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Ansätze zur Versorgung der Unternehmung mit DV-Leistungen

Autor: Martin Potthast
Fach: Informatik - Wirtschaftsinformatik

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Veranstaltung: Seminar
Institution/Hochschule: Universität Hamburg
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1999
Seiten: 22
Note: 1,8
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 211 KB
Archivnummer: V98757
ISBN (E-Book): 978-3-638-97208-6

Volltext (computergeneriert)

SEMINARARBEIT

 

Fachbereich 03 (Wirtschaftswissenschaften)

Institut für Wirtschaftsinformatik

Seminar zum Thema: Die Informationstechnologie in der Unternehmung

Sommersemester 1999

Thema 1

Ansätze zur Versorgung der Unternehmung mit DV-Leistungen

Abgabetermin: 24.03.1999

Von: Martin Potthast

Fachsemester: 26

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 1

Abbildungsverzeichnis 2

Tabellenverzeichnis 2

Abkürzungsverzeichnis 2

 

1. Einleitung 3

2. Aufgaben der DV einer Unternehmung 3
2.1. DV-Unterstützung innerhalb des Unternehmens 3
2.1.1. Die Funktionen im Unternehmen 4
2.1.2. Möglichkeiten der EDV-Unterstützung 4
2.2. DV-Unterstützung der Umwelt-Unternehmens-Kommunikation 5
2.2.1. Kommunikationspartner der Unternehmung 5
2.2.2. Möglichkeiten der EDV-Unterstützung 5

3. Die im Unternehmen benötigte Software 6
3.1. Ermittlung des Softwarebedarfs 6
3.2. Softwareangebot für die Unternehmung 7
3.2.1. Anwendungssoftware 7
3.2.2. Systemsoftware 8

4. Die Hardware-Architektur im Unternehmen 10
4.1. Hardware-Anforderungen ermitteln 11
4.2. Hardware-Möglichkeiten ermitteln 11
4.2.1. Rechnerklassen 11
4.2.2. Netze und Netzwerkarchitekturen 12
4.3. Entwurf eines Hardware-Konzeptes für das Unternehmen 13

5. Die Integration der DV in die Unternehmung 13
5.1. Ansiedlung des DV-Management im Unternehmen 13
5.2. Einfluß der EDV auf das Unternehmen 14

6. Schlußbetrachtung 14

Literaturverzeichnis 15

 

Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Hardware-Konfigurierung bei verteilter Verarbeitung 13
Abbildung 2: Integrationsrichtung 14

Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Übersicht über die Arbeitsgebiete einer Unternehmung 4
Tabelle 2: Allgemeine Softwareübersicht mit Beispielen 7
Tabelle 3: Übersicht über die Aufgaben eines Betriebssystems 9
Tabelle 4: Betriebsarten von DV-Anlagen 9
Tabelle 5: Nutzungsformen von DV-Anlagen 10
Tabelle 6: Betriebssysteme und Rechnerklassen 10

Abkürzungsverzeichnis
BS = Betriebsystem
CAD = Computer Aided Design
CCG = Centrale für Coorganisation
CIM = Computer Integrated Manufacturing
CS = Client / Server
DFÜ = Datenfernübertragung
DV = Datenverarbeitung
EANKOM = Europäische Artikelnummer Kommunikation
EDV = Elektronische Datenverarbeitung
E-Mail = Electronic Mail (elektronische Post)
FIS = Führungsinformationssystem
IPX/SPX = Internetwork Packet Exchange / Sequenced Packet Exchange
IV = Informationsverarbeitung
LAN = Local Area Network
MADAKOM = Marktdatenkommunikation
MIS = Managementinformationssystem
NetBEUI = NetBios Enhanced User Interface
PC = Personal-Computer
PPS = Produktionsplanungs und -steuerungsystem
SEDAS = Standardregelungen einheitlicher Datenaustauschsysteme
SINFOS = Stammdateninformationssätze
TCP/IP = Transmission Control Protocol
WAN = Wide Area Network

 

