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Examination Thesis, 2002, 116 Pages
Author: Miriam Englert
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology
Details
Institution/College: University of Education Heidelberg
Tags: Gewalt, Grundschulalter, Eine, Analyse, Konsequenzen, Erziehungsarbeit, Wissenschaftliche, Hausarbeit, Examensarbeit, Staatsexamen
Year: 2002
Pages: 116
Grade: 1
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16445-0
File size: 900 KB
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Excerpt (computer-generated)
WISSENSCHAFTLICHE HAUSARBEIT
Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund - und Hauptschulen
Nach GHPO I vom 31. Juli 1998
Thema
Gewalt im Grundschulalter -
Eine empirische Analyse mit Konsequenzen für die Erziehungsarbeit
vorgelegt von
Miriam Englert
eingereicht bei der
Pädagogischen Hochschule Heidelberg
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 4
2 Theoretische Grundlegungen ... 7
2.1 Terminologische Abgrenzungen ... 7
2.2 Formen der Gewalt ... 10
2.3 Erklärungsmodelle - Theorien ... 14
2.3.1 Triebtheorie nach Sigmund Freud ... 15
2.3.2 Ethologisches Instinktkonzept nach Konrad Lorenz ... 17
2.3.3 Frustrations- Aggressions- Theorie ... 21
2.3.4 Lernpsychologische Theorien ... 23
2.4 Entstehungsmechanismen und Ursachen von Gewalt ... 27
2.4.1 Sozialisationsinstanz Familie ... 28
2.4.2 Ursachen in der Freizeitgestaltung ... 32
2.4.3 Massenmediale Gewaltdarstellungen ... 34
2.4.4 Gewaltmonopol Gesellschaft ... 37
2.4.5 Konfliktfeld Schule ... 38
2.5 Gewalt in der Schule ... 41
2.5.1 Gewalt von Schülern gegen Schüler ... 43
2.5.2 Gewalt von Schülern gegen Sachen ... 44
2.5.3 Gewalt von Schülern gegen Lehrer ... 45
2.5.4 Gewalt von Lehrern gegen Schüler ... 46
3 Wissenschaftliche Fragestellungen und Hypothesen ... 48
4 Methodischer Zugang ... 50
4.1 Durchführung der Untersuchung ... 50
4.2 Methoden der eingesetzten Verfahren ... 53
4.3 Statistische Darstellungen ... 54
5 Ergebnisse der Untersuchung ... 55
5.1 Freizeitgestaltung und Medienkonsum ... 55
5.2 Hintergrundbedingungen der Gewaltbereitschaft ... 66
5.3 Selbsteinschätzung und Gewaltbereitschaft ... 69
5.4 Reflexion über das Thema Gewalt ... 74
6 Verallgemeinerung der Ergebnisse und Ausblick ... 76
6.1 Bewährung der Hypothesen ... 76
6.2 Diskussion der Hauptergebnisse ... 80
6.3 Schlussfolgerungen ... 83
7 Konsequenzen und Präventionsmaßnahmen für die Schulpraxis ... 84
7.1 Anforderungen an die Schule und an die Lehrkräfte ... 84
7.2 Präventionsmodelle ... 88
7.2.1 Gewaltpräventionsmaßnahmen nach DAN OLWEUS ... 88
7.2.2 Konfliktbewältigung nach JAMIE WALKER 1995 ... 91
7.2.3 FAUSTLOS- ein Projekt zur Gewaltprävention in der
Grundschule ... 95
8 Literaturverzeichnis ... 98
9 Anhang ... 101
1 Einleitung
Diese Wissenschaftliche Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema "Gewalt im Grundschulalter".
Gewalt ist ein Phänomen, welches viele Gesichter hat, und noch nicht einheitlich und zufriedenstellend definiert werden konnte.
Gewalt wird heute zum größten Teil negativ bewertet. Doch wenn man sich genauer damit beschäftigt, muss man feststellen, dass der Begriff Gewalt eine lange und durchaus nicht immer negative Tradition hat. Im Artikel 20 des Grundgesetzes steht geschrieben : "Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus."
In diesem Fall leitet sich das Wort Gewalt vom althochdeutschen Wort "waltan" ab, und bedeutet herrschen.
Hier wird der Gewaltbegriff nicht negativ betrachtet, d.h. das Volk bestimmt die Zusammensetzung seiner Regierung und kann diese bei nicht Einhaltung ihrer Versprechen, nach einiger Zeit wieder abwählen.
