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Scholary Paper (Seminar), 2000, 35 Pages
Author: Wolfgang Neubarth
Subject: Sociology - Methodology and Methods
Details
Tags: Analyse, Symlog-Raumes, Datensatzes, Seminar, SYMLOG, Theorie, Praxis, Beobachtungsverfahren
Year: 2000
Pages: 35
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-95930-8
File size: 236 KB
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Fulltext (computer-generated)
Titel des Seminars: SYMLOG: Theorie und Praxis sozialwissenschaftlicher
Beobachtungsverfahren (09334)
Studienfach: Allgemeine Soziologie
Teilprüfung in: Seminar
Semester: 5
Dozentin: Dipl.-Sozw. Christine Marx
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines
Datensatzes
eingereicht am
Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie
(Prof. Dr. Henrik Kreutz)
eingereicht als: Allgemeine Soziologie und sozialwissenschaftliche Methoden
einschließlich ihrer Anwendung in empirischen Untersuchungen
Verfasser/in:
Neubarth, Wolfgang
Strasse:
Torwartstrasse 20
PLZ Ort:
90480 Nürnberg
Telefon:
0911 40 10 294
e-Mail:
wolfgang@neubarth.net
Abgabetermin: 31.05.2000 Anzahl der Wörter: 6.778
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
2
Inhaltsverzeichnis:
1 Einleitung 3
2 Datengrundlage 4
3 Analyse der dimensionsbezeichnenden Items 6
3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 7
3.2 Interpretation und Verbesserung 10
4 Erweiterung auf 18 Items 12
4.1 4 Faktorenlösung 12
4.1.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 12
4.1.2 Interpretation und Verbesserung 14
4.2 3 Faktorenlösung 15
4.2.1 Zusammenfassung der Ergebnisse 15
4.2.2 Interpretation und Verbesserung 17
5 Analyse des gesamten Symlog-Raums (alle 26 Items) 18
6 Zusammenfassung der Exploration 20
7 Konfirmatorische Prüfung der Modellvorstellung 21
7.1 Identifikation 21
7.2 Prüfung des Modells 22
7.2.1 Gesamtmodell 23
7.2.2 Summierte Faktorenwerte 23
7.2.3 Ebenenkonstrukt 26
8 Zusammenfassung 29
9 Diskussion 30
10 Fazit 31
11 Literatur 33
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
3
1 Einleitung
In Verhandlungen, Einstellungstests, Politik und Therapien ist Gruppenverhalten von
großer Bedeutung. Die Versuche, dieses Verhalten in eine ,,messbare" Form zu
bringen, stellen sich jedoch als äußerst schwierig heraus. Bales (1982), entwickelte
hierfür in jahrelanger Forschungsarbeit Symlog, ein Verfahren zur systematischen,
mehrstufigen Gruppenbeobachtung (
Sy
stematic
m
ulti
l
evel
o
bservation of
g
roups),
das versucht, genau dieses Problem zu lösen. Durch die Systematisierung der
Beobachtung werden statistische Auswertungen des Beobachtungsgegenstandes
möglich. Praktisch geschieht dies durch von Beobachtern bzw. den
Gruppenmitgliedern ausgefüllte Adjektiv-Ratingbögen (Bales & Cohen 1982: S. 61).
Aus diesen ausgefüllten Bögen wird ein Datensatz erstellt. Aufgrund des
zugrundeliegenden Konstruktes, dessen Operationalisierung und daraus
gewonnenem Datenmaterial wird eine empirische Prüfung des Modells möglich (vgl.
Lienert & Raatz 1998: S. 11).
Die Schwierigkeiten und der Aufwand, die entstehen wenn durch Papierfragebögen
Daten dieser Komplexität erhoben und ausgewertet werden sollen, können dazu
führen, dass die Untersuchung nicht durchgeführt wird. In naher Zukunft jedoch
werden sich die vorstellbaren Anwendungsmöglichkeiten durch den Einsatz von
Laptops bzw. WAP-Handys (
W
ireless
Ap
plication) oder Palmtops mit
Onlineschnittstelle noch um ein vielfaches vermehren. So könnten bei einer
Podiumsdiskussion einigen Zuhörern, die vorher einer Teilnahme zustimmten,
während der Veranstaltung die Items des Ratingbogens auf das Display übertragen
werden. Die einzelnen Rater geben ihre Bewertung der Situation ab und übermitteln
damit die Daten automatisch an ein CGI-Programm (Common Gateway Interface).
Dieses Programm kumuliert die erhaltenen Informationen zu einem Datensatz und
wertet diesen sogleich aus. Die Ergebnisse können allen Rednern oder aber nur
einem besonders betreuten Redner bereits zur Orientierung für den Beitrag nach der
Pause dienen. Als kleines Dankeschön wäre es möglich den Beobachtern, die
vollständig geantwortet haben, ein Guthaben bei einem Online-Händler (z.B.
www.amazon.de) gutzuschreiben.
Dieses Szenario mag einen sehr futuristischen Eindruck erwecken, doch in
Auktionen über das Handy wird die Möglichkeit der direkten Interaktion bereits
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
4
genutzt (www.12snap.de). Die technische Umsetzung ist demnach schon heute
möglich und wird für viele bald so normal sein wie das Schreiben von
SMS-Nachrichten oder telefonieren. Damit erschließen sich der computergestützten
Datenerhebung völlig neue Dimensionen. Es können in wenigen Minuten große
Mengen von Versuchspersonen befragt und deren Antworten ausgewertet werden.
Für ein solches Vorgehen ist ein gutes theoretisches Modell und dessen empirische
Prüfung von höchster Wichtigkeit, denn die Möglichkeit, große Datenmengen zu
generieren, verführt schnell zu einer wahllosen Datensammlung, die letzten Endes
eine Erklärungskraft nahe null aufweist.
Um den neuen Möglichkeiten der Datenerhebung durch abgesicherte Modelle
gewachsen zu sein, wird diese Seminararbeit das Symlog-Raummodell anhand eines
Datensatzes mittels faktorenanalytischer Verfahren untersuchen. Dabei ist ein
Schwerpunkt darauf gerichtet die Existenz des postulierten Raumes aufgrund der
Daten zu bestätigen. Ineinandergreifend liegt die zweite große Aufgabe darin,
Verbesserungsvorschläge aufgrund von empirischen Abweichungen gegenüber dem
theoretischen Modell zu entwickeln.
2 Datengrundlage
Der von Bales (1982) beschriebene Raum (Abbildung 1) wird im Ratingbogen durch
eine Skala mit fünf Abstufungen aufgespannt.
Abbildung 1:
Der Symlograum (entnommen aus Bales, 1982; S. 63)
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
5
Für folgende Analysen stehen Datensätze, in Form von Excel-Dateien, des
Lehrstuhls für Soziologie und Sozialanthropologie von Professor Kreutz zur
Verfügung. Diese sind so angelegt, dass jeder beobachteten Person in jeder
beobachteten Situation ein eigenes Tabellenblatt zugeordnet ist. Auf den
Tabellenblättern sind die Daten jedes Beobachters durch einen Namen, der auch
fiktiv sein durfte, eindeutig gekennzeichnet.
Zu zwei Terminen wurden veranstaltungsleitende Personen durch Studierende
beobachtet. Es handelte sich dabei im Wintersemester 98/99 um Prof. Kreutz
(Methodenvorlesung), Dr. Kroggel (Methodenübung) und Dipl.-Sozw. Marx
(Methodenübung). Im Sommersemester 99 wurden Prof. Kreutz
(Methodenvorlesung), Prof. Fisch (Gastvortrag) und Dipl.-Sozw. Marx
(Methodenübung) beobachtet. Die Methodenübung wurde im Wintersemesters 98/99
im November und Dezember von Dr. Kroggel geleitet. Januar und Februar übernahm
Dipl.-Sozw. Marx die Übung. Die Vorlesung hielt während des ganzen Semesters
Prof. Kreutz. Gegen Ende des Semesters wurden alle Teilnehmer der Veranstaltung
um ein Globalurteil der Gesamtzeit gebeten. Im Sommersemester 99 kam es zu
keinem Dozentenwechsel. Wieder wurde um ein Globalurteil gebeten. Hinzu kam
jedoch Prof. Fisch, der nur einmalig einen Vortrag hielt.
