Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Die Niere und Harnwegsinfekte close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Die Niere und Harnwegsinfekte

Anderes, 1999, 6 Seiten
Autor: Uwe Hofmann
Fach: Medizin

Details

Veranstaltung: Krankenpflegeausbildung
Tags: Niere, Harnwegsinfekte, Krankenpflegeausbildung
Kategorie: Anderes
Jahr: 1999
Seiten: 6
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V96329
ISBN (E-Book): 978-3-638-09005-6

Dateigröße: 58 KB


Volltext (computergeneriert)

Uwe Hofmann
uwe.h@t-online.de

Die Niere und Harnwegsinfekte

1. Lage


- retroperitoneal
- in der Längsachse leicht gekippt
- eingehüllt in eine derbe Organkapsel, gelagert in lockerem Fett- und Bindegewebe
- dem oberen Pol liegt die Nebenniere auf

2. Form


- Bohnenförmig
- 10 - 14 cm lang, 5 - 7 cm breit, 4 - 5 cm stark
- hat oberen und unteren Nierenpol
- medialer / lateraler Rand
- Gewich 120 - 300 g
- Nierenpforte an eingedellter Seite (medial) mit Gefäße, Nerven und Nierenbecken

3. Aufbau


- im Längsschnitt zeigen sich Nierenrinde und Nierenmark
- Rinde enthält die Nierenkörperchen, sowie die Anfangs- und die Endstücke der Nierenkanälchen
- Mark wird von 10 - 12 Nieren- (Mark-)Pyramiden gebildet. Die Grundfläche der Pyramiden geht Richtung Rinde und läuft in Markstrahlen (den gebündelten Sammelrohren) zu den Nierenkelchen aus. Die Pyramidenspitzen bilden die Nierenpapillen und münden in die Nierenkelche ein.
- Die Nierenkelche bilden große Teile des Nierenbeckens

4. Aufgaben


- Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen
- Elyt-Haushalt (Na, K), Säure-Basen-Haushalt, Wasserhaushalt, osmotischer Druck
- Kreislaufregulation, Blutbildungsstimmulation

5. Begriffe


Nephron kleinste funktionsfähige Baueinheit der Niere mit drei Abschnitten

Nierenkörperchen, Tubulus und Sammelrohr

Nierenkörperchen Abpressen des Primärharns = Ultrafiltrat von ca. 200l/Tag

Teilt sich in Glomerulum (Netz aus 30 - 60 Kapillarschlingen), Bowmansche Kapsel, sowie Gefäß- und Harnpol

Tubulus Rückresorption und Konzentration auf 1,5 - 2l/Tag
Sammelrohr Verbindungsstück von Tubuli zu Nierenpapille
Pyelon Nierenbecken

6. Hormone, die auf die Niere einwirken


Aldosteron Bildung in der Nebennierenrinde

Wirkt auf das Überleitungssegment und den rindennahen Anteil des Sammelrohres
Resorprion von Na+ und Sekretion von K+ und H+
· Wasserresorption, Blutdruckanstieg

ADH Synonyme: Adiuretisches Hormon, Adiuretin, Vasopressin

Bildung im HHL
Wirkt auf marknahen Bereich der Sammelrohre
Erhöht den Einbau intrazellulär gelagerter Wasserkanäle
· Ausstrom von Wasser aus dem Tubulus in die Blutgefäße des Nierenmarkes
kontrahiert die Muskulatur arterieller Widerstandsgefäße
· Blutdruckanstieg

Renin Bildung durch spezialisierte Zellen der Gefäßwand der vas afferens. Bei Abfall der Na+-Konzentration erfolgt Exozytose

· aktiviert Angiotensinogen der Leber zu Angiotensin I, welches durch ACE (Angiotensin-Converting-Enzym) der Blutgefäße zu Angiotensin II gespalten wird. Dieses stimmuliert Aldosteron in der NNR und verengt Blutgefäße · Blutdruckanstieg

PTH Synonyme: Parathormon

Bildung in der Nebenschilddrüse
· steigert die Aktivität von Vit-D, erhöht die Rückresorption von Ca++ und reduziert die Rückresorption von Phosphat in der Niere

Calcitonin Bildung in den C-Zellen der Schilddrüse

· fördert die renale Ausscheidung von Ca++

7. Hormone, die die Niere selbst produziert


Vitamin D Synthese von 1,25-Dehydroxycalciferol, welches die Aufnahme von Ca++ aus dem Darm, die Resorption im Nierentubulus, sowie den Einbau von Ca++ in das Skelettsystem fördert

