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Script, 2000, 31 Pages
Author: Olaf Böcker
Subject: Physics
Details
Year: 2000
Pages: 31
Grade: wurde nicht benotet
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-96340-4
File size: 200 KB
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Fulltext (computer-generated)
1. Das Weltbild der klassischen Physik
(Physikheft Fachabi von Olaf Böcker)
1.1 Einführung
Ziel : Die Gesetze der Natur erkennen und sie in einer
mathematischen Formel darzustellen.
Die Natur wird dadurch vorherberechenbar.
Geschichtliche Entwicklung : a) Mensch der Frühzeit à Magische Weltbetrachtung
(Götter , Geister)
b) Griechen (Aristoteles) à Philosophische Weltbetr.
(rein Logisch)
c) Mittelalter 400-1300 à Mystische Weltbetrachtung
(Bibel) Aristotetische Grundl.
d) ab. 1435 Neuzeit Gallilei à Systematische Weltbetr.
Kausalität : Wichtige Vorraussetzung für Naturwissenschaftliches Forschen
Jede Wirkung hat eine Ursache, gleiche Ursachen haben die
gleiche Wirkung. Zwischen Ursache und Wirkung besteht ein
Prinzipiell berechenbarer Zusammenhang.
Modellvorstellung : Natur ist in manchen Bereichen für den Menschlichen Verstand
nicht Vorstellbar. Deshalb bilden wir uns Modelle (Vorstellungs-
hilfen) mit denen wir uns etwas Unvorstellbares vorstellbar
machen. z.B. Lichtmodell , Bohrsches Atommodell
1.2 Arbeitsweise der Physik
Ziel : Die Gesetze der Natur erkennen und sie durch mathematische Ausdrücke
berechenbar machen.
1.2.1 Das induktive Verfahren
Beispiel : freier Fall
1.Schritt : Fragestellung entwickeln, d.h. zwei voneinander abhängige Variablen festlegen z.B. t,s
2.Schritt : Idealisieren : Versuchsanordnung so gestalten, das Ergebniss nicht durch andere
Naturgesetze (Fremdeinflüsse) verfälscht wird.
3.Schritt : Im Experiment die Natur untersuchen . D.h. untersuchen wie die unter 1.2 festgelegten
Variablen voneinander abhängen.
z.B. Fallzeit und Fallhöhe :
s /m 0 0,1 0,2 0,3 0,5 1
2
t / s
0 0,14 0,2 0,25 0,32 0,45 0,64
4.Schritt : Auswerten der Messergebnisse mit mathematischen Methoden
s / m
t / s
5.Schritt : Gefundene Gesetzmäßigkeit verallgemeinern
1.2.2 Das deduktive Verfahren
Ableitung neuer Gesetze aus Gesetzen , die bereits vorher gefunden worden sind.
z.B. freier Fall
bekannt sind : s = g/2 * t² ¬
v = g * t -
gesucht : v = f(s)
aus ¬ t = 2s/g ®
® in - v = g * 2s/g
v = 2sg
Deduktiv gefundene Gesetze müssen im Experiment bestätigt werden.
1.3 Physikalische Größen
Was heißt messen ?
DIN 1319 Messen ist der Experimentelle Vorgang durch den ein spezieller Wert einer
physikalischen Größe als vielfaches einer Einheit ermittelt wird.
Physikalische Größen : Länge , Kraft , Strom
Spezieller Wert : Länge des Tisches (z.B. 2,3m) auch Meßwert genannt.
Vergleichswert : Meter (auch Einheit)
Zu einer physikalischen Größe gehören immer Zahlenwert und Einheit.
Name
Formelzeichen
Einheit
Strom
I
A
Länge
l
m
Zeit
t
s
Masse
m
Kg
Temperatur
T
K (C°)
Lichtstärke
IL
col
Kraft
F
N
Spannung
U
V
Ladung
Q
As
Geschwindigk.
V
m/s
2.0 Kinematik
Bewegungslehre ohne Berücksichtigung der dabei auftretenden Kräfte.