Die Beobachter weisen ihrerseits Varianzen auf, da sie zu den verschiedenen
Zeitpunkten über einen unterschiedlichen Wissensstand zum Symlog-Verfahren
verfügten. Im Sommersemester 99 kann noch dazu zwischen Teilnehmern am
Lehrforschungsprojekt Symlog und Nichtteilnehmern unterschieden werden.
Werden keine zusätzlichen Angaben zur Stichprobe gegeben, handelt es sich im
Folgenden um den kompletten Datensatz aller Beobachtungen (n=218). Alle Daten
jedes Tabellenblattes wurden ohne Unterscheidung in ein Datenfile
zusammengespielt. Wurden von einem Beobachter alle Fragebögen ausgefüllt, so ist
er sechs mal im Datensatz vorhanden. Theoretisch kann es aber auch sein, dass
eine beobachtende Person nur einen Bogen abgab, da die Teilnahme an der
Untersuchung freiwillig war. Auch die beobachteten Personen sind entweder in einer
Beobachtungssituation oder in beiden im Datensatz enthalten. Hiermit sei bemerkt,
dass die Daten von einer Unzahl einmaliger, systematischer (unterschiedlicher
Wissensstand, unterschiedlich lange Beobachtungszeiträume, usw. ) und
unsystematischer (Stimmung der einzelnen Beobachter, unterschiedliche
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
6
Entwicklung zwischen Beobachtung eins und zwei, usw. ) Fehlerquellen verwässert
sind.
Alle Beobachter gaben zu jedem Feld des Symlog-Raumes (Abbildung 1), insgesamt
26, einen der Werte
0 (nie),
1 (selten),
2 (manchmal),
3 (häufig) oder
4 (immer)
durch ausfüllen des Adjektiv-Ratingbögen (Bales & Cohen 1982: S. 61) an.
Somit entspricht jede Richtung bzw. Richtungskombination (Abbildung 1) einer
Variable des verwandten Datensatzes.
Die Berechungen wurden mit Almo, SPSS und Amos durchgeführt. Die durch Almo
gewonnen Ergebnisse werden in dieser Arbeit nicht in Tabellen dargestellt, da die
Übertragung der von Amos und SPSS ausgegebenen Tabellen und Grafiken in Word
sich einfacher gestaltet.
Zum besseren Verständnis der statistisch anspruchsvollen Verfahren wurde die
gängige Fachliteratur zu Rate gezogen (vgl. Pawlik, 1976; Geidner, 1982; Tabachnik,
1996).
3 Analyse der dimensionsbezeichnenden Items
Um zu möglichst klaren Ergebnissen zu gelangen wurden für die ersten Analysen nur
die Variablen verwandt, die theoretisch direkt auf den zu extrahierenden
Dimensionen liegen sollen. Es handelt sich hierbei um:
U: aktiv, dominant, spricht viel
P: freundlich, partnerschaftlich
F: analytisch, aufgabenorientiert, lösungsorientiert
N: unfreundlich, negativitisch, individualistisch
B: emotional, spontan
D: passiv, introvertiert, spricht wenig
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
7
Für diese Ausgangskonfiguration wurden 14 Verfahren gerechnet. Zur Extraktion der
Faktoren wurden ,,Hauptkomponentenanalyse", ,,gewichtete kleinste Quadrate",
,,verallgemeinerte kleinste Quadrate", ,,Maximum-Likelihood", ,,Hauptachen-
Faktorenanalyse", ,,Alpha-Faktorisierung" und ,,Image-Faktorisierung" gerechnet.
Rotiert wurde jeweils mit Varimax und Oblimin (Delta=0).
Mit Ausnahme der Alpha-Faktorisierung erbrachten alle Analysen eine mehr oder
weniger eindeutig die von Bales (1982) beschriebenen Dimensionen. Beide Alpha-
Faktorisierungen brachen ab, da nach 25 Iterationen der Wert einer Kommunalität 1
überschritt. Dies ist aufgrund theoretischer Annahmen der Faktorenanalyse nicht
möglich und wird bei Überla (1976) im Kapitel über Schätzung der Kommunalitäten
ausführlich abgehandelt. Daraus folgt, dass sich die Methode der Alpha-
Faktorisierung nicht für das zur Verfügung stehende Datenmaterial eignet. Somit ist
die Stabilität der gefundenen Faktorlösung nicht vollkommen gewährleistet. ,,In fact,
one test of the stability of a FA solution is that it appears regardless of which
extraction technique is employed." (Tabachnik 1996: S. 662). Dennoch ist die Lösung
relativ stabil, da sie von allen übrigen Methoden extrahiert wurde.
3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
Die Variable F wurde von der Image-Faktorisierung nicht eindeutig zugeordnet. Sonst
wurden die Pole in jeder Lösung korrekt in einen gemeinsamen Faktor gefasst.
Beispielhaft zeigen Tabelle 1 und 2 die beste und schlechteste Extraktion des
Modells (Varimax-Rotation). Das Kaiser-Guttman-Kriterium (Bortz, 1999) erbrachte
eindeutig eine 3 Faktorenlösung.
Rotierte Komponentenmatrixa
Komponente
1
2
3
U
-,314
,765
5,156E-02
P
,862
-,206
,206
F
,469
,477
-,418
N
-,870
6,381E-02
6,165E-02
B
,101
8,667E-02
,942
D
3,511E-03
-,764
-2,86E-02
Extraktionsmethode: Hauptkomponentenanalyse.
Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser-Normalisierung.
a. Die Rotation ist in 6 Iterationen konvergiert.
Tabelle 1:
Hauptkomponentenanalyse
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
8
Mittels Varimax-Rotation und Hauptkomponentenanalyse (Tabelle 1) konnten über
70% der Gesamtvarianz erklärt werden. Über alle gültigen Analysen betrachtet nimmt
P nimmt auf der ersten Komponente Werte um .9 an und N -.9. Für U werden,
zugeordnet zu Komponente zwei, Werte von .7 ermittelt, D erhält im Durchschnitt,
werden alle Ergebnisse der 12 durchgeführten Analysen betrachtet, geringere Werte.
D schwankt zwischen -.319 und -.764. In den meisten Fällen erhält D ca. -.5. Für FB
werden die schlechtesten Ergebnisse erzielt. Die Werte sind weder in etwa gleich
groß, noch sind sie eindimensional. B legt mit Werten von bis zu .999 die Dimension
fest. Bis auf die Image-Faktorisierung (0.22) (Tabelle 2) und die Hauptachsen-
Faktorenanalyse (.651) erhält B immer Ladungen über .94. F lädt zwar immer negativ
auf den entsprechenden Faktoren, doch sind auf den anderen zwei Faktoren von
positiven F Werten mit höherer Ausprägung zu berichten.
Rotierte Faktorenmatrixa
Faktor
1
2
3
U
-,169
,408
-6,28E-02
P
,553
-,304
,189
F
,272
,126
-6,07E-02
N
-,579
,218
-9,70E-02
B
1,615E-02
-3,17E-02
,219
D
-1,98E-02
-,319
4,362E-02
Extraktionsmethode: Image-Faktorisierung.
Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser-Normalisierung.
a. Die Rotation ist in 5 Iterationen konvergiert.
Tabelle 2:
Image-Faktorisierung
Die verschiedenen Rotationen zeigten allerdings unterschiede in der ,,Wichtigkeit" der
Faktoren bzw. Komponenten. Die Dimension PN wurde in allen 6 Ergebnissen des
Varimax-Rotationsverfahrens als Faktor mit der höchsten aufgeklärten Varianz
ermittelt. FB bzw. UD wurden je dreimal als zweiter und dreimal als dritter Faktor
extrahiert.
