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Kulturelle, rechtliche und soziale Besonderheiten der Aus- oder Übersiedler seit Ende des 2. Weltkriegs

Termpaper, 2001, 13 Pages
Author: Anne Zeller
Subject: Sociology - Gender Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 13
Language: German
Archive No.: V9714
ISBN (E-book): 978-3-638-16344-6

File size: 126 KB


Excerpt (computer-generated)

Seminar: Interkulturelles Lernen im Sachunterricht
Wintersemester 2000/ 2001
Universität Hildesheim, Fachbereich II

Hausarbeit zum Thema:

Kulturelle, rechtliche und soziale Besonderheiten
der Aus- oder Übersiedler seit Ende des 2. Weltkriegs.

Anne Zeller

Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen (PVO 98)
5. Semester

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3
2. Geschichtlicher Rückblick 3
3. Kulturelle Besonderheiten 4
4. Rechtliche Besonderheiten 5
5. Soziale Besonderheiten 6
6. Ein Erfahrensbericht 9
7. Allgemeines Fazit für ausländische Kinder und Kinder von Aussiedlern 11

Literaturverzeichnis

 

1. Einleitung

„Ost-West-Flucht und legale Ost-West-Zuwanderung haben die Geschichte der Bundesrepublik von Anbeginn an begleitet. Rd. 15 Mio. Vertriebene, Flüchtlinge, Aus- und Übersiedler kamen vom Ende des 2. Weltkriegs bis 1990 ins westliche Nachkriegsdeutschland und in die Bundesrepublik.“ (Bade 1992, S. 401)

„Bis Ende 1950 wurden im westlichen Deutschland rd. 8,1 Mio. Vertriebene und Flüchtlinge, von 1951 bis Ende 1988 rd. 1,6 Mio. Aussiedler aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa gezählt. Vom September 1949 bis zum Mauerbau im August 1961 kamen mindestens 2,7 Mio. Menschen aus dem Gebiet der ehemaligen DDR hinzu.“ (Bade 1992, S. 402)

Auf dem Weg zur deutschen Einheit ging der um die Jahreswende 1989/ 90 angeschwollene Übersiedlerstrom Anfang 1990 kontinuierlich zurück: Von im Januar noch 73.729 Übersiedler über 46.241 im März und 19.217 im Mai, sackten die Zahlen im Juni auf unter 11.000.1

Die Zahlen sind weiter rückläufig: Im Juli 2000 wurden 9.374 Spätaussiedler registriert, ein Jahr zuvor, im Juli 1999 waren es sogar nur 7.738 Personen.2

2. Geschichtlicher Rückblick

Zwischen 1763 und 1842 flohen ca. 100.000 Deutsche vor religiöser und politischer Verfolgung, vor Kriegen und vor wirtschaftlicher Not nach Osten, vor allem ins Wolgagebiet, ans Schwarze Meer und in die Ukraine. Die meisten dieser, zunächst prosperierenden und in der Zwischenzeit auf mehrere Millionen Menschen angewachsenen Bevölkerungsgruppe wurden im Laufe der Geschichte durch den Zar, Stalin und Hitler mehrfach enteignet und zwangsumgesiedelt, zuletzt nach 1945 in den asiatischen Teil der Sowjetunion.

Die deutschstämmigen Familien versuchten über Generationen ihre deutsche Identität, ihre Kultur, Religion, Sprache und Tradition lebendig zu erhalten. Nicht immer war das möglich, so z. B. nicht in den Gebieten unter sowjetischer Verwaltung, die ihnen die russische Kultur und Sprache aufzwang.

Es wird von zwei Hauptaussiedelungsgründen gesprochen: Zum einen vom Zusammenbruch der Sowjetunion 1989, was mit einer katastrophalen Verschlechterung der Wirtschaftslage einherging und dem Zusammenprallen mit der islamischen Kultur wegen der Islamisierung der selbstständig gewordenen Republiken Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan. Ohne wechselseitige kulturelle Einflüsse führten die schwierigen Verhältnisse schnell zu ethnischen Feindseligkeiten und zu dem Wunsch nach Deutschland zurückzukehren. Zu einem weiteren Aussiedlungsgrund wurde im Lauf der Zeit die zunehmende Vereinsamung, weil viele Verwandte und Bekannte bereits in Deutschland leben. Seit 1988 ist die Aussiedlung möglich.

Allerdings versprachen sich die Älteren von der Heimkehr ein Ende der Ausgrenzung und der Armut und werden - kaum hier - bitter enttäuscht: Schon das Sammellager (Anspruch auf 4,5 m2, durchschnittlich 18 Monate Aufenthalt) ist ein Schock, ein weiteres Mal wird ihnen ein Wohnsitz zugewiesen, den sie für einige Jahre nicht verlassen dürfen. Sie müssen feststellen, dass sie mit ihrer altertümlichen Sprache auch hier wieder „negativ“ auffallen. Ihr Verhalten ist nach wie vor vielfach geprägt durch Diskriminierung und die Schrecken der Vergangenheit. Ängste vor staatlicher Willkür, Misstrauen gegenüber Institutionen und eine passive, fatalistische Grundhaltung sind häufig Folgen der historischen Erfahrungen.3

3. Kulturelle Besonderheiten

[...]


1 Vgl.: Klaus J. Bade: Fremde Deutsche: ’Republikflüchtige‘ – Übersiedler – Aussiedler, S. 403
2 Vgl.: http://www.uni-bamberg.de/~ba6ef3/dokz00_d.htm, Link: Aussiedlerstatistik Juli 2000
3 Vgl.: Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJN): Keiner ist wie alle. Sexualpädagogik interkulturell. Hannover 1998


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