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Aristoteles - Glück und gutes Leben

Termpaper, 2002, 11 Pages
Author: Thomas Schröder
Subject: Philosophy - Philosophy of the Ancient World

Details

Category: Termpaper
Year: 2002
Pages: 11
Grade: gut
Language: German
Archive No.: V9614
ISBN (E-book): 978-3-638-16269-2
ISBN (Book): 978-3-638-75718-8
File size: 155 KB
Notes :
Ohne Sekundärliteratur. 354 KB


Abstract

Der Begriff vom guten und glücklichen Leben ist keine neuzeitliche oder gar moderne Erfindung. Er ist bereits im antiken Griechenland diskutiert und vielseitig geprägt worden. Wenn auch die antiken Positionen in dieser Frage sich deutlich durch den kaum vorhandenen Gedanken des Pluralismus beziehungsweise Relativismus von den heutigen Standpunkten abgrenzen, so ist doch unbestritten, dass sich viele der Ideen und Teilkonzepte von damals noch in den aktuellen Vorschlägen zum guten Leben wiederfinden. Die von der an dieser Stelle hypothetisch angenommenen postmodernen Grundlosigkeit gekennzeichnete Fülle an Glückskonzepten findet in den Überlegungen des Aristoteles eine klare Vorgabe, die das glückliche Leben vor allem rational im Gegensatz zu den intuitionalen Varianten der ‚Jede/r-muss-sein-Glück-selbst-finden-Attitüde’ bestimmbar macht. Die nachfolgende knappe Ausarbeitung macht sich zum Ziel, das aristotelische Konzept des guten und glücklichen Lebens, so wie es heute im Buch X in der Nikomachischen Ethik, Kapitel 6 bis 9, zu finden ist, schlaglichtartig zu erhellen und in seinen Grundgedanken zu erläutern. Es zeigt sich, dass Überlegungen zum menschlichen Glücklichsein schon in der frühen griechischen Philosophie etabliert waren. Für Aristoteles bedeutet Glückseligkeit nichts Geringeres als „Ziel und Ende alles menschlichen Tuns“, was eine gründliche Beschäftigung mit dem Begriffen und Formen des Konzepts vom guten Leben nahe legt.


Excerpt (computer-generated)

Referat

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Buch X, Kap.6-9.
übersetzt von Günther Bien, Hamburg 1995

vorgelegt von:
Thomas Schröder

 

Inhalt

Einleitung  ... 3

Über die Glückseligkeit  ... 4

Kapitel VI. Selbstgenügsame Tätigkeit und Selbstzweck ... 4

Kapitel VII. Das vollendete Glück der Denktätigkeit  ... 5

Kapitel VIII. Das Glück des praktischen Lebens  ... 7

Kapitel IX. Äußere Verhältnisse  ... 8

Resümee ... 9

Literatur  ... 11

 

Einleitung

Der Begriff vom guten und glücklichen Leben ist keine neuzeitliche oder gar moderne Erfindung. Er ist bereits im antiken Griechenland diskutiert und vielseitig geprägt worden. Wenn auch die antiken Positionen in dieser Frage sich deutlich durch den kaum vorhandenen Gedanken des Pluralismus beziehungsweise Relativismus von den heutigen Standpunkten abgrenzen, so ist doch unbestritten, dass sich viele der Ideen und Teilkonzepte von damals noch in den aktuellen Vorschlägen zum guten Leben wiederfinden.

Die von der an dieser Stelle hypothetisch angenommenen postmodernen Grundlosigkeit gekennzeichnete Fülle an Glückskonzepten findet in den Überlegungen des Aristoteles eine klare Vorgabe, die das glückliche Leben vor allem rational im Gegensatz zu den intuitionalen Varianten der ‚Jede/r-muss-sein-Glückselbst-finden-Attitüde’ bestimmbar macht. 

