Ritualisierung bei Mary Douglas

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Details

Titel: Ritualisierung bei Mary Douglas
Autor: Gesa Brüchmann
Fach: Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Veranstaltung: Mittelseminar
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Soziologie)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2002
Seiten: 14
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 173 KB
Archivnummer: V9751
ISBN (E-Book): 978-3-638-16369-9

Textauszug (computergeneriert)

Ritualisierung bei Mary Douglas

von Gesa Brüchmann


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Einleitung in den Ritualbegriff

2. Hauptteil

2.1. Die Ritualtheorie von Mary Douglas

2.2. Das Symbolverständnis bei Mary Douglas

2.3. Reinheitsvorschriften

2.4. Antiritualismus

3. Schlussteil

3.1. Fazit

Anhang: Literaturverzeichnis



 

1. Einleitung

1.1. Einführung in den Ritualbegriff

In der vorliegenden Arbeit werde ich mich damit beschäftigen, welchen Beitrag die Sozialanthropologin Mary Douglas zu den Ritualtheorien geleistet hat. Ich werde im Hauptteil der Frage nachgehen, wie sie den Ritualbegriff in ihrer Theorie ansetzt und zentrale Begriffe zu klären versuchen. Darüber hinaus möchte ich meinen Schwerpunkt vor allem auf ihr Verständnis von bzw. zu Symbolen, ihre Interpretation der Reinheitsvorschriften sowie ihre geschilderte Sicht auf den Antiritualismus und seine Auswirkungen setzen. Abschließend werde versuchen, den Beitrag der Autorin durch andere Autoren aus der Ritualtheorie zu ergänzen.
Einleitend möchte ich kurz in die allgemeine Ritualtheorie und ihre Entwicklung einführen und den Ritualbegriff definieren.
Der Begriff des Rituals ist definiert als ein "Brauchtum", das heißt als eine "expressiv betonte Handlung mit großer Regelmäßigkeit des Auftretens in gleicher Situation und in immer gleichem Ablauf. Rituale sind zumeist traditional "festgefahren" und beim Auftreten oder bei einer Annäherung entsprechender Situationen tendieren die Verhaltenspartner spontan bzw. ohne besondere Entscheidung und ohne Nachdenken über Funktion und damit "Sinn" ihres Tuns zum Ritual."
Eine andere Definition beschreibt Rituale wie folgt: "Religiöse Handlungen, die zu bestimmten Gelegenheiten in gleicher Weise vollzogen werden, die in ihrem Ablauf durch Tradition und Vorschrift festgelegt sind. Verwendet werden dazu körperliche Ausdrucksformen wie Gesten und Tanz, Worte, Musik, Gesang, sowie eigens für den Anlass angefertigte oder bereitgestellte Gegenstände."
In einer weiteren Definition nach Jan Platvoet heißt es: "Ein Ritual ist eine Reihenfolge stilisierten sozialen Verhaltens, das von normaler Interaktion durch seine besonderen Fähigkeiten unterschieden werden kann, die es ermöglichen, die Aufmerksamkeit seiner Zuschauer auf sich zu ziehen. ..."
Der Begriff "Ritual" bedeutet ursprünglich "Gottesdienst", wird aber seit der Jahrhundertwende allgemein auf symbolische Handlungen angewendet. Wenn man die heutigen Ritualtheorien mit den Anfängen der Ritualforschung vergleicht, sieht man, wie wenig die jetzigen Theorien über das Ritual noch ausdrücklich mit der Religion zu tun haben. Eine genaue Definition erweist sich darüber hinaus als problematisch, da verschiedene wissenschaftliche Disziplinen wie die Ethnologie, die Anthropologie, die Psychologie und die Soziologie aus verschiedenen Blickwinkeln menschliches Verhalten als "rituell" beschrieben haben und es zu keiner einheitlichen interdisziplinären Definition gekommen ist. Dabei besteht die Gefahr, dass nichts als zu belanglos gesehen wird, um es nicht doch noch als Ritual zu begreifen . Oft wird vergessen, dass nicht jede Gewohnheit ein Ritual ist; Sitte und Brauch zum Beispiel fehlt der formelle Beschluss.
Aus den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen aus dem Bereich der Kulturwissenschaften hat sich vor einiger Zeit der eigenständige Bereich der "ritual studies" herausgebildet. Auslöser war die Feststellung, dass Rituale nicht nur im religiösen Bereich vorhanden waren, sondern auch in gesellschaftlichen, sportlichen oder kulturellen Kontexten. In diesem Forschungszweig wurden dann allgemein relevante Ritualtheorien entwickelt; einige von ihnen sind in dem Handbuch von Belliger/Krieger veröffentlicht. Seit den 70-er Jahren trat die gemeinschaftsstiftende und identitätsbildende Funktion des Rituals immer mehr in den Vordergrund.
Es gibt Autoren wie Emile Durkheim, die der Überzeugung sind, dass Menschen eine "natürliche Tendenz" haben, ihre Handlungen aufeinander abzustimmen und zu koordinieren, da das gemeinsame Handeln eine Gefühl der "Teilnahme an etwas Überindividuellen" hervorruft. Das Ritual ist demnach auch ein Mittel zur Gemeinschaftsbildung. Heutzutage wird das Ritual als ein eigenständiges Phänomen betrachtet, das eine eigene theoretische Klärung und eigene methodologische Zugänge benötigt. Das Ritual ist kein bestimmter Handlungstypus, sondern Ritualisierung ist eine Ebene des kommunikativen Handelns. Deshalb wäre es vielleicht verständlicher, nicht von Ritualen, sondern von "Ritualisierungen" oder "ritualisiertem Handeln" zu sprechen.

2. Hauptteil

2.1. Die Ritualtheorie von Mary Douglas

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