wesen und Mittel der Verkaufsförderung
2.1.2 Abgrenzung zwischen Verkaufsförderung und Werbung
2.2
Werbung
2.2.1 Arten der Werbung
2.2.2 Aufgaben der Werbung
2.2.3 Werbeverfahren
2.2.4 Festlegung des Werbebudgets
2.2.5 Erstellung von Werbebudgets (Aufteilung) und Mediaplänen
2.2.6 Werbeerfolgskontrolle
2.2.7 Public Relations
2.3
Verbraucher - Aktivitäten
2.3.1 Verbraucherinformation
2.3.2 Verbraucherberatung
2.3.3 Verbraucherbildung
2.3.4 Verbraucherschutz
3.
Vertragsrecht
3.1
Grundsätze
3.1.1 Grundsätze des Vertragsrecht
3.1.2 Produkthaftung und Folgeschäden
3.2
Leistungen
3.2.1 Leistungsgegenstand
3.2.2 Leistungszeit und Leistungsort
3.2.3 Erlöschen der Schuld, Erfüllung, Aufrechnung
3.2.4 Vertragspflichten und Folgen ihrer Verletzung
3.2.5 Allgemeine Geschäftsbedingungen
3.3
Verträge
3.3.1 Kaufvertrag
3.3.2 Werk und Werklieferungsvertrag
3.4
Konditionen
3.4.1 Rechtliche Gestaltungen
3.4.2 Wirtschaftliche Konsequenzen
3.4.3 Rabatte, Skonti, Preisnachlässe
3.4.4 Vereinbarungen von unterschiedlichen Zahlungszeitpunkten
3.4.5 Anzahlungen, Teilzahlungen, Ratenzahlungen
3.4.6 Sicherung von Forderungen (Akkreditiv, Wechsel, Eigentumsvorbehalt)
3.4.7 Kreditsicherungen
3.5
Besitzverhältnisse
3.5.1 Grundprinzipien
3.5.2 Besitz
3.5.3 Eigentum
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1. Das absatzpolitische Instrumentarium
1.1 Marketing
1.1.1 Marketing als unternehmerisches Konzept
Beispiel für die Zielhierarchie eines Industrieunternehmens
Oberziel des
Unternehmens
Hauptziele der
einzelnen
Funktionsbereiche
Ziele der
Ziele des
Ziele der
Ziele der
Ziele des
Materialwirtschaft
Personalwesens
Finanzierung
Produktion
Marketings
Produkt A
Produkt B
Produkt C
Produkt D
Strategische und
taktische
Zielsetzungen
Preispolitische
Produktpolitische
Werbepolitische
Logistische
Ziele
Ziele
Ziele
Ziele
Kommunikationsziele
Kommunikationsziele
für den Inlandsmarkt
für Auslandsmärkte
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Beispiele für marktbezogene Marketing - Ziele sind:
Ökonomische Ziele
- Steigerung des Absatzes (Umsatzes) in der Planungsperiode
- Veränderung der zeitlichen Struktur des Absatzes (Umsatzes) in der Planungsperiode
- Sicherung eines bestimmten Absatzes (Umsatzes) in den nachfolgenden Perioden
- Steigerung des Marktanteils
- Erzwingung des Zugangs in einen neuen Markt
- Senkung der Kosten des absatzpolitischen Instrumentariums
Psychographische Ziele
- Erhöhung des Bekanntheitsgrades einer Marke
- Veränderung oder Verstärkung von Einstellungen bzw. Images
- Erhöhung der Präferenzen oder Veränderung der Präferenzstruktur bei den potentiellen
Abnehmern
Grundlagen einer Marketingkonzeption
Das unternehmerische Leitbild schriftlich fixieren
Die Einordnung in ein übergeordnetes Wirtschaftssystem darstellen
Festlegungen treffen, die quantifizierbar sind.
Die wesentliche Merkmale, die das Unternehmen charakterisieren sollen, herausarbeiten
Das Unternehmen als Ganzes betrachten und sich nicht in Details verlieren
Das Unternehmensleitbild ist die geistige Grundlage für:
-
das Selbstverständnis des Unternehmens mit seinen Unternehmensbereichen
-
die ethischen und moralischen Kategorien unseres wirtschaftlichen Handelns
-
die Geschäftsstrategie des Unternehmens
Die Inhalte des Leitbildes drücken aus, in welchem Bewußtsein sich das Unternehmen
den zahlreichen komplexen Herausforderungen unserer Zeit stellt.
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Die Dokumente, die von Unternehmen als
Leitbilder
Grundsätze
Philosophien
veröffentlicht werden, sind sehr unterschiedlichen Inhalts.
Leitbilder sind meist auf wertorientierte Aussagen beschränkt:
z.B.
,,Im Mittelpunkt unseres Handelns steht der Kunde
"
Leitbilder enthalten zahlreiche Absichtserklärungen wie:
z.B.
,,Wir verfolgen das Ziel ..."
Leitbilder enthalten häufig ,,Soll-Botschaften" wie:
z.B.
,,Es ist wichtig, daß die Mitarbeiter sich mit den Zielen des Unternehmens
identifizieren."
Nicht nur Menschen, auch Unternehmen haben Prinzipien und Werte. Sie bestimmen das
Profil des Unternehmens; und sie prägen die Unternehmenskultur, also auch die Art, wie
die Menschen im Unternehmen miteinander umgehen und nach außen hin auftreten.
Werte, die uns verbinden sind z.B.:
Traditionsbewußtsein
Innovatives Denken
Ausgeprägte Kundenorientierung
Konsequentes Qualitätsstreben
Verantwortliches Handeln gegenüber
- den Mitarbeitern
- den Geschäftspartnern
- der Gesellschaft
- der Umwelt
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Verhaltensgrundsätze
Aussagen der Unternehmensleitung zur künftigen
Produktionspolitik
- Fragen der Fertigungstiefe
- Kooperationen (Synergien)
Beschaffungspolitik
- regional, national, global sourcing
Verhalten zu Marktpartnern
- Händlerorganisationen
- Garantie und Kulanz
Verhalten zu Lieferanten
- Preispolitik (Diktat, Tandem)
Verhalten zu Konkurrenten
- Kooperation oder Kampfpolitik
Der betriebliche Leistungsprozeß
Der betriebliche Leistungsprozeß vollzieht sich als Kombinationsprozeß der Produktionsfakto-
ren.
Unternehmensführung
Finanzierung
Beschaffung von
Beschaffung von
Materialwirtschaft
Produktion
Absatz
Arbeitskräften
Betriebsmitteln
Die Leistungsfunktionen eines Unternehmens in Form einer streckenförmigen Leistungs-
kette. Diese Form ist in der Regel ausreichend bei Verkäufermärkten.
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Unternehmensführung
Finanzierung
Beschaffung von
Beschaffung von
Materialwirtschaft
Produktion
Absatz
Arbeitskräften
Betriebsmitteln
Die Leistungsfunktionen eines Unternehmens in Form eines Regelkreises. Diese gilt be-
vorzugt bei Käufermärkten.
Die in der Unternehmung ablaufenden Prozesse
Unternehmungsprozesse
Leistungsprozeß
Steuerungsprozeß
(materielle Unter-
(immaterielle Unter-
nehmungsprozesse)
nehmungsprozesse)
Güterwirtschaftliche
Finanzwirtschaftliche
Prozesse
Prozesse
(Realphasen)
Prozeß
(Nominalphasen)
Willensbildung
Willensdurchsetzung
Beschaffung
Produktion
Absatz
Finanzierung
(Entscheidung,
Kontrolle
(Realisation)
Planung)
Realgüterfluß
Nominalgüterfluß
Nominalgüterfluß
Nominalgüterfluß
Gesamtbetreiblicher Umsatzprozeß
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Kybernetischer Regelkreis
Definition Kybernetik:
Kybernetik ist die Wissenschaft von dynamischen Systemen, in denen Informationen ver-
arbeitet werden und zur Regelung oder Steuerung von Prozessen dienen.
Zielsetzung
Sollgröße
Feedback
z.B. Planziffer
Regler
Soll - Ist
Feedback
Entscheidung
Vergleich
Messung Ist-Ergebnis
Stellgröße
Regelstrecke
Störgrößen
Realisierung
z.B. Markt
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Regelkreis Marketing
Definition Marketing:
Unter Marketing versteht man die Gesamtheit der Maßnahmen auf dem Gebiet des Ab-
satzes.
Marketing-Ziele
aus den Unternehmens-
zielen abgeleitet
Marketinginformation
Feedback
+
Marketingplanung
Entscheidung:
Kontrolle:
Auswahl der
Feedback
Soll - Ist - Vergleich
Marketingstrategie
Messung Ist-Ergebnisse
Störgrößen
Realisierung
z.B. Umwelt,
Marketing-
Markt
Konjunktur,
Instrumentarium
Konkurrenz
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Bausteine einer Marketingkonzeption:
Marktanteile am Gesamtmarkt
Marketing - Organisation
Umsatz in Absatzsektoren
Vertriebswege
Vergleich der Absatzgebiete
Umsatzergebnisse
Analyse des Kundenkreises
Listenpreisvergleich
Rabattvergleich
Werbeausgaben
Marktprognosen
Fragestellungen zur Ermittlung des Vertriebspotentials:
Haben wir das richtige Vertriebsnetz hinsichtlich Breite / Tiefe für neue Produkte ?
Sind die Vertreter und Vertretungen qualifiziert, neue Technologien zu verkaufen und
gibt es zusätzlich Reserven ?
Ist das Personal im Innendienst qualifiziert und hat es Reserven ?
Sind die Stärken / schwächen der wichtigsten Mitbewerber hinsichtlich Vertriebsorga-
nisation, Konstruktion, Technologien, etc. bekannt ?
Kennen wir unsere Kosten und die Kosten der einzelnen Produktgruppen ?
Kennen wir die wichtigsten Kennzahlen im Vertriebsbereich ?
Sind wir in der Lage, Planabweichungen rechtzeitig zu erkennen, und mit geeigneten
Maßnahmen gegenzusteuern ?
Sind wir in der Lage, kundenorientiert am Markt zu operieren ?
Kennen wir die aktuellen Bedarfsfälle (Angebote) und deren Realisierungsaussichten ?
Haben wir das Instrumentarium, Kunden (Kontaktpersonen) mit gezielten Aktionen zu
aktivieren und nach unterschiedlichen Kriterien zu beurteilen ?
Wie umfangreich muß die Produktdokumentation sein, und sind wir in der Lage, diese
zu erstellen ?
Mit welchen verkaufsfördernden Maßnahmen sind neue Produkte einzuführen - neue /
alte Regionen ?
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1.1.2 Begriffe des Marketing
Definition Marketing:
Marktorientiertes Entscheidungsverhalten im Unternehmen
oder
Gesamtheit der Maßnahmen auf dem Gebiet des Absatzes
Ø extrovertiert
introvertiert ×
Marketing bedeutet:
Führung der gesamten Unternehmung vom Markt her
Systematische Beeinflussung des Marktes zugunsten der Unternehmung
Der Begriff Marketing (vom englischen market = ,,Markt") ist weiter gefaßt als der Begriff
Absatz, da er sich auf Beschaffungsmärkte beziehen kann.
- Beschaffungsmarketing
- Absatzmarketing
Marketing steht für:
Absatztheorie
Absatzpolitik
Sortimentspolitik
Marketing kann man einteilen in:
Marketing als Denkhaltung
Marketing als konkrete Aufgabe
Erscheinungsformen des Marketing
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Marketing als Denkhaltung:
Philosophie (Denkhaltung) welche davon ausgeht, daß alle Entscheidungsprozesse der
Unternehmung systematisch auf die Bedürfnisse der Abnehmer ausgerichtet sind.
Die Unternehmung muß ein Marketingkonzept entwickeln, mit dem sie ihr Leistungspro-
gramm und ihre Marktbearbeitungsmethoden festlegt.
- Marktsegmentierung
- Bedarfsforschung
- Kaufmotive
- Preiskalkulation
- Instrumente
Marketing als konkrete Aufgabe:
- Sammlung und Auswertung von Informationen
- Ableitung von Zielen
- Einsatz von Instrumenten
- Annehmen von Entwicklungstendenzen
Erscheinungsformen des Marketing:
Leistungsarten
- Konsumgüter - Marketing
- Investitionsgüter - Marketing
- Bank - Marketing
- Dienstleistungs - Marketing
Geographische Aspekte
- Exportmarketing
- Internationales Marketing
- Domestic - Marketing (national)
Kooperation im Marketing
- Zusammenarbeit mit anderen Firmen der gleichen Branche
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Rahmenbedingungen des Marketings:
Als aktuelle und zukünftige Ursachen der Veränderungen der Rahmenbedingungen des
Marketings sind anzuführen:
Wachsende Energieverknappung, starkes Ansteigen der Energiepreise
Weltweite Rohstoffverknappungen, starkes Ansteigen der Rohstoffpreise
Eindämmung der Umweltverschmutzung, Verbesserung der Lebensqualität
Hohe Investitionen zur langfristigen Energie- und Rohstoffversorgung
Wachsende öffentliche Ausgaben und zunehmende Verschuldung der Öffentlichen
Hand
Inflationäre Preisentwicklung
Langsameres Wachstum bzw. Zeitweilige Stagnation der Realeinkommen
Stagnation im Bevölkerungswachstum der hochindustrialisierten Länder, Bevölke-
rungsexplosion bei den Entwicklungsländern
Weitgehende Befriedigung des Nachholbedarfs der Nachkriegszeit
Allmähliches Erreichen von Sättigungsgrenzen im Bedarf
Wachsendes Verbraucherbewußtsein
Steigendes Bildungsniveau und erweiterte Massenkommunikation breiter Bevölke-
rungsschichten
Tendenzieller Rückgang der Unternehmungsrentabilität
Einschränkung der Gewinne
Wachsender Verschuldungsgrad der Unternehmen
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1.1.3 Aufgaben und Instrumente
Zusammenfassung in Gruppen:
Produktpolitik
Distributionspolitik
Kommunikationspolitik
Konditionspolitik
In der Praxis kommt es darauf an, die Instrumente in der richtigen Mischung und Intensi-
tät einzusetzen. Hieraus entstand der Begriff des
Marketing - Mix
.
