Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Termpaper, 1996, 16 Pages
Author: Frank Rosenbauer
Subject: Psychology - General
Details
Tags: Wort, Gedanken, Sprechen
Year: 1996
Pages: 16
Grade: Leistungsnachweis erbracht
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16431-3
ISBN (Book): 978-3-638-75724-9
File size: 167 KB
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Der Begriff des "inneren Sprechens", selten auch "Endophasie" genannt, hat eine lange Tradition. Seit der Antike ist der Begriff, als sprachphilosophisches Konzept, mit der Frage nach dem Verhältnis von Denken und Sprechen verknüpft. (WAHMHOFF, S. 1) Die Frage nach der Funktion des inneren Sprechens war auch, mit Unterbrechungen in den 50er und 60er Jahren diesen Jahrhunders, ein klassisches Thema der Leseforschung. (NEUMANN, S. 4) Zu Beginn der Forschung wurde innere Sprache mit der Reproduktion von Wörtern oft gleichgesetzt. "Denken heißt schweigend zu sich selbst sprechen", hatte man schon im Altertum formuliert. Beginnend mit Plato, haben Philosophen, Linguisten und Psychologen diesen Gedanken weiterentwickelt. (WILD, S. 63) Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die menschliche Sprache in erster Linie von Philologen und Philosophen wissenschaftlich betrachtet. (KLATT, S. 40) Es wurde lange Zeit angenommen, daß die innere Sprache die selbe Struktur wie die äußere Sprache habe. (LURIJA, S. 153) Eine der ersten zusammenhängenden Darstellungen einer Theorie der inneren Sprache gab Samuel Stricker im Jahre 1880. In der Einleitung zu seinem "Studien über die Sprachvorstellungen" beschreibt er eine Selbstbeobachtung: "Ich kann bei der größten Anspannung meiner Aufmerksamkeit in den Sprachorganen keine Spur einer Bewegung entdecken. Und doch kommt es mir vor, als ob ich den Vers, den ich still durchdenke, mitreden würde." Stricker untersucht seine eigenen Gefühle bei bestimmten Lauten. Dabei stellt er fest, daß er die selben Gefühle hat - ob er den Laut nun laut spricht, oder ob er ihn still denkt. Damit beschreibt Stricker eine enge Beziehung zwischen artikulierter Sprache und sprachlichen Vorstellungen. (WAHMHOFF, S.41)
Excerpt (computer-generated)
Frank Rosenbauer
"Das Wort stirbt -
und gebiert den Gedanken"
(Hausarbeit zum Thema "Inneres Sprechen")
in der Veranstaltung:
Alltagspsychologie
(Wintersemester 1995/96)
MAI 1996
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung/Historie
2. Anstöße durch L. S. Wygotski
3. Allgemeine Definition nach Wygotski
4. Methodische Probleme
5. Entwicklung und Entstehung der inneren Sprache
6. Belege für die Existenz der inneren Sprache
7. "Zerebrale Position" der inneren Sprache
8. Funktionen der inneren Sprache
9. Die Art der inneren Sprache
10. Die Syntax der inneren Sprache
11. Wortschatz der inneren Sprache
12. Semantik der inneren Sprache
13. Verständlichkeit der inneren Sprache für andere
1. Einleitung/Historie
Der Begriff des "inneren Sprechens", selten auch "Endophasie" genannt, hat eine lange Tradition. Seit der Antike ist der Begriff, als sprachphilosophisches Konzept, mit der Frage nach dem Verhältnis von Denken und Sprechen verknüpft. (WAHMHOFF, S. 1) Die Frage nach der Funktion des inneren Sprechens war auch, mit Unterbrechungen in den 50er und 60er Jahren diesen Jahrhunders, ein klassisches Thema der Leseforschung. (NEUMANN, S. 4)
Zu Beginn der Forschung wurde innere Sprache mit der Reproduktion von Wörtern oft gleichgesetzt. "Denken heißt schweigend zu sich selbst sprechen", hatte man schon im Altertum formuliert. Beginnend mit Plato, haben Philosophen, Linguisten und Psychologen diesen Gedanken weiterentwickelt. (WILD, S. 63)
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die menschliche Sprache in erster Linie von Philologen und Philosophen wissenschaftlich betrachtet. (KLATT, S. 40) Es wurde lange Zeit angenommen, daß die innere Sprache die selbe Struktur wie die äußere Sprache habe. (LURIJA, S. 153)
Eine der ersten zusammenhängenden Darstellungen einer Theorie der inneren Sprache gab Samuel Stricker im Jahre 1880. In der Einleitung zu seinem "Studien über die Sprachvorstellungen" beschreibt er eine Selbstbeobachtung:
"Ich kann bei der größten Anspannung meiner Aufmerksamkeit in den Sprachorganen keine Spur einer Bewegung entdecken. Und doch kommt es mir vor, als ob ich den Vers, den ich still durchdenke, mitreden würde."