1. Einleitung

Stark routinierten Aufgaben in Unternehmungen erfordern eine Automatisierung dieser. Zumindest müssen die im Unternehmen Beschäftigten eine technische Unterstützung ihrer Arbeit erhalten. Die elektronische Datenverarbeitung (EDV) ist genau das passende Instrument. EDV ist in den meisten größeren Unternehmen schon geläufig, nur nicht auf dem richtigen Stand. Häufig wird einfach nur von ,,DV" (Datenverarbeitung) oder wissenschaftlich von ,,IV" (Informationsverarbeitung) gesprochen. Dieses ist ungenau, da ja in jedem Unternehmen Daten verarbeitet werden. In Unternehmen ohne Computer geschieht dieses ja manuell. Das Thema dieser Arbeit, das sich mit DV-Leistungen in Unternehmen beschäftigt, meint jedoch Leistungen durch Computer(anlagen). Das besondere an der Datenverarbeitung mittels Computer ist die Maschinisierung durch Elektronik, so daß das ,,E" in ,,EDV" eigentlich das Wichtigste ist. Doch werden in dieser Arbeit die Begriffe ,,EDV" und ,,DV" für EDV synonym verwendet. Nach dieser Einleitung folgt ein Kapitel, das Unternehmensstruktur und Anwendungsgebiete aufzeigt, danach Kapitel über Software- und Hardwaremöglichkeiten. Im letzten Kapitel wird die Integration der DV erläutert.

2. Aufgaben der DV einer Unternehmung

Die Aufgabe der Datenverarbeitung in der Unternehmung ist es, ,,überall dort im Betrieb zu automatisieren, wo das maschinelle System eine Aufgabe mindestens so gut wie ein Mensch, d.h. bezüglich Qualität, Kosten usw., zu erledigen vermag (sinnhafte Vollautomation").1 Wo dieses nicht möglich ist, soll die DV den Menschen bei seiner Arbeit im Unternehmen wirksam unterstützen (Teilautomatisierung).

2.1. DV-Unterstützung innerhalb des Unternehmens

Die DV kann im Unternehmen die Steuerung technischer Anlagen übernehmen (technische IV bzw. Prozeßsteuerung), die betriebswirtschaftliche IV (Information als Produktionsfaktor)2 und die betriebliche Kommunikation unterstützen.3

2.1.1. Die Funktionen im Unternehmen

Allgemein werden Unternehmen in die Funktionen Beschaffung, Produktion, Absatz, Verwaltung und ggf. Forschung und Entwicklung unterteilt.4 Die einzelnen Funktionen eines Unternehmens gliedern sich wiederum in Bereiche oder Arbeitsgebiete:

Funktion
Beschaffung
Produktion
Absatz
Verwaltung

Arbeits-gebiete

· Einkauf
· Logistik
· Lager-haltung

· Fertigung
· Logistik
· Lagerhaltung

· Marketing
· Logistik
· Verkauf
· Versand
· Lager-haltung

· Finanzbuchhaltung
· Rechnungswesen
· Personalwesen

Tabelle 1: Übersicht über die Arbeitsgebiete einer Unternehmung

Übergeordnet ist noch die Geschäftsleitung, ein weiteres Anwendungsgebiet für DV.

2.1.2. Möglichkeiten der EDV-Unterstützung

Ziel der DV ist, die einzelnen Aufgabengebiete der Unternehmung zu unterstützen.. Hierfür gibt es spezielle Anwendungssysteme, die sich in branchenneutrale und branchenspezifische unterteilen lassen.5 Außerdem wird zwischen Administrationssystemen (Anwendungen zur Lagerverwaltung und Abrechnung von Massendaten), Dispositionssystemen (Anwendungen im Logistikbereich, der Prozeßsteuerung und im Planungsbereich der operativen Ebene), Führungsinformationssystemen FIS bzw. Managementinformationssystemen MIS (Systeme zur Unterstützung der Planung und Informationsbereitstellung in den oberen Führungsebenen) und Querschnittssystemen (Anwendungssysteme, die sich unternehmenshierarchieunabhängig an allen Arbeitsplätzen einsetzen lassen, z.B.:Bürosysteme) unterschieden.6 Administrations- und Dispositionssysteme erfordern teilweise eine branchenspezifische Form. Branchenneutrale Anwendungssysteme sind firmenunabhängig und oft durch gesetzliche Normen standardisiert.7 Branchenneutrale Anwendungssysteme eignen sich im Unternehmen für die Verwaltungsaufgaben (Finanzbuchhaltung, Rechnungswesen und Personalwesen).8 Branchenspezifische Anwendungssysteme sind in der Fertigungsindustrie, z.B. CIM, CAD, PPS, in Handelsunternehmen (Warenwirtschaftssysteme), Kreditinstituten und Versicherungen zu finden.9

2.2. DV-Unterstützung der Umwelt-Unternehmens-Kommunikation

Die DV-Unterstützung der Kommunikation des Unternehmens mit seiner Umwelt, wird auch zwischenbetrieblich (integrierte) Informationsverarbeitung genannt10. Integriert ist sie, wenn sie bei bestimmten Vorgängen automatisch abläuft, also die Anwendungssysteme der beteiligten Betriebe aufeinander abgestimmt sind.