Die Marktforschung ist kein aktives Instrument der Marktgestaltung, sondern dient der
Feststellung der Marktgegebenheiten und Marktveränderungen.
Das Marketing-Instrumentarium und die entsprechende Zuordnung der Einzelinstrumente:
Marketing-Instrumente
Distributionspolitik
Produktpolitik
Kommunikationspolitik
Absatzorganisation
Produktgestaltung
Verkaufsförderung
Vertriebswege
Programmstrategie
Public - Relations
Marketinglogistik
Diversifikation
Absatzwerbung
Preispolitik
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1.1.4 Märkte und Marktbearbeitung
Marktmacht
Märkte sind Menschen, die als Hersteller oder Verbraucher miteinander kooperieren bzw.
Gegeneinander agieren.
Zwei Situationen
Wird der Markt beherrscht vom Produzenten, spricht man vom
Verkäufermarkt
. Wird er
hingegen beherrscht vom Konsumenten, wird von einem
Käufermarkt
oder auch
Ver-
brauchermarkt
gesprochen.
Marketing ist:
Die Erbringung der absatzwirtschaftlichen Leistung unter den Bedingungen des Käufer-
marktes.
Geschichte:
Der Weg zum totalen Käufermarkt
Phase
Nachfrage
Orientierungsdaten
Marktsituation
Engpaßsektoren und Führungskonzepte
Industrie
Handel
1948
Nachholbedarf,
Sozioökonomische
Verkäufermarkt
Engpaß:
Engpaß:
wenig strukturiert, und demographische
Produktion
Warenbeschaffung
überschaubare
Merkmale, bestim-
Führungskonzept:
Führungskonzept:
Märkte
mender Faktor
produktionsorientiert
einkaufs- und vertei-
,,Kaufkraft". Einkom-
lerorientiert
menspyramide
ca. 1960
Massennachfrage Das Masseneinkom-
Übergang zum
Engpaß:
hält an. Auflö-
men und das frei
Käufermarkt
Finanzierung und Organisation. Wachsender
sungsprozesse
disponierbare Ein-
Bedarf an Kapazitäten bei Handel und Ind u-
der Gesamt-
kommen wachsen.
strie (Fertigung, Kapital, Verkaufsfl ächen).
märkte in Teil-
Kaufkraft und sozio-
Führungskonzept:
märkte
demographische
Finanz- und organisationsorientiert. Erste
Merkmale verlieren
Konzentrationswelle in der Industrie und im
an Aussagekraft für
Handel. Erste Phase des Marketings im Sinne
die Marketing-Politik.
von Absatzförderung. Differenzierung der Ve r-
kaufs- und Betriebsformen.
1965 - 1970
Phase der Markt-
Anhaltende Einkom-
Der totale
Engpaß:
Engpaß:
zersplitterung,
mens-Explosion.
Käufermarkt
Markt
Markt
Marktsegmente
Psychologische Krite-
Marketing wird zur
Industrialisierung des
rien bestimmen zu-
Führungskonzeption
Handelsmarketings
nehmend das Kauf-
Zweite Konzentrati-
Zweite Konzentrati-
verhalten.
onswelle
onswelle
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Interdependenzen zwischen den Komponenten des Marketing
Gewinnung zukunftsbezogener
Informationen über die Kauffaktoren,
ihre Beinflußbarkeit und Fortentwicklung
(Marktforschung)
Führung der gesamten
Bestimmungsfaktoren
Unternehmung vom
der Kaufentscheidung
Markt her, u.a. Planung
der potentiellen
des absatzpolitischen
Abnehmer
ernehmung
Aktionsprogramms
(Kauffaktoren)
Systematische Beinflussung der
Unt
Kauffaktoren nach Maßgabe der
Unternehmnungsziele (Absatzpolitik)
Mark
t
Einwirkung auf die Kauffaktoren durch
Determinanten außerhalb des
unternehmerischen Einflußbereichs
- Maßnahmen der Konkurrenz
- Entwicklung der Umweltbedingungen
Kauffaktoren:
- Ausgangspunkt ist die Bedürfnishierarchie
- Kauffaktoren sind zum Kaufentschluß notwendige Bedingungen
- Potentielle Abnehmer sind alle Wirtschaftssubjekte außerhalb der Unternehmens-
organisation.
Interdependenzen:
Gegenseitige Abhängigkeiten
Determinanten:
Maßgebende Umstände, geistige Entwicklung
Marktforschung:
- Informationen über die Fortentwicklung der Kauffaktoren, die ohne Änderungen in
der Absatzpolitik vermutlich eintreten (Entwicklungsprognose).
-
Veränderte absatzpolitische Einflußnahme (Wirkungsprognose).
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Marktformen und Marktbedingungen
Die verschiedenen Arten von Marktkonstellationen werden als Marktformen bezeichnet.
Eine Vielzahl theoretischer Aussagen für eine Marktkonstellation liegen vor.
Gemeint ist der Idealtyp des sogenannten
,,Vollkommenen Marktes"
nach Gutenberg,
der auf folgenden Annahmen beruht:
a) Alle Marktteilnehmer streben nach einem Maximum an Gewinn bzw. Nutzen.
b) Die Reaktionsgeschwindigkeit der marktlichen und betrieblichen Anpassungsprozesse
ist unendlich groß.
c) Es herrscht vollständige Markttransparenz
d) Auf beiden Marktseiten fehlen jegliche Präferenzen (Vorteile nicht preislicher Art;
räumliche, zeitliche, persönliche, sachliche Vorteile), d.h. die auf dem Markt gehan-
delten Güter sind homogen.
Unvollkommener Markt:
Die in der Realität anzutreffenden Märkte sind unvollkommen; ihre Merkmale weichen
mehr oder weniger stark von den oben genannten Annahmen ab.
Der Vollkommene Markt dient gewissermaßen als Ausgangspunkt bzw. Gradmesser für
die Analyse der Unvollkommenheiten des eigenen Absatzmarktes.
Weitere Marktformeinteilungen:
Des weiteren kann die Marktformeneinteilung nach unterschiedlichen Gesichtspunkten
vorgenommen werden, z.B.:
Offene / Geschlossene Märkte
(Zugangsbedingungen z.B. in China, Ostblock, etc.)
Freie / Regulierte Märkte
(Aus der Rechtsprechung / Rechtsordnung abgeleitet)
Gebundene / Ungebundene Märkte
(Schlüsselmarkt, z.B. Automobilmarkt)
Einstufige / Mehrstufige Märkte
(Groß- oder Einzelhandel)
Monopol:
Das absolute Monopol bildet einen Idealtyp, der in der Praxis nicht anzutreffen ist.
Eine unbeschränkte Monopolstellung wäre dann gegeben, wenn es keine Substitutions-
produkte für das monopolisierte Gut gäbe bzw. Der Monopolist alle Substitutionsprodukte
selbst herstellt.
Realtypische Angebotsmonopole sind dadurch gekennzeichnet, daß der Anbieter augen-
blicklich keine nennenswerte Konkurrenz spürt.
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Der Anbieter (Monopolist muß beispielsweise beachten, daß zu hohe Preise:
- latente Konkurrenz wachrufen können
- staatliche (behördliche) Reaktionen auslösen können
- Verbraucherverbände auf den Plan rufen können
- Gewerkschaften zu höheren Lohnforderungen veranlassen können usw.
Oligopol:
Das Angebotsoligopol ist eine Marktform, die durch eine kleine Anzahl von Anbietern mit
relativ großen Marktanteilen gekennzeichnet ist. Bei lediglich zwei Anbietern wird von
Dyopol gesprochen.
In der Realität sind nur Oligopole auf unvollkommenen Märkten anzutreffen. Auch der
einzelne Oligopolist sieht sich daher typischerweise einer doppelt geknickten Preis-
Absatz-Funktion gegenüber.
Aufgrund der Marktunvollkommenheiten verfügt der Oligopolist über einen monopolisti-
schen Bereich, in dem er bei Preisänderungen die Konkurrenz nicht zu berücksichtigen
braucht. Dieser Bereich wird auch als ,,reaktionsfreier Bereich" bezeichnet. Überschreitet
der Oligopolist den Oberpreis, verliert er zahlreiche Kunden an die Konkurrenz. Insofern
besteht kein Unterschied zur Marktform des Polypols.
Ein wesentlicher Unterschied ergibt sich jedoch, wenn der Oligopolist den Unterpreis un-
terschreitet und damit die Präferenzmauer der Konkurrenz durchbricht. In diesem fall
kann der Preisbrecher bestenfalls vorübergehend zusätzliche Kunden gewinnen. Wegen
der großen Kundenverluste, die die betroffenen Konkurrenten erleiden, werden sich diese
stets zu einer Reaktion veranlaßt sehen. Sie senken ebenfalls die Preise. Man trifft sich
also auf einem niedrigeren Preisniveau wieder. Der lachende Dritte dabei, ist der Nach-
frager, um den sich die Oligopolisten kämpferisch bewerben.
Verhaltensweisen im Oligopol:
Als mögliche Verhaltensweisen im Oligopol sind zu unterscheiden:
a) Wirtschaftsfriedliches Verhalten
Alle Oligopolisten verbleiben mit ihren Preisen in ihren monopolistischen Bereichen,
sobald jedoch der als Preisführer anerkannte Oligopolist seinen Preis über den Ober-
preis anhebt (z.B. um inflatorisch gestiegene Kosten aufzufangen), heben alle anderen
Oligopolisten ebenfalls unverzüglich ihren Preis an.
b) Kampfpolitik
Die Kampfpolitik wird mit dem Ziel der Vernichtung der Gegner betrieben, um nach
erfolgreicher Verdrängung den Markt als Monopolist beherrschen zu können.
Eine Kampfansage bedeutet sowohl das Unterschreiten des Unterpreises, als auch
das Nichterhöhen des Preises bei einer Preisanhebung seitens des Preisführers.
c) Verabredetes Verhalten
Die Oligopolisten stimmen ihre Preispolitik aufeinander ab. Wegen des strickten Kar-
tellverbots im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen erfolgen diese Abreden
meist außerhalb der Öffentlichkeit (z.B. ,,Frühstückskartell").
Zur Kampfpolitik ist festzustellen, daß sich die mit dem Preiskampf verfolgten Ziele häufig
als letztlich nicht realisierbar erweisen.
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Polypol:
Die Marktform des Polypols ist durch eine große Anzahl von Marktteilnehmern sowohl auf
der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite gekennzeichnet. (Ein Beispiel sind die
Obst- und Gemüsehändler einer größeren Stadt).
Ein Polypol ist durch eine Reihe von marktlichen Unvollkommenheiten gekennzeichnet.
Die von den zahlreichen Konkurrenten angebotenen Güter sind nicht völlig homogen
(Heterogenität).
Die einzelnen Anbieter genießen in den Augen ihrer Nachfolger mehr oder weniger große
räumliche Präferenzen
zeitliche Präferenzen
sachliche Präferenzen
personelle Präferenzen
Damit verbunden ist in der Regel eine Stammkundschaft, die dem einzelnen Anbieter in
bestimmten Grenzen treu bleibt.
Die Markttransparenz der Nachfrager ist unvollkommen.
Marktformenklassifikation:
Anzahl der Anbieter Ø
einer
wenige
viele
--------------------
(z.B. Bundesbahn,
(z.B. Mineralölfirmen) (z.B. landwirtschaftli-
Anzahl der Nachfrager
Bundespost)
che Erzeuger)
Ú
einer
bilaterales
beschränktes
Nachfrage-
(z.B. Bundeswehr)
Monopol
Nachfragemonopol
Monopol
wenige
beschränktes
bilaterales
Nachfrage-
Angebotsmonopol
Oligopol
Oligopol
viele
Angebotsmonopol
Angebotsoligopol
polypolistische
Konkurrenz
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1.1.5 Organisation und Planung
Marketing-Organisation
Der Begriff Organisation wird nicht einheitlich gebraucht. Man kann von einer Unterneh-
mung sagen:
sie habe eine Organisation (instrumentale Interpretation)
sie ist eine Organisation (institutionelle Interpretation)
Die betriebswirtschaftliche Organisationslehre bevorzugt die instrumentelle Begriffsfas-
sung.
Marketing organisatorische Maßnahmen umschließen:
die Aufbauorganisation
die Ablauforganisation
Formale Organisationsstrukturen für das Marketing:
Organisationstypen
Eindimensionale Organisation
Mehrdimensionale Organisation
Zentrale Führung der
Dezentrale Führung der
Würfelförmige
Matrix-Organisation
Marketing-Abteilung
Marketing-Abteilung
Organisation
mit
funktionaler
Direkte, zentrale
Indirekte, zentrale
Führung
Führung
produktorientierter
abnehmerorientierter
gebietsorientierter
Gliederung
Grundlage der Marketing-Organisation ist die Gesamtkonzeption.