2.1 Gleichförmig geradlinige Bewegung
2.1.1 Weg Zeit Diagramm
Verallgemeinerung :
Geschwindigkeit : Formelzeichen : v
Einheit : m / s
Allgemein gilt für unbeschleunigte Bewegungen : s = v t
Gilt nur wenn der Beginn der Bewegung bei s = 0 und t = 0 liegt.
Zusammenfassung : Unbeschleunigte Bewegung
1. Das s/t Diagramm ist eine Gerade. Die Steigung ist ein Maß für die Geschwindigkeit.
v = s / t = (s2 s1) / (t2 t1)
2. Negative Steigung im s/t Diagramm bedeutet Rückwärtsbewegung .
3. Die Allgemeine Funktionsgleichung der unbeschleunigten Bewegung lautet :
v = s0 + v * t
4. Das v/t Diagramm der unbeschleunigten Bewegung ist eine Waagerechte Gerade.
5. Positiver Bereich bedeutet Vorwärtsbewegung. bei v/t
Negativer Bereich bedeutet Rückwärtsbewegung.
6. Die Fläche unter dem v/t Diagramm ist ein Maß für den zurückgelegten Weg.
2.2 Gleichförmig beschleunigte Bewegung
Beschleunigung : Geschwindigkeitsänderung pro Zeitabschnitt
Formelzeichen : a = v / t
Einheit : [a] = m / s²
Die Beschleunigung 1 m / s² liegt vor wenn sie die Geschwindigkeit pro sec. um 1 m/s ändert.
2.2.1 Das Geschwindigkeit Zeit Gesetz
1. Die Gleichförmig beschleunigte Bewegung ergibt im v/t Diagramm eine Gerade.
2. Der Steigungsfaktor im v/t Diagramm ist ein Maß für die Beschleunigung
3. Die Bewegungsgleichung der Beschleunigten Bewegung lautet :
v = a * t (Bei Bewegung aus dem Stillstand)
4. Einem gegebenen v/t Diagramm kann man nicht Entnehmen wo sich das Fahrzeug bei
t = 0 befindet.
5. Positive Geschwindigkeit (Graf über der t Achse) = Vorwärtsbewegung
Negative Geschwindigkeit (Graf unter der t Achse) = Rückwärtsbewegung
5. Positive Steigung (Positive Beschleunigung) kann heißen
- Vorwärtsbewegung schneller werdend
- Rückwärtsbewegung langsamer werdend im v / t
6. Negative Steigung (Negative Beschleunigung) kann heißen
- Vorwärtsbewegung langsamer werdend
- Rückwärtsbewegung schneller werdend
2.2.2 Das Weg Zeit Gesetz der gleichförmig Beschleunigten Bewegung
Deduktive Herleitung der allgemeinen s/t Funktion :
Wir verwenden : die Fläche unter dem v/t Diagramm ist ein Maß für den zurückgelegten Weg.
a) ohne Anfangsgeschwindigkeit
v
t
s = a / 2 * t²
b) mit Anfangsgeschwindigkeit (V0)
V
Vo
t
s = Vo * t + (Ve Vo) / 2 * t ¬
Ve = Vo + a * t -
- in ¬ s = Vo * t + (Vo + a * t Vo) / 2 * t
s = Vo * t + a/2 * t² + so
Bei einer Bewegung mit Anfangsgeschwindigkeit liegt die Tangente der Parabel nicht auf der
t Achse .
Zusammenfassung : Beschleunigte Bewegung
1. v / t Diagramm :
Das v/t Diagramm ergibt eine Gerade. Der Steigungsfaktor ist ein Maß für die Beschleunigung
Geschwindigkeit Zeit Funktion : V = Vo + a * t
2. Positive Beschleunigung kann heißen :
- Rückwärtsbewegung langsamer werdend
- Vorwärtsbewegung schneller werdend
Negative Beschleunigung kann heißen :
- Vorwärtsbewegung langsamer werdend
- Rückwärtsbewegung schneller werdend
3. Die Fläche unter dem v/t Diagramm ist ein Maß für den zurückgelegten Weg. Daraus folgt für
die s/t Funktion : s = (Vo + Ve) / 2 * t + so
Da Ve selbst eine Funktion von t ist , muß Ve ersetzt werden durch ve = vo + a * t :
s = vo * t + a/2 * t² + so
4. Die s/t Funktion ergibt eine Parabel, liegt keine Anfangsgeschwindigkeit vor wird die Tangente
im 0 Punkt durch die t Achse gebildet, liegt eine Anfangsgeschwindigkeit vor wird die Tange-
nte im Nullpunkt durch die Gerade s = vo * t gebildet.