· Cave: Vit-D-Mangel bei schweren Nierenleiden. Im Kindesalter Wachstumsstrungen _ renaler Minderwuchs

EPO Synonym: Erythropoetin

Bildung in interstitiellen Zellen der Tubuli; der Abfall des pO2-Druckes in der Nierenrinde führt zur Ausschüttung von EPO
· fördert die Produktion neuer Erythrozyten im roten Knochenmark
Cave: fehlender Anreiz bei Patienten mit schwer geschädigter Niere (z.B. Dialyse) _ renale Anämie

8. Harnwegsinfekte
8.1 Pyelonephritis (= Nieren-Nierenbecken-Entzündung)

Inzidenz: 1% der Jungen; 4 - 5% der Mädchen
Ursache: meist aufsteigende Infekte. V.a. im Säuglingsalter auch hämatogen gestreut
Beg. Faktoren sind jegliche Harnwegsobstruktionen und Restharnbildung (durch Reflux, Divertikel, Innervationsstörungen

Unterscheidung:
a) komplizierte Harnwegsinfekte


- durch anatomisch und / oder funktionell auffällige Harnwege
- mit Restharnbildung, Divertikel, Obstruktion, neurogene Blase (Innervationssörung), Blasenektrophie
- auch bei Schwangeren wegen Obstruktion durch Uterus

b) unkomplizierte Harnwegsinfekte


· symptomatische Harnwegsinfekte

_ Bakteriurie und Leukozyturie mit klinischen Symptomen

· asymptomatische Harnwegsinfekte

_ Bakteriurie und Leukozyturie ohne klinische Symptome

· isolierte Bakteriurie

_ Bakteriurie ohne Leukozyturie und ohne Klinik

· Harnwegsinfekte ohne Fehlbildungen

_ Infekt der unteren Harnwege bei anatomisch und funktionell normalen Harnwegen

Die Beurteilung in der Diagnostik erfolgt nach sicheren und unsicheren Kriterien:


Uringewinnung
Normal
Unsicheres Kriterium
Sicheres Kriterium

Spontan-/Mittelstrahl
< 10.000
10.000 - 100.000
> 100.000

Katheterurin
Bis 1.000
1.000 - 10.000
> 10.000

Blasenpunktion
Steril
-
> 0

Leukos im Harn
< 20/mm3
20 - 50 /mm3
> 50/mm3

Erys im Harn
Bis 5 /mm3
5 - 10 /mm3
> 10 /mm3

Leukozylinder
Deuten auf eine Nierenbeteiligung


Klinik:
- Dysurie
- Polakissurie
- Sekundäre Enuresis
- Fieber
- Bei PN: v.a. hohes Fieber und Flankenschmerz
- Häufig auch asymptomatisch, jedoch altersabhängig:
- Bis sechs Monate: Apettitlosigkeit, Gedeihstörung, Durchfall und Fieber
- Bis 24 Monate: Fieber, Apettitlosigkeit, Durchfall
- Bis 12 Jahre: Fieber, Polakissurie, Enuresis, Bauchschmerz

Erreger der unkomplizierten Harnwegsinfekte:
Hauptsächlich E. coli (O- und K-Antigen)
Proteus, Enterokokken, Klebsiellen, Pseudomonas

Erreger bei komplizierten Harnwegsinfekte
v.a. Problemkeime

Komplikationen:
Treten v.a. bei Reflux auf.
Bei nichtbehandelter PN: Narbenbildung mit Funktionsverlust der Niere
Hypertoie, Blasenwandverdickung und höckrige Oberfläche; funktionelle Störungen (Comliance sinkt, Dranginkontinenz, nächtliches Einnässen)

Therapie:
Je nach erwartetes Erregerspektrum mit Aminopenicilline (Trimethoprim _ Trimanyl®, Amoxicillin _ Amoxypen®, Cephalosporine)

8.2 Glomeruläre Nephropathien


Ursachen:
- genetische Disposition
- Immunologisch durch
- Ablagerung von Immunkomplexen
- Alternative Aktivierung des Komplementsystems
- Antikörperbildung gegen Basalmembran
- Toxine (Scharlachstreptokokkentoxine führen zu einer Steigerung der Gefäßpermeabilität _Streptococcus pyogenes)

Klinik:
- Nephritisches Syndrom
Symptomenkomplex aus Hämaturie, leichte bis mittlere Proteinurie, Einschränkung der Filtration und Hypertonie
- Nephrotisches Syndrom
Erhöhte Durchlässigkeit der Basalmembran für Proteine. Symptomenkomplex aus starker Proteinurie (überwiegend Albumin) _ Hypalbuminämie, Hypovolämie bei generalisierter Ödembildung (anfangs meis Lidödem); Hyperlipidämie.
- Leitsymptome
Periorbitale Ödeme, Beinödeme, Aszites, Pleuraerguß

8.2.1 akute Glomerulonephritis


immunologische Krankheit, die meist auf Antikörperbildung gegen Bestandteile der Nierenglomerula beruht.