Mittels Oblimin wurden den Dimensionen, wie Tabelle 3 zeigt, noch
unterschiedlichere Bedeutungen beigemessen. So wird PN vier mal als wichtigster,
zwei mal als zweiter Faktor und kein einziges mal als dritter Faktor extrahiert. Die
Ränge der übrigen Dimensionen sind analog zu lesen.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
9
Faktor
PN
FB
UD
1
4
2
0
2
2
1
3
3
0
3
3
Tabelle 3:
Oblimin-Lösungen
Somit wird es als eindeutig angesehen, dass innerhalb des verwandten Datensatzes
die Sympathie (PN) die höchste Erklärungskraft der Varianz aufweist. Diese wird von
einer nicht immer eindeutig bestimmbaren Zielgerichtetheit (FB) gefolgt. Einfluss
(UD), dem bei Bales ein sehr hoher Stellenwert zukommt, wird empirisch als die
Dimension mit der geringsten Erklärungskraft ermittelt (Tabelle 3): ,,In America,
verbal fluency and thus some aspect of dominance seems to be highly valued."
(Polley, 1988: S. 4). Dies kann, im Sinn von Polley (1988), auf kulturelle
Unterschiede zurückzuführen sein.
Die Analyse der Korrelationsmatrix (Tabelle 4) der Dimensionen kommt ebenfalls zu
interpretierbaren und übereinstimmenden Ergebnissen. Bis auf die Image-
Faktorisierung, die bereits bei der Extraktion von FB Ergebnissen kam, die nicht mit
den übrigen Verfahren übereinstimmten, wurde stets eine negative Korrelation von
UD und FB mit der Stärke knapp unter r=0.2 ermittelt. Die übrigen Korrelationen sind
derart gering, dass lineare Unabhängigkeit vermutet werden kann.
Dennoch stellen wir fest, dass F wie Oben beschrieben und die Variable U ebenfalls
auf dem Faktor (PN) mit ca. -.22 lädt. Aus diesem Grund wurde erneut eine
Hauptkomponentenanalyse mit Oblimin-Rotation gerechnet. Um eine erhöhte
,,Korrelationsfreude" zu erreichen wurde Delta auf 0.6 festgelegt.
Komponentenkorrelationsmatrix
Komponente
1
2
3
1
1,000
7,840E-02
-,381
2
7,840E-02
1,000
-,463
3
-,381
-,463
1,000
Extraktionsmethode: Hauptkomponentenanalyse.
Rotationsmethode: Oblimin mit Kaiser-Normalisierung.
Tabelle 4:
Komponentenkorrelationsmatrix
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
10
Es kann gezeigt werden, dass Komponente drei, der wie Oben beschrieben die
Dimension (FB) darstellt nicht senkrecht auf den Komponenten 1 und 2 steht,
während diese untereinander nahezu linear unabhängig sind. Wird Delta erneut um
0.1 erhöht sind alle Korrelationen über .86. Mit einem Delta von .8 kommt es zu
einem Abbruch des Verfahrens.
3.2 Interpretation und Verbesserung
Entschieden muss auf die ,,schlechten" Faktorenwerte von F (analytisch,
aufgabenorientiert, lösungsorientiert ) hingewiesen werden. Weder lädt dieses Item
eindimensional, noch lädt es auf der theoretisch gewünschten Dimension, trotz
Veränderung des Vorzeichens, wesentlich stärker als auf den übrigen. Hierfür lassen
sich verschiedene Gründe vermuten:
- Alle Daten der analysierten Datei wurden in Lehrveranstaltungen generiert.
Dies kann zu einer geringen Varianz führen. Damit ließe sich eine unklare
Faktorstruktur erklären.
- Bei den Beobachteten handelt es sich ausschließlich um akademisch hoch
gebildete Personen. Deshalb wäre eine Art Deckeneffekt möglich. Da sich
durch den hohen Ausbildungsstand die Zielorientierung aller auf einem sehr
hohen und wenig gestreuten Niveau befindet, kann aus den Daten kein
linearer Faktor extrahiert werden.
- Die Rater verstehen unter F nicht dasselbe und vergeben die Werte für F
somit unsystematisch.
- F und B liegen nicht auf einer Dimension und können deshalb nicht
eindimensional zugeordnet werden.
- Die durch das Item F gesetzten Reize sind zu den übrigen nicht unabhängig.
Sie stehen mit den anderen Dimensionen in starker Wechselwirkung.
Diese Aufzählung der möglichen Fehlerquellen stellt nicht den Anspruch vollständig
sein. Die Vielzahl der eventuellen Ursachen soll deutlich gemacht werden. All diese
Ansatzpunkte bieten die Möglichkeit zur Fehlerkontrolle durch experimentelle
Forschungsdesigns.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
11
Eine genauere Betrachtung der Korrelationsmatrix zeigt, dass sowohl die bivariaten
Zusammenhänge von FN, von FP als auch von FU größere Werte erhalten als FB.
Somit zieht sich F, mit mittlerer Stärke, durch alle Dimensionen.
Trotz einiger Verzerrungen der theoretisch vorstellbaren, perfekten Raumlösung
zeigen die Ergebnisse aus Abschnitt 3.1 den von Bales (1982) postulierte Raum, der
mit nahezu allen durchgeführten Analysen aus den erhobenen Daten extrahiert
werden konnte. Mit den Ergebnissen der Oblimin-Rotation, unter Berücksichtigung
verschiedener Deltawerte, lässt sich die Hypothese, die drei untersuchten
Dimensionen stehen in einem Winkel von 90° aufeinander, stützen. Daraus würde
sich zwangsläufig lineare Unabhängigkeit der Faktoren ergeben. Die linear
unabhängigen Vektoren des Symlog-Raumes (DU, FB, PN), die allein schon durch
Linearkombinationen eine mathematische Beschreibung der Bewegung an jeden
Punkt im Raum ermöglichen, wurden anhand des verwandten Datensatzes repliziert.
Obwohl sich der Raum bereits durch die bisher beschriebenen Dimensionen
hinreichend definiert werden von Bales (1982) weitere Richtungen operationalisiert.
So ist durch Addition von Vektoren der Dimensionen UD und PN die mit der gleichen
Länge in Richtung U und P zeigen das Item UP nur durch eindimensionale Items
ersetzbar. Gerade diese Redundanz des Modells, die zu einer internen
Determinierung führt, erhöht die Anforderungen an das Datenmaterial immens.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
12
4 Erweiterung auf 18 Items
Da die Grunddimensionen aus den Daten zufriedenstellend extrahiert werden
konnten, wurde im nächsten Schritt die Menge der zu untersuchenden Variablen um
die zweidimensionalen Items erweitert.
UP: extravertiert, geht aus sich heraus, sicher, beliebt;
UF: tatkräftig, durchsetzungsfreudig;
UN: dominant, eigensinnig, nachdrücklich;
UB: macht Späße, schauspielert, geht aus sich heraus;
PF: interessiert, kooperativ;
NF: kritisch, gewissenhaft, prinzipiell;
NB: uninteressiert, unwillig, nicht kooperativ;
PB: warmherzig, natürlich, freundschaftlich;
DP: verständnisvoll, tolerant, gelassen;
DF: besonnen, sachlich;
DN: traurig, niedergeschlagen, deprimiert;
DB: unentschlossen, ängstlich;
Trotz der erhöhten Datenmenge wurden alle oben angewandten Verfahren auch für
die 18 Items-Konfiguration gerechnet. Wegen der nach oberflächlicher Analyse
festgestellten relativen Ähnlichkeit der Ergebnisse wurden genauere Analysen auf
die Hauptkomponentenanalyse mit Varimax- und Oblimin-Rotation beschränkt.
4.1 4 Faktorenlösung
In einer Konfiguration mit 18 Items besteht der wesentliche Unterschied zu der in
Abschnitt 3 gegebenen Ausgangslage, dass 4 Faktoren nach dem Kaiser-Guttman-
Kriterium extrahiert werden. Dieses Ergebnis stimmt mit dem von Bales (1982; S.
391) ermittelten überein. Auch er extrahiert einen ,,vierten Faktor".