2.2.3 Der freie Fall als Sonderfall der beschleunigten Bewegung
Merke : Es gelten die Formeln der beschleunigten Bewegung
a = g = 9,81 m/s² (in unseren Breiten)
g 10 m/s²
2.2.4 Verallgemeinerung der Definition für Geschwindigkeit und
Beschleunigung
Die Geschwindigkeit ist definiert als Steigung im s/t Diagramm
Daraus folgt : v = s / t Die genannte Definition gilt nur für Fälle mit konstanter Geschwindigkeit
Verallgemeinerung :
v = lim s
tà0 t
2.3 Zusammengesetzte Bewegung
2.3.1 Der schiefe Wurf
Unabhängigkeitsprinzip :
Ist ein Körper gleichzeitig mehreren Bewegungen ausgesetzt so überlagern sich die
Bewegungen unabhängig voneinander d.h. ohne sich gegenseitig zu beeinflussen.
2.3.2 Überlagerung von 2 Bewegungen
Zusammenfassung : Bei der Geschwindigkeit handelt es sich um eine gerichtete Größe, d.h. sie ist
nur eindeutig gegeben wenn Betrag und Richtung der Geschwindigkeit bekannt
sind. Gerichtete Größen lassen sich durch Vektoren darstellen.
Merke : 2 Geschwindigkeiten sind nur dann Gleich, wenn sie in Betrag
und
Richtung
gleich sind.
Unterliegt ein Fahrzeug gleichzeitig mehreren Bewegungen so ergibt sich die Gesamtgeschwindigkeit,
durch Vektorielle Addition der Einzelgeschwindigkeiten.
3 Dynamik
3.1 Die Kraft
3.1.1 Die Kraft als Vektor
Kräfte sind nur durch ihre Wirkungen beobachtbar. Wirkungen von Kräften sind :
- Beschleunigung
- Verformung
Die Wirkung einer Kraft ist abhängig von Betrag und Richtung einer Kraft. Kräfte werden durch Vektoren
dargestellt.
Formelzeichen : F
Einheit : N (Newton)
Ein Newton ist die Kraft, die einer Masse der Größe 1 Kilogramm die Beschleunigung 1 m/s² verleiht.
(Bei Ebener völlig Reibungsfreier Fläche)
Es gilt : F = m * a [F] = Kg * m/s² = Newton
Das Gewicht
Das Gewicht ist die Kraft mit der eine Masse von der Erde angezogen wird.
Es gilt : Fg = m * g mit g = 9,81 N/kg (in unseren Breiten)
3.1.2 Die Reibungskraft
Die Reibungskraft berechnet sich : Fr = µ * Fn
µ : Reibzahl (Materialabhängig)
Fn : Normalkraft
Die Normalkraft ist die Kraft mit der ein Körper senkrecht auf die Unterlage drückt.
Beispiele : m = 2 Kg
Fn Unterlage waagerecht
Fn = Fg = m * g = 2 Kg * 10 m/s² = 20 N
Unterlage senkrecht
Fn = 0 N
Unterlage schräg
Fn
Fg =20N
Fn = Fg * cos
Die Reibkraft ist unabhängig von der Größe der Auflagefläche
Fr = µ * Fn
µ = Fr / Fn
Beachte : Die Einheit der Reibzahl ist 1
3.1.3 Die Newtonschen Axiome
1. Axiom à Trägheitssatz :
Sind an einem Körper alle Kräfte im Gleichgewicht, so bleibt er in Ruhe wenn er in Ruhe war
oder er bewegt sich in geradliniger Bahn, mit der Geschwindigkeit weiter, die er besaß.
Wenn F = 0 à a = 0
2. Axiom à Grundgesetz der Dynamik :
Ist die Summe aller Kräfte nicht 0 erfährt der Körper eine Beschleunigung. Die Beschleunigung
ergibt sich durch den Quotienten aus der resultierenden Kraft und seiner Masse .
