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Termpaper, 2001, 22 Pages
Author: Thomas Schröder
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Tags: Macht; Systemtheorie; Luhmann
Year: 2001
Pages: 22
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16262-3
ISBN (Book): 978-3-638-64116-6
File size: 180 KB
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Abstract
Die weltweite Vernetzung von Systemen und Systemstrukturen scheint analog zum Theorem der Globalisierung mit zunehmender Eigendynamik und Rasanz eine Entwicklung zu nehmen, die sich mehr denn je dem Einfluß und der Steuerbarkeit durch Politik entzieht. Durch die strukturell asymmetrische Lagerung der Grundbedingungen der multilateralen Weltgesellschaft auf der einen und der territorialen Gebundenheit der Politik auf der anderen Seite, kommt es scheinbar zunehmend zum Rückgang der politischen Einflußmöglichkeiten. Die Frage, inwieweit das politische System überhaupt noch steuerungsfähig ist, verweist auf ein dirigistisches Vorverständnis und soll hier mit der kritischen Bemerkung präzisiert werden, dass das Steuern im Sinne von Navigieren und richtunggebendem Lenken nicht notwendig als zentrale Aufgabe von Politik aufgefasst werden muß. Die Gegenposition stellt in Betracht, dass das politische System zunehmend die Fähigkeit verliert, sich (im Sinne von Talcott Parsons Begriff des collectiv goal attainment) hinreichend an strukturelle Veränderungen anpassen zu können. Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur systemtheoretischen Annäherung an diesen Fragenkomplex leisten. Eine Theoretisierung von Macht (als Einflußmöglichkeit) ist angesichts (global) unüberschaubarer werdender Einfluß- und Interdependenzstrukturen unabdingbar. Die Machttheorie Niklas Luhmanns bietet dazu einen wesentlichen Ausgangspunkt. Um einen Überblick auf die Theorie der Macht bei Luhmann zu gewinnen, bedarf es zahlreicher Definitionen und Erläuterungen von Begriffen. Ebenso wie die allgemeine Systemtheorie Luhmanns (1984) bedeutet auch die Theorie der Macht einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der bisherigen Terminologie und des vorherrschenden Verständnisses in der Soziologie. Die luhmannsche Theorie versteht sich als eine Weiterführung des machttheoretischen Ansatzes von Talcott Parsons und lädt somit zu vergleichenden Exkursen mit dessen Ideen ein. Luhmann erläutert dem Begriff der Macht allgemein aus einer sozio-kulturellen und evolutionstheoretischen Perspektive, um dann –deduktiv – auf Spezifika und Einzelerscheinungen, wie die Einschränkung von politischer Macht durch intersystemische Wechselbeziehungen und durch die Generierung von (Organisations)Systemen mit machtabsorbierenden Eigenschaften überzuleiten.
Excerpt (computer-generated)
Georg-August-Universität
Soziologisches Seminar
Magister-Zwischenprüfungsarbeit
Die Machttheorie bei Niklas Luhmann
vorgelegt von:
Thomas Schröder
1. EINLEITUNG ... 3
2. DARSTELLUNG UND ÜBERBLICK ... 4
2.1. Macht als Kommunikationsmedium ... 4
2.2. Handlungsbegriff im Verhältnis zu Macht ... 6
2.3. Funktion von Medien-Codes ... 8
2.4. Macht und physische Gewalt ... 12
2.5. Technisierung des Sozialen ... 13
2.6. Dreidimensionaltät von generalisiertem Einfluß ... 14
2.7. Risiken der Macht ... 16
2.8. Gesellschaftliche Relevanz von Macht ... 17
2.9. Macht und organisationsspezifische Systeme ... 19
3. RESÜMEE ... 20
LITERATUR ... 22
1. Einleitung
Die weltweite Vernetzung von Systemen und Systemstrukturen scheint analog zum Theorem der Globalisierung mit zunehmender Eigendynamik und Rasanz eine Entwicklung zu nehmen, die sich mehr denn je dem Einfluß und der Steuerbarkeit durch Politik entzieht. Durch die strukturell asymmetrische Lagerung der Grundbedingungen der multilateralen Weltgesellschaft auf der einen und der territorialen Gebundenheit der Politik auf der anderen Seite, kommt es scheinbar zunehmend zum Rückgang der politischen Einflußmöglichkeiten.