Bei Organigrammen handelt es sich um beispielhafte Organisationstypen.
Absatzwirtschaft Teil 1
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Technischer Betriebswirt
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Organigramm einer zentralen Marketing-Organisation mit direkter Führung:
Unternehmemsleitung
Produktplanung und
Marktforschung
-entwicklung
Werbung
Verkauf
Kundendienst
Inland
Ausland
Die Führung liegt in den Händen der Unternehmensleitung, d.h. der Unternehmer oder
der Geschäftsführer leitet die Marketingaktivitäten neben der Erfüllung anderer Füh-
rungsaufgaben.
Vorteile:
Einfache Organisationsform
Klarer Entscheidungsweg
Keine Delegationsprobleme
Keine Brüche in der Entscheidungsbefugnis
Nachteile:
Nur bei relativ homogenen Produkten anwendbar
Nur empfehlenswert, wenn relativ wenige Produkte auf wenigen Märkten abgesetzt
werden.
Mit zunehmendem Wachstum wird diese Organisationsform unzweckmäßiger, vor
allem bei horizontaler Diversifikation.
Die Unternehmensleitung kann wegen ihrer Überlastung zum Engpaß für die Ent-
wicklung neuer Produkte bzw. für die Sortimentsbereinigung werden Ø Deshalb
Entlastung durch Stabstellen.
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Technischer Betriebswirt
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Organigramm einer zentralen Marketing-Organisation mit indirekter Führung:
Unternehmemsleitung
Produktplanung und
Marktforschung
-entwicklung
Marketing-Leiter
Werbung
Verkaufsförderung
Verkauf
Versand
Kundendienst
Inland
Ausland
Hier werden die Führungsaufgaben des Marketings zur Entlastung der Unternehmenslei-
tung auf den Leiter der Marketingabteilung übertragen.
Vorteile:
Entlastung der Unternehmensleitung
Delegation der Marketingprobleme auf eine qualifizierte Führungskraft.
Daraus resultieren:
Umsatzsteigerung und
Kostensenkung
Nachteile:
Probleme bei der Kompetenzabgrenzung zwischen Unternehmensleitung und
Marketingleiter.
Problematische Trennung zwischen Stab- und Linienfunktionen (es erhebt sich z.B.
die Frage, ob der Werbeleiter ein Mitglied der Linie sein oder eine Stabfunktion aus-
üben sollte).
Absatzwirtschaft Teil 1
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Organigramm einer dezentralen Marketing-Organisation mit funktionaler Gliederung:
Marketing-Leiter
Werbung und
Produktplanung
Marktforschung
Vertrieb
Export
Public Relations
und -entwicklung
Gebiets-
Verkaufsförderung
verkaufsleiter
Außendienst
Hier werden die Marketingaufgaben in funktionale Tätigkeitsbereiche aufgegliedert.
Vorteile:
Einstellung und Beschäftigung eines spezialisierten Mitarbeiters in allen Funktions-
bereichen.
Verbesserte Planung und Problemlösung
Betonung der Marketing-Funktionen
Nachteile:
Nur bei relativ homogener Sortimentsstruktur praktikabel
Bei einer starken Auffächerung der Funktionsbereiche unerwünschte Zunahme von
Verwaltungsstellen (Kostenaufblähung und Bürokratismus).
Probleme bei der Kommunikation und Koordination der einzelnen Funktionsträger.
(Abteilungsdenken muß durch Zieldenken ersetzt werden).
Absatzwirtschaft Teil 1
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Produkt-Management vom Typ ,,Procter & Gamble":
Produkt-Gruppenleiter
Brandmanager
Brandmanager
Brandmanager
Marke A
Marke B
Marke C
Assistent
Assistent
Assistent
Marke B
Marke B
Marke C
Hier wird das Produkt von der Entwicklung bis zur Preisgestaltung von einem Produktma-
nager betreut.
Produkt-Management vom Typ ,,Bristol-Myers":
Produkt-Gruppenleiter
Produkt-Manager
Produkt-Manager
Produkt-Manager
Deo-Seifen
Deo-Sprays
Intim-Sprays
Produkt-Supervisor
Produkt-Supervisor
Produkt-Supervisor
Deo-Seifen
Deo-Sprays
Intim-Sprays
Absatzwirtschaft Teil 1
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Produkt-Management vom Typ ,,Gilette":
Produkt-Gruppenleiter
Produkt-Gruppenleiter
Produkt-Gruppenleiter
"Laufende Produkte"
"Neue Produkte"
Produkt-Manager
Produkt-Manager
Produkt-Manager
Kreativ-Gruppe
Marke X
Marke Y
Assistent
Assistent
Assistent
Marke X
Marke Y
Marktforscher
Marken X und Y
Vorteile:
Bessere produktbezogene Koordinierung
Engere Verknüpfung aller Bereiche mit dem Markt
Schnellere Kommunikation und damit schnellere Marktanpassung
Marktorientierte Innovation
Differenziertes Marketing bei heterogenen Produkten und Sortimenten.
Nachteile:
Gefahr von Kompetenzkonflikten
Gefahr der zu starken Spezialisierung einzelner Sortimentssegmente
Im Rahmen des Gesamtmarketings kann sich unter Umständen der Produkt-
Manager mit der größeren Beredsamkeit und dem besseren Verhandlungsge-
schick gegenüber dem Kollegen mit den besseren Argumenten durchsetzen.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 26
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Organigramm einer dezentralen Marketing-Organisation mit abnehmergruppenorientierter
Gliederung:
Marketing-Direktor
Marketingleiter
Marketingleiter
Kundengruppe A
Kundengruppe B
Werbung
Verkaufsförderung
Vertrieb
Werbung
Verkaufsförderung
Vertrieb
Für Unternehmen, deren Abnehmer bezüglich ihrer Kaufgewohnheiten oder hinsichtlich
des Verwendungszwecks ihrer Produkte, starke Unterschiede aufweisen.
Vorteile:
Spezialisierung auf die jeweilige Kundengruppe
Engerer Kontakt zu den Kunden
Bessere Berücksichtigung der spezifischen Probleme der verschiedenen
Abnehmergruppen.
Nachteile:
Mangelhafte Abgrenzung der Abnehmergruppen
Kompetenzschwierigkeiten
Hohe Kosten
Mangelnde Einheitlichkeit in der Marketing-Konzeption
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 27
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Organigramm einer dezentralen Marketing-Organisation mit gebietsorientierter Gliederung:
Marketing-Direktor
Marketingleiter
Marketingleiter
Marketingleiter
für den
für die
für die
Nationalen Markt
EU-Länder
"Nicht-EU-Länder"
Werbung
Vertrieb
Service
Werbung
Vertrieb
Werbung
Vertrieb
Für Unternehmen geeignet, die auf weiträumigen Märkten vertreten sind.
Vorteile:
Spezialisierung auf die verschiedenen Absatzmärkte
Eingehende Kenntnis und Betreuung der Kunden
Werbliche Differenzierung
Berücksichtigung nationaler Besonderheiten
Nachteile:
Koordinationsprobleme
Übertriebene Abteilungskonkurrenz
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 28
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Organisation einer mehrgliedrigen Marketing-Organisation:
Unternehmensleitung
Beschaffung
Produktion
Marketing
Finanzen
Produktgruppe I
Produktgruppe II
Produktgruppe III
Kundengruppe A
Kundengruppe B
Region Süd
Region Nord
Organisation einer Matrix-Organisation:
Unternehmensleitung
Zentrale Leitungsfunktionen
Zentrale Hilfsfunktionen
Objektfunktionen Ø
Geschäftsbereich
Geschäftsbereich
Geschäftsbereich
Geschäftsbereich
----------------------------
Produktgruppe A
Produktgruppe B
Produktgruppe C
Produktgruppe D
Leistungsfunktionen
(z.B. Lkw)
(z.B. Unimog)
(z.B. Transporter)
(z.B. Sonder-Lkw)
Ú
Forschung und Entwicklung
´µµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµ¡
Fertigung
´µµµµµµµµµµµµ¡ ´µµµµµµµµµµµµ¡ ´µµµµµµµµµµµµ¡ ´µµµµµµµµµµµµ¡
Materialwirtschaft
´µµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµ¡
Vertrieb
´µµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµ¡ ´µµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµ¡
Personalwesen und Verwaltung
´µµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµ¡ ´µµµµµµµµµµµµ¡
Finanz- und Rechnungswesen
´µµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµ¡ ´µµµµµµµµµµµµ¡
Werden auf der gleichen Ebene zwei entgegengesetzte Organisationsprinzipien berücksichtigt,
dann ergibt sich eine Matrix-Organisation.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 29
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Organigramm einer würfelförmigen Marketing-Organisation:
Eine würfelförmige Marketing-Organisation ist eine mehrdimensionale Organisationsstruktur.
Vorteile:
Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten
Kooperative Unternehmensstruktur
Förderung des innerbetrieblichen Konkurrenzdenkens
Nachteile:
Aufwendiger Verwaltungsapparat
Innerbetriebliche Konflikte und Machtkämpfe um finanzielle Mittel und Stellen
Deshalb in erster Linie für Großbetriebe geeignet
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 30
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Strukturierung der Organisation nach Aufgaben:
Geschäftsleitung
Forschungsdienste
Grundlagenforschung
Forschung und
Entwicklung
Produktforschung
Produktentwicklung
Produktionsplanung
Einkauf und Materialverwaltung
Produktion
Anlagen und Infrastruktur
Fabrikation
Absatzplanung
Werbung
Absatz
Außendienst
Verkaufsadministration und Lieferung
Finanz- und
Rechnungswesen
Personalwesen
Zentrale Stäbe
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 31
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Teilweise Strukturierung nach Produktgruppen (Sparten):
Information und Planung
Geschäftsleitung
Forschung
Entwicklung
Sparte A
Absatz
Logistik
Product Management
Information und Planung
Forschung
Entwicklung
Sparte B
Absatz
Logistik
Product Management
Fabrikationsplanung
Einkauf und Materialverwaltung
Produktion
Anlagen und Infrastruktur
Fabrikation
Finanz- und
Rechnungswesen
Personalwesen
Zentrale Stäbe
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 32
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Vertriebsorganisation:
Unternehmensleitung
Zentrale
Beschaffung
Produktion
Marketing
Entwicklung
Verwaltung
Generalvertreter
Nielsen IIIa
Nielsen IIIb
Nielsen IV
Bezirksvertreter
Baden
Württemberg
Vertreter
Mannheim
Karlsruhe
Freiburg
Stuttgart
Ulm
Tübingen
Beispiel der Vorgehensweise für die Marketingplanung:
Vertriebsorganisation des Unternehmens wie oben dargestellt !
Verkaufsplanung beginnt bei den Vertretern (von Planungsperiode zu Planungsperiode).
Gleichzeitig erstellen die Bezirksvertreter ihrerseits einen Verkaufsplan für die einzelnen
Vertreterbezirke.
Im Idealfall kommen beide zu gleichen Ergebnissen
Normalerweise treten große Abweichungen auf.
Diese müssen gemeinsam analysiert und bereinigt werden.
Zusammenfassung der Verkaufspläne für die Vertretungen ist identisch mit dem Bezirks-
umsatzplan.
Dieser Plan wird der nächsten höheren Instanz - im Beispiel - der Generalvertretung vor-
gelegt.
Die vorgelegten Zahlen bilden die Grundlagen für den Verkaufsplan der Generalver-
tretung.
Diese Zahlen werden wieder durch eine Gegenprognose der Verkaufsleitung überprüft.
Nach Klärung und Bereinigung aller Differenzen, entsprechen diese Zahlen dem Ge-
samtverkaufsplan.
Vorteile dieses Verfahrens:
- Einbeziehung aller Beteiligten (psychologische Wirkung).
- Praxisnähe
- Außendienstmitarbeiter aktiviert
Nachteile des Verfahrens:
- Verfahren ist schwerfällig und zeitraubend
- Marktforschungsergebnisse fehlen (evtl. nur in der obersten Instanz vorhanden)
- Häufig wird das Plansoll bewußt niedrig angesetzt, welches in der Regel erheblich
überschritten wird.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 33
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Abhängigkeit der betrieblichen Teilpläne vom Marketingplan:
Finanzplan
Lagerhaltungsplan
Lagerhaltungsplan
Beschaffungsplan
Roh-, Hilfs- und
Produktionsplan
Marketingplan
Fertigerzeugnisse
Betriebsstoffe
Lagerhaltungs-
Beschaffungs-
Lagerhaltungs-
Produktions-
Marketing-
Kostenplan
Kostenplan
Kostenplan (RHB)
Kostenplan
Kostenplan
Fertigerzeugnisse
Marketing-Planung:
Planung ist Mittel zum Zweck, um ein gesetztes Ziel zu erreichen.
Formulierung der Planziele ist unerläßlich.
Planziele müssen operational formuliert werden, damit die Zielerreichung jederzeit
kontrolliert werden kann.
Ungenaue Formulierung, z.B. Forderung nach maximalem Marktanteil.
Genaue (operative) Formulierung, z.B. Forderung eines Marktanteils von jetzt 35 % auf
40 % in 5 Jahren steigern.
Aus der allgemeinen Zielsetzung werden teil- oder Subziele abgeleitet. Diese müssen
dem Unternehmensziel entsprechen.
Untergliederung der Subziele führt zur Zielhierarchie.