Wenn F 0 à a = F / m
3. Axiom à Wechselwirkungsgesetz
Wirkt ein Körper A auf einen Körper B mit einer Kraft F, dann wirkt B auf A mit der gleich großen
aber entgegengesetzten Kraft.
actio = reactio
3.1.4 Das Kräfteparallelogramm
3.1.4,1 Zusammensetzen von Kräften
Die Gesamtkraft oder Resultierende zweier Kräfte ergibt sich als Diagonale desjenigen
Parallelogramms das von den beiden Kräften gebildet wird. Es ist die Diagonale zu wählen die vom
Angriffspunkt der Kräfte ausgeht.
3.1.4.2 Zerlegen von Kräften
Eine gegebene Kraft wird in 2 vorgegebene Richtungen zerlegt, indem man dasjenige Parallelogramm
konstruiert dessen Seiten die vorgegebene Richtung haben und dessen Diagonale durch die zu
Zerlegende Kraft gebildet wird.
3.1.4.3 Kräfte an der schiefen Ebene
Fh
Fn
Fg
Fh : Hangabtriebskraft wirkt beschleunigten
Fn : Normalkraft belastet die Unterlage
Fh = Fg * sin
Fn = Fg * cos
Fa = Fh Fr = m * g * sin - m * g * cos * µ
a = Fa / m
3.2 Energieerhaltung
3.2.1 Die mechanische Arbeit
Arbeit wird verrichtet wenn ein Weg in Richtung einer aufgewendeten Kraft zurückgelegt wird.
Formelzeichen : W
Es gilt : W = F * s (Wobei Kraft und Weg gleiche Richtung haben müssen)
Allgemein : W = F * s
Einheit : [W] = N * m oder J (Joule) oder Ws
Fall : F und s haben nicht die gleiche Richtung
F
Fw s
Fw = F * cos à W = IFI * ISI * cos
3.2.2 Die mechanische Leistung
Formelzeichen : P
Es gilt : Je größer die Zeit für eine Arbeit wird, desto kleiner ist die Leistung.
P = W / t
Einheit : [P] = Nm / s = J / s = Ws / s = W
3.2.3 Elektrische Arbeit und Leistung
A
V
Strom I in A
Spannung U in V
Es gilt für die elektrische Leistung : P = U * I
Elektrische Arbeit : W = P * t
3.2,4 Der Wirkungsgrad
Energiewandler
Wzu Wab
Wverl. Wab = Wnutz (Festlegung)
Wzu = Wab + Wverl. Energieerhaltungssatz
Dabei wird mit Wab nur derjenige abgegebene Energieanteil bezeichnet, der genutzt wird.
Der Wirkungsgrad ist ein Maß für die Güte eines Energiewandlers .
Formelzeichen : = Wab / Wzu oder = Pab / Pzu
Einheit : 1
Da Pab nie größer sein kann als Pzu ist immer kleiner 1 . ( < 1 )
3.2,4 Energieerhaltungssatz
Energie ist das Vermögen Arbeit zu verrichten, oder gespeicherte Arbeit.
Formelzeichen : W (E)
Einheit : Nm oder J oder Ws
Mechanische Energieformen :
a) Lage- oder potentielle Energie
(Ist die Energie die in hochliegenden Massen steckt) Sie ist gleich der Arbeit, die
notwendig ist, um entsprechende Masse auf die Höhe zu transportieren.
Wpot = m * g * h
b) Kinetische Energie oder Bewegungsenergie
Ist die Energie die in Bewegten Massen steckt. Sie ist gleich der Arbeit, die notwendig
ist um eine Masse auf die Geschwindigkeit v zu bringen.
Wkin = m * V² / 2
Energie kann weder verloren gehen, noch aus dem nichts gewonnen werden. Energie kann nur
von einer Form in eine andere Umgewandelt werden.
3.3 Auflagekräfte
3.3.1 Drehmomente
Bei drehenden Antrieben kann man nicht die Kraft des Antriebs als Charakteristikum angeben, da die
Kraft vom Messabstand abhängt. Dagegen ist das Produkt aus Kraft und Messabstand konstant. Und
kann somit für die Charakterisierung eines Antriebs verwendet werden.