Die Frage, inwieweit das politische System überhaupt noch steuerungsfähig ist, verweist auf ein dirigistisches Vorverständnis und soll hier mit der kritischen Bemerkung präzisiert werden, dass das Steuern im Sinne von Navigieren und richtunggebendem Lenken nicht notwendig als zentrale Aufgabe von Politik aufgefasst werden muß. Die Gegenposition stellt in Betracht, dass das politische System zunehmend die Fähigkeit verliert, sich (im Sinne von Talcott Parsons Begriff des collectiv goal attainment) hinreichend an strukturelle Veränderungen anpassen zu können.
Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur systemtheoretischen Annäherung an diesen Fragenkomplex leisten. Eine Theoretisierung von Macht (als Einflußmöglichkeit) ist angesichts (global) unüberschaubarer werdender Einfluß- und Interdependenzstrukturen unabdingbar. Die Machttheorie Niklas Luhmanns bietet dazu einen wesentlichen Ausgangspunkt. Um einen Überblick auf die Theorie der Macht bei Luhmann zu gewinnen, bedarf es zahlreicher Definitionen und Erläuterungen von Begriffen. Ebenso wie die allgemeine Systemtheorie Luhmanns (1984) bedeutet auch die Theorie der Macht einen Paradigmenwechsel hinsichtlich der bisherigen Terminologie und des vorherrschenden Verständnisses in der Soziologie. Die luhmannsche Theorie versteht sich als eine Weiterführung des machttheoretischen Ansatzes von Talcott Parsons und lädt somit zu vergleichenden Exkursen mit dessen Ideen ein. Luhmann erläutert dem Begriff der Macht allgemein von einer sozio-kulturellen und evolutionstheoretischen Perspektive, um dann – deduktiv – auf Spezifika und Einzelerscheinungen, wie die Einschränkung von politischer Macht durch intersystemische Wechselbeziehungen und durch die Generierung von (Organisations)Systemen mit machtabsorbierenden Eigenschaften überzuleiten. Die Vorgehensweise hierbei bewegt sich nahe der von Luhmann Gewählten, um die Wahrscheinlichkeit von Verständnis erschwerender Komplexifizierungen und sprachlich irreführender Chiffrenbildung zu minimieren. Das schließt eine enge, wenn auch erläuternde Anlehnung an die vorhandene Terminologie Luhmanns ein. Dennoch handelt es sich im Folgenden nicht um eine schlichte Übernahme der vorhandenen Begrifflichkeiten, darf doch eine Theorie mit derartig universalem Anspruch sich in der Plausibilität ihrer Kernthesen nicht auf sich selbst beziehen. Das Risiko der Entfundierung fragiler Theoriekonstrukte mittels neuer und andersartiger terminologischer Setzungen und Definitionen soll also ebenfalls kalkuliert werden.
2. Darstellung und Überblick
2.1. Macht als Kommunikationsmedium
Die Grundlage des theoretischen Konzeptes von Macht bei Niklas Luhmann ist die Theorie der Kommunikationsmedien. Bei der Betrachtung der aus dem 19. Jahrhundert überlieferten Gesellschaftstheorien handelt es sich zum einen um die Theorie der sozialen Differenzierung nach funktionalen Subsystemen, Mechanismen und Formen von Stratifikation und zum anderen um die Theorie der sozio-kulturellen Evolution. Die Frage nach den Begriffen der Kommunikation und der Motivation hat in diesen Theorien keine nachhaltige Bedeutung, worin Luhmann einen Mangel sieht1. Er unternimmt daher den Versuch, eine allgemeine Theorie symbolisch verallgemeinerter Kommunikation zu formulieren und diese sowohl mit dem Konzept der Gesellschaftsdifferenzierung als auch mit dem der sozio-kulturellen Evolution zu verbinden.
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17.05.2005 09:51:10
Ich finde die Arbeit nicht wirklich gut. Man kann genauso gut Luhmann direkt lesen. Thomas Schröder hat mehr oder weniger nichts Anderes getan, als die schwierige Luhmann-Sprache übernommen und die Sätze etwas angepasst. Wenn jemand die Idee von Luhmann verstehen, ohne sich in die unsägliche Begrifflichkeit einarbeiten möchte, dann ist diese Hausarbeit kein Gewinn. Sie ist genauso elitär und dekadent.