4.1.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
Die vier Komponenten (Tabelle 5) erklären zusammen 64% der Varianz. Die meisten
Ladungen sind eindeutig auf Komponente 1 zu verorten (P, N, UN, PF, NB, PB, DP).
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
13
Jedes Item, das auf Komponente 1 hoch lädt, beinhaltet die Dimension Sympathie.
Dies würde sich mit den Ergebnissen aus Abschnitt 3 decken. Auch sind in dieser
Komponente die eindimensionalen Items (P, N) der Sympathie. Weitere
eindimensionale Items treten nicht auf, auch wenn U eine relativ hohe Ladung
zugeordnet wird.
Rotierte Komponentenmatrix
a
Komponente
1
2
3
4
U
-,413
,480
-,243
,188
P
,818
-,128
,122
,348
F
,383
,727
-5,85E-02
-9,56E-02
N
-,818
,186
,123
-1,54E-02
B
-4,76E-02
-7,83E-02
6,229E-02
,750
D
4,658E-02
-,146
,851
-2,78E-02
UP
,289
,265
-9,11E-02
,651
UF
-,132
,627
-,389
,174
UN
-,703
,493
-,100
,131
UB
,172
-4,19E-03
-6,29E-02
,713
PF
,746
,233
4,578E-02
,213
NF
-,230
,758
-6,11E-02
4,398E-04
NB
-,647
-6,73E-03
,252
8,832E-02
PB
,744
-4,37E-02
,215
,381
DP
,810
2,595E-02
,125
,159
DF
,504
,487
5,900E-02
-,289
DN
-6,21E-02
2,534E-02
,817
7,565E-02
DB
6,759E-02
-,209
,750
-8,04E-02
Extraktionsmethode: Hauptkomponentenanalyse.
Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser-Normalisierung.
a. Die Rotation ist in 11 Iterationen konvergiert.
Tabelle 5:
Rotierte Komponentenmatrix
Komponente 2 (u1, F, UF, NF, df, un) vereint die Grundrichtungen U und F
miteinander. Wobei sowohl U als auch F positiv lädt. F kommt eindeutig ein höherer
Stellenwert zu. Das Item df müsste, wenn nur eine rein statistische Interpretation der
Ergebnisse vorgenommen würde, zur ersten Komponente gezählt werden. Inhaltlich
passt dieses Item besser zu Komponente zwei, denn df beinhaltet theoretisch keine
Sympathie. Da schon in Abschnitt 3.2 Probleme mit der Dimension FB auftraten, F in
Komponente zwei überwiegt und die Dimensionen Sympathie und Einfluss durch
andere Komponenten abgebildet werden, könnte darauf geschlossen werden, dass
bei verbesserter Operationalisierung oder einer anderen Datengrundlage
Zielorientierung in Komponente 2 extrahiert würde.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
14
Komponente 3 (D, DN, DB, u, uf,) kann nun als die dritte Dimension des Symlog-
Raumes (Einfluss) gesehen werden. Item uf in dieser Komponente zu nennen ist,
aufgrund dessen, dass es eigentlich schon zu Komponente 2 gezählt wurde, fraglich.
Hier muss wieder inhaltlich argumentiert werden. Es handelt sich bei uf um ein
zweidimensionales Item und soll demnach auf Einfluss und Zielorientierung, die nicht
eindeutig gefunden werden konnte, laden.
Komponente 4 (B, UP, UB) als Intensität zu bezeichnen wäre, wenn man sich die
Adjektive aus dem Ratingbogen erneut betrachtet (emotional, spontan, extravertiert,
geht aus sich heraus (2mal), sicher, beliebt, macht Späße, schauspielert), nicht sehr
abwegig.
4.1.2 Interpretation und Verbesserung
Durch die Zunahme der zweidimensionalen Items verändert sich die Faktorenstruktur
im Gegensatz zur Lösung mit ausschließlich eindimensionalen Items. Der von Bales
(1982) beschriebene vierte Faktor könnte durch die Komponente vier (erklärte
Varianz ca. 10%) erneut aufgetreten sein. Diese setzt sich aus den Items B, UP und
UB zusammen. Von Bales (1982) wird auf die schlechte Interpretierbarkeit dieses
Faktors, der eine Varianz von 6.4% erklärt, hingewiesen. Er beruft sich auf Wish, der
ebenfalls einen solchen Faktor extrahierte und ihn mit ,,Intensität" bezeichnetet. Wie
in den hier errechneten Ergebnissen klärt dieser vierte Faktor bei Wish einen
größeren Varianzanteil als 6.4% auf. ,,Eine vollständige Beschreibung dieses Faktors
wurde von Wish an anderer Stelle geliefert" (Bales, 1982: S. 392). Aber auch
logische Überlegungen führen zu einem vierten Faktor: ,,In Teil II dieses Buches
haben wir darauf hingewiesen, daß die B-Richtung, logisch gesehen, zwei
unterschiedliche Komponenten besitzt." (Bales 1982: S. 392). Dies deckt sich mit den
in Tabelle 5 dargestellten Ergebnissen. Weiterhin könnte diese Aussage eine
Erklärung für die schlechten Ladungen auf der FB-Dimension (vlg. Abschnitte 3.2
und 4.1.1) beinhalten.
Es ist festzustellen, dass sich F von B löst, was bereits in der Lösung mit 6 Items zu
vermuten war. Faktor 1 wird durch die hohe positive Ladungen auf P und die stark
negative Ladung auf N festgelegt. Hier wären aus theoretischer Überlegung
Ladungen von 1 zu erwarten. Die empirischen Werte von ± ,818 nähern sich diesem
1 Klein geschriebene Items laden weniger stark
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
15
Wert sehr gut an. Weiterhin sollten alle Items, die ein P beinhalten mit ,52 positiv
laden. DP lädt somit eindeutig zu hoch auf der Dimension Sympathie. Da der Wert
auf der dritten Komponente, die durch UD festgelegt wird zu niedrig lädt (,125 zu
erwartet ,5) wäre eine Änderung der Operationalisierung in Richtung D denkbar.
Damit wäre wahrscheinlich eine bessere Anpassung der empirischen
Faktorenstruktur an die Theoretische möglich. So könnte das Adjektiv ,,gelassen"
durch die von Bales (1982; S. 555) verwendete Formulierung ,,sich anderen willig
fügen" ersetzt werden.
Bei PF gestaltet sich eine Änderung schwieriger. Wie bereits beschrieben besteht die
Dimension FB in der Vierfaktorenlösung nicht in einem Faktor. Dennoch lädt PF auf
der Komponente, die durch einen hohen P-Wert festgelegt wird zu hoch und auf der,
die einen hohen F-Wert aufweist zu niedrig. Wieder wird vorgeschlagen ein Adjektiv
des Ratingbogens ,,kooperativ" durch ein stärker auf F ziehlendes Item zu ersetzen.
Trotz der auftretenden Schwierigkeiten können doch wenigstens tendenziell die
Ergebnisse des vorigen Abschnitts bestätigt werden. Die Ladungen, die Bales (1982)
postuliert wurden, zwar mit Abweichungen, weitestgehend bestätigt.
4.2 3 Faktorenlösung
Im Folgenden wurde die Zahl der Faktoren manuell auf drei festgelegt. Dieses
Vorgehen führt zu einer besseren Annäherung an die angestrebte Struktur des
Raumes, doch ebenfalls zu einer Verringerung der erklärten Varianz. Mit einer
dreifaktoriellen Lösung können nur noch 55,6% der Varianz erklärt werden.
4.2.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
Komponente 1 (Tabelle 6) lädt auf den Variablen P und N hoch. Weiterhin kann bei
allen Items, die ein P beinhalten, eine positive und bei allen, die ein N beinhalten
eine negative Ladung festgestellt werden.