Drehmoment
Formelzeichen : M
es gilt : IMI = IFI * I r I Dabei müssen F und r senkrecht aufeinander stehen
Einheit : Nm
!Achtung : Das Drehmoment darf nicht mit der Arbeit Verwechselt werden.
Sonderfall : Kraft und Hebelarm stehen nicht senkrecht aufeinander
Damit gilt : M = F * r * sin
Oder : Da F und r Vektoren sind gilt auch :
M = F x r
3.3.2 Das Hebelgesetz
Zweiseitiger Hebel
F1 F1 * r1 = F2 * r2
F2
r1 r2
Einseitiger Hebel
F1 * r1 = F2 * r2
F2
r2 r1
F1
Allgemeines Hebelgesetz :
Ein Hebel ist im Gleichgewicht, wenn die Summe aller linksdrehenden Momente gleich ist der Summe
aller rechtsdrehenden Momente
3.3.3 Die Gleichgewichtsbedingung
Nach dem 1. Newtonschen Axiom gilt :
Ein Körper ist im Gleichgewicht (Unbeschleunigt) wenn gilt :
ÓFx = 0 Ë ÓFy = 0 Ë ÓM = 0
F1
Wenn F1 und F2 gleich groß sind kann sich der Körper
drehen, darum Ó M = 0
F2
Wobei der Drehpunkt an jeder beliebigen Stelle des Körpers liegen kann.
3.4.1 Gleichförmige Kreisbewegung
Darstellung von Winkeln im Bogenmaß
Winkel können gemessen werden :
a) im Gradmaß Winkel am Kreis 0° - 360°
b) im Bogenmaß
Man benutzt die Länge des Bogen b um auf die größe
r b des Winkels zu schließen. b ist aber auch vom Radius
á abhängig.
Die abhängigkeit vom Radius beseitigt man indem man
den Bogen durch den Radius teilt.
Formelzeichen : arc oder
Definition : = länge des Bogens bei
Radius
= 2 · ( / 360°) = · ( / 180°)
Einheit : rad
Der Winkel im Vollkreis am Bogenmaß liegt zwischen 0° und 2
Beispiele :
Gradmaß
Bogenmaß
10°
0,175
20°
0,350
45°
0,785
90°
1,571
180°
3,142
3.4.2 Himmelsmechanik
Breitengrade
Pol
40. Breitengrad
20. Breitengrad
40°
20° Äquator
Längengrade
Nordpol
Linie durch Greenwich
0. Längengrad 30. Längengrad
östlicher Länge
Äquator
30°
W O
Südpol
Tag und Nacht
Sommer Winter
N N
Sonne
Äquator Äquator
S S
Sommer Winter
Wende- und Polarkreis N
Tangente der Sonne
nördlicher Polarkreis
nördlicher Wendekreis
67°
23°
Äquator
S
Sommer 21. Juni
Großwetter
Westwinde
Nordpassat
Äquator
Westwinde
3.4.3 Bahn und Winkelgeschwindigkeit
Festlegungen :
Zeit für 1 Umlauf : T in s
Drehfrequenz : n in 1/s
Bahngeschwindigkeit : v = 2r / t in m/s
Winkelgeschwindigkeit : in 1/s
= / t = 360° / T im Gradmaß
= / t = 2 / T im Bogenmaß
Häufige Verwendung :
= 2 / T à 1 / T = f à = 2f
v = · r
3.4.4 Zentripetalkraft
v Fz : Zentripetalkraft
Fz
Wegen der Massenträgheit ist jede Masse bestrebt, sich geradlinig zu bewegen. Soll eine Masse eine
Kreisbahn beschreiben ist eine Kraft erforderlich, die den Körper ständig aus der geradlinigen
Bewegung in eine Kreisbahn zieht. Sie ist zum Kreismittelpunkt gerichtet und heißt Zentripetalkraft. Die
bei der Kreisbewegung dauernd auftretende Geschwindigkeitsänderung ergibt eine Beschleunigung, die
Zentripetalbeschleunigung .
Es gilt :
az = v / t
Die Geschwindigkeitsänderung v entsteht nur durch eine Richtungsänderung der Geschwindigkeit,
die Beträge bleiben gleich.