2.2.1. Kommunikationspartner der Unternehmung

Die Kommunikationspartner im Unternehmen sind Lieferanten, Kunden, Behörden, Banken, Agenturen, Speditionen,11externe Datenbanken sowie Softwareunternehmen für Fernwartung von Software12 Geringere Transaktionskosten für Informationsaustausch und eine dem Realtransfer zeitliche Vorlagerung der Information ist das Ziel..13

2.2.2. Möglichkeiten der EDV-Unterstützung

Für die EDV-gestützte Umwelt-Unternehmens-Kommunikation ist eine entsprechende Infrastruktur erforderlich. Dazu gehört ein Datenübertragungsweg (Netz) zu den Kommunikationspartnern, z.B.: Telefonnetz oder Internet,14 ein Transportsystem, Transportprotokolle, damit die Nachricht im Netz den Weg vom Sender zum Empfänger findet,15 und ein spezielles Anwendungssystem (Kommunikationssystem). Genormte Kommunikationssysteme oder Verwendung gleicher Transportprotokolle der Kommunikationspartner ist für das Funktionieren der Kommunikation erforderlich. Dieser zwischenbetriebliche Datenaustausch mittels Datenfernübertragung DFÜ dient den Unternehmungen u.a. dazu, Bestellungen abzuwickeln (z.B.: Buchhändler), Rechnungen zu versenden, Angebote zu offerieren, Mitteilungen zu machen, konkrete Informationen einzuholen (z.B.: Touristikbranche), Vertragsdatenaustausch (z.B.: Versicherungswirtschaft), electronic commerce (virtuelles Kaufhaus).16 Besonders der Handel ist stark am elektronischen Datenaustausch beteiligt. Mit MADAKOM, SINFOS und SEDAS bzw. EANCOM (Internationaler Standard) hat die CCG einen allgemeinen Standard geschaffen, der die Teilnahme für ein Handelsunternehmen attraktiv macht.17 Sofern der Datenaustausch nicht mit festen Partnern in abgeschlossener Form (Extranet), sondern über das Internet erfolgt, müssen besondere Sicherungsvorkehrungen (z.B.: Zugangsberechtigung, Vertraulichkeit) getroffen werden. Bei elektronischem Zahlungsverkehr sind zusätzlich die Rechtsverbindlichkeit (Authentifikation) und die Eindeutigkeit (Identifikation) erforderlich.18 Durch das Internet ist es möglich, bestimmte Dienste, z.B.: E-Mail unternehmensunabhängig für alle Netzteilnehmer von einem extra dafür eingerichteten Unternehmen (Provider bzw. Online-Dienst) zu erbringen.19

3. Die im Unternehmen benötigte Software

Eine Unternehmung benötigt zur Realisierung ihres DV-Systems Software. Dieses bedeutet in erster Linie Anwendungssysteme, die die erforderliche DV-Leistungen erbringen.

3.1. Ermittlung des Softwarebedarfs

Bevor die Anwendungssysteme ausgesucht werden, ist zunächst einmal zu prüfen, was die konkreten Anforderungen (Bedarfsanalyse) an die DV im Unternehmen sind . Organisationsstruktur und Größe des Unternehmens spielen ebenfalls dabei eine Rolle. Die betrieblichen Abläufe müssen genau analysiert werden (Ist-Analyse)20. Anschließend sind Modelle zu entwickeln, die die DV-Unterstützung dieser Abläufe darstellen (Projektanalyse). Dabei ist jedoch darauf zu achten, daß Aufwand und Nutzen, sowohl der DV selbst, als auch der Analyse in einem vom Unternehmer gewünschten Verhältnis stehen.21 Somit ist dann ein Sollkonzept22 aus den Analyseergebnissen zu erstellen, das das Anforderungsprofil aufweist und Auskunft darüber gibt, welche Anwendungssysteme einzurichten sind. Des weiteren ist zu prüfen, inwieweit schon im Betrieb vorhandene EDV (gehört auch zur Ist-Analyse), weiterverwendet werden kann. Das heißt, vorhandene EDV muß entweder veräußert werden oder in die künftige EDV-Struktur miteinbezogen werden.