Planungszeiträume - Planungselastizität:
Wir unterscheiden langfristige, mittelfristige und kurzfristige Marketingpläne.
Planungsperiode und Genauigkeitsgrad stehen im unmittelbaren Wirkungszusammen-
hang.
Je flexibler eine Marketing-Planung aufgebaut ist, umso vorteilhafter sind die Reaktionsmög-
lichkeiten des Unternehmens.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 34
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Strategische, taktische und operative Planung:
Zutreffendes Bild von der gegenwärtigen und zukünftigen Marktentwicklung machen
Die Praxis lehrt, daß zwischen der wünschenswerten und tatsächlichen Entwicklung
erhebliche Abweichungen auftreten.
Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Deshalb, aus den gegebenen Alternativen,
die günstigste auswählen.
Zielhierarchie
Strategische Planung:
Zielsetzung des Unternehmens (Globalziel)
Unternehmensentwicklung für einen relativ langen Zeitraum in Form von
- Gewinn-Kennziffern
- Umsatz-Kennziffern
- Rentabilitäts-Kennziffern
darstellen. Der Zeitraum schwankt zwischen 4 und 20 Jahren. Entscheidend ist, in
welchem Zeitraum sich noch sinnvolle Prognosen stellen lassen.
Die im Rahmen der strategischen Planung festgelegten Methoden binden die betroffenen
betrieblichen Funktionsbereiche.
Taktische Planung:
Subziele aus den strategischen Vorgaben werden umgesetzt.
Die taktische Planung ist eine konkretisierte Methodenplanung.
Detailplanung setzt zuverlässige Prognosen voraus.
Läßt sich für eine kurze Zeitperiode erstellen.
Taktische Planungen sind meist Jahresplanungen.
Operative Planung:
Verwirklichung der taktischen Ziele durch verfeinerte Planung
Ablaufplanung für bestimmte Arbeitsprozesse oder für einzelne Projekte
Im wesentlichen Terminplanung zu deren Durchführung bevorzugt die Methoden der
Netzplantechnik angewendet werden können.
Zusammenhänge zwischen strategischen, taktischen und operativen Zielen bzw. Planun-
gen sind anhand eines Relevanzbaumes dargestellt.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 35
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Strategische und taktische Lücke:
.
DM
Ertragsziel
Mio
Strategische Lücke
in
g
r
tra
E
Taktische oder
Möglicher Ertrag
Leistungslücke
Momentum-Linie
Planungszeitraum
Schema der Langfristplanung von Falkenhausen:
Eingangsgrößen
Verfahren
Langfristige Pläne
Einzelziele für
Ertragsziel
- mittelfristige Planung
Erwartungen der
- betriebliche Jahresplanung
- Eigentümer
- Unternehmensleitung
Unternehmenspolitik
- Öffentlichkeit
Strategische
Unternehmenswachstum
- Erzeugnisse
Entwicklung der
Lücke
· Expansion
- Umwelt
· Entwicklung
- Wirtschaft
· Diversifizierung
- Politik
Potentieller
Langfristiger
- Vertrieb
- Verbraucher
Ertrag
Plan
- Technologie
- Konkurrenten
- Technik
Mittelverwendung
- Mittel
Langfristige Vorschau
- Finanzen
- Personal
Eigene Stärken / Schwächen
für derzeitige
Leistungslücke
- Betrieb
- Erzeugnisse
Erzeugnisse
- Material
- Ertragskraft
- Personal
Organisation
- Forschung und Entwicklung
Extrapolierter
- Struktur
Ertrag
- Führungsmethoden
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 36
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Konflikte zwischen der Marketing-Abteilung und anderen Unternehmensabteilungen:
Andere Abteilungen
Marketing-Abteilung
legt Nachdruck auf
technische
längere Entwurfszeiten,
kürzere Entwurfszeiten,
Produktgestaltung,
funktionelle Eigenschaften,
absatzfördernde Eigenschaften,
Konstruktion
wenig Produktversionen,
viele Produktversionen,
legt Nachdruck auf
standardisierte Produktkompo-
Sonderanfertigung von Produkt-
nenten
komponenten
Materialwirtschaft,
standardisierte Teile,
nicht standardisierte Teile,
Einkauf
günstige Materialpreise,
hohe Qualität des Materials,
legt Nachdruck auf
Einkauf in wirtschaftlichen Men-
Einkauf in größeren Mengen zur
gen,
Vermeidung von Materialeng-
Einkauf in größeren zeitlichen
pässen,
Abständen,
sofortiger Einkauf bei Kunden-
schnell umschlagende Artikel,
bedarf,
schmales Produktprogramm,
breites Produktprogramm,
wirtschaftlichen Lagerbestand
großen Lagerbestand
Fertigungswirtschaft,
lange Anlaufzeit,
kurze Anlaufzeit,
Produktion
lange Produktionslaufzeit mit
kurze Produktionslaufzeit mit
legt Nachdruck auf
wenigen Produktversionen,
vielen Produktversionen,
keinen Umstieg auf neue Pro-
häufigen Umstieg auf neue Pro-
duktversionen,
duktversionen,
Standardaufträge,
individuell ausgehandelte Aufträ-
Leichtigkeit der Herstellung,
ge,
durchschnittliche Qualitätskon-
attraktives Aussehen,
trolle
strenge Qualitätskontrolle
Finanzwirtschaft
rationelle Argumente für ge-
intuitive Argumente für geplante
legt Nachdruck auf
plante Ausgaben,
Ausgaben,
starre Budgets,
flexible Budgets die anpas-
ausführliche Prüfung von Kredit-
sungsfähig an veränderte Um-
kunden,
stände sind,
niedriges Kreditrisiko,
minimale Untersuchung der Kre-
harte Kreditbedingungen,
ditwürdigkeit des Kunden,
strenge Verfahren beim Einzie-
mittleres Kreditrisiko,
hen der Rechnungsbeträge
leichte Kreditbedingungen,
weniger strenges Inkasso
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 37
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
1.1.6 Marketing Mix
Marketing-Aktivitäten bestehen definitionsgemäß immer aus einem Mix von Möglichkei-
ten.
Grobstruktur:
Produkt- oder Programm-Mix
Konditionen-Mix
(Lieferzeiten, Preise, Provisionen, Skonti, Rabatte)
Distributions-Mix
(Absatzwege, Absatzmittler)
Kommunikations-Mix
(Werbung, Verkaufsförderung, Öffentlichkeitsarbeit, Public Relations)
Überlagerung durch:
Marktforschung
Organisation und Information
Führungsfunktionen
Planung
Entscheidend für den Erfolg ist zielorientierte Planung und Durchsetzung eines Marke-
tingkonzeptes.
Es kommt weniger auf die absolute Präzision und Richtigkeit einzelner Maßnahmen an,
als vielmehr auf das Harmonieren aller Maßnahmen miteinander.
Maßnahmen dürfen sich nicht:
- widersprechen
- gegenseitig behindern
- aufheben
Das Marketing-Mix beinhaltet die Summe aller in einem bestimmten Zeitraum geplanten
Marketing-Maßnahmen.
Ein Marketing-Mix, das für alle Unternehmen Gültigkeit hat, kann es allerdings nicht ge-
ben, vielmehr sind beispielsweise Branchenlösungen möglich.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 38
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Das Marketing-Mix graphisch aufbereitet:
Leistungsmix
Marke
Sortiment Verpackung Kun
d
d
29 %
i
e
e
n
Produkt-
26 %
n
-
(27 %)
s
qualität
(30
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%)
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Markt-
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5
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%)
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bu
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n
L
g
5
42 %
zusa
8 %
(4
(55 %)
5 %)
Absat
Logistik
zkanäle
(Lagerung, Transport)
Lieferung
Distributionsmix
Die Prozentwerte sind der eigene Anteil im jeweiligen Mix. Die Prozentwerte in Klammern
sind Branchendurchschnittswerte. So ist ein unmittelbarer Vergleich der Stärken und
Schwächen möglich.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 39
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
1.2 Marktforschung
1.2.1 Aufgaben der Marktforschung (Marketingforschung
)
Die Marktforschung kann definiert werden als eine systematische Erkundung aller Um-
welteinflüsse, die auf den betriebssubjektiven Markt einwirken um absatzpolitische Ent-
scheidungen realitätsnah treffen zu können.
In der Marktforschung werden somit Informationen beschafft und sachgerecht aufbereitet,
um Marketingentscheidungen abzusichern.
Man kann die Marktforschung zunächst einteilen in:
Externe Marktforschung
Interne Marktforschung
Externe Marktforschung
- kann als Primär- und Sekundärforschung betrieben werden
- Primärforschung beschafft die notwendigen Daten selbst durch Erhebung
- Sekundärforschung bezieht aus fremden Quellen Daten
Interne Marktforschung
- bedient sich innerbetrieblicher Informationen (fallen teilweise ohnehin an)
Systematik der Marktforschungsmethoden:
Nach wechselnden Gesichtspunkten können die Methoden der Marktforschung
(Insbesondere der Datenerhebung) wie folgt eingeteilt werden:
a)
Nach dem Zeitaspekt
- Marktzustandsanalyse
(statisch, zeitpunktbezogen, Momentaufnahme des Marktes)
-
Marktveränderungsanalyse
(dynamisch, zeitraumbezogen, laufende Beobachtung des Markts)
b)
Nach der Art des Untersuchungsobjektes
-
Demoskopische Marktforschung
(Gegenstand der Marktforschung Ø Handlungssubjekte als Marktteilnehmer)
objektive Sachverhalte
- Aktionen (z.B. Kaufhandlungen)
- Biologisch-demographische Merkmale (bzw. Alter, Geschlecht)
- Soziographische Gegebenheiten (Beruf, soziale Schicht, Einkommen, Vermögen)
subjektive Sachverhalte
(Wissen, Wahrnehmung, Vorstellungen, Meinungen, Einstellungen, Absichten,
Wünsche, usw.)
-
Ökoskopische Marktforschung
(Gegenstand der Marktforschung Ø Ökonomische Daten des Markts wie z.B.
Umsätze, Preise, Qualität der Güter)
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 40
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
c)
Nach der Art der Datenerhebung
-
Primärforschung
(Beschaffung originärer Daten; Informationen aus erster Hand)
-
Sekundärforschung
(Auswertung bereits vorhandenen Materials; Informationen aus zweiter Hand)
Im Schrifttum und in der Praxis hat sich die zuletzt genannte Einteilung der Methoden zur
Erhebung von Marktinformationen weitgehend durchgesetzt.
Checkliste zur Marktanalyse
Allgemeine Marktdaten sind:
Größe / Volumen
Entwicklung (Vergangenheit / Zukunft)
Marktlebenszyklus
Substitutionsgefahren (von Produkt, Technologie, Bedürfnis)
Sättigungsgrade
Internationalisierungsgrad (Import- / Exportdaten)
Markteintrittsbarrieren
Marktteilnehmer sind:
Kunden
- Struktur
(Anzahl, Größenverteilung, Abhängigkeiten, vertragliche Bindungen)
- Verhalten
(Bedürfnisse, Einkaufsgewohnheiten, Kaufmotive, Informationsverhalten,
Segmentierungsmöglichkeiten, Kundentypen)
Händler
- Struktur
(Anzahl, Verteilung, Verträge)
- Verhalten
(Kaufmotive, Kaufkriterien, Typen)
Meinungsführer (Stiftung Warentest, Finanztest, Auto Motor Sport)
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 41
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Informationsvoraussetzungen für das Aufstellen eines situationsgerechten Zielsystems:
Informationsquellen
Informationsaufgaben
Zielinformationen
Regierungsprogramm
Marktforschung
Bedarf (Menge & Struktur)
Gesetze und Verordnungen
Entwicklungsrichtung von
Fach- und Patentliteratur
Technologische Voraussage
Wissenschaft und Technik
Gutachten
Internationaler
Wissenschaftlicher und
Messedokumentationen
Leistungsvergleich
technischer Höchststand
Fachtagungen und Kongresse
Materielle und technische
Statistiken, Marktanalysen
Ressourcenanalyse
Randbedingungen
Die Methoden der Erhebung von Marktdaten im Überblick:
Methoden der Datenerhebung
Primärforschung
Sekundärforschung
Reine
Experimentelle
Experimentelle
Reine
Interne
Externe
Beobachtung
Beobachtung
Befragung
Befragung
Informationsgewinnung
Informationsgewinnung
z.B.:
z.B.:
- Kostenrechnung
- Amtliche Statistiken
- Kundenkartei
- Handelspresse
- Vertreterberichte
- Zeitschriften
- Kundendienstberichte
- Patentschriften
Beobachtung
Experiment
Befragung
- Auftragsstatistik
- Warentestberichte
Laboratoriums-
persönlich,
Laborexperiment,
beobachtung,
schriftlich,
Feldexperiment
Feldbeobachtung
telefonisch
einmalige
Wiederholungs-
Wiederholungs-
Befragung
befragungen eines
befragungen
gleichbleibenden
wechselnder
Personenkreises
Personenkreise
Panelbefragung
Verbraucherpanel
Händlerpanel
Spezialpanel
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 42
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Marketingforschung
Wir unterscheiden
Primärmarktforschung
(Feldforschung)
Sekundärmarktforschung
(Schreibtischforschung)
Primärmarktforschung
Daten in Erfahrung bringen von interessanten ,,Informationsträgern", z.B. von:
Letztabnehmer
Zwischenhändler
Konkurrenten
Meinungsführern
Die Fragen sind meist in Form von Fragebogen geordnet. Es gibt außerdem zwei Grup-
pen von Umfragen:
quantitative Umfragen
qualitative Umfragen
Gegenüberstellung Primärforschung - Sekundärforschung
Primärmarktforschung
Quellen
Vorteile
Nachteile
- Befragung
- systematische Beobacht-
- Repräsentanz der Erheb-
- Beobachtung
ung
ung ist schwierig
- Experiment
- spezielle geordnete Be-
- Zeitaufwand schwer ab-
fragung (zielorientiert)
schätzbar
- Reaktionen von Test-
- Einsatzgebiete relativ
situationen auswertbar
begrenzt
Sekundärmarktforschung
Quellen
Vorteile
Nachteile
- Statistiken aller Art
- günstige Kosten
- Genauigkeit unbefriedi-
- Veröffentlichungen
- Informationen liegen be-
gend
reits vor
- Daten nicht aktuell
- Detaillierung nicht aus-
reichend
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 43
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
1.2.2 Methoden der Marktforschung (Marktanalyse und -beobachtung)
Informationsquellen
Alle Bereiche der Marktforschung bedürfen einer sorgfältigen Vorbereitung und Durchfüh-
rung, wenn die Ergebnisse den Aufwand rechtfertigen sollen. Aus Kostengründen wird
man zunächst versuchen, bereits vorhandenes Quellenmaterial (Sekundärmaterial) aus-
zuwerten. Nur wenn dieses nicht ausreicht, wird man besondere Erhebungen (Gewinnung
von Primärmaterial) durchführen.