Bis ins letzte Jahrhundert hinein wurde Gewalt in Familie und Schule als approbates Mittel zur Disziplinierung der Kinder eingesetzt.
Ein tiefgehender Wandel hat sich seit den 70er Jahren vollzogen. Den Kindern wurden Rechte zugeschrieben und diese wurden vom Staat gefestigt und überwacht. Man gründete eine Vielzahl von Beratungsstellen in Erziehungsfragen. Gewalt gegen Kinder wurde verächtet.
Die Kinderschutzbewegung der 70er Jahre hat zum Thema Gewalt gegen Kinder folgendes artikuliert : "Die Misshandlung von Kindern umfasst die Gesamtheit der Lebensbedingungen, der Handlungen und Unterlassungen, die dazu führen, dass das Recht der Kinder auf Leben, Erziehung und wirkliche Förderung beschnitten wird. Das Defizit zwischen diesen Rechten und ihrer tatsächlichen Lebenssituation macht die Gesamtheit der Kindesmisshandlung aus." (SOMMERFELD 1996, 48)
Jedes Individuum definiert Gewalt je nach persönlichen Erfahrungen und Vorstellungen.
Auch wenn es um die Kindererziehung geht, kann man auf unterschiedliche Ansichten treffen. Manche sehen in einem "Klaps" ein legitimiertes Mittel der Disziplinierung bei der Überschreitung bestimmter Grenzen an, wo hingegen Andere dies als gewalttätige Handlung verurteilen.
Deshalb ist es schwierig, eine einheitlich für jeden vertretbare Definition des Gewaltbegriffes zu finden.
Das Phänomen Gewalt ist nichts Neues. Die Gewalttätigkeit unter Kindern und Jugendlichen hat, wie sooft behauptet meiner Meinung nach im Laufe der Jahre nicht wirklich bedenklich zugenommen. Wir leben heute in einer Gesellschaft, in der die Menschen und vor allem die Medien sensibler auf Gewaltakte Jugendlicher und Kinder, reagieren. "Die kulturelle Sensibilität hat sich gegenüber allen Formen von Gewalt erhöht." (BRÜDEL / HURRELMANN 1997, 30)
Diese Tatsache ist nicht nur als negativ zu bewerten, ganz im Gegenteil, sie trägt dazu bei, dass die Pädagogen, Lehrerinnen1 und Lehrer sich mit diesem Problem auseinander setzen, und wenn nötig an ihren Schulen Präventionsarbeit leisten können.
Dennoch sollten wir nicht vergessen, dass die Behauptung, dass Kinder und Jugendliche heute aggressiver und gewalttätiger sind als früher, schlichtweg nicht belegbar ist.
"Gewalt an Schulen ist zweifellos ein sehr altes Phänomen. Die Tatsache, dass einige Kinder häufig und systematisch von anderen Kindern gemobbt und angegriffen werden, wurde in Werken der Literatur beschrieben, und viele Erwachsene haben damit Erfahrung aus ihrer eigenen Schulzeit." OLWEUS behauptet jedoch, dass dieses Problem in den letzten Jahren an Schärfe deutlich zugenommen hätte. (OLWEUS 1995; Buchrückseite)
Es lassen sich Vermutungen anstellen, dass zwar nicht die körperliche Gewalt, dennoch aber die psychische Gewalt zugenommen hat. Diese Form der Gewalt ist nicht zu unterschätzen. "Die Gewalt , die wir bereits bei Kindern leibhaftig vor uns sehen, ist immer nur ein Ausschnitt aus einem sozialen und geschichtlichen Zusammenhang. Diesen gilt es aufzuspüren, wenn man nicht an den Symptomen herumkurieren möchte."(VALTIN / PORTMANN 1995, 39)
Bei der hier vorliegenden Wissenschaftlichen Hausarbeit handelt es sich um eine empirische Arbeit. Sie ist demnach in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert. Ich habe mich in meiner Arbeit vor allem den Schulen im Primarbereich gewidmet. Aber nicht alle von mir genutzten Quellen beziehen sich direkt auf den Grundschulbereich.
Im ersten Teil werde ich auf die verschiedenen Formen von Gewalt eingehen und diese näher erläutern. Im zweiten Teil meiner Arbeit werde ich auf verschiedene Umfragen, die ich an einer Grundschule im ländlichen Bereich durchgeführt habe, eingehen.
[...]
1 Im weiteren Textverlauf verzichte ich aus Gründen der Übersichtlichkeit auf "weibliche" Endungen. Die Schülerinnen und Lehrerinnen sind stets mit gemeint.
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