2 z.B. DP=D+P
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
16
Rotierte Komponentenmatrix
a
Komponente
1
2
3
U
-,413
,525
,211
UP
,260
,236
,674
UF
-,124
,719
,221
UN
-,713
,442
,175
UB
,148
3,572E-02
,662
P
,792
-,212
,379
PF
,720
9,447E-02
,321
F
,364
,526
,109
NF
-,250
,575
,163
N
-,831
7,427E-02
5,116E-03
NB
-,670
-,159
9,551E-02
B
-8,12E-02
-9,64E-02
,692
PB
,705
-,218
,448
DP
,786
-,108
,242
DF
,491
,270
-9,66E-02
DN
-,142
-,572
,268
DB
7,825E-03
-,690
5,525E-02
D
-2,69E-02
-,719
,143
Extraktionsmethode: Hauptkomponentenanalyse.
Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser-Normalisierung.
a. Die Rotation ist in 6 Iterationen konvergiert.
Tabelle 6:
Rotierte Komponentenmatrix
Komponente 2 bildet wieder UD ab. Bis auf Item DF stimmen die Vorzeichen aller
zweidimensionaler Items in Komponente 2 mit denen der eindimensionalen Items
überein. Die Ladungen weichen allerdings wieder von den theoretisch geforderten
ab.
Komponente 3 beinhaltet bis auf das, auch theoretisch negativ vermutete, Item DF,
welches sehr schwach lädt, nur positive Ladungen und widerspricht somit schon in
diesem Kriterium den theoretisch erwarteten Werten. Auch die Behauptung, die
Items, die ein F beinhalten, würden tendenziell niedriger laden als solche, deren
Name ein B beinhaltet, lässt sich nicht halten (vgl. NB und DB).
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
17
4.2.2 Interpretation und Verbesserung
Gesondert betrachtet kann wieder jedes Item auf seine Ladungen geprüft werden.
Beispielhaft werden die bereits in Abschnitt 4.1 erörterten Items DP und PF auch in
der 3 Faktorenlösung überprüft.
Betrachten wir zunächst erneut das Item DP. Auch in dieser Lösung lädt Item DP von
der theoretischen Faktorenstruktur abweichend. Wieder ist die Ladung auf dem
ersten Faktor (PN) zu hoch und die auf den Zweiten (UD) zu gering. Auffällig ist, dass
sich die Vorzeichen geändert haben.
Die Empfehlung, das Item PF zu verändern, lässt sich hier nicht ableiten, da die
Dimension FB nicht modellgetreu extrahiert wurde. Allerdings kann bestätigt werden,
dass PF zu hoch auf P lädt, was bereits zur Begründung einer erneuten
Operationalisierung, die eher in Richtung F fokussiert, ausreichen könnte.
Dies ändert jedoch nicht die Tatsche, dass für die Dimension FB keine strukturierten
Ergebnisse gewonnen werden konnten. Bereits in der Konfiguration mit 6 Items
ergaben sich Probleme der eindeutigen Zuordnung, die unter Berücksichtigung der
zweidimensionalen Items verstärkt auftreten. Der Bedarf einer theoretischen
Begründung wird bestätigt und durch die gewonnenen Ergebnisse gleichzeitig
gestützt. Deutlich sichtbar ist, dass es sich bei Item F empirisch nicht um den
Gegenpol zu Item B handelt. Bis auf das Item UB und PB, die sich annehmbar in die
theoretische Annahme einpassen, laden alle Items des dritten Faktors stark
abweichend vom postulierten Raummodell. Mit der Ausnahme von UB und B laden
alle Items, die auf dem dritten Faktor laden sollten auf anderen Faktoren stärker. Die
Ladung von UP ist die zweitstärkste nach B auf der postulierten Dimension
,,Zielorientierung".
Abschließend kann zusammengefasst werden, dass die Dimensionen UD und PN,
wenn auch mit Abweichungen, aus den Daten extrahiert werden konnten. Die
Dimension FB hingegen konnte aus den Daten nicht extrahiert werden.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
18
5 Analyse des gesamten Symlog-Raums (alle 26
Items)
Trotz der Verschlechterung der Anpassung der Daten an das theoretische Konstrukt
durch Zuführung zweidimensionaler Items wird die Datenkonfiguration in diesem
Schritt noch um die dreidimensionalen Items erweitert:
UPF: zielbewusster und aufgabenorientierter, demokratischer Leiter;
UNF: disziplinierend, folgerichtig;
UNB: geltungssuchend, selbstbezogen, provozierend;
UPB: optimistisch, humorvoll, hilfsbereit;
DPF: rücksichtnehmend, zuverlässig, andere anerkennend;
DNF: selbstkritisch, pflichtbewusst;
DNB: entmutigt, verletzt, resignierend;
DPB: behaglich, gemütlich, zufrieden;
Nach dem Kriterium, dass der Eigenwert eines Faktors größer eins sein muss,
erhalten wir eine fünffaktorielle Lösung (Tabelle 7):
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
19
Rotierte Komponentenmatrixa
Komponente
1
2
3
4
5
U
-,212
,615
-6,33E-02
,176
-,311
UP
,401
,311
2,540E-02
,627
-,146
UPF
,739
,341
-,100
6,253E-02
-,137
UF
6,588E-02
,708
-,268
,129
-,183
UNF
-,327
,661
-,138
-,131
9,806E-02
UN
-,609
,645
-5,53E-02
8,098E-02
,101
UNB
-,693
,442
,117
,153
-3,96E-02
UB
,171
5,448E-03
-5,38E-02
,720
3,575E-02
UPB
,725
-,185
7,157E-02
,360
9,611E-02
P
,751
-,282
5,229E-02
,344
,182
PF
,758
8,985E-02
3,557E-02
,187
,104
F
,521
,551
-9,11E-02
-,130
,134
NF
-9,94E-02
,730
-9,76E-02
-,103
,259
N
-,787
,306
9,842E-02
-1,31E-02
9,458E-02
NB
-,641
7,987E-02
,223
,121
,175
B
-,107
-3,95E-02
-3,86E-02
,680
,309
PB
,682
-,210
,113
,351
,392
DP
,738
-,173
2,269E-02
,141
,374
DPF
,767
-,160
9,369E-02
6,579E-02
,285
DF
,505
,273
-8,17E-03
-,331
,372
DNF
,513
8,433E-02
7,490E-02
-,349
,235
DN
-1,85E-02
-1,97E-02
,862
2,759E-02
2,159E-02
DNB
-,103
3,136E-02
,874
-5,14E-03
-4,26E-02
DB
5,912E-02
-,287
,738
-6,47E-02
-2,39E-02
DPB
,222
7,977E-02
,105
,221
,725
D
-2,83E-03
-,276
,729
-5,19E-02
,243
Extraktionsmethode: Hauptkomponentenanalyse.
Rotationsmethode: Varimax mit Kaiser-Normalisierung.
a. Die Rotation ist in 12 Iterationen konvergiert.
Tabelle 7:
Fünffaktorenlösung
Die Behauptung, dass es sich bei Komponente 1 um die Dimension PN handelt kann
aufgrund der hohen Ladung der eindimensionalen Items P und N und den nahezu
konstant eingehaltenen Vorzeichen der übrigen Items untermauert werden.
Komponente 2 als Dimension UD zu bezeichnen fällt nicht nur aufgrund eines
höchsten Ladungswertes auf Item NF von .730 schwerer. Die negativen Ladungen,
die von den Items, die ein D beinhalten erwartet werden müssen, sind zu gering.
Entgegen der erwarteten Ladungen auf F bzw. B Items laden in Komponente 3 viele
D Items überdurchschnittlich hoch. Adhoc könnte von einer Trennung der Dimension
UD in zwei eigenständige Komponenten ausgegangen werden.
Mit sehr viel gutem Willen laden in Komponente 4 B Items positiv und F Items
negativ. Aber auch P und UP weisen hohe Ladungen auf.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
20
Komponente 5 inhaltlich zu verwerten stellt ein dem Verfasser derzeit unlösbares
Problem dar. Der einzig hohe Wert liegt auf dem dreidimensionalen Item DPB,
welches durch die Adjektive behaglich, gemütlich und zufrieden operationalisiert ist.
Einen Faktor aus einem einzigen Item zu bilden ist jedoch wenig sinnvoll. Kein
weiteres Item lädt auf dieser Dimension höher als in allen anderen.