Berechnungsformel für die Zentripetalbeschleunigung :
az = v² / r
Fz = m · v² / r
4 Gravitation
4.1 Allgemeine Massenanziehung
Newton stellte sich die Frage ob die Kraft, die einen Körper auf die Erdoberfläche fallen läßt, die gleiche
Kraft ist wie die Kraft die den Mond auf eine Kreisbahn zwingt ?
Newton berechnete die Beschleunigung mit der ,der Mond auf die Erde zufällt
(Zentripetalbeschleunigung des Mondes). Und verglich den Wert mit der Fallbeschleunigung (9,81m/s²)
auf der Erdoberfläche.
Zentripetalbeschleunigung des Mondes :
az Mond = v² / r = 0,0027 m/s²
Newton untersuchte, ob die Erdbeschleunigung linear mit dem Abstand zum Erdmittelpunkt abnimmt.
az Mond = g / 60,3²
Das Gewicht einer Masse ist nicht konstant, sondern es verringert sich mit dem Abstand der Masse vom
Erdmittelpunkt und zwar umgekehrt proportional dem Quadrat dieses Abstandes. Erweiterung der
Überlegung führte zum Gravitationsgesetz :
Massen ziehen sich gegenseitig an, die Kraft zwischen 2 Massen errechnet sich :
F = f ( m1 * m2 / r² ) f = allgemeine Gravitationskonstante
Experimentelle Bestimmung der Gravitationskonstante
(durch Jolly , 1850 München)
Ungleichgewicht
Im Normalzustand hat die Waage ein
Gleichgewicht. Wenn sie aber eine
Kugel über oder unter die große
Maße hängen kommt die Waage ins
Ungleichgewicht .
f = F * r² / m1 * m2 à
f = 6.67 * 10-11 m³/kgs²
4.2 Himmelskörper und Satelliten
4.2.1 Bestimmung der Erdmasse
Erdmasse :
r Erde = 6370 km
f = 6.64 * 10-11 m³/kgs²
mErde = g * r² / f
mErde = 5,97 * 1024 kg
Sonnenmasse :
r Erde-Sonne = 1,497 * 1011 m
Umlaufzeit = 3,156 * 107 s
mSonne = 2 * 1030 kg
4.3 Das Gravitationsfeld
4.3.1 Die Feldstärke als Raumgröße
mP
M
Bringt man eine Probemasse mP in den Bereich einer anderen Masse (M) so wirkt eine Kraft auf mP.
M erzeugt also einen besonderen Zustand des Raumes der die Kraft auf mP bewirkt, ohne das eine
mechanische Verbindung zwischen M und mP besteht. Dieser Raumzustand heißt
Gravitationsfeld
.
Weitere Felder :
- magnetisches Feld
- elektrisches Feld
Allgemein :
Als Feld wird ein Bereich bezeichnet in dem Kräfte wirken ohne das eine mechanische Verbindung
vorhanden ist.
Ableitung der Feldstärke der Masse M
Das Gravitationsfeld wird verursacht durch die Masse M. Es ist Meßbar mit Hilfe einer Probemasse mP.
Die Größe der Kraft auf mP ist ein Maß für die Feldstärke von M. Allerdings ist die Kraft auf mP nicht
nur abhängig von M sondern auch von mP (Meßgerät). Um die Feldstärke vom Meßgerät unabhängig
zu machen definiert man :
Feldstärke :
Formelzeichen = E
Definition = E = F / mP
Einheit = N / kg
Ein Gravitationsfeld hat die Stärke 1 N/kg wenn im Feld auf die Probemasse 1kg die Kraft 1N wirkt. An
der Erdoberfläche beträgt die Feldstärke 9,81 N/kg. Durch die Definition ist die Feldstärke M
unabhängig von mP.
E = f * M / r²
Darstellung von Feldern durch Feldlinien
M mP
Dabei gilt : Feldlinien können sich niemals schneiden. Je dichter die Feldlinien, desto größer die
Feldstärke.
Merke : Feldlinien sind nur eine Vorstellungshilfe, sie bestehen nicht in Wirklichkeit.