3.2. Softwareangebot für die Unternehmung

Die in Unternehmungen verwendete Software läßt sich entsprechend nachfolgender Tabelle einteilen:23

SOFTWARE
Systemsoftware
Anwendungssoftware
  •  Betriebs-systeme
     
  • Übersetzungs-programme
     
  • Dienst-programme
     
  • andere
Standardsoftware

Individual-software

funktions-übergreifend

funktions-bezogen

Branchen-software

· Reklamations-bearbeitung
· Gepäcksortierung
· andere

· Textverar-beitung
· Grafik
· Tabellen-kalkulation
· Daten-banken
· andere

· Buch-haltung
· CAD
· PPS
· andere

· Verkehrs-planungs-systeme
· Reisever-triebsysteme
· Klinik-administration
· andere

Tabelle 2: Allgemeine Softwareübersicht mit Beispielen

Die Software läßt sich also zunächst einmal in Systemsoftware und Anwendungssoftware unterscheiden. Die Systemsoftware weist eine größere Nähe zur Hardware auf und soll diese, von der jeweiligen Anwendung unabhängig, leichter handhabbar machen.24 Die Anwendungssoftware hingegen hat eine größere Nähe zum Anwender und ist somit primär auf die Unternehmensbedürfnisse auszurichten

3.2.1. Anwendungssoftware

Ein Kriterium zur Softwareauswahl ist, ob die Anforderungen sehr speziell bzw. exotisch sind oder ob auch andere Unternehmungen bzw. Anwender ähnliche Anforderungen haben. Hier besteht die Wahl zwischen Individualsoftware und Standardsoftware. Diese Sofwarearten weisen folgende Merkmale auf:


Individualsoftware

bessere Anpassung an Geschäftsprozesse, aber teuer, problematisch hinsichtlich Kompatibilität zu anderen Unternehmen und Projekten, schwierige Wartung ((Weiterentwicklung und Anpassung an neue Anforderungen), Pflege (Fehlerbeseitigung)25, kaum Erfahrungsaustausch möglich und Abhängigkeit von Spezialisten


Standardsoftware

am Markt gängig, preiswert, aber geringere Anpassungsfähigkeit an die speziellen betrieblichen Abläufe (oft Lassen sich aber gewisse Parameter einstellen) und Abhängigkeit vom Anbieter26.
Ein weiteres Kriterium ist die Unternehmensstruktur. Hierbei kommt es auf die Vielfältigkeit und Verzahnung der Aufgaben sowie die vorhandene Hardwarearchitektur, Host oder PC, an, ob eine ,,stand-alone"-Lösung oder eine Integrationslösung und damit Kompatibilität der Software (z.B. zu der vom Geschäftspartnern) gewählt werden sollte.27 Jedoch sollte die Hardware möglichst simultan mit der Software ausgewählt werden und nicht die Software diktieren.
Schließlich ist die Benutzerfreundlichkeit der Software wichtig. Die Mitarbeiter des Unternehmens müssen mit der DV klar kommen und sie möglichst voll akzeptieren. Auch (Um-)Schulungsmaßnahmen des Personals, als wichtige Voraussetzung zur adäquaten Nutzung der DV, sind bei dabei zu berücksichtigen.28

3.2.2. Systemsoftware

Die komplette Systemsoftware, die einen Computer bzw. eine DV-Anlage (Rechnernetz) steuert wird als Betriebssystem bezeichnet.29 Moderne Betriebssysteme sind z.B.: MS DOS (mit Oberflächen Windows 3.x, 95, 98 ), Windows NT, OS/2, UNIX, LINUX und speziell für Netzwerke von Novell Netware30. Einen Überblick über die Aufgaben des Betriebssystems liefert folgende Tabelle31

Systemsoftware (Betriebssysteme)
Organisations-programme
Dienstprogramme
Übersetzungs-programme
Diagnoseprogramme

· Steuer-programme
· Programm- und Auftrags-abwicklung
· Datenfern-übertragung
· Systemdienste

