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Die Demaskierung eines dämonischen Intriganten - Die Figur des "Armeniers" in Schillers "Geisterseher"

Hauptseminararbeit, 2003, 27 Seiten
Autor: M. A. Alexandra Mohr
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 27
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V9813
ISBN (E-Book): 978-3-638-16424-5
ISBN (Buch): 978-3-638-64128-9
Dateigröße: 258 KB

Zusammenfassung / Abstract

Von 1787 bis 1789 veröffentlichte Friedrich Schiller sein Erzählfragment "Der Geisterseher" in mehreren Fortsetzungen und erzielte einen immensen Publikumserfolg. Die Thematisierung einer politischen Verschwörung traf den Nerv der Zeit. Schiller verknüpft hier geschickt verschiedene Elemente miteinander. So greift er auf Erzählstrukturen eines Abenteuerromans zurück und taucht ebenfalls partiell in den Bereich der Psychologie und ihrer Studien ein. Im Zentrum des Fragments steht ein Prinz, dessen gesellschaftliche Position die katholische Kirche zu missbrauchen plant, um die Macht über eine der einflussreichsten Dynastien zu erlangen. Der Prinz verirrt sich in einer dicht gestrickten Intrige, die von einem mysteriösen Fremden, genannt der "Armenier", inszeniert wurde. Es ist offensichtlich, dass Schiller an verschiedenen Textstellen seines prosaischen Fragments auf die realen Vorgänge innerhalb der ihn umgebenden Gesellschaft eingeht. Er spiegelt die Angst vor Verschwörungen wider und zeigt insbesondere das Misstrauen der Gesellschaft gegenüber der Magie und ihren Auswirkungen. Seine mysteriöse Figur des "Armeniers" verkörpert beide Gesichtspunkte: Die Maske, die er trägt, lässt ihn als magische Figur erscheinen, seine intriganten Schachzüge machen ihn zu einem ernst zu nehmenden politischen Gegner. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wird zum einen die Intrige und ihre Struktur analysiert, sowie ein Blick auf ihren Initiator geworfen. Dabei wird insbesondere die Rolle seiner Helfer erörtert. Anschließend wird eine Diskussion beleuchtet, die sich mit dem Einfluss des "Geistersehers" auf nachfolgende Schauerromane und auf moderne Mystery-Serien befasst. Dabei liegt auch an dieser Stelle der dämonische Charakter im Zentrum der Betrachtung.


Textauszug (computergeneriert)

Die Demaskierung eines dämonischen Intriganten
- Die Figur des "Armeniers" in Schillers Geisterseher

von Alexandra Mohr

Gliederung

Einleitung S. 3

Die Intrige und ihre Varianten S. 4-5

Das gespannte Netz der Intrige
im "Geisterseher"  S. 6-11

Das Opfer: Ein Prinz auf Abwegen S. 11-15

Das Mittel zum Zweck: Die schöne Griechin S. 15-18

Die rechte Hand des Dämonen S. 18-21

Der "Geisterseher" und die "X-Files":
Eine klare Rezeption? S. 21-24

Schlussbetrachtung S. 25

Literaturverzeichnis S. 26


 

Einleitung

Schiller verknüpft in seinem Fragment "Der Geisterseher", welches eine politische Verschwörung thematisiert, verschiedene Elemente miteinander. Er greift hier auf Erzählstrukturen eines Abenteuerromans zurück, und taucht ebenfalls partiell in den Bereich der Psychologie und ihrer Studien ein.
Im Zentrum des "Geistersehers" steht ein Prinz, dessen gesellschaftliche Position von der katholischen Kirche missbraucht werden soll um die Macht über eine der einflussreichsten Dynastien zu erlangen. Der Prinz verirrt sich in einer dicht gestrickten Intrige, die von einem mysteriösen Fremden, genannt der "Armenier", inszeniert wurde.
Es ist eindeutig, dass Schiller an verschiedenen Stellen im "Geisterseher" auf die realen Vorgänge innerhalb der Gesellschaft, die ihn umgab, eingeht. Er spiegelt die Angst vor Verschwörungen wieder und zeigt das Misstrauen gegenüber der Magie und ihren Auswirkungen. Seine mysteriöse Figur des "Armeniers" verkörpert beide Gesichtspunkte: Die Maske, die er trägt, lässt ihn als magische Figur erscheinen, seine intriganten Schachzüge machen ihn zu einem ernst zu nehmenden politischen Gegner.
Folgend soll nun zum einen die Intrige und ihre Struktur analysiert werden, sowie ein Blick auf ihren Initiator geworfen werden. Dabei soll auch die Rolle seiner Helfer erörtert werden.
Zum Schluss wird auf eine Diskussion eingegangen, die sich mit dem Einfluss des "Geistersehers" auf die nachfolgenden Schauerromane und auf aktuelle Mystery-Serien befasst. Dabei soll auch an dieser Stelle der dämonische Charakter im Zentrum der Betrachtung liegen.