Feldlinien parallel : homogenes Feld
Feldlinien nicht parallel : inhomogenes Feld
Jede Masse mP erfährt im Feld von M eine Beschleunigung
a = E
Die Beschleunigung einer Probemasse ist im Gravitationsfeld gleich der Feldstärke.
4.3.2 Feldverlauf bei der Überlagerung mehrerer Felder
3 2
mP
1
6. Wellen
6.1 Entstehung und Ausbreitung von Wellen
Voraussetzung für die Entstehung von Wellen :
- Vorhandensein vieler schwingfähiger Systeme
- zwischen den Systemen muß eine Kopplung bestehen.
Durch die Kopplung wird die Energie eines Schwingers auf die anderen Schwinger übertragen.
Durch Wellen wird Energie transportiert, ohne das dabei Materie transportiert werden muß.
Man unterscheidet :
a) nach der Ausbreitungsrichtung
- Lineare Wellen (1. Dimension)
- Oberflächenwellen (2. Dimension)
- Raumwellen (3. Dimension)
b) nach der Schwingungsrichtung
- Transversalwellen : Schwingungsrichtung senkrecht zur Ausbreitung
(z.B. im Wasser)
- Longitudinalwellen : Schwingungen in Richtung der Ausbreitung
(z.B. Schall)
Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Welle (c)
Y
t = 0s t=0,1s t = 0,2 s
s
T : Zeit welche die Welle benötigt um die Strecke zurückzulegen.
Wegen v = s / t gilt :
c = / T mit 1 / T = f à c = · f
Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit einer Welle ist abhängig :
a) von der Masse der Einzelnen Schwinger
b) vom Maß der Kopplung
z.B. in Körpern c = E / E : Elastizitätsmodul
: Dichte
Das Huygensche Prinzip
Huygen hatte beobachtet, dass wenn man einen Kamm ins Wasser stellt und dabei Wellen auf den
Kamm auflaufen läßt sich das unten gezeichnete Bild beobachten.
Wellen vor Kamm Wellen hinter
dem Kamm dem Kamm
Aus diesen Beobachtungen hatte Huygens folgende Theorie über die Ausbreitung von Wellen
entwickelt.
Elementare Wellen
Jeder Punkt einer Wellenfront kann als Ausgangsp
neue Wellenfront
einer Elementarwelle angesehen werden. Die ein -
hüllende aller von einer Wellenfront ausgehenden
Elementarwellen stellt die neue Wellenfront da.
Punkt einer Wellenfront
Erklärung der Brechung einer Welle mit Hilfe des Huygenschen Prinzips
Ausbreitungsgeschwindigkeit : c1 > c2
Medium 1 Wellenfront
Luft
1 s1 = c1 * t
Medium 2 2
Wasser s2 = c2 * t
Lot
1 = Einfallswinkel sin1 = c1 * t / AB
2 = Ausfallswinkel sin2 = c2 * t / AB
Brechungsgesetz :
sin1 / sin2 = c1 * t / c2 * t
Eigenschaften von Wellen
1. Kriterium für Wellen ist Interferenz :
Interferenzen sind die Überlagerung von 2 Wellen mit gleicher Frequenz bzw. Wellenlänge, so
das sie sich gegenseitig verstärken oder schwächen bzw. gegenseitig auslöschen.
P1
Kein Ton an P1 zu
hören.
S = ë / 2
A B = Schallquellen
Beträgt der Gangunterschied ½ ; 3/2 ; 5/2 ... entsteht eine Auslöschung. Verstärkung erfolgt
wenn der Gangunterschied zwischen beiden Wellen 0 ; 1 ; 2 ... beträgt.
2. Stehende Welle :
Spezielle Erscheinung von Interferenz. Wenn 2 gleiche Wellen (Amplitude und Frequenz sind
gleich) sich mit entgegengesetzter Ausbreitungsrichtung überlagern. Experimentell darstellbar
durch reflektierende Welle.
Beispiel : In einer 1,8m langen Luftgefüllten, geschlossenen Röhre wird eine Welle mit der
Frequenz 175Hz angeregt, wie groß sind ë und c in der Röhre wenn sich eine Stehende
Welle bildet die in der Mitte und an den Enden Knoten besitzt ?