· Bibliotheks-programme
· Umsetz-programme
· Sortier-/Misch-programme
· Testhilfen

· Assembler
· Compiler
· Interpreter

· Überwachungs-programme
· Test-programme

Tabelle 3: Übersicht über die Aufgaben eines Betriebssystems

Organisationsprogramme sorgen für Start und Abschluß und die Aufteilung in Teilaufträge der Aufträge (Jobs), die Verwaltung der Dateien und Programmbibliotheken und Überwachung der Arbeitsspeicherzuteilung. 32 Die anderen Programme (Dienst- Übersetzungs- und Diagnoseprogramme) sind von technischer Bedeutung und werden nicht betrachtet. Wichtig sind Betriebsarten und Nutzungsformen.

Es sind folgende Betriebsarten zu unterscheiden33:

Betriebsart
Eigenschaften

Einprogrammbetrieb

älteste und einfachste Betriebsform

Mehrprogrammbetrieb

bessere Kapazitätsauslastung, gleichzeitige Bearbeitung mehrerer unabhängiger Programme

Einprozessorbetrieb

Regelfall

Mehrprozessorbetrieb
symmetrisch
asymmetrisch

hohe Auftragsanzahl, kurze Antwortzeiten
gleichmäßige Auftragsverteilung auf Prozessoren
vom BS jedem Prozessor zugewiesene Aufgaben

Einbenutzerbetrieb

nur ein Benutzer zur Zeit

Mehrbenutzerbetrieb

für Großrechner unerläßlich für PC bei Servern

Tabelle 4: Betriebsarten von DV-Anlagen

Es gibt folgende Nutzungsformen34:

Nutzungsform
Eigenschaft

Stapelverarbeitung
batch processing

Abwicklung nur vollständig definierte Aufträge
Eingriff ist nach dem Start nicht möglich
geeignet für Massendatenverarbeitung

Interaktive Verarbeitung

zerlegte Teilaufträge ermöglichen Zwischeneingriff

Dialogverarbeitung

Sonderform der interaktiven Verarbeitung: ständige Kommunikation zwischen Rechner und Mensch

Teilnehmerbetrieb
time-sharing mode

Zugriff mehrerer Benutzer auf einen Rechner,
wobei jeder seine eigene Anwendung nutzt

Teilhaberbetrieb

simultaner Zugriff auf dieselbe Anwendung durch mehrere Benutzer, Ergebnis eines Nutzers sind sofort für alle da, wichtig bei Reservierungssystemen

Client-Server-System

Sonderform des Teilhaberbetriebs, Clients fordern Ressourcen eines Servers an, Rollen tauschbar

Prozeßverarbeitung

Kommunikation zwischen Rechner und physikalischem Prozeß zwecks Steuerung

Lokale Datenverarbeitung

Auftragsabwicklung in räumlicher Nähe
bei Fernübertragung auch als Datenfernverarbeitung

Tabelle 5: Nutzungsformen von DV-Anlagen

Für Netzwerke benötigt ein Unternehmen Netzwerksoftware. Protokolle, wie TCP/IP, IPX/SPX oder NetBEUI werden zum Datentransport gebraucht. 35

Zum Abschluß einen Überblick über die Systemsoftware und die Rechnerklassen:36

Tabelle 6: Betriebssysteme und Rechnerklassen

 

4. Die Hardware-Architektur im Unternehmen

Software und Hardware im Unternehmen müssen aufeinander abgestimmt werden.

4.1. Hardware-Anforderungen ermitteln

Genau wie bei der Software hängt auch die Hardware von der Unternehmensstruktur ab. Es somit analog zu Kapitel 4.1. der Bedarf der Unternehmung zu ermitteln. Jedoch muß die Software, die das Unternehmen wünscht berücksichtigt werden. Darüber hinaus sind wegen der physischen Veränderungen (Umbaukosten !) noch stärker die vorhandenen Anlagen in die Planung eines neuen Systems miteinzubeziehen.

4.2. Hardware-Möglichkeiten ermitteln

Hardware läßt sich in Rechnerklassen und Netzwerkarchitekturen unterteilen.37

4.2.1. Rechnerklassen

  • Großrechner (auch Mainframe oder Host genannt)
  • Workstations (Hochleistungswerkzeug für einen einzelnen Anwender an dessen Arbeitsplatz, Betriebsystem UNIX)
  • mittlere Systeme (auch Midrange-Systeme genannt)
  • Mikrorechner (PCs).
  • Superrechner, (soll spezielle Probleme lösen sollen, z.B. bei CIM).