Sekundärmaterial
Als Sekundärmaterial bezeichnet man außer- und innerbetriebliches Quellenmaterial, das
ursprünglich für andere Zwecke geschaffen wurde, sich aber in zweiter Linie (sekundär)
für eine beabsichtigte Marktuntersuchung auswerten läßt.
Da Sekundärmaterial bis zu seiner Veröffentlichung häufig überholt ist, dient es in der
Regel nur dazu, Primärerhebungen (,,field research") vom Schreibtisch aus vorzubereiten
(,,desk research").
Primärmaterial
Als Primärmaterial bezeichnet man Quellenmaterial, das in erster Linie (primär) für eine
bestimmte Marktuntersuchung geschaffen wird. Man gewinnt es durch Beobachtung,
mündliche oder schriftliche Befragung von Lieferern, Kunden, Verbrauchern, Konkurren-
ten und anderen Personenkreisen. Diese Primärerhebungen werden entweder von be-
trieblichen Forschungsstellen oder im Auftrag des Betriebs durch Marktforschungsinsti-
tute durchgeführt.
Aufbereitung und Auswertung des Materials
Die Befragungsergebnisse müssen für die Bedürfnisse der Unternehmung aufbereitet
und ausgewertet werden. Bei der Auswertung werden die Antworten gruppenweise zu-
sammengefaßt, geordnet, gezählt, prozentual verglichen und gedeutet. Tabellarische,
graphische und bildliche Darstellungen vermitteln eine bessere Übersicht und einen deut-
licheren Eindruck von den Forschungsergebnissen. Durch Errechnung von Kenn- und
Richtzahlen lassen sich aus den Ergebnissen der Marktforschung Schlüsse ziehen und
Planzahlen für die betriebliche Marktpolitik ermitteln.
Interne Marketingforschung
Statusanalyse
Sie bietet einen Einblick in die unternehmerische Ausgangssituation und einer möglichen
Zukunftssicherung des Unternehmens.
¾ Wichtig ½
Aus der Informationsflut die entscheidungsrelevanten Daten
herausfiltern
aufbereiten
bewerten
Keine ,,graue Theorie" und keine ,,Kochrezepte" entwerfen !!!
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 44
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Ansätze und Methoden der Primärforschungsbefragung
Mündliche Befragung
Vorteile
Nachteile
- unmittelbare Rückkopplung
- umfangreicher Interviewerstab
- Verwendung umfangreicher Fragebögen - hohe Kosten und Unsicherheit
- gesicherte hohe Rücklaufquote
- Bei telefonischer Befragung Zielgruppe
- Möglichkeit, befragungstechnisch sinn-
begrenzt (Telefonbesitzer)
voll vorzugehen
- Befragungssituation kontrollierbar
Schriftliche Befragung
Vorteile
Nachteile
- Unabhängigkeit von einer ,,Feldorgani-
- Niedrige und dadurch häufig wenig re-
sation"
präsentative Stichprobe
- vergleichsweise niedrige Kosten
- gewährleistete Anonymität der Befrag-
ten
- Fehlen einer Interviewerbeeinflussung
Wird ein festgelegter Personenkreis mehrfach befragt, so spricht man von einer Panel-
befragung.
Was versteht man unter einer Panelerhebung ?
Bei einer Panelerhebung wird ein über eine bestimmte Zeit gleichbleibender Personen-
kreis zum selben Thema über eine längere Zeit hinweg mehrfach und in regelmäßigen
Abständen befragt. Der Vorteil des Panelverfahrens liegt in der Feststellung der Entwick-
lung des Marktgeschehens im Gegensatz zu einer einmaligen Befragung. Der Nachteil
besteht darin, daß Teilnehmer am Panelverfahren sterben, wegziehen, krank werden
oder durch Unlust an der Teilnahme unzuverlässig werden.
Was ist ein bekanntes Panel ?
Bekannt ist das Einzelhandelspanel, bei dem Einzelhandelsgeschäfte befragt bzw. Die zu
befragenden Sachverhalte durch besondere Mitarbeiter selbst festgestellt werden. Nach
diesem Panel werden die unter das Panel fallenden Geschäfte alle 61 Tage aufgesucht.
Dabei wird der Lagerbestand bestimmter Waren festgestellt. Sodann wird anhand der
vorliegenden Rechnungen und Lieferscheine der Einkauf beim Großhandel und direkt bei
den Herstellern ermittelt und anschließend der Endverbraucherabsatz festgestellt. Mit
Hilfe dieses Panels sind folgende Informationen gegeben:
Trend des Gesamteinzelhandelsumsatzes, Trend des Umsatzes einzelner Waren bzw.
Warengruppen, Endverbraucherabsatz nach Menge und Wert, Lagerbestand, Durch-
schnittlicher Monatsabsatz je Geschäft, Zahl der Geschäfte, die den Artikel vorrätig ha-
ben, Zahl der Geschäfte, die den Artikel führen, bei gleichzeitiger Gewichtung der Um-
satzbedeutung, Zahl der Geschäfte, die den Artikel zwar führen, aber nicht vorrätig ha-
ben.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 45
Technischer Betriebswirt
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1.2.3 Objekte der Marktforschung
Fragen
Untersuchungsmerkmale
a) Allgemeine Wirtschaftslage und -entwicklung
1. Wann kann verkauft werden ?
Verkaufsstille Zeiten, Saison, Kaufkraft-
schwankungen, Konjunktur
2. Wie wirken sich gesetzliche Bestim-
Steuern, Einfuhr-, Ausfuhr- und Zollbe-
mungen aus ?
stimmungen
3. Welche Wirtschaftspolitik betreibt die
Besteuerung, Subventionspolitk, Mittel-
Regierung ?
standsförderung
b) Branchenentwicklung
1. Wo kann verkauft werden ?
Absatzgebiete, Konkurrenz, gesättigter
oder ungesättigter Markt, Transportwege
und -zeiten
2. Welcher Konkurrenz begegnet der Ab-
Konkurrenzfirmen, ihre Waren und
satz der eigenen Waren ?
Marktaktivitäten
3. Wie sind die Zukunftsaussichten in der
Aufstiegsbranchen, Abstiegsbranchen,
eigenen Branche ?
Zukunftsbranchen
c) Chancen der Produkte, des Sortiments, der Dienstleistungen
1. Was kann verkauft werden ?
Eigenschaft, Vor- und Nachteile, Lebens-
dauer, Verwendungsmöglichkeit, Aufma-
chung, Modeeinflüsse, Marktlücken
2. An wen kann verkauft werden ?
Käuferkreis nach Geschlecht, Alter und
soziale Stellung, Kaufkraft, Verbrauchs-
und Kaufgewohnheiten
3. Wieviel kann verkauft werden ?
Bisheriger und künftiger Bedarf, Erst-,
Erneuerungs- und Nachholbedarf
4. Welches Sortiment verlangt der Ab-
Breite, Tiefe, Kern- und Randsortiment,
nehmer ?
Diversifikation oder Spezialisierung
5. Welche Dienstleistung erwartet der
Kundendienst, Parkplatz, Kredit, Hausbe-
Abnehmer ?
lieferung, Auswahlsendungen, Kulanzlei-
stungen
d) Vertriebswege und Absatzmittler
1. Über welchen Vertriebsweg kann ver-
Direkte oder indirekte Vertriebswege
kauft werden ?
2. Welche Kosten-Nutzen-Relationen sind Kostenersparnis, Einflußmöglichkeiten
mit den zur Verfügung stehenden Ab-
auf den Absatz, Kontakt mit Abnehmer
satzmittlern verbunden ?
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 46
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
Fragen
Untersuchungsmerkmale
e) Werbewirkung
1. Mit welcher Werbung kann der Verkauf Werbemittel, Streugebiet, Streukreis,
gefördert werden ?
Streudichte, Streuzeit, Werbeetat, eigene
Werbeabteilung oder Werbeagentur
2. In welchem Verhältnis steht die eigene
Werbewettbewerb
Werbung zur Konkurrenzwerbung ?
f) Kauf- und Verwendungsmotive
1. Wie werden Bedienung und Service
Freundliche Bedienung, fachliche Zuver-
des Betriebes beurteilt ?
lässigkeit, pünktlicher und preiswerter
Kundendienst
2. Aus welchen Gründen werden die Pro-
Notwendigkeit, Besitztrieb, Geltungstrieb,
dukte gekauft ?
Preisvorteil, Nachahmungstrieb, Neugier-
de, Gefallen, Qualität
3. Wozu verwendet der Abnehmer die
Spezialartikel, vielseitig verwendbare
Produkte ?
Produkte
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 47
Technischer Betriebswirt
Arno Schneider
1.2.4 Sonderformen der Informationsgewinnung
Quotaverfahren
Beim Quotaverfahren muß die ausgewählte Befragtenmasse in ihrer Zusammensetzung
(nach Betriebsgröße, Verwendungszweck, Bezirken, Geschlecht, usw.) ein Abbild der
Gesamtmasse sein. In den Intervieweranweisungen wird daher nur angegeben, wieviel
Personen mit bestimmten Merkmalen zu befragen sind. Innerhalb dieses Personenkrei-
ses ist die Auswahl der zu befragenden den Interviewern überlassen. Da viele Personen
nicht anzutreffen sind oder eine Befragung ablehnen, kann leicht auf andere Personen
oder Betriebe mit gleichen Merkmalen ausgewichen werden.
Zufallsauswahlverfahren oder Randomverfahren
Dieses verfahren ist ein Auswahlverfahren, das Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrech-
nung entspricht. Aus den vollständig vorhandenen Adressen einer definitorisch genau ab-
gegrenzten Grundgesamtheit von Personen oder Betrieben wird eine Anzahl von Adres-
sen zufällig gezogen. Voraussetzung ist, daß alle Personen oder Betriebe der Grundge-
samtheit die gleiche oder berechenbare unterschiedliche Chance haben müssen, gezo-
gen zu werden und daß sie von der Ziehung durch feststehende und im Verlauf der Un-
tersuchung nicht mehr veränderbare Merkmale und Eigenschaften charakterisiert sind.
Panelsterblichkeit
Teilnehmer scheiden aus verschiedenen Gründen aus. Wie findet man geeignete Nach-
folger ?
Paneleffekt
Panelteilnehmer ändern ihr natürliches Kaufverhalten aufgrund der dauernden Befragung.
Die Vergleichbarkeit mit dem V erhalten der Konsumenten ist gefährdet.
Overreporting
Aus Prestigegründen geben die Teilnehmer an, mehr gekauft zu haben als in Wirklichkeit.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 48
Technischer Betriebswirt
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1.3 Produktpolitik
1.3.1 Produktgestaltung
Ein erheblicher Teil der Produktpolitik bezieht sich auf die Anpassung bestehender Pro-
dukte an die veränderten Marktkonstellationen.
Diese systematische Weiterentwicklung bestehender Erzeugnisse soll als Produktgestal-
tung bezeichnet werden. Sie kommt in zwei verschiedenen Formen vor:
1. Ein weiterentwickeltes Erzeugnis löst das alte Produkt ab und wird an dessen Stelle in
das Leistungsprogramm aufgenommen. Das Produktionsprogramm wird dadurch nicht
ausgeweitet. Dieser Tatbestand wird als
Produktmodifikation
bezeichnet.
Gegenstand der Modifikation kann sowohl die Veränderung der technischen Funktio-
nen wie auch eine Veränderung des Produktäußeren sein. Während im ersten Fall der
Grundnutzen erhöht wird, erhöht beispielsweise ein gelungenes Produktdesign den
Zusatznutzen.
Die Frage eines verkaufsfördernden Designs ist vor allem bei Gebrauchsgütern wich-
tig, bei denen keine wesentlichen Steigerungen des Grundnutzens möglich erschei-
nen.
2. Die Produktgestaltung kann auch dazu führen, daß das veränderte Produkt zusätzlich
in das bisherige Leistungsprogramm aufgenommen wird.