Glühzonen Glühdraht
Lautsprecher
ë = 1,8m
c = ë * f = 1,8m * 175 Hz = 315 m/s
3. Brechung :
Tritt eine Welle von einem Medium in ein anderes Medium ein wird die Ausbreitungsrichtung
geändert.
Lot Luft c2
c2 > c1
á2
á = ág
á > ág
á1
Lichtstrahl Wasser c1
á1 = Eintrittswinkel á2 = Austrittswinkel
Tritt eine Welle von einem dichterem Medium (c1) in ein weniger dichtes Medium (c2 > c1) wird
die Welle vom Lot weggebrochen.
Brechungsgesetz : siná1 / siná2 = c1 / c2 Grundformel
Bei einem bestimmten Einfallswinkel , á1 =ág wird á2 = 90°, wird á1 größer á2 wird der Strahl
reflektiert (Totalrefflektion).
Grenzwinkel : sinág / 1 = c1 / c2
Der Doppler Effekt
Änderung der Frequenz die von einer Schallquelle wahrgenommen wird, wenn sich Schallquelle
und Beobachter relativ zueinander bewegen.
fB = fS * c / c - vS wenn vS = c geht fB gegen
Bewegt sich ein Flugzeug mit Überschallgeschwindigkeit entsteht eine Kegelförmige Knallwelle.
Doppler Effekt auch beim Licht, Rotverschiebung bei schnell bewegten Sternen. Eine der
Grundlagen für die Urknall-Theorie.
Beugung
Bei Wasserwellen beobachtet man das Wellen an einer Kante gebeugt werden.
Beugung an der Kante Beugung am Hindernis
Beugung beim Schall führt dazu, dass man um die Ecke hören kann.
6.2 Licht als Wellenerscheinung
6.2.1 Die Lichttheorien von Newton und Huygens
- Newton : 1643 1727
Teilchentheorie
- Huygens : 1629 1695
Wellentheorie
Erklärt werden mussten die damals bekannten Phänomene, Reflektion und Brechung.
Brechung nach Huygens : siehe vorne
Brechung nach Newton : Lichtteilchen werden vom anderen Medium angezogen und erfahren
eine Brechung, werden beschleunigt. Diese Theorie ist falsch. Da c2
größer als c1 sein müsste. War Damals nicht messbar.
Fresnel untersuchte Beugungserscheinungen vom Licht und stellte fest, dass sich Lichtstrahlen
verstärken oder Auslöschen können (Interferenz). Auslöschung von Licht ist nur mit Hilfe der
Wellentheorie erklärbar.
Beugung und Interferenz am Doppelspalt
l
s
möglicht
schmaler g
Spalt a
Lichtquelle
Spalt zur Erzeugung Doppelspalt Schirm
einer Punktförmigen
Lichtquelle
g a
Wegen der ähnlichkeit der beiden Dreiecke gilt : s / l = ( / 2) / g
a = g² + ( / 2)²
Wegen des kleinen Winkel ist g a : = 2 a s / l
Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit durch Olaf Römer
Erde ·
Jo
Jupiter
Sonne
Erde ,
Olaf Römer beobachtete das die Umlaufdauer des Jo größer war wenn die Messung an der Stelle ·
durchgeführt wurde gegenüber einer Messung an der Stelle ,. Er erklärte die Ursache damit, dass das
Licht des Jo an der Stelle · einen längeren, an der Stelle , aber einen kürzeren Weg zurücklegen
musste, als wenn die Messung bei stillstehender Erde durchgeführt worden wäre. Alle
Unterschiedszeiten für einen halben Umlauf der Erde addiert ergibt für Weg 1 gegenüber Weg 2 eine
Zeitdifferenz von 1992s. Bahnradius der Erde : 150 Mio km. Daraus schloss er auf eine Lichtgeschwin-
digkeit : c = 2 * 150 * 106km / 1992 s / 2 =
301 204 km / s
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Bestimmung der Zähigkeit von Flüssigkeiten
Authors: Mark Wernsdorfer, Michael HeldPhysics, 2004 Download as PDF-file for 4,99 EUR
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15.04.2001 16:56:23
Leider wurde beim konvertieren ins pdf Format nicht alles übernommen. Deshalb fehlen jetzt einige Texte und Zeichnungen.