Werden bei der Extraktion der Faktoren wieder 3 vorgegeben, so ergeben sich
ähnliche Ergebnisse (Die Ladungen werden nicht abgebildet). Die erste Komponente
kann relativ sicher als Dimension PN ausgemacht werden. Komponente 2 und 3
lassen sich wieder mit viel Phantasie als U bzw. D verstehen. Hierbei handelt es sich
in keinem Fall um eine ,,schöne" Faktorenlösung.
6 Zusammenfassung der Exploration
Wie aus den vorigen Abschnitten zu entnehmen ist verändert sich die
Faktorenstruktur des beschriebenen Raumes mit der Anzahl der in die Untersuchung
eingehenden Items. Dabei ist das Ergebnis der ausschließlich eindimensionalen
Items am besten an die Theorie angepasst. Mit zunehmender Itemzahl weichen die
Lösungen stärker vom postulierten Raum ab. Unter Verwendung aller Items des
Adjektiv-Ratingbogens kann keine eindeutige Struktur mehr gefunden werden.
Lediglich einzelne Items laden noch erwartungskonform.
Diese Ergebnisse werden verständlicher bei geometrischer Analyse. Werden nur
eindimensionale Items verwendet, so sind drei 90° Winkel theoretisch determiniert.
Unter Einbezug der zweidimensionalen Item werden die dazugehörigen 45° Winkel
ebenfalls festgelegt. Die dreidimensionalen Items legen zuletzt noch eine Unzahl
mehr Winkel im Raum fest. Daher ist es verständlich, dass die Faktorenanalyse, die
sich gerade dieser Winkel zur Exploration bedient (Borg, 1997) schlechtere
Ergebnisse liefert, je mehr Winkel determiniert werden.
Jedoch sind, unter Berücksichtigung der hohen theoretischen Anforderungen, die
Ergebnisse gerade im Bereich der zweidimensionalen Items besser als erwartet.
Werden die Items unter Einbezug der ermittelten Ergebnisse erneut überarbeitet, so
kann in Folgestudien mit noch besser an die theoretisch vorgegebene Struktur
angepassten Ergebnisse gerechnet werden.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
21
7 Konfirmatorische Prüfung der Modellvorstellung
Eine Prüfung der Modellvorstellung ist durch das Verfahren der ,,konfirmatorischen
Faktorenanalyse" möglich. Allerdings sind die Anforderungen, die an die Daten
gestellt werden sehr hoch. Auch die Umsetzung des Modells in mathematisch
prüfbare Formeln erfordert spezielles Wissen im Bereich der linearen Algebra und
Statistik. Eine anwendungsorientierte Einführung bietet Arbuckle (1997).
7.1 Identifikation
Die grundlegendste Regel ist die t-Regel. Sie besagt, dass die Zahl der unbekannten
Modellparameter kleiner/gleich der Zahl der bekannten Modellparameter sein muss
(Bollen, 1989; Entnommen aus Bacher, Vorlesungsskript). Dies ist eine notwendige
Bedingung ohne die eine Identifikation nicht möglich ist, denn es ist auf eine
eindeutige Art auch nicht möglich, eine Gleichung mit zwei unbekannten Parametern
zu lösen. Damit ist das Modell aber noch nicht identifiziert.
Die eigentliche Identifikation des Modells kann man anhand von zwei weiteren
Regeln vornehmen (Tabelle 8). In manchen Fällen muss manuell gearbeitet werden,
um das Modell zu identifizieren. Dies ist der Fall, wenn die zwei Identifikationsregeln
nicht zutreffen, denn es handelt sich bei den Bedingungen der Regeln um
hinreichende Bedingungen und nicht um notwendige Bedingungen. In klaren Worten
ausgedrückt bedeutet das: wenn die Bedingungen erfüllt sind, so ist das Modell
identifiziert. Umgekehrt jedoch, wenn die Bedingungen nicht erfüllt sind, kann über
das Modell keine Aussage getroffen werden. Es kann identifiziert sein oder nicht.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
22
Die zwei Regeln lauten wie folgt:
Identifikationsregel
Bedingungen
3-Indikatorenregel
Es liegen ein oder mehrere Faktoren vor.
Jeder Faktor wird durch mindestens drei Variablen
gemessen, d.h., dass mindestens drei Variablen nur auf
diesen Faktor laden.
Die Messfehler sind paarweise untereinander und von
den gemeinsamen Faktoren unabhängig
2-Indikatorenregel
Es liegen mindestens zwei Faktoren vor, die
untereinander korreliert sind.
Jeder Faktor wird durch mindestens zwei Variablen
gemessen, d.h., dass mindestens zwei Variablen nur auf
diesen Faktor laden.
Die Messfehler sind paarweise untereinander und von
den gemeinsamen Faktoren unabhängig
Tabelle 8
: Identifikationsregeln (entnommen aus Bacher, Vorlesungsskript: S. 12)
Dieser kurze Einschub soll einen kleinen Einblick in die Problematiken der
Modelltestung gewähren. Wesentlich leichter wäre das Modell zu identifizieren, wenn
jede Richtung z.B. F von drei Items gemessen würde. Die Messung der negativen
Pole (z.B. B zu F) ermöglicht keine Identifikation, da in einem orthogonalen Raum die
Korrelationen untereinander null entsprechen.
7.2 Prüfung des Modells
Beim Symlog-Raum handelt es sich wie gesagt um einen dreidimensionalen Raum,
der in drei Ebenen zerlegt werden kann, welche voneinander linear unabhängig sind.
Der Adjektiv-Ratingbogen besteht aus 26 Variablen. Diese sind so aufgeteilt, dass
jede Variable neun mal vorkommt. Durch die bereits gewonnenen explorativen
Ergebnisse und der Beschaffenheit des theoretischen Raumes und des von Bales
(1982) vorgeschlagenen Auswertungsschemas scheint eine Prüfung des
Gesamtmodells, der summierten Faktorenwerte und der einzelnen Ebenen sinnvoll.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
23
7.2.1 Gesamtmodell
Daraus folgt für ein Modell, welches alle Variablen mit einbezieht, dass auf jeden
Faktor 18 Variablen laden. Bekannte Parameter sind dann:
· 26 Varianzen
· 325 empirische Kovarianzen (25 ( 25 + 1)) / 2, wobei verschiedene Faktoren-
kombinationen verwendet werden
Dem gegenüber stehen:
· 54 Faktorladungen der Variablen (18 x 3)
· 26 Varianzen der Messfehler
· 3 Varianzen der Faktoren
Schon ohne größere Betrachtung dieses Modells wird deutlich, dass es sich hier
nicht um ein einfaches Modell handelt, dessen Identifikation sich schwierig gestaltet.
Trotzdem wurde das Modell mit AMOS berechnet, was jedoch bei einem Versuch
blieb, den AMOS meldete, das Modell sei nicht identifiziert. Es sei die Angabe von 52
weiteren Variablen nötig.
7.2.2 Summierte Faktorenwerte
Die Forderung 52 Variablen anzugeben, mit der die Anzahl der Freiheitsgrade
(Anzahl der von AMOS zu schätzenden Variablen) erheblich sinken würde,
veranlasste ein Umschwenken auf eine einfachere Modellvorstellung (Abbildung 2).
Dort wurde die Anzahl der Freiheitsgrade gesenkt bzw. zusätzlich zur Identifikation
notwendige Modifikationen vorgenommen.
Hier werden die von Bales (1982) vorgeschlagenen summierten Faktorenwerte
verwendet. Somit ergibt sich z.B. U = U + UF + UNF + ... +UPB.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
24
1
res 1
U
UD
1
res2
D
1
res3
P
PN
1
res4
N
1
res5
F
FB
1
res6
B
Abbildung 2:
Symlog-Modell
Die übrigen Faktorenwerte wurden nach demselben Schema berechnet. Die Variable
D lädt in dieser Modellvorstellung invers zu U (d.h. liegt im Winkel von 180° zu U). F
liegt invers zu B und P invers zu N. Dann lassen sich die drei Faktoren schätzen. Da
D das Inverse von U ist, lädt D auf dem Faktor UD mit 1. Entsprechend verhalten
sich die Variablen N und B. Da in der empirischen Forschung keine perfekten Daten
erhoben werden, werden mit ,,res1" bis ,,res6" die Fehlereinflüsse hinzugefügt.