Die Großrechner bieten hohe Verarbeitungsgeschwindigkeiten bei Multi-User-Betrieb an. Sie verfügen oft über erhebliche externe Speicherkapazität. Häufig werden mehrere Hostrechner zu einem Netz verbunden, womit eine größere Rechnerleistung, aber auch eine größere Ausfallsicherheit gegeben ist. Zur Entlastung von Großrechnern gibt es Vorrechner. Nachteil dieser Großrechner ist die Erfordernis eines klimatisierten, geschützten Standortes, in zu anderen Systemen oft inkompatibles Betriebssystem und die Benutzerunfreundlichkeit der Anwendungssysteme. Mittlere Systeme eignen sich als Abteilungsrechner. Verbunden mit dem Zentralrechner (Großrechner) bilden sie ein Zwischenelement zwischen Host und Arbeitsplatzrechner (PCs). Beim PC gibt es eine Unterklasse, die Netzwerkcomputer mit abgespeckter Hardwareausstattung und nur für den Netzwerkbetrieb geeignet.

Sie erfordern aber einen Server (meist Rechner der Mittlere-System-Klasse für Speicherung und Versorgung).

4.2.2. Netze und Netzwerkarchitekturen

Es gibt Nahnetze (lokal area network LAN) und Fernnetze (wide area network WAN). Für die Unternehmung ist meist das Nahnetz entscheidend. Nur bei räumlich getrennten Unternehmensteilen und zur Kommunikation mit der Außenwelt ist für die DFÜ (Datenfernübertragung) das Fernnetz von Bedeutung.

Netze dienen dem Verbund von Rechnern zum Austausch von Daten in verschieden Formen: Last-/Leistungsverbund (dient der besseren und gleichmäßigeren Auslastung der einzelnen Rechnerkapazitäten), Datenverbund (gemeinsame Datennutzung), Programmverbund (gemeinsame Nutzung von Anwendungen zur Vermeidung von Softwarepflege- und Beschaffungskosten), Kommunikationsverbund (Austausch von Nachrichten, z.B. e-mail), Geräte- und Sicherheitsverbund (gemeinsame Nutzung von bestimmter Hardware, z.B.: Drucker und besseren Zugriff auf sensible Ressourcen bei technischen Problemen).Für die Netzwerke werden neben den Rechnern mit entsprechender Netzwerksoftware (Unix, Netware, Windows NT) auch Datenübertragungswege, das heißt Verbindungsleitungen benötigt. Physisch werden diese über Lichtwellenleiter (z.B.: Glasfaser) mit hoher Leistungsfähigkeit, hohem Preis und schwieriger Verlegung oder über Elektronenleiter (verdrilltes Kupferkabel oder Koaxialkabel) realisiert. Aber auch kabellose Verbindungen mit Funk, oder im Fernnetz mit Satelliten, sind anzutreffen.

Netzwerkarchitekturen können im (PC)-LAN als Peer-to-Peer-Netzwerk oder als Client-Server-Konzept realisiert werden.38 Die Peer-to-Peer-Netzwerke lassen sich als Ringnetz, Busnetz, Sternnetz oder vermaschtes Netz realisieren. Bei großrechnerorientierten LANs gibt es nur die Sternnetzversion. Bei der Client-Server-Architektur werden den Rechnern feste Rollen (Client oder Server, bei mehrstufiger CS-Konzeption auch Client für einen und zugleich Server für einen anderen Rechner) zugewiesen. Bei dieser Architektur können, entsprechende Schnittstellen vorausgesetzt, verschiedene Rechnerklassen zusammenarbeiten, womit die jeweiligen Vorzüge ausgespielt werden können. Als Beispiel wäre folgende Vernetzung denkbar:39

Abbildung 1: Hardware-Konfigurierung bei verteilter Verarbeitung

 