Es vergrößert sich dadurch die Zahl der angebotenen Varianten eines Grundtyps. Dies
wird als
Produktvariation
gelegentlich auch als
Produktdifferenzierung
bezeichnet.
Da andererseits der Begriff der Differenzierung in der Literatur auch für den Fall ver-
wendet wird, bei dem ein Produkt auf verschiedenen Märkten zu unterschiedlichen
Preisen (Preisdifferenzierung) angeboten wird, soll hier dem Begriff der Variation der
Vorzug gegeben werden.
Modifikation und Variation entspringen in der Regel unterschiedlichen Marktstrategien.
Während die Modifikation darauf abzielt, das Nachfragepotential eines ganz bestimmten
Teilmarktes zu befriedigen, zielt die Variation auf die Ausschöpfung des Potentials eines
Gesamtmarktes.
Die Gefahr liegt darin, daß eine unkontrollierte Produktvariation zu einer großzügigen
Ausweitung des Leistungsprogramms führt, in deren Gefolge häufig unwirtschaftliche
Fertigungsgrößen in Kauf genommen werden müssen.
Die systematische Weiterentwicklung bestehender Erzeugnisse soll als Produktgestal-
tung bezeichnet werden.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 49
Technischer Betriebswirt
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Formen der Produktgestaltung:
A 1
A 1
B 1
B 1
A 1
B 1
A 1
B 1
C 1
neu
A 2
B 2
A 2
B 2
A 2
B 2
A 2
B 2
C 2
A 3
B 3
A 3
B 3
A 3
B 3
A 3
B 3
A 4
A 4
A 4
A 4
A 5
A 6
Variation
Originalsortiment
Modifikation
Diversifikation
(Differenzierung)
Marktorientierte Produktgestaltung:
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 50
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1.3.2 Suche und Beurteilung von Produktideen
Suchmethoden zur Ideengewinnung
Rezeptive Ideensuche
Aktive Ideensuche
Unaufgeforderte Lizenz- und
Empirische Methoden:
Firmenkaufangebote
- Befragung von
(z.B. Kunden, Konstrukteure, Branchen-
Ideen durch:
kenner, Wissenschaftler
- Betriebliches Vorschlagswesen
- Beobachtung von Messen und Aus-
- Interne Produktentwicklungsvorschläge
stellungen
- Auswertung von Fachpublikationen
Einschaltung spezialisierter Ideenmittler:
- Unternehmens- und Lizenzmakler
Systematisch-logische Verfahren:
- Patentwirtschafter
- Morphologie
- Erfinderringe
- Funktionsanalyse
- Problemlösungsbaum
Intuitive Methoden:
- Brainstorming
- Brainwriting (Methode 635)
- Synektik
Ideenselektion:
Produktvorschläge
1. Stufe
Auswahl durch Markttests
Grobbewertung (Screening)
Gewichtung der Einzelbereiche
2. Stufe
Gewichtung
und Vorgabe einer Mindestpunktzahl
3. Stufe
Ausführliche Produktstudien
Studien
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 51
Technischer Betriebswirt
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Beispiel einer Punktebewertung:
Punkte
Maximale Punktzahl = 400
Erreichte Punktzahl = 270 = 70 %
100
t
e
t
e
l
ung
k
50
t
i
on
ing
i
c
t
e
w
et
t
t
e
rk
.
100 Punk
a
Produk
x
haf
c
M
.
100 Punk
a
x
s
a
m
irt
m
.
100 Punk
w
x
a
.
100 Punk
hung und Ent
x
c
m
i
nanz
a
rs
F
m
o
Bereiche
F
Morphologie
Zerlegung des Problems in Teilprobleme (Parameter)
Denkbare Lösungsmöglichkeiten werden zugeordnet (Ausprägung der Parameter)
Matrix, Morphologischer Kasten
- Vertikale Ø Parameter
- Horizontale Ø Lösungsmöglichkeiten
Der Morphologische Kasten bietet eine Vielzahl von Lösungsansätzen. Zum Ergebnis
kommt man durch die Auswahl der erfolgversprechendsten Lösung.
Beispiel eines Morphologischen Kastens:
Grundkonzeption eines fahrbaren Heckenschneiders
Parameter
Ausprägungen
Elektrisch mit
Elektrisch mit
Mit Verbren-
Antrieb
manuell
Netzanschluß
Batterie
nungsmotor
Mehrere
gegeneinander
Schneideketten
Einzelne Klinge
klappende oder
Schneidscheibe
(umlaufend oder Ein oder mehrere
Schneidwerk
(gerade oder
rotierende
oder
Schneidestrahl
sich hin und her
Sägeblätter
gebogen)
Messer
Sägescheibe
bewegend)
(gerade oder
gebogen)
Art des
feststehendes
Steckgestell
Teleskopgestell
Klappgestell
Fahrgestells
Fahrgestell
(Anbaumethode)
Art der Führung
mit optischem
mit Abstands-
manuell
mit Schienen
mit Richtschnur
elektronisch
des Fahrgestells
Leitstrahl
halter
Wirkungsbereich
des Schneidwer-
Teilhöhe der
komplette
Seite und
Oberkante
Ringsumwirkung
kes (bei einem
Heckenseite
Heckseitenhöhe
Oberkante
Durchgang)
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 52
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Methoden der Ideengewinnung
Grundsätzlich ist in der Ideengewinnung alles erlaubt was funktioniert und uns einer Lö-
sung näher bringt.
In der Methodenpraxis haben sich im Laufe der Zeit einige Methoden zur Ideengewinnung
besonders bewährt:
Brainstorming
Brainwriting
Methode 6-3-5
Brainstorming
Methode:
- Der Moderator stellt das Thema vor
- Die Teilnehmer nennen per Zuruf ihre Ideen
- Jede Idee wird sichtbar festgehalten
- Jede Idee ist willkommen und wird akzeptiert
- Je ausgefallener, um so besser
- Während dieser ,,Sammelphase" kein Kommentar
- Menge geht vor Qualität
- Brainstorming lebt von der Assoziation im Team
Vorteile:
- Keine technische Vorbereitung erforderlich
- Viele Ideen in kurzer Zeit
- ,,Katalysewirkung" durch Weiterentwicklung einer Idee
Nachteile:
- Dominante Zurufer können andere bremsen
Brainwriting
Methode:
- Der Moderator stellt das Thema vor
- Teilnehmer schreiben auf Karten ihre Ideen
- Je Karte nur ein Gedanke
- Die Karten werden eingesammelt und an Pinwand sinngemäß in Gruppen angenadelt
- Die Gruppen werden mit Überschriften versehen
Vorteile:
- In kurzer Zeit werden strukturierte Ergebnisse erzielt
- Keine Meinungsbeeinflussung durch andere
Nachteile:
- Umfangreiche Ausstattung notwendig
(mindestens 2 Pinwände, Metaplankoffer, Packpapierbögen)
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 53
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Methode 6-3-5
Die Zahlenkombination 6-3-5 enthält als Definition die drei wesentlichen Faktoren dieser
Methode:
6 Personen geben zu einem definierten Problem
3 Lösungsvorschläge, diese werden an den Nachbar weitergereicht, von dem wie-
der 3 weitere Vorschläge zugefügt werden und dieses
5 mal nacheinander
Auf diese Weise werden 6 x 3 x 5 = 90 Lösungsvorschläge erarbeitet.
Vorteile:
- Innerhalb von 30 - 40 Minuten werden annähernd 100 Vorschläge gesammelt
- Einfach durchführbar
- Anwendungsbereich sehr breit
Formblatt für die Methode 6-3-5:
6-3-5 Methode
Datum:
Problemstellung:
Teilnehmer:
1.
2.
3.
4
5.
6.
3 Problemlösungsvorschläge ©
1.1 (Teilnehmer 1)
1.2
1.3
2.1 (Teilnehmer 2)
2.2
2.3
3.1 (Teilnehmer 3)
3.2
3.3
4.1 (Teilnehmer 4)
4.2
4.3
5.1 (Teilnehmer 5)
5.2
5.3
6.1 (Teilnehmer 6)
6.2
6.3
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 54
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1.3.3 Lebenszyklus von Produkten
Schema eines Produktzykluses:
rag)
Deckungsbeit
winn,
e
G
z,
at
s
(Um
DM
Zeit
Phase 1
Phase 2
Phase 3
Phase 4
Einführungsphase
Phase der
Phase der
Degenerationsphase
Marktdurchdringung
Marktsättigung
Der Lebenszyklus läßt sich in charakteristische Phasen zerlegen:
Einführungsphase
In der Einführungsphase wird ein bis zur Marktreife entwickeltes Produkt meist unter er-
heblichem Vertriebsaufwand auf den Markt gebracht. Diesen Kosten stehen zunächst nur
bescheidene Umsätze gegenüber, die jedoch in dem Maße ansteigen, wie der Marktwi-
derstand überwunden wird, bis schließlich die Gewinnschwelle überschritten wird.
Erfahrungsgemäß erreichen die Mehrzahl der neu eingeführten Produkte diesen Punkt
nicht, sie erweisen sich als Fehlschläge. Dieses Risiko läßt sich durch Markttests und
sorgfältig geplante Einführungskampagnen zwar eingrenzen, aber nicht ausschalten.
Phase der Marktdurchdringung
Mit dem Eintritt in die Gewinnzone beginnt die Phase der Marktdurchdringung. Sie ist
durch ein rasches Umsatzwachstum gekennzeichnet. Der Markt wächst schneller als die
Produktionsmöglichkeiten. Der betriebliche Engpaß verlagert sich vom Absatz- in den
Produktionsbereich. Das hat häufig zur Folge, daß die Fertigungskapazitäten erweitert,
während Marketingaktivitäten weitgehend vernachlässigt werden.
Die günstige Ertragslage gestattet es, die aufgelaufenen Forschungs- und Entwicklungs-
kosten abzudecken. Sie lockt aber andererseits Konkurrenten an, die ihrerseits neue
Produktionskapazitäten schaffen, aber auch neue Käuferschichten erschließen.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 55
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Phase der Marktsättigung
Der Übergang von der Wachstums- in die Marktsättigungsphase ist in dem Punkt gege-
ben, in dem die Zuwachsrate des Umsatzes zu stagnieren oder zu sinken beginnt. Das
Marktpotential ist weitgehend ausgeschöpft, der Umsatz erreicht sein Maximum. Die Grö-
ße des Marktes wird nicht mehr vom Neubedarf sondern zunehmend vom Ersatzbedarf
bestimmt.
Zwischen den Gesamtfertigungskapazitäten und dem Marktvolumen findet ein Ausgleich
statt. Trotzdem treten weitere Wettbewerber auf. Das führt dazu, daß das Schwergewicht
der betrieblichen Aktivitäten sich wieder aus dem Bereich der Fertigung in den Marketing-
bereich verlagert, um durch den Einsatz der Marketing-Instrumente den Marktanteil mög-
lichst lange zu halten.
Degenerationsphase
Übersteigen die vorhandenen Kapazitäten das Marktvolumen, so verlagert sich der Wett-
bewerb vom Produkt- zum Preiswettbewerb.
Sinkende Preise auf der einen Seite, abnehmende Nachfrage - ausgelöst durch Substi-
tute - auf der anderen Seite verschlechtern die Ertragslage des Produktes. Die
,,Lebenskurve" neigt sich nach unten, das Produkt tritt in die Phase der Degeneration ein.
Die Wettbewerber versuchen in dieser Situation, durch verstärkten Einsatz der Marketing-
Instrumente sich ein größeres Stück aus dem kleiner werdenden Kuchen herauszu-
schneiden. Gleichzeitig wird im Produktionsbereich rationalisiert und kooperiert, um die
Ertragslage zu verbessern. Führen diese Maßnahmen nicht zum Erfolg, muß das Produkt
aus dem Markt genommen werden, an seine Stelle tritt ein Nachfolgeprodukt.
Die zeitliche Länge des Lebenszyklus und der einzelnen Phasen ist von Produkt zu Pro-
dukt zu verschieden, als daß generelle Aussagen darüber möglich wären. Die Tendenz
zu einer ständigen Verkürzung der Lebensdauer ist jedoch nicht zu übersehen. Das aber
zwingt die Unternehmen, ihre Produkte in immer kürzeren Zeitintervallen den Anforderun-
gen des Marktes anzupassen oder sie durch neue Produkte abzulösen. Die Gefahr, daß
die Produkte ihre Gesamtkosten nicht mehr erwirtschaften, ist nicht von der Hand zu wie-
sen, wie das Beispiel Rolls Royce gezeigt hat.
Diese Gefahren zeigen deutlich die Notwendigkeit einer planmäßigen Produktentwick-
lung. Mit ihrer Hilfe soll der Lebenszyklus bestehender Produkte erhalten und wenn mög-
lich verlängert werden. Daneben muß eine ständige Neu- und Weiterentwicklung dafür
Sorge tragen, daß bei Ausscheiden eines Umsatzträgers ein anderes Produkt an seine
Stelle tritt.
Mit Hilfe der Lebenszyklen läßt sich für jedes Produkt der Standort auf seiner Lebenskur-
ve bestimmen, so daß für jedes einzelne Produkt Voraussagen über seine weiteren Aus-
sichten möglich sind.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 56
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1.3.4 Programmgestaltung
Der Markterfolg eines Unternehmens steht und fällt mit der angebotenen Leistung. Ziel
der Produktpolitik ist es, das eigene Produkt positiv von dem des Mitbewerbers abzuhe-
ben. Dies geschieht durch echte oder scheinbare Veränderungen. Dabei sind drei
Schwerpunkte zu unterscheiden:
Produktgestaltung
Besagt die ständige Anpassung bereits auf dem Markt befindlicher Produkte an die
sich ändernden Marktverhältnisse
Fertigungsprogramm
Die Wünsche des Kunden und die Wünsche des Unternehmens werden hierbei
weitgehend berücksichtigt.