Stricker untersucht seine eigenen Gefühle bei bestimmten Lauten. Dabei stellt er fest, daß er die selben Gefühle hat - ob er den Laut nun laut spricht, oder ob er ihn still denkt. Damit beschreibt Stricker eine enge Beziehung zwischen artikulierter Sprache und sprachlichen Vorstellungen. (WAHMHOFF, S.41)
Englische Neurologen gingen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sogar davon aus, daß jedes Wort einen festgelegte lokale Position im Gehirn hat; sie zeichneten entsprechende Diagramme. (FURTH, S. 73) Französische Autoren sahen die innere Sprache dabei als "verbales Gedächtnis", nachdem sie untersucht hatten, in welchen Gedächtnismustern das Erinnern an Wörter erfolgt. (WYGOTSKI, S. 63)
Während K. Goldstein mit "innere Sprache" dann all das bezeichnete, was dem motorischen Sprechakt vorausgeht - "die gesamte innere Seite der äußeren Sprechtätigkeit" - betrachteten die französischen Forscher jedoch die innere Sprache als nicht motorisch. Stattdessen sei sie bestimmt von "Lautvorstellungen", von "Lautbildern". Diese seien beispielsweise notwendig, so Victor Egger 1881 in seiner Theorie der "parole intérieure", um still zu lesen - das geschehe durch die Umwandlung der Schriftsprache in die innere Sprache. (WAHMHOFF, S. 44ff)
Viele Forscher sahen das innere Sprechen dagegen als einen verkürzten Sprechakt: Innere Sprache sei die nicht ausgesprochene, stumme Sprache. "Sprache minus Laut" sei das innere Sprechen, erklärte Miller; dasselbe wie äußere Sprache sei die innere, "nur nicht zu Ende geführt", meinte der Begründer des Behaviorismus, John Watson. (WYGOTSKI, S. 63f) Inneres Sprechen hat für ihn nichts mit Vorstellungen zu tun, sondern muß in "Termini von verbalen Motorkontraktionen" beschrieben werden. (WAHMHOFF, S.62)
Von "Reflexen" sprachen W. M. Bechterew und I. M. Setschenow. Die innere Sprache sei ein sprachlicher Reflex, der in seinem motorischen Teil nicht geäußert werde (Bechterew) - für Setschenow war die innere Sprache ein "nach zwei Dritteln seines Weges abgebrochener Reflex". (WYGOTSKI, S. 63f)
2. Anstöße durch L. S. Wygotski
[...]
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Kindheit im Wandel
Author: Joan-Ivonne BakePedagogy - General, 2003 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Soziales Lernen
Author: Okan CagparSport - Sport Pedagogy, Didactics, 2002 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Der Wandel der Familie und die Folgen für den Sozialisationsprozess
Author: Charisma CapunoSociology - Individual, Groups, Society, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Kinderrechte und Kinderpolitik
Author: Wiebke EnglerPedagogy - General, 2005 Download as PDF-file for 7,99 EUR
Behaviourismus und Lernzielorientierung - Behavioristische Aspekte im lernzielorientierten Unterricht
Author: Sabine HalbachPedagogy: Common Didactics, Educational Objectives, 2002 Download as PDF-file for 8,99 EUR
Emotionen - nach Joseph Ledoux: Das Netz der Gefühle. Wie Emotionen entstehen
Author: Agnes SzuszkiewiczPsychology - General, 2003 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Metaphorisches Verstehen bei Kindern
Author: Christina WeiserTheology - Practical Theology, 2004 Download as PDF-file for 7,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url: