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Termpaper, 2000, 25 Pages
Author: Thomas Joppig
Subject: Communications: Journalism, Journalism Professions
Details
Institution/College: University of Applied Sciences Bremen (Internationaler Studiengang Fachjournalistik)
Tags: PR, Journalismus, Korruption
Year: 2000
Pages: 25
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16461-0
ISBN (Book): 978-3-638-64130-2
File size: 216 KB
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Abstract
Sie werden gehasst und gefürchtet, bewundert und belächelt - zu nur wenigen Berufsständen haben die Deutschen ein so ambivalentes Verhältnis wie zu dem des Journalisten. Dennoch: Wohl kaum jemand kann und möchte auf die Arbeit von Reportern und Redakteuren verzichten. Journalisten sind Vermittler zwischen Personen, Institutionen und der Öffentlichkeit. Sie sind stellvertretende Beobachter und malen Bilder von Ereignissen in die Köpfe ihrer Leser, Zuhörer und Zuschauer. PR-Profis wissen, dass sie viel über den Erfolg ihres Unternehmens und die Qualität von Produkten oder Dienstleistungen schreiben und erzählen können. Glaubwürdig wirken solche Aussagen erst, wenn auch Außenstehende sie öffentlichkeitswirksam bestätigen. Ein wohlwollender Artikel, Fernseh- oder Radiobeitrag hat folglich einen ungleich höheren Werbewert als eine Anzeige oder ein Werbespot. Wen wundert es da, dass geschulte Öffentlichkeitsarbeiter mit unterschiedlichsten Mitteln um die Gunst der Journalisten werben? Bei diesen ‚Annäherungsversuchen’ geht es nicht nur die Qualität von Produkten und Dienstleistungen sondern mitunter auch um materielle Vorteile unterschiedlichster Art. Ein weiterer Teil dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem Umgang von Medien mit ihren wichtigsten Werbekunden. Außerdem geht diese Arbeit auf Beiträge von PR-Büros ein, die in Redaktionen aus Bequemlichkeit, Zeit- oder Geldmangel Recherche und eigene Berichterstattung ersetzen. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Frage, in welchen Fällen gute Nachbarschaft zwischen Medienvertretern und Pressesprechern zum Seitensprung der Journalisten ins PR-Fach wird.
Excerpt (computer-generated)
PR und Journalismus
von Thomas Joppig
Inhalt:
1 Einleitung
2. Wenn der Pressesprecher zum Weihnachtsmann wird...
(Stichwort: Geschenke, Reisen und Presserabatte)
2.1 Richtlinien für Journalisten und Öffentlichkeitsarbeiter
2.2 Grenzbeziehungen in der Praxis
3. "Das ist aber ein wichtiger Kunde von uns..."
(Stichwort: Journalisten und Werbekunden)
3.1 Der Pressekodex zum Verhältnis Journalisten-Werbekunden
3.2 Journalismus zwischen Aufklärung und Anzeigenabteilung
4. Textmanagement statt Recherche
(Stichwort: Journalisten und PR-Texte)
4.1 Rechtliche Grundlagen
4.2 Pressetexte: Bedeutung und Verwendung in der Praxis
5. Fazit: Gute Nachbarschaft oder Seitensprung?
Literaturverzeichnis
1. Einleitung: PR und Journalismus - Eine gute Nachbarschaft?
Sie werden gehasst und gefürchtet, bewundert und belächelt - zu nur wenigen Berufsständen haben die Deutschen ein so ambivalentes Verhältnis wie zu dem des Journalisten. Dennoch: wohl kaum jemand kann und möchte auf die Arbeit von Reportern und Redakteuren verzichten.
Journalisten sind Vermittler zwischen Personen, Institutionen und der Öffentlichkeit. Sie erzeugen das Wissen ihrer Rezipienten über all jene Geschehnisse, bei denen diese nicht selbst dabei sein konnten. Von der UN-Artenschutzkonferenz bis zum Jahresfest der örtlichen Feuerwehr. - Egal ob lokal, regional, national oder international: Journalisten sind stellvertretende Beobachter und malen Bilder von Ereignissen in die Köpfe ihrer Leser, Zuhörer und Zuschauer. Sind es gestochen scharfe Aufnahmen oder eher Zerrbilder? Ob es so etwas wie "objektive Berichterstattung" überhaupt geben kann, ist nicht Thema dieser Hausarbeit. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, ob und wenn ja durch welche externen materiellen Faktoren redaktionelle Berichterstattung beeinflusst wird und inwieweit dies dem eigenen Rollenverständnis der Medienvertreter und der Glaubwürdigkeit des Berufsstandes insgesamt schadet.
"Ein Wort von ihnen ist mehr wert als tausend Worte von uns..." PR-Leute wissen getreu diesem Motto, dass sie viel über den Erfolg ihres Unternehmens und die Qualität von Produkten oder Dienstleistungen schreiben und erzählen können. Glaubwürdig wirken solche Aussagen jedoch erst, wenn auch Außenstehende sie öffentlichkeitswirksam bestätigen. Und wer bietet sich da schließlich besser an als Journalisten in ihrer bereits zitierten Rolle als Mittler zwischen Personen, Institutionen und der Öffentlichkeit? Ein wohlwollender Zeitungsartikel, Fernseh- oder Rundfunkbeitrag hat logischerweise einen ungleich höheren Werbewert als eine Anzeige oder ein Werbespot.
Wen wundert es da, dass geschulte Öffentlichkeitsarbeiter mit allen Mitteln um die Gunst der Journalisten werben?
Dass bei diesen "Annäherungsversuchen" nicht nur die Qualität von Produkten und Dienstleistungen sondern in manchen Fällen auch materielle Vorteile unterschiedlichster Art im Spiel sind, beinhaltet ein Teil dieser Hausarbeit.
Der Titel "Public Relations und Journalismus - Eine gute Nachbarschaft?" bezieht sich jedoch nicht nur auf Verhältnis zwischen professioneller Öffentlichkeitsarbeit und redaktioneller Berichterstattung in diesem eng umgrenzten Sinne.
Anzeigen und Werbespots sind ein wesentlich Bestandteil der Finanzierung von Printmedien, Radio- und Fernsehsendern.
Aus Dankbarkeit gegenüber finanzkräftigen Werbekunden erwächst nicht selten auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Redaktion und PR-Abteilung.
Ein dritter Teil beschäftigt sich mit dem Thema "Textmanagement statt Recherche". Hierin soll es insbesondere um Textvorlagen, sogenannte "Waschzettel" von PR-Büros gehen, die aus Bequemlichkeit, Zeit- oder Geldmangel redaktionelle Recherche und Berichterstattung ersetzen.
In der gesamten Hausarbeit soll es jedoch weder darum gehen, die gesamte Medienbranche noch den Bereich professioneller Öffentlichkeitsarbeit pauschal zu denunzieren. Es geht vielmehr um die Frage, in welchen Fällen gute Nachbarschaft zwischen Medienvertretern und Pressesprechern zum Seitensprung der Journalisten ins PR-Fach wird. Mit dieser Frage möchte ich mich auch in einem abschließenden Fazit beschäftigen.
2. Wenn der Pressesprecher zum Weihnachtsmann wird...
[...]
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