Dennoch ist das Problem offensichtlich: Auf jeden Faktor laden nur zwei Variable.
Die Faktoren sind untereinander nicht korreliert. Damit entspricht dieses Modell
weder der 3-Indikatorenregel noch der 2-Indikatorenregel.
Um das Problem zu lösen gibt es zwei Möglichkeiten. Es kann ein neues Modell
entwickelt werden oder es müssen weitere Größen gesetzt werden.
In diesem Fall wurden weitere Annahmen in das Modell gesetzt. Die theoretisch
vorgegebene perfekte Ladung der Variablen auf den Faktor mit plus 1 bzw. minus 1
wurde gesetzt. Somit sind ausschließlich die Fehlervarianzen zu schätzen3.
Diese Fehlervarianzen erhalten relativ hohe Werte bei ihrer Schätzung, was einen
unsauberen Datensatz oder eine empirische Abweichung des Modells von der
Theorie bedeutet. Untermauert wird dies durch verschiedene Kennwerte des
3 Zur Berechnung wurden andere Variablenlabels verendet als in Abbildung 2. D entspricht v_d; UD entspricht
Faktor_UD
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
25
Verfahrens. Das Chi-Quadrat nimmt einen Wert von 989,950 an, was weit davon
entfernt ist, nahe null zu liegen. Ein Wert von null entspräche einem perfekt
angepassten Modell. Auch die Maßzahlen GFI (goodness of fit index) und AGFI
(adjusted goodness of fit index) zeigen, dass die durch das Modell erklärte Varianz
bei knapp über 50%, bereinigt um die Freiheitsgrade bei 36,4% liegt. Für diese
Maßzahlen gilt, dass sie möglichst nahe bei 1 liegen sollen.
Noch deutlicher werden diese Aussagen, zieht man DELTA1 (normed fit index),
RHO1 und DELTA2 (modified normed fit index) heran. Diese sagen die relative
Verbesserung des Modells gegenüber einem Modell, bei dem alle Variablen
unabhängig voneinander sind aus. RHO1 versucht DELTA1 um die Freiheitsgrade zu
bereinigen. DELTA2 versucht DELTA1 von der Abhängigkeit von der
Stichprobengröße und den Freiheitsgraden zu beseitigen. Alle drei Werte sollten
nahe bei Eins liegen4.
Die von Bales (1982) vorgeschlagene Aufsummierung der Items zu Faktorenwerten
erwies sich hier als wenig realitätsnah. Das diese Vorgehensweise den Symlog-
Raum nicht darzustellen vermag wurde durch die Ergebnisse der Abschnitte 4 und 5
bereits angedeutet. Die hier angestellte Berechnung verneint ein solches Vorgehen
mit den verwendeten Daten. Eine Summierung mittels gewichteter Einflüsse wäre
denkbar. Wäre das Modell perfekt angepasst, so müssten eindimensionale Items mit
dem Gewicht 1, zweidimensionale Items mit 0,5 und dreidimensionale Items mit 0,33
einbezogen werden. Dieses Vorgehen ist jedoch aufgrund der nur teilweise
bestätigten Ladungen in Abschnitt 5 äußerst fraglich.
4 Auf weitere Ausführungen und Varianten dieses Modells wird hier verzichtet, da die Ergebnisse für vorgegebene Varianzen
der Fehler noch weniger Aussagen machen als das aufgeführte Ergebnis.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
26
7.2.3 Ebenenkonstrukt
Ein weiteres Modell, dass sich zur Prüfung der bestehenden theoretischen
Annahmen eignet, benötigt drei unabhängigen Ebenen, die zusammen den Raum
U
UP
UN
N
P
DN
D
DP
Abbildung 3:
Hilfsfaktoren UPDN und UNPD
ergeben. Auch hier ergibt sich erneut das Problem der Identifikation des Modells.
Durch die Einführung von zwei neuen Faktoren, die mittels der zweidimensionalen
Items gewonnen werden und im 45° Winkel auf den eindimensionalen Faktoren
stehen, ergibt sich ein Modell, dass mittels der 2-Indikatorenregel eindeutig
identifiziert ist. Abbildung 3 zeigt dieses Konstrukt grafisch.
Die Daten zur Berechnung des Modells sind die Originaldaten, d.h. sie gehen
unverändert, ohne willkürliche Additionen, ins Modell ein. Als Faktorladungen werden
vorgesehen:
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
27
Var_U à Faktor UD
Var_D à Faktor UD
Var_P à Faktor PN
Var_N à Faktor PN
Var_UP à Faktor UPDN
Var_UN à Faktor UPDN
Var_DP à Faktor UNDP
Var_DN à Faktor UNDP
Alle Faktorladungen müssten idealerweise 1.0 bzw. 1.0 sein.
Korrelationen zwischen den Faktoren sind in diesem Modell folgende vorhanden:
KOV(Faktor UD; Faktor UNDP)
KOV(Faktor PN; Faktor UNDP)
KOV(Faktor UD; Faktor UPDN)
KOV(Faktor PN; Faktor UPDN)
Die Darstellung in Abbildung 4 zeigt das beschriebene Modell in der AMOS
verständlichen Form. Dieses Modell wurde, in der entsprechend auf die Ebenen
angepasster Form, dreimal gerechnet.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
28
Abblidung 4:
AMOS-Modell
Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass die Modellvorstellung bereits in
dieser Form, ohne die Varianzen der Faktoren festlegen zu müssen, eindeutig
identifiziert ist. Zusätzlich befinden sich in den Ebenen auch zweidimensionale Items,
welche die gestellten Ansprüche an den Datensatz erhöhen und die Berechnung um
Potenzen interessanter machen.
Der Chi-Quadrat-Wert ist im Vergleich zum ersten Modell relativ gering. Da dieser
aber immer abhängig von der Stichprobengröße ist, kann hier noch keine Aussage
gemacht werden. Die wichtigste Bedingung, dass entgegengesetzte Variablen auch
tatsächlich entgegengesetzt gemessen werden, ist erfüllt. Unter der Teilüberschrift
,,Regression Weights" sind die unstandardisierten Faktorladungen aufgelistet. U lädt
positiv und sein Pendant D negativ. Genauso verhält es sich für die anderen
Variablen. Bessere Aussagen erhält man jedoch durch die Betrachtung der
,,Standardized Regression Weights". Man erkennt hier, welche Gewichte der
Variablen auf den jeweiligen Faktor zukommen. U beispielsweise ist hier mit knapp
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
29
über der Hälfte seiner Aussagekraft an der Bildung des Faktors UD beteiligt. Die
Variable P mit 80% der Aussagekraft an der Bildung von Faktor PN. Im theoretischen
Modell sollten die einzelnen Faktorladungen 1.0 bzw. 1.0 sein, was in der
Berechnung nur annähernd erfüllt wird. Am schlechtesten lädt die zweidimensionale
Variable UP, d.h. an dieser Variable müssen bezüglich ihrer Adjektive noch einige
Veränderungen vorgenommen werden, wie auch an Variable DN.
Die oben besprochenen Modelle wurden in erweiterter Form erneut berechnet. Die
Items U und D müssten theoretisch ebenfalls eine Wirkung auf die Hilfsfaktoren
ausüben, da ja U auf den Faktor PUDN einen Einfluss ausüben müsste. Es wurden
in einem weitaus komplizierteren Modell deshalb die Hilfsfaktoren mit den vier
eindimensionalen Items verbunden. Die berechneten Kennwerte erbrachten wie bei
vielen anderen überprüften Modellen keine wesentliche Verbesserung.
Als verbesserungswürdige Variablen seien hier die Variablen B und NF
herausgegriffen.