Die Intrige und ihre Varianten

Bevor genau auf die Intrige des "Armeniers" im "Geisterseher" eingegangen wird, soll das Wesen der Intrige an sich erklärt werden. Gustav Adolf Pourroy unterscheidet in seinem Werk folgende drei Grundformen der Intrige: den Billardstoß, den Achillesschuss und das Komplott. Bei dem Billardstoß gehe der Intrigant folgendermaßen vor:
"Der Intrigant selbst bleibt in der Tarnung. Er manipuliert die Öffentlichkeit von der Deckung aus und zieht mit der erregten Schadenfreude die Lacher auf seine Seite."
Dagegen seien bei der Variante des Achillesschusses die Handlungen des Intriganten nicht verdeckt, aber die Absicht, die dahinter stecke, könne nicht eindeutig enttarnt werden. Der Intrigant decke hier die Schuld des Opfers auf, Voraussetzung sei hier natürlich, das Opfer habe sich etwas zu schulden kommen lassen.
Bei der dritten Variante, dem Komplott, würden sich häufig mehrere Parteien zusammenschließen, welche dann gemeinsam gegen ein Opfer agieren:
"Das in der Regel geheime Bündnis ist eine starke Waffe in der intriganten Konfliktaustragung. Das Opfer ahnt noch nichts, und doch ist die Taktik des verderblichen Spiels bereits beschlossen. (...) Sicher, der erfahrene Intrigant muß darauf achten, daß sein Vasall das Wissen um den Plan nicht ausnutzt und ihm als Überläufer schadet oder daß er aussteigt. Hier liegt die eigentliche Schwäche dieser an sich starken Grundart der Intrigen; (...)."
In Schillers "Geisterseher" bedient sich der Intrigant - im folgenden der "Armenier" genannt - einer Mischform der Intrige, bestehend aus dem Billardstoß und dem Komplott. Dabei ist zu beachten, dass die an der hier beschriebenen Intrige beteiligten Menschen dem Armenier nicht gleichgestellt sind. Dieser ist das mächtigste Glied in der Gruppe, er agiert aus dem Hinterhalt und zieht als Initiator die Fäden. Doch seine Macht wäre nicht so groß, wenn er nicht Verbündete hätte, die nach seinen Vorstellungen handeln würden.
Pourroy gibt an, dass eine gezielt geplante Intrige meistens aus einer Verkettung einzelner Intrigen bestehe, dies beziehe sich auf alle drei Varianten der Intrige. Einen wesentlichen Punkt der Intrige mache die Tarnung des Intriganten aus. Diese erhalte er zum Beispiel dadurch, dass er eine weitere Person in den Plan einweihe, welche die Rolle des Agierenden übernehme, und so dem Intriganten seine Deckung gewähre.
Denn ein Intrigant, der seinen Hinterhalt selbst ausführe, anstatt andere die "schmutzige Arbeit" machen zu lassen, hinterlasse Spuren, und könne gegebenenfalls leicht enttarnt werden.
"Nun kann man in Fällen von Dummheit, Arglosigkeit und Schwäche des Angriffszieles nicht einfach davon sprechen, daß das dem Intriganten ein Alibi gibt. Vielmehr ist es hier so, daß er durch Tarnung der Absicht sein Gesicht zu wahren sucht. Er stellt die Falle heimlich auf, das Opfer läuft selbst hinein."
Der mysteriöse Gegenspieler verbindet generell diverse intrigante Aktionen zu einer großen Intrige. Denn mit einem "intriganten Stoß" gelange er meistens nicht ans Ziel. So binde er verschiedene Wege zusammen um die Intrige zu vollenden. Er bediene sich dem entsprechend an allen drei Grundformen der Intrige.
Um vor bösartigen Intrigen gefeit zu sein, sollte ein Mensch potentiellen Intriganten, Pourroy geht dabei von "Konfliktgegnern" aus, mit einer gewissen Vorsicht begegnen, insbesondere, wenn er von Geschehnissen erfahre, die gegen seine Interessen verstoßen würden.
Es sei ungewöhnlich, dass bei einer geschickt platzierten Intrige ein einheitliches Bild selbiger vermittelt werde, vielmehr seien die äußerst präsenten Eindrücke nicht unbedingt die, welche eine nahende Intrige ankündigen würden.
Oft könne man die Beziehung zwischen Konfliktgegner und einer von ihm eingesetzten Person gar nicht erkennen. Es gebe also keine Sicherheit, dass sich eine Intrige von vornherein abwenden ließe.
Folgend soll nun die vom "Armenier" initiierte Intrige und ihre Struktur untersucht werden.

Das gespannte Netz der Intrige im "Geisterseher"

[...]


Kommentare

Gustav Adolf Pourroy
09.09.2004 12:04:27
Die Deamskierung eines dämonischen Intriganten
Alexandra Mohr, eine schöne Arbeit. Finde ich richtig gut. Senden Sie mir Ihre Email-Adresse , dann sende ich die neuen Kapitel in der 3. Auflage. Beste Grüsse und weiter viel Erfolg Gustav Adolf Pourroy
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