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Hausarbeit, 2001, 15 Seiten
Autor: Anne Zeller
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Details
Institution/Hochschule: Universität Hildesheim (Stiftung) (Institut für Allgemeine Pädagogik)
Tags: Technikverständnis von Jungen und Mädchen, Mädchen und Technik, Technik im Sachunterricht, Unterrichtsplanung, Technikverständnis Mädchen, geschlechtsspezifische Unterschiede von Jungen und Mädc
Jahr: 2001
Seiten: 15
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-16343-9
Dateigröße: 135 KB
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Pädagogik der Vielfalt
Sommersemester 2001
Universität Hildesheim, Fachbereich I
Haben Jungen und Mädchen ein anderes Technikverständnis?
Was für Folgen ergeben sich daraus für die Unterrichtsplanung?
Anne Zeller
Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen (PVO 98)
6. Semester
Hildesheim, 11. 07. 2001
Inhalt
0. Einleitung ... 3
1. Mädchen und Frauen in Naturwissenschaften und Technik ... 3
2. Empirische Befunde zu geschlechtsspezifischen Unterschieden ... 4
2.1 Interessenschwerpunkte ... 5
2.2 Kognitive Fähigkeiten ... 6
2.3 Erfahrungshintergrund ... 6
2.4 Selbstbild ... 7
3. Beispiele von Modellversuchen ... 8
4. Fazit für den Unterricht ... 10
4.1 Lehrererwartungen und –einstellungen ... 10
4.2 Lehrer – Schüler – Interaktionen ... 10
4.3 Mädchen fördern ... 11
4.3 Einzelmaßnahmen ... 12
Literaturverzeichnis
0. Einleitung
Mich interessiert der Aspekt Mädchen und Technik deshalb, weil ich technisch und handwerklich versiert bin, und nach Gründen oder Erklärungen suchte, warum mir z. B. der Physik Unterricht trotzdem nicht viel Spaß gemacht hat. Was mich zusätzlich noch beschäftigte, war zu klären, was ist wirklich dran an: „Ach Frauen und Technik, das kann nichts werden!“ Die Einstellungen der Mädchen zu Naturwissenschaften und Technik werden sowohl durch außerschulische Erziehungsprozesse, als auch durch den Einführungsunterricht in die einzelnen fachlichen Disziplinen (Biologie, Chemie, Physik, Technik) festgelegt.1
1. Mädchen und Frauen in Naturwissenschaften und Technik
Die Schulbildung von Mädchen hat sich in der Vergangenheit stetig verbessert, diese Entwicklung hat aber bisher noch nicht zu einer spürbar veränderten Berufswahl der Frauen geführt. Bei den höheren schulischen Bildungsabschlüssen haben Mädchen in den vergangenen vierzig Jahren kräftig aufgeholt und dabei die Jungen inzwischen überholt. So liegt der Anteil der Mädchen, die mit dem Abitur die Schule verlassen, 1999 bei 53,4 %, im Vergleich dazu betrug er 1960 nur 35,6 %. Allerdings hat diese deutliche Zunahme höherer Bildungsabschlüsse bei den Frauen zu keiner Änderung bei der Berufsausbildung geführt, sie bevorzugen nach wie vor Dienstleistungsberufe, allerdings weniger in naturwissenschaftlichen Bereichen, eher in kaufmännischen Bereichen. In den zukunftsträchtigen IT- Ausbildungs- Berufen sitzen nur zu 14,4 % Frauen.2 Unter den Studierenden der Bereiche Mathematik/ Naturwissenschaften sind Studentinnen geringer vertreten, als Studenten. Den Gegensatz dazu stellen die Studienfächer Biologie und Pharmazie dar, bei denen der Anteil beider Geschlechter in etwa ausgeglichen ist. Ein ähnliches Bild ist bei der Leistungskurswahl der gymnasialen Oberstufe zu beobachten: Mädchen wählen deutlich seltener als Jungen Leistungskurse in Mathematik, Physik und Chemie. Und Jungen dafür deutlich seltener Biologie oder Deutsch.4 Dazu kommt noch, dass Mädchen sowohl im außerschulischen Bereich als auch in der Schule kaum weibliche Vorbilder finden. Ihre Lehrerinnen unterrichten sie hauptsächlich in geistes- und kulturwissenschaftlichen Fächern und im Fach Biologie. Diese Fächer scheinen zusätzlich kein so hochwertiges Ansehen zu haben, wie die Fächer Physik, Mathematik oder Chemie, die häufiger von Lehrern unterrichtet werden.5
Der Rückzug der Mädchen aus Mathematik und Naturwissenschaften bedeutet damit häufig eine frühe Entscheidung gegen eine Berufswahl im mathematisch – naturwissenschaftlich – technischen Bereich. Es gibt kaum eine Änderung in den naturwissenschaftlich-technischen Berufen: Frauen stellen eine verschwindende Minderheit dar. Statt der Forderung nach Gleichstellungen von Frauen und Männern hat sich die feministische Sichtweise in den achtziger Jahren geändert: Nun werden die Unterschiede zwischen den Geschlechtern herausgehoben, wobei Rationalität, Objektivität und Konkurrenzorientierung als negativ bewertete Eigenschaften dem männlichen Geschlecht zugeschrieben werden. Genau aber diese Eigenschaften sind in den Naturwissenschaften gefordert und so müssen Frauen also, nehmen sie sich dieser Berufsbereiche an, männliche Denk- und Verhaltensweisen annehmen. Frauen würden allerdings nicht wie Männer, einen Statusgewinn durch die Beschäftigung in Naturwissenschaften und Technik erlangen.6 Kann auf der anderen Seite Frauen überhaupt zugemutet werden, in herkömmlichen männlichen Berufen tätig zu werden? Sie sind häufiger Diskriminierungen ausgesetzt, verrichten weniger anspruchsvolle Tätigkeiten, werden schlechter bezahlt, als ihre männlichen Kollegen, oder müssen die Erfahrung machen, dass bei der Einstellung Männer bevorzugt werden.7
[...]
1 Vgl.: Gramm, A., 1992, S. 9
2 Vgl.: Satistisches Bundesamt, 03/ 2001
3 In unserem Abijahrgang (Abi ´98): Insgesamt waren wir 49 Personen, davon 24 Mädchen und 25 Jungen. Im Physik LK war ein Mädchen (insges. 8 Personen), im Chemie LK vier (insges. 12 Personen) und im Mathe LK zwei (insges. 8 Personen) . Dafür aber im Biologie LK von 15 Personen nur drei Jungen und im Deutsch LK von 16 Personen nur vier Jungen.
4 Vgl.: Hoffmann, L., S. 114
5 In Biologie, Geschichte, Gemeinschaftskunde und Erdkunde hatte ich eine Lehrerin, in Deutsch, Englisch, Kunst, Religion, Mathematik, Physik und Sport einen Lehrer.
6 Vgl.: Hannover, B., Bettge, S., 1993, S. 2 f.
7 a. a. O. S. 4 f.
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