Die Berechnung der Ebene FB, PN konnte nicht durchgeführt werden, da das Modell
in der Form im Gegensatz zu den zwei anderen Ebenenmodellen nicht identifiziert ist
bzw. der Rechner bei Iteration Nummer 20342 das gesamte System zum erliegen
gebracht hat.
8 Zusammenfassung
Die angestellten Berechnungen ergaben, wie das bereits von Schneider und Krolak-
Schwerdt (1994: S. 128) mit der dreimodalen Faktorenanalyse versucht wurde, ,,nicht
die erwartete Struktur des postulierten dreidimensionalen Raumes". Dennoch
konnten bei genauer Betrachtung der Ergebnisse zumindest teilweise die theoretisch
determinierten Strukturen extrahiert werden. In ihrem Artikel berechnen Schneider
und Krolak Schwerdt (1994: S. 121) nur die Komplettlösung: ,,1. zur Prüfung der
Hypothese, daß dem Itemraum die Struktur der SYMLOG-Dimensionen unterliegt, ist
eine Kriteriumsrotation auf die idealisierte Faktormatrix der 26 Items erforderlich".
Durch die Vereinfachung des Modells durch Ebenenkonstrukte konnte in dieser
Arbeit dennoch eine Struktur gefunden werden. Diese entspricht zwar nicht genau
dem von Bales (1982) postulierten Raum, gibt aber dennoch Anlass die
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
30
Nullhypothese ,,Im Datensatz befindet sich keinerlei Struktur", unter Berücksichtigung
eines schwer zu quantifizierenden Sicherheitsniveaus zu verwerfen.
In Übereinstimmung mit Schneider und Krolak-Schwerdt, die zwar ein anderes
Verfahren anwandten, ist ,,eine erheblich verbesserte Approximation an die
theoretische Itemkonfiguration zu erwarten" (1994: S. 129). Die Items DP und PF
sollten aufgrund explorativer Analysen, die Items DN, UP, NF und D aufgrund des 3
Ebenenmodells der konfirmatorischen Faktorenanalyse erneut überdacht werden.
Dennoch ,,ist der Versuch, die Erhebung von Wertkonzepten durch Anpassung des
Fragebogens an die entsprechende Kultur zu bewerkstelligen, fraglich." (Schneider
und Krolak-Schwerdt, 1994: S. 129)
Die Ergebnisse führen in jedem Fall zu einer verbesserten Vorstellung des
empirischen gegebenen Raumes.
9 Diskussion
Es wurde dargelegt, dass sich die Verfahren explorative und konfirmatorische
Faktorenanalyse für die Untersuchung des Symlog-Raumes eignen. Gerade bei der
explorativen Faktorenanalyse handelt es jedoch um ein sehr datenorientiertes
Verfahren. Hier muss deshalb mit erhöhter Vorsicht interpretiert werden.
,,Die erfundene Wirklichkeit" im Sinne Watzlawicks (1999) stellt eine nicht zu
verachtende Kritik an Verfahren wie den hier besprochenen dar. Feyerabend (1991),
der sich zugegeben als Wissenschaftsanarchist bezeichnet, weist in seinem Werk
,,Wider den Methodenzwang" nach, dass methodisches Vorgehen der empirischen
Forschung nicht zu einer Annäherung an die Wahrheit führen muss. Unter
Berücksichtigung dieser Publikationen kann mit Verdrossenheit die Frage nach dem
Sinn dieser Untersuchungen gestellt werden.
Weber (1980, S. 1) versteht jedoch unter ,,Sinn" auch einen ,,durchschnittlich und
annähernd in einer gegebenen Masse von Fällen von den Handelnden [...] subjektiv
gemeinter Sinn".
Somit soll die Diskussion so enden wie Sixtl (1999, S. V) sein Werk einleitet: ,,Wenn
die Physiker die Lichtgeschwindigkeit wiederholt messen und das Ergebnis durch
folgendes Vertrauensintervall ausdrücken:
Pr(
L
-
.
299
5
,
752
)
1
,
0
= 95
,
0
dann glauben sie auch daran, daß sie die Lichtgeschwindigkeit ,,auf hundert Meter
genau" kennen. Ein Psychologe zeigt selten ein solches Vertrauen zu seinen
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
31
Resultaten, auch wenn er sich ähnlich ausdrückt wie ein Physiker. [...] Ich will nicht
behaupten, daß die Skepsis der Psychologen unbegründet sei. Dagegen behaupte
ich, daß sie Ursachen hat, die zum Teil behoben werden können."
Auch in dem bereits erwähnten Artikel von Schneider und Krolak-Schwerdt (1994) ist
diese Skepsis klar zu lesen. (vgl. Abschnitt 8). Ich halte die Frage für berechtigt:
,,Warum werden in den Naturwissenschaften empirisch gestützte Ergebnisse mit viel
mehr Selbstvertrauen publiziert als in den Sozialwissenschaften?"
10 Fazit
Es wurde gezeigt, dass weitere Erforschung des von Bales (1982) entwickelten
Verfahrens ,,Symlog" zu erstaunlichen Ergebnissen führen kann. Auch wurde gezeigt,
dass es sich bei der Operationalisierung in keinem Fall um eine perfekte Anpassung
an die theoretische Vorgabe handelt. Dennoch muss man mit Respekt anerkennen,
dass das Symlog-Verfahren tatsächlich einen Raum vektorisiert, welcher auf einer
Reihe von Adjektiven basiert. Das allein ist schon sehr erstaunlich, wenn man auf der
einen Seite bedenkt welche hohen Anforderungen durch die theoretische Vorgabe an
die Daten gestellt werden. Auf der anderen Seite muss berücksichtigt werden wie
viele unterschiedliche Interpretationen es hinsichtlich der verwendeten Adjektive gibt,
welche Unschärfen durch die Stichprobe entstehen und welche Verzerrungen durch
die geringe Anzahl der beobachteten Personen auftreten. Außerdem ist es mit
diesem Verfahren trotz der Unschärfe der Variablen möglich beobachtete Personen
zumindest grob zu charakterisieren.
Eine weitere Auseinandersetzung mit der schwierigen Aufgabe ist nötig und die
Verbesserung von Symlog mittels faktorenanalytischer Verfahren möglich. Hierzu ist
jedoch weitere Arbeit nötig. Es müssten Datensätze analysiert werden, die in
unterschiedlichen Situationen erhoben wurden. Auch eine Beobachtung einer
größeren Anzahl verschiedener Personen wäre äußerst wünschenswert.
Da nun der theoretisch vorgegebene Raum exploriert wurde und eine perfekte
Faktorlösung vorgegeben werden kann, ist erstens ein eigens für Symlog
entwickeltes Testverfahren vorstellbar, zweitens eine Erzeugung eines perfekten
Raumes und drittens die Anwendung clusteranalytischer Verfahren auf erhobenen
Daten, die sogar möglicherweise zu Daten, die den perfekten Raum darstellen,
hinzugefügt werden, um eine bessere Verortung im Raum zu gewährleisten.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
32
Doch nicht zu vergessen ist die Notwendigkeit sich den noch immer sehr abstrakten
Raum vorzustellen. Dies ist, nach meiner Ansicht, nur möglich, indem man sich einen
eigenen Standpunkt in diesem Raum zuordnet. Gedanken, über die Möglichkeit sich
innerhalb des Raumes zu bewegen und mit welcher Energie diese Bewegung erfolgt,
werfen weitere Fragen auf.
Auch wenn noch eine Vielzahl an Fragen ungeklärt bleibt, so konnte doch die
eingangs gestellte Aufgabe, die Existenz des Symlog-Raumes zu bestätigen und
Verbesserungsvorschläge zu entwickeln, vollends erfüllt werden.
Analyse des Symlog-Raumes anhand eines Datensatzes
33
11 Literatur
Arbuckle, James L. (1997):
,,AMOS Users` Guide Version 3.6", 1997, SPSS Inc.
Bacher, Johann (WS 99/00):
,,Skalierung und Clusteranalyse Vorlesungsskript
,Konfirmatorische Faktorenanalyse′, WS 99/00."
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