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Seele und Psyche: Erstspracherwerb - Zweitspracherwerb

Hauptseminararbeit, 2000, 19 Seiten
Autor: Jasmina Cirkic
Fach: Germanistik - Linguistik

Details

Veranstaltung: Beschreibungsmethoden der Linguistik
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Deutsches Institut)
Tags: Seele, Psyche, Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, Beschreibungsmethoden, Linguistik
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2000
Seiten: 19
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V9595
ISBN (E-Book): 978-3-638-16254-8

Dateigröße: 289 KB


Textauszug (computergeneriert)

Johannes Gutenberg - Universität Mainz
Fachbereich 13
Hauptseminar: "Beschreibungsmethoden der Linguistik"

WS 1999/2000

Seele und Psyche:
Erstspracherwerb - Zweitspracherwerb

Cirkic, Jasmina

Deutsche Philologie, Mittlere und 
Neuere Geschichte, Ethnologie / 07. Semester

Gliederung

1. Einleitung 3

2. Spracherwerbstheorien
2.1 Die behavioristische Theorie 4-5
2.2 Die nativistische Theorie 5-6
2.3 Die kognitive Theorie 7
2.4 Die interaktionistische Theorie 8

3. Zur Entwicklung der Erstsprache
3.1 Die Hauptphasen der Sprachentwicklung 8-11
3.2 Der Aufbau des sprachlichen Systems: Der Zwei- und Drei-Wort-Satz 11-12
3.3 Der Ausbau des sprachlichen Systems – die kommunikative Flexibilität 12

4. Zweitspracherwerb
4.1 Fremd- und Zweitsprachenerwerbsforschung 12-13
4.2 Das Monitormodell von Stephen Krashen 13-14
4.3 Das Modell von Sascha Felix 14-15

5. Zusammenfassung 15

6. Literaturverzeichnis 15-16

7. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis 17-18

 

Einleitung

Von Geburt an befindet sich ein Kind in einer Gemeinschaft, die hauptsächlich mit dem Mittel Sprache kommuniziert und die sich von Anfang an auch verbal an das Kind richtet. Nicht nur Kindern erschließt sich die Welt durch Sprache. Will es in der Sprachgemeinschaft bestehen, so ist das Kind gezwungen, die Sprache zu erlernen. Wenn Kinder beginnen, sich ihre Welt durch Wörter anzueignen, dann machen auch Erwachsene dabei immer wieder neue Erfahrungen in ihrem eigenen Umgang mit Sprache.

Die Frage, ob Kinder Wortsprache passiv durch Imitation oder aktiv durch das Verstehen ihrer unmittelbaren Umwelt verstehen, ist immer noch aktuell, denn der Spracherwerb kleiner Kinder ist im allgemeinen eine bemerkenswerte Leistung des Menschen. Hierüber gibt es unterschiedliche Theorien und Erklärungsversuche. Spracherwerbstheorien bilden das Fundament für mögliche Erklärungsmuster. Man unterscheidet zwischen den nativistischen und den funktionalen, der interaktionistischen, kognitiven und behavioristischen Ansätzen.

Die folgende Ausarbeitung betrachtet im ersten Teil die wesentlichen Aspekte des kindlichen Spracherwerbs bzw. das Erlernen sprachlicher Strukturen. Darauf folgt eine Darstellung der etablierten Spracherwerbstheorien (Skinner, Chomsky, Piaget), um anschließend dialogische und kommunikative Gesichtspunkte verbaler Interaktionen zwischen Kindern und Erwachsenen zu betrachten. Unter Erstspracherwerb versteht man den ungesteuerten Erwerb der Muttersprache des Kindes. Beim Lernen der ersten Sprache lernt das Kind keineswegs nur diese eine Sprache, sondern es lernt eine Menge über Sprache überhaupt.

Im zweiten Teil soll versucht werden, den Zweitspracherwerb verständlich darzustellen. Es gibt den ungesteuerten Zweitspracherwerb, so beispielsweise bei Arbeitsmigranten, die ohne Sprachunterricht die Sprache des Landes lernen, in dem sie leben. Daneben gibt es auch den gesteuerten Zweitspracherwerb oder gesteuerten Fremdsprachenunterricht, womit das Erlernen einer Sprache durch Unterricht gemeint ist. Es kommt auch vor, daß ein Kind mehr als eine Muttersprache gleichzeitig erwirbt. Dann wird von sogenannten zweisprachig (bilingual) aufwachsenden Kindern gesprochen.2. Die Spracherwerbstheorien

2.1 Die behavioristische Theorie

Der Behaviorismus wurde in den Vereinigten Staaten von John B. Watson begründet. Anhänger dieser Theorie definierten in Anlehnung an den russischen Forscher und Nobelpreisträger Iwan Pawlow Verhalten „als Reaktion auf bestimmte umweltbedingte, äußere oder innere Reize“1. Behavioristen sind der Auffassung, daß Sprache durch einen gegebenen Reiz bzw. Stimulus eine bestimmte Reaktion oder auch response wiedergibt. Dieser wird so oft wiederholt, bis der Vorgang zu einer festen Gewohnheit, einem habit wird. In Tierexperimenten belohnte man das Versuchsobjekt bei richtigem Verhalten auf den gegebenen Reiz. Hierbei spricht man von Konditionierung. Lernen über das Reiz- und Reaktionsparadigma nennt man Assoziationslernen, da der Lernerfolg durch die Verbindung von Reiz und Reaktion erst zustande kommt. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Fähigkeit zur Bildung von Gedankenverknüpfungen. Behavioristen akzeptieren nur beobachtbare Fakten und meßbare Daten. Ihre Forschung geht auf naturwissenschaftliche Methoden zurück und richtet sich auf das beobachtbare Verhalten. Diese Ausrichtung an den Naturwissenschaften im allgemeinen führte zu einer Beschränkung auf experimentelle Methoden und Versuche2. Watson stützte sich bei seinen Forschungen auf das objektiv beobachtbare Verhalten und untersuchte primär die Funktion der Umwelt bei Verursachung von Verhalten. Das beobachtbare Verhalten interpretierte er als Reaktion auf die ständig wechselnden Umwelteinflüsse3.

[...]


1 Bußmann 1990, S. 140

2 Vgl. Bußmann 1990, S. 128, 86

3 Vgl. Watson 1968, S. 123


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