4.3. Entwurf eines Hardware-Konzeptes für das Unternehmen

Aus den in 5.2. beschriebenen Möglichkeiten muß das Unternehmen das Passende auswählen. Wesentlich ist dabei, ob zentral oder dezentral gearbeitet wird. Dies gilt insbesondere für die Datenhaltung. Größere Datensicherheit und Datenkonsistenz (Aktualisierungsverarbeitung) sind bei zentraler Datenhaltung möglich. Ausfallsicherung und Unabhängigkeit von leistungsstarken Datenübertragungswegen bietet eine dezentrale Datenhaltung.40 Für die Kommunikation zwischen den Unternehmungen ist mit dem Internet und dem TCP/IP, dem http-Protokoll ein Standard gesetzt worden, der zunehmend auf die innerbetriebliche Rechnerkommunikation übertragen wird (Intranet).41

5. Die Integration der DV in die Unternehmung

Bei Größeren Unternehmungen erreicht die DV oft Dimensionen, daß eigene DV-Abteilungen eingerichtet werden, sofern die DV nicht ,,outgesourced" wird.

5.1. Ansiedlung des DV-Management im Unternehmen

Die DV-Abteilung kann als Linieninstanz , z.B. dem Finanz- und Rechnungswesen untergeordnet sein, als (Linien-)Hauptabteilung oder aber auch als Stabsstelle des Vorstandes mit oder ohne Weisungsberechtigung angesiedelt werden.42 Sinnvollerweise geht der Trend zur Stabstelle. Auf Weisungsberechtigung sollte besser verzichtet werden, da die DV ein Dienstleister der Anwender ist.

5.2. Einfluß der EDV auf das Unternehmen

Abbildung 2: Integrationsrichtung

Es ist folgender Konflikt zu lösen: Einerseits dürfen durch die DV weder der Betriebsablauf noch die Unternehmensziele be- oder gar verhindert werden. Andererseits soll die DV dem Unternehmen neue Möglichkeiten eröffnen, sich besser zu präsentieren (Multimedia), günstiger zu produzieren und effizienter an (Markt-) Informationen zu kommen. Hierfür ist es durchaus sinnvoll, die bisherige Ablauforganisation des Unternehmens möglicherweise komplett neu zu ordnen. Anzustreben wäre dabei eine starke Vereinfachung des Betriebsablaufs und der verbleibenden Arbeitsaufgaben. Hierfür spielt eine gute Integration der DV in die Aufbauorganistion eine Rolle. Dabei wird zwischen vertikaler Integration (Datenversorgung der Planungs- und Kontrollsysteme aus den Administrations- und Dispositionssystemen) und horizontaler Integration (Verbindung der einzelnen Administrations- und Dispositionssysteme innerhalb der betrieblichen Wertschöpfungskette) unterschieden.43 Zur Verdeutlichung folgende Abbildung:44

6. Schlußbetrachtung

Die DV ist ein wichtiges Hilfsmittel für die Unternehmung zur Erledigung ihrer Aufgaben. Nahezu alle Bereiche der DV (Produktionsprozesse, Büroaufgaben, Kommunikation mit der Unternehmensumwelt und Management) lassen sich durch DV unterstützen, wenn nicht gar ersetzen. Die Unternehmung muß nur die für sie passende Software und Hardware besorgen oder selbst entwickeln. Dabei sind Standardsoftware und Client-Server-Architekturen in der Regel die flexibelsten Angebote der DV. Unternehmungen sollten darauf achten, Software solcher Systeme zu beschaffen, die so einfach zu bedienen sind, daß möglichst keine Schulung des Personals, sondern nur eine Einweisung erforderlich ist. Bedienungsfehler müssen ausnahmslos abgefangen werden. Unternehmen sollten möglichst Eigentümer der von ihnen genutzten Software und Hardware sein, damit im Krisenfall (z.B.: Auftragsrückgang) nicht mangels Zahlungsmöglichkeiten der Unternehmung, die DV lahmgelegt wird.

Literaturverzeichnis

  • Fengler, Dieter und Krause, Herbert: DV-gestütztes Prozeßkostenmanagement auf Basis von PC und Host-Software in: DV-gestütztes Unternehmenscontrolling, Hrsg.: Thomas Reichmann, München 1993
  • Hansen, Hans Robert: Wirtschaftsinformatik I, 7. Auflage 1996
  • Hansmann, Karl-Werner: Skript Organisation, SoSe 1997
  • Hoffmann, Friedrich: Computergestützte Informationssysteme, 1. Auflage, München Wien 1984
  • Hummeltenberg, Wilhelm: Skript zur Vorlesung ,,Rechnernetz und verteilte Systeme" Teil 2, WS 1998/99
  •