Diversifikationen
Bedeutet die Suche, Auswahl und Aufnahme neuer Produktideen
Warum Produktpolitik ?
Die Gütermärkte sind ständig in Bewegung. Neue Produkte kommen auf den Markt, er-
folgreiche verlieren an Bedeutung, andere verschwinden ganz vom Markt. Alle Leistungen
durchlaufen diese Phasen. Sie werden einmal auf den Markt gebracht, haben Erfolg, um
dann wieder aus dem Markt ausgeschieden zu werden.
Für die Beurteilung eines Produktes ist es wichtig zu wissen, in welcher Phase es sich ge-
rade befindet. Diese Eingruppierung wird durch das Modell des Lebenszyklus eines Pro-
duktes ermöglicht. Bei diesem Modell wird die Umsatz- oder Gewinnsituation im Zeitver-
lauf in einem Koordinatensystem dargestellt.
Überblick über die wichtigsten Begriffe vom Entwicklungs- zum Absatzprogramm:
Entwicklungsprogramm
Fremd-
Lizenz-
Eigenentwicklung
entwicklung
übernahme
Erzeugnisprogramm
Fertigungsprogramm
Fremd-
Eigenfertigung
fertigung
Produktionsprogramm
(Stück / Artikel im Monat X)
Lizenz-
Handels Lohn-
Eigenerzeugnisse
vergabe
ware
aufträge
Absatzprogramm
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Seite 57
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Strategien der Programmpolitik
Definition:
Zusammenfassung von Sortimentspolitik und Fertigungsprogrammpolitik
Unterschied:
Im Bereich des Handels nennt man das Warenangebot Sortiment, während im Bereich
der Industrie das Warenangebot Fertigungsprogramm genannt wird.
Die bedeutungsvollste Aufgabe eines Händlers ist die Sortimentsgestaltung und des
Dienstleistungsunternehmens das Dienstleistungsprogramm. Wenn in Industrieunter-
nehmen vom Produktionsprogramm gesprochen wird, so assoziiert dieser begriff die frü-
here und damals berechtigte Vorstellung, wonach die Produktion das Hauptproblem dar-
stellt. Nach heutiger Auffassung und den oft leidvollen Erfahrungen der Unternehmens-
führungen ist es jedoch der Markt, denn dort entscheiden sich die Geschicke des Unter-
nehmens.
Problem bei der Programmpolitik:
Einen vernünftigen Ausgleich zwischen den Wünschen der Abnehmer und den wirtschaft-
lichen Möglichkeiten des Anbieters zu finden. Dabei ist eine sinnvolle Beschränkung des
Angebotes angebracht.
Für die notwendige Abgrenzung lassen sich verschiedene Grundsätze aufstellen. Entwe-
der ein bestimmtes Bedürfnis optimal befriedigen (d.h. das Sortiment ist eng, aber tief
gegliedert) oder aber das Sortiment befriedigt die Bedürfnisse einer bestimmten Nachfra-
geschicht (d.h. das Sortiment ist sehr weit aber flach gegliedert).
Ein breites Sortiment erspart lange Einkaufswege, während ein tiefes Sortiment eine am
Verkaufsplatz vergleichende Beurteilung ermöglicht.
Programmbereinigung
Um eine verspätete Programmbereinigung zu vermeiden, ist es empfehlenswert in kurzen
Zeitabständen das Programm auf eliminierungsverdächtige Produkte hin zu untersuchen.
Bereinigungskriterien quantitativer Art
- sinkender Umsatz und / oder Marktanteil
- kleiner Umsatzanteil am Gesamtumsatz des Programms
- sinkende Rentabilität
- sinkender Deckungsbeitrag
Bereinigungskriterien qualitativer Art
- negativer Einfluß auf das Firmenimage
- Änderung gesetzlicher Vorschläge u.ä.
- nachlassende Wirkung der produktspezifischen Marketing-Aktivitäten
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Seite 58
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Markenpolitik
Marke bedeutet die Markierung eines Produktes (engere Begriffsauslegung) und die
Kennzeichnung durch einen Namen und / oder ein Symbol.
Wirkung:
Suggerieren eines höheren Wertes
Markentreue als Folge eines Vertrauensverhältnisses (trotz fehlender Kontakte
eines Herstellers)
Unterscheidung Markenartikel - markiertes Produkt
Nach allgemeinem Sprachgebrauch wird ein Produkt zum Markenartikel dadurch, daß es
durch Markierung aus der Anonymität heraustritt (markiert war) und außerdem einen ho-
hen Bekanntheitsgrad erreicht sowie fast überall erhältlich ist (Markenartikel).
Über die verschiedenen Markenarten unter denen zu wählen ist, gibt die nachfolgende
Tabelle umfassend Aufschluß.
Kriterien für die Unterscheidung
Ausprägung von Marken
von Markierungsarten
(Beispiele)
a) nach Anzahl der Markeneigner
Individualmarke
Kollektivmarke
(Rosenthal)
(Gruppe 21)
b) nach produktbezogenem
Einzelmarke
Produktgruppenmarke
Anwendungsbereich
(Odol)
(Nivea)
c) nach Verwendung wahrnehmungs-
akustische Marke
optische Marke
bezogener Markierungsmittel
(Erkennungsmelodie)
(Mohr von Sarotti)
d) nach inhaltlichem Bezug
Firmenname
Phantasiemarke
(Bahlsen-Keks)
(Merci Schokolade)
regionale Marke
nationale Marke
e) nach Reichweite im Absatzmarkt
(Herrenhäuser Pils)
internationale Marke
(horizontal)
(Coca-Cola)
Markenarten nach Hansen / Leitherer
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Merkmale von Markenartikeln:
- Gleichbleibende Qualität
- Markierung
- Gleichbleibender Preis
- Gleichbleibende Aufmachung (Verpackung)
- Weite Verbreitung am Absatzmarkt (Ubiquität)
- Hoher Bekanntheitsgrad
- Verbraucherwerbung
Ziele der Markenbildung:
- Profilierung des eigenen Angebots gegenüber der Konkurrenz
- Aufbau von Präferenzen bei den Konsumenten
- Absatzentwicklung stetig
- Sicherung eines Spielraums für die Preispolitik
- Verbesserung der Position gegenüber den Handelsunternehmen
- Verbesserung der Ergebnislage (Gewinn, Umsatz, Deckungsbeitrag, etc.)
Markenfamilie (Dachname):
eine Unternehmung bietet ein oder mehrere Produkte unter einer Markenbezeichnung
am Markt an.
Wie Markenartikler ,,Flops" vermeiden:
- Von 100 neu eingeführten Markenartikeln bringen lediglich 15 ihren Herstellern den
hofften Gewinn.
- Marktforscher versuchen mit ausgeklügelten Methoden Reinfälle zu verhindern
- Der Umsatz der No-Name-Produkte stagniert
- Markenartikel besitzen verbesserte Chancen
- 400.000 in Deutschland geschützte Artikel
- 30.000,- DM Honorar (Dürrmeier Frankfurt) für einen zugkräftigen geschützten Namen
- Mehr als 75.000,- DM Honorar für Weltmarken
- Testmärkte (Berlin, Bremen, Hessen, Saarland)
- Ein halbjähriger Markttest an der Saar kostet mindestens 500.000,- DM
- Ein Markttest in 12 umsatzstarken Geschäften kostet in 8 Wochen ca. 200.000,- DM
- TV-Spots im ZDF nur im Stadtbereich einblenden (Bad Kreuznach, Buxtehude und
Reutlingen) Honorar 150.000,- DM. Analyse über 6 Monate über die Einkaufsdaten von
ca. 2.750 Testhaushalten in den 3 Städten (Anwendung von Coca-Cola, Blendax, Uni-
lever und Nestle)
- TV-Spots in 2.000 haushalten mit Kabelfernsehen in Haßloch/Pfalz
Absatzwirtschaft Teil 1
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1.3.5 Diversifikation
Die strukturelle Verkürzung der Lebenszyklen erfordert die ständige Entwicklung von Nachfol-
geprodukten. Modifikation und Variation stellen Weiterentwicklungen bestehender Erzeugnisse
dar. Verlieren solche Produkte endgültig ihren Markt, so müssen rechtzeitig neue, bisher nicht
bearbeitete Produktbereiche erschlossen werden. Dieses Ausweichen auf fremde Märkte wird
als Diversifikation bezeichnet.
Marktsituation Ø
----------------------
Alter Markt
Neuer Markt
Ú Produktsituation
Altes Produkt
Intensivierung der
Marktausweitung
Marktbearbeitung
Produktentwicklung
Neues Produkt
= Modifikation
Diversifikation
+ Variation
Marktstrategien
Vertikale Diversifikation
Es werden Produkte der vor- und / oder nachgelagerten Wirtschaftsstufen aufgenommen.
Horizontale Diversifikation
Die neuen andersartigen Produkte sind so ähnlich, daß gleiche Betriebsmittel oder das gleiche
Personal oder die gleichen Marktbeziehungen genutzt werden können.
Laterale Diversifikation
Neue Produkte werden aufgenommen, die für das Unternehmen völlig neu sind und keinen
technischen oder wirtschaftlichen bezug zu den bisherigen Produkten haben.
Das Aktionsfeld der Absatzprogrammpolitik:
Formen der Veränderung des Absatzprogramms
Bereinigung
Erneuerung
Erweiterung
Eliminierung von
Neugestaltung bisheriger
Einführung neuer
Programmelementen
Programmelemente
Programmelemente
Aufnahme neuer
Eliminierung
Substitution bis-
Zusätzliche Auf-
Innerhalb bisheriger
Produktlinien:
Eliminierung
von Produkten
heriger durch neu-
nahme modifizierter
Produktlinien
Diversifikation
kompletter
aus weiterbe-
gestaltete Pro-
Programmelemente:
Marktneu-
Produktlinien
stehenden
grammelemente:
Differenzierung
Unternehm-
Unternehm-
heiten:
Produktlinien
Variation
Variation
ungsneuheiten
ungsneuheiten
Innovation
Einengung des
Abflachung
Beibehaltung der
Verbreiterung des
Absatzpro-
des Absatz-
Breite und Tiefe des
Vertiefung des Absatzprogramms
Absatzprogramms
gramms
programms
Absatzprogramms
bezogen auf
Produkte (im engeren Sinn)
Verpackungen
Markierungen
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 61
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1.4 Preispolitik
1.4.1 Grundlagen der Preispolitik
Das Kräftespiel zwischen Angebot und Nachfrage auf den Absatzmärkten fordert unter-
nehmerisches Handeln in einer Marktwirtschaft geradezu heraus.
Die langfristige Gewinnsicherung ist vordergründigste Aufgabe eines Unternehmens.
Die Erschließung neuer Märkte und die Festigung traditioneller Märkte wird bei einer
ständig zunehmenden Wandlung vom Verkäufermarkt zum Käufermarkt immer proble-
matischer.
Aus der Markt- und Kostenentwicklung leitet sich somit die Bedeutung einer erfolgreichen
Preispolitik zwangsläufig ab.
Eine kostenorientierte Preispolitik ist somit wesentlicher Bestandteil einer betriebswirt-
schaftlichen Betrachtungsweise.
Der Terminus ,,Politik" setzt voraus, daß der Anbieter einen Spielraum hat. Die Grenzen
für Handlungsspielräume sind jedoch eng.
Möglichkeiten bei der Bestimmung einer Preisforderung:
a) Ableitung der optimalen Preisforderungen aus dem Zusammenspiel von Angebot und
Nachfrage am Markt
b) Ausrichtung des Preises ausschließlich an den Kosten
c) Ausrichtung des Preises ausschließlich an den Konkurrenzpreisen
Ausgangspunkt ist stets die Frage, welcher Preis unter den gegebenen Marktverhältnis-
sen für den einzelnen Anbieter optimal ist, das heißt die Zielgröße (z.B. Gewinn) maxi-
miert.
Folgende Bedingungen sind herzustellen, um den optimalen Preis abzuleiten:
G
=
E
-
K
=
P
x
X
-
K
x
X
Gewinn = Erlöse
- Kosten = Preis
x
Menge
-
Kosten
x
Menge
Wachsende Bedeutung einer erfolgreichen Preispolitik:
Die Wettbewerbsfähigkeit eines Produktes ist umso höher einzuschätzen, je mehr es sich
im positiven Sinne von seinem Konkurrenzprodukt unterscheidet, d.h. einen technologi-
schen Vorsprung besitzt.
Die Weitergabe von Kosten im Preis und damit die Erzielung von Gewinnen hat gute
Chancen.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 62
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Bei der Erschließung neuer Märkte treten preispolitische Entscheidungen in den Vorder-
grund der Marketingpolitik (Einführungsstrategien).