Die nachfolgende knappe Ausarbeitung macht sich zum Ziel, das aristotelische Konzept des guten und glücklichen Lebens, so wie es heute im Buch X in der Nikomachischen Ethik, Kapitel 6 bis 9, zu finden ist, schlaglichtartig zu erhellen und in seinen Grundgedanken zu erläutern. Es zeigt sich, dass Überlegungen zum menschlichen Glücklichsein schon in der frühen griechischen Philosophie etabliert waren. Für Aristoteles bedeutet Glückseligkeit nichts Geringeres als „Ziel und Ende alles menschlichen Tuns“, was eine gründliche Beschäftigung mit dem Begriffen und Formen des Konzepts vom guten Leben nahe legt.

Über die Glückseligkeit

Kapitel VI. Selbstgenügsame Tätigkeit und Selbstzweck

Die Möglichkeit glückselig zu sein ist nach aristotelischer Vorstellung vielfältig. Allerdings bestimmt Aristoteles deutlich einige Präferenzen und Wertigkeiten innerhalb der Formen von Glückseligkeit.

Glückseligkeit ist kein Habitus, sonst könnte man, so eines seiner Beispiele, ein Leben lang schlafen und dabei glückselig sein. Im Gegensatz dazu ist Ehre ein Habitus, da sie rein äußerlich ist. Ehre wird von außen durch andere anerkannt und beigemessen, wohingegen Glückseligkeit vor allem ein innerer Zustand oder Prozess ist. Sie ist vielmehr eine Tätigkeit beziehungsweise geknüpft an Tätigkeit an sich und nicht nur Tätigkeit als Mittel. Tätigkeiten an sich sind solche, bei denen man nichts weiter begehrt, als die Tätigkeit selbst. Diesen Charakter haben laut Aristoteles zum einen tugendhafte Handlungen, sowie zu anderen auch solche Unterhaltungen, die ausschließlich dem Genuss dienen. Diese Unterhaltungen schaden allerdings nur, da sie nicht der Vermehrung oder Erhaltung von Gesundheit und Vermögen dienen. Das Gros der Menschen verbringt seine Zeit mit solcher stagnativistischen Unterhaltung. Die Machthaber, so entdeckt Aristoteles, lassen sich gern und oft auf diese Art unterhalten und so scheint es, als ob dies ein essentieller Bestandteil von Glückseligkeit sei. Aristoteles sieht darin allerdings den Beweis für die fehlende Möglichkeit des Rückschlusses von Glückseligkeit auf den Besitz von Macht. Insofern lässt sich ebenso wenig von Tugend und Verstand auf den Besitz von Macht schließen, welche die Quellen der Glückseligkeit sind. Sie sind „[…] die Quellen jeder schönen Tat" (Bien, 1995, 247, 18f). Menschen, denen der "Geschmack für reine und edle Freude" (ebd., 247, 20) verwehrt ist, müssen sich mit sinnlichen Freuden begnügen. Reine und edle Freuden sind nach Aristoteles solche, die auf den vernunftmäßigen Gebrauch des Verstande zurückzuführen sind. Kinder und schlechte Menschen müssen sich mit den sinnlichen Freuden zufrieden geben; sie tun dies ohne es zu merken. Sinnlich sind Freuden, wenn sie affekthaft und körperlich sind. Wertvoll und tugendhaft ist Aristoteles, was "dem guten Mann solches ist" (ebd., 247, 26f). Es liefert somit hier zunächst keine inhaltliche Bestimmung; einzig aus dem Wissen über vernunftgemäße Handlungsweise des „guten Mannes“ lassen sich inhaltbestimmende Rückschlüsse ziehen. 

Eine deutliche Abgrenzung zur hedonistischen Ethik unternimmt Aristoteles, indem er Glückseligkeit nicht für einen Bestandteil von Vergnügungen oder gar für das Resultat des Lustgewinns hält; „Glückseligkeit besteht mithin nicht[…] in Spiel und Scherz. Es wäre ja ungereimt, wenn unsere Endbestimmung Spiel und Scherz wäre […]“ (ebd., 247, 31f). In dieser Negativdefinition kristallisiert sich eindeutig die Stoßrichtung der aristotelischen Argumentation. Die Maxime des Anacharsis "Spielen, um zu arbeiten." macht sich Aristoteles zu eigen und erweitert sie indem er die Bedeutung des Spiels in der Erholung sieht, derer es zum Arbeiten bedarf. Das glücklichselige Leben ist tugendhaft, es ist das Leben ernster Arbeit.

[...]


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