8.2.1.1. Poststreptokokken-GN


Ursachen: _-hämolysierende Streptokokken führen zu Immunkomplexen, die im Glomerulus abgelagert werden. Dies führt zu einer entzündlichen Reaktion. Folge ist eine Schwellung mit Verschluß der Kapillaren
Klinik: 6 - 20 Tage nach Streptokokkeninfekt zeigen sich Fieber, Unwohlsein, Bauchschmerz, periorbitale Ödeme, Kopfschmerz.

Dunkelbrauner Urin deutet auf Makrohämaturie
Selten nephritisches Syndrom mit Niereninsuffizienz, Hypertonie, Hirnödem und Krampfanfällen.

Diagnostik: BSG erhöht, Anämie und Leukozytämie sind unspezifisch. Im Urin zeigen sich Erythrozyturie und leichte bis mittlere Proteinurie, sowie Erythrozyten- und Leukozytenzylinder.
Prognose: günstig, da selbsteliminierend. Besserung zwischen dem dritten und zehnten Tag. Die Nierenfunktion sollte jedoch nach spätestens drei Monaten normal sein.
Therapie: stationäre Überwachung (Niereninsuffizienz, Hypertonie)

Bilanzierung des Salz-/Wasserhaushaltes
Penicillin
Bei Ödemen und Hypertonie _ kochsalzarme Kost

8.2.1.2 rasch progressive GN


Ursachen: seltene Autoimmun-GN durch Antikörperbildung gegen die Basalmembran
Folgen: terminale Niereninsuffizienz durch akute Entzündungsprozesse
Klinik rasch fortschreitende Symptome mit nephritischem Syndrom
Therapie: fragliche Erfolge mit Plasmapherese und Immunsupression

8.2.1 Nephrotisches Syndrom-verbundene Erkrankungen


Hierzu zählen:
- Minimal-change-GN (77,4%)
- Membranöse GN (6,7%)
- Membrano-proliferative GN (6,2%)

 
Minimal-Change

Fokal sklerosierend

Membranöse

Membrano-prolif.

Glucokortikoidempf
92,8%
20,7%
40,5%
7,4%

Manifestationsalter
6. Monat - Adult
6. Monat - Adult
k.A.
Nach 6. Lebensjahr

Häufigkeitsgipfel
3. - 6. Lebensjahr
3. - 10. Lebensjahr
k.A.
k.A.

Auslöser

Immunologischer Prozeß, vermutl. Virusinfekt

65% als Begleiterkr. (LE)

Aktivierung durch Komplementsystem

Klinik

Fast immer Vollbild des nephrotischen Syndroms mit generalisierten, gesichtsbetonten Ödemen; Proteinurie; Hypalbuminämie, Hyperlipidämie

Anfangs asymptomatische Proteinurie oder Vollbild nephrotisches -Syndrom. Ausmaß d. Proteinurie schwankt stark

Zunächst nephritischer Verlauf, später zusätzlich nephrotisches Syndrom; ausgeprägte Hypertonie

Therapie

Prednison

Behandlung des vorliegenden Grundleidens

Steroide kontraindiziert wg. Hypertonie.
Dipyidamol und ASS (Asasantin®, Persantin® + ASS)

Komplikationen

Hypovolämie, sekundäre Niereninsuff., Neigung zu Thrombenbildung (renaler AT-III-Verlust)
 
Schubweise oder kontinuierliche Ni führt zum Nierenversagen innerh. 15 Jahre

Prognose

93% sprechen innerhalb der ersten beiden Wochen auf Behandlung an

Nur bei anhaltendem nephrotischem Syndrom schlecht

DD zur Poststreptokokken-GN

Rezitiv-Komplikat.

Steroidtoxizität: Cushing, Osteoporose, Katarakt, Galukom, Hypertonie, Minderwuchs
   


Ausarbeitung: Uwe Hofmann am 15.12.99
Referiert am 16.12.1999


Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/96329/die-niere-und-harnwegsinfekte
please wait Bitte warten