Preispolitische Entscheidungen haben in der Regel zwei Auslöseelemente:
externe vom Markt ausgehende
(Konkurrenz und Konsumentenverhalten)
interne im Unternehmen
(Kostenstrukturen)
Einflüsse der Kostenstrukturen auf die Preispolitik
Im Rahmen einer erfolgreichen Preispolitik sind folgende wesentlichen Kostenverursacher
zu bewerten:
Lebensdauer des Produktes
(Kosten aus Änderungen Ø Wertanalyse)
inflationsbedingte Kostenveränderungen
sozial- und tarifpolitische Auseinandersetzungen
Einflüsse der Konsumseite
(Kaufkrafttheorie)
Investitionsentscheidungen
(Abschreibungen, Zinsen)
Kosten der Materialbeschaffung
Rohstoffmärkte
(Risikofaktoren, siehe OPEC-Kartell)
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 63
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1.4.2 Marktformbedingte Gesetzmäßigkeiten in der Preisbildung
Angebots- und Nachfragefunktionen
Angebots- und Nachfragefunktionen sind Marktrealisationfunktionen. Sie zeigen den Zu-
sammenhang zwischen Aktionen von Anbietern (bzw. Nachfragern) und Reaktionen von
Nachfragern (bzw. Anbietern).
Aktionen der Anbieter:
- Einsatz der absatzpolitischen Instrumente
Reaktionen der Nachfrager:
- Umfang der getätigten Käufe
Im Umkehrschluß der Aktionen bzw. Reaktionen ergeben sich
Aktionen der Nachfrager:
- Artikulierung von Kaufwünschen
Reaktionen der Anbieter:
- Umfang der getätigten Verkäufe
Preispolitik
Preise steigen bei Kostendruck und Preise sinken bei Wettbewerbsdruck. Die Gefahr bei
dieser ,,Kosten-Preis-Schere" liegt darin, daß im ungünstigsten Fall der Marktpreis gerade
mal die Kosten deckt. Eine Preispolitik ist in solchen Fällen nicht möglich.
Zusammenhang zwischen Preisforderung und absetzbarer Menge:
Hier besteht ein funktionaler Zusammenhang, das heißt der Mengenabsatz ist zuneh-
mend bei sinkenden Preisen und abnehmend bei steigenden Preisen.
Formen der Preisbildung:
Frei kalkulierbare Preise
Im Bereich der Einzelfertigung
Verbindliche Preise (Listenpreise)
Die Erzeugnisse werden in der Regel in Serienfertigung hergestellt
Richtpreise (oder auch empfohlener Verkaufspreis)
Form der Preisbildung zwischen Hersteller und Händler
Gebundener Preis (Preisbildung der 2. Hand)
Auch vertikale Preisbildung genannt. War erlaubt bis 31.12.1973 (Kartellnovelle
vom 6. August 1973). Diese Preisbindung galt als typische Preisform bei Marken-
artikeln.
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 64
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Preis-Absatz-Funktionen (PAF)
Zwischen Preisforderungen und absetzbarer Menge besteht ein funktionaler Zusammen-
hang. Bestimmt man zu jedem möglichen Preis die zugehörige Menge, so erhält man die
Absatzkurve. Solche Absatzkurven für die einzelnen Produkte werden in der Praxis durch
Schätzungen oder spezielle Untersuchungen erstellt. Die Steigung (Neigung) dieser Kur-
ven wird durch die Empfindlichkeit bestimmt, mit der die Abnehmer auf Preisänderungen
reagieren. Die Empfindlichkeit wird als
Preiselastizität
bezeichnet.
Preiselastizität
Preiselastizität ist das Verhältnis der relativen Änderung der Nachfrage zur relativen Än-
derung des Preises.
dx
dp
e = -
----
:
----
x
p
Legende:
e = Elastizitätskoeffizient
x = ursprüngliche Absatzmenge des Gutes
p = ursprünglicher Preis des Gutes
dx = Änderung der Nachfragemenge
dp = Änderung des Preises
a) ideal typischer Verlauf
b) teilweise atypischer Verlauf
Prohibitivpreis
PAF
P
oberer Grenzpreis
i
s
e
Preis P
PAF
Pr
unterer Grenzpreis
Menge X
Menge X
Absatzwirtschaft Teil 1
Seite 65
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Beispiel:
Der Preis einer Sektmarke wird von 8,- DM auf 7,- DM gesenkt. Die Absatzmenge erhöht
sich dadurch von 2 Mio. Flaschen auf 2,5 Mio. Flaschen. Der Elastizitätskoeffizient be-
trägt daher:
0,5
-1
e = -
----
:
----
= 2
2
8
Der Elastizitätskoeffizient kann Werte ergeben, die kleiner als 1, gleich 1 oder größer als
1 sein können. Ist er gleich 1, bedeutet das, daß die prozentuale Preisänderung eine glei-
che prozentuale Mengenänderung auslöst. Ist er kleiner als 1, so spricht man von einer
unelastischen Nachfrage, da die prozentuale Mengenänderung hinter der prozentualen
Preisänderung zurückbleibt. Ist er größer als 1, so spricht man von einer elastischen
Nachfrage, da die prozentuale Mengenänderung die prozentuale Preisänderung übertrifft.
Angebots-Kurve
AA′ ist die Kurve eines gege-
A′
benen Angebotes.
Je höher der Preis, desto grö-
ßer das Angebot.
Preis P
A
Menge X
Nachfrage-Kurve
NN′ ist die Kurve einer gege-
N
benen Nachfrage.
Je niedriger der Preis, desto
größer die Nachfrage. Je hö-
her der Preis, desto kleiner die
Nachfrage.
Preis P
N′
Menge X
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Preis-Absatz-Funktion und Grenzerlös-Funktion des Angebotsmonopols:
pH
70
> 1
60
s
50
= 1
ei
Pr
40
Gre
n
30
z
Pre
< 1
e
E′
rl
is
ö
-A
=
s
bs
-Fu
20
80
p
at
=
z
-F
-
8
n
0
u
1
kt
nk
- 0
t
x
io
,
i
5
on
10
n
x
20
40
60
80
100
120
140
xS
Menge
Legende:
= Nachfrageelastizität
p(x) = 80 - 0,5 x
pH = Höchstpreis
XS = Sättigungsmenge
Es sei eine linear fallende Preis-Absatz-Funktion unterstellt, wie sie für monopolistische
Angebotsverhältnisse als typisch angesehen wird.
Hierbei bedeutet 80,- DM den Höchstpreis (Prohibitivpreis) pH, zu dem sich gerade noch
keine Nachfrage findet. Mit sinkender Preisforderung steigt die Nachfragemenge X (je
0,50 DM Preissenkung erhöht X um 1 Einheit), bis schließlich die Sättigungsmenge XS =
160 erreicht ist, die zum Nullpreis abgenommen wird. Noch größere Nachfragemengen
müßten durch negative Preise (Zugaben an die Abnehmer z.B. in Höhe der Abfallbeseiti-
gungskosten) erkauft werden.
Der Erlös errechnet sich als Produkt von Preis und Menge:
E(x) = p(x) · X = ( 80 - 0,5 · X ) · X = 80 · X - 0,5 · X²
Der Erlös ist gleich null, wenn entweder die Menge X oder der Preis p null sind.
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Gesamterlösfunktion des Angebotsmonopols:
Der Erlös ist gleich null, wenn entweder die Menge X oder der Preis p null sind. Wie das
untere Bild zeigt, beginnt daher die Erlösfunktion im Nullpunkt und erreicht die Mengen-
achse wieder im Punkt der Sättigungsmenge.
3200
Erlös = p · x
2400
s
l
ö
Er
1600
800
20
40
60
80
100
120
140
160
Menge
Wird ausgehend vom Höchstpreis, die Preisforderung Schritt für Schritt gesenkt, so steigt
die Erlösfunktion zunächst steil an, wird dann zunehmend flacher, erreicht ihr Maximum
genau bei der halben Sättigungsmenge bzw. Dem halben Höchstpreis und sinkt dann
wieder zunächst langsam und dann immer schneller auf null ab.
Dieser Verlauf kann wie folgt begründet werden:
Das Produkt aus zwei Größen ( E = p · X ) wird solange größer, wie die eine Größe relativ
(d.h. prozentual) noch mehr steigt als die andere sinkt und umgekehrt.
Beziehungen zwischen Erlösfunktionen, Grenzerlösfunktionen und Nachfrageelastizität:
Als Grenzerlös wird der zusätzliche Erlös bezeichnet, der für eine zusätzlich verkaufte
Mengeneinheit erzielt werden kann. Der Grenzerlös ist also gleich dem Betrag, um den
die Erlösfunktion steigt, wenn eine weitere Mengeneinheit verkauft wird.
Die Grenzerlösfunktion beginnt (wie die Preis-Absatz-Funktion) mit dem Höchstpreis. Der
Grenzerlös der ersten verkauften Einheit ist gleich dessen Preis. Die Grenzerlösfunktion
fällt dann aber doppelt so schnell ab wie die Preis-Absatz-Funktion.
Bereits bei der zweiten Einheit ist der Grenzerlös kleiner als der Preis; denn eine Preis-
senkung betrifft stets alle zu verkaufenden Einheiten, nicht nur die letzte. Vom Preis der
letzten Einheit ist die Erlösminderung bei allen anderen Einheiten abzurechnen, um zum
Grenzerlös zu gelangen.
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Tabellarische Darstellung:
Preis
relative
Menge
relative
Nachfrage-
Erlös
Grenzerlös
Preisänderung
Mengenänderung
elastizität
p
x
x
p
E
p
----
x
----
---- : ----
p · x
----
p
x
x p
x
80,- DM 10 / 80 = 12,5 %
0
20 / 0 = ##
##
0,- DM
70,- DM
70,- DM 10 / 70 = 14,3 %
20
20 / 20 = 100 %
7
1.400,- DM
50,- DM
60,- DM 10 / 60 = 16,7 %
40
20 / 40 = 50,0 %
3
2.400,- DM
30,- DM
50,- DM 10 / 50 = 20,0 %
60
20 / 60 = 33,3 %
1,7
3.000,- DM
10,- DM
40,- DM 10 / 40 = 25,0 %
80
20 / 80 = 25,0 %
1
3.200,- DM
0,- DM
30,- DM 10 / 30 = 33,3 %
100
20 / 100 = 20,0 %
0,6
3.000,- DM
- 10,- DM
20,- DM 10 / 20 = 50,0 %
120
20 / 120 = 16,7 %
0,3
2.400,- DM
- 30,- DM
10,- DM
10 / 10 = 100 %
140
20 / 140 = 14,3 %
0,14
1.400,- DM
- 50,- DM
0,- DM
160
0,- DM
- 70,- DM
In der Beispieltabelle verursacht eine Preissenkung von 70,- DM auf 60,- DM eine Men-
gensteigerung von 20 auf 40 Einheiten. Die Preissenkung von p = 10,- DM ist relativ
klein, nämlich bezogen auf den Ausgangspreis nur rund 14,3 %. Dagegen ist die Men-
gensteigerung von x = 20 relativ groß, nämlich bezogen auf die Ausgangsmenge im-
merhin 100 %. Der Erlös steigt schnell an, von 70,- DM x 20 = 1.400,- DM auf 60,- DM x
40 = 2.400,- DM.
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Beispiel:
bisherige Menge x0 = 40
bisheriger Preis p0 = 60,- DM
neue Menge x1 = 41
neuer Preis p1 = 59,50 DM
Der zusätzliche Erlös der Einheit Nr. 41 (Grenzerlös) beträgt nun aber nicht 59,50 DM
sondern:
Preis der Einheit Nr. 41
59,50 DM
- Erlösminderung der übrigen 40 Einheiten (40 x 0,50 DM)
- 20,00 DM
= Grenzerlös der Einheit Nr. 41
= 39,50 DM
Da der Grenzerlös der Steigung des Gesamterlöses entspricht, wird er null, wenn der
Gesamterlös nicht mehr weiter ansteigt, wenn er also sein Maximum erreicht. Dies ist der
Fall, bei der halben Sättigungsmenge.
Der Grenzerlös wird negativ, wenn die Erlösfunktion wieder abfällt:
bisherige Menge x0 = 100
bisheriger Preis p0 = 30,- DM
neue Menge x1 = 101
neuer Preis p1 = 29,50 DM
Preis der Einheit Nr. 101
29,50 DM
- Erlösminderung der übrigen 100 Einheiten (100 x 0,50 DM)
- 50,00 DM
= Grenzerlös der Einheit Nr. 101
- 20,50 DM
Die Grenzkosten entsprechen der Steigung der Gesamtkostenfunktion. Bei einer linearen
Gesamtkostenfunktion
K(x) = 1.000 + 20 · x
betragen die Grenzkosten einheitlich K′ = 20,- DM (Fixkosten betragen 1.000,- DM).
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Cournot′sche Lösung:
80
Cournot′scher Punkt
70
60
P
Grenzerlös = Grenzkosten
Gmax
50
G
eis
renz
Pr
40
e
E
rlö
′ = 8 s
Pr
-Fu
eis
0
-Abs
30
- 1 nkt
p
at
= 80 z
x
io
-Funk
K′
n
- 0,
ti
20
5x
on
10
xGmax
20
40
60
80
100
120
140
160
Menge
In der Grafik schneiden sich die Grenzkosten und die Grenzerlöse bei der Stückzahl 60.
Dies ist die gewinn-maximale Menge. Der dazu gehörige Preis findet sich auf der Preis-
Absatz-Funktion in einem Punkt, der nach dessen Entdecker Cournot, als Cournot′scher
Punkt bezeichnet wird. Der gewinn-maximale Preis beträgt 50,- DM.
Der maximale Gewinn errechnet sich wie folgt:
G(x)
= E(x)
- K(x)
= p · x
- Kfix - kvar · x
= 50,- DM · 60 - 1.000,- DM - 20,- DM · 60
G = 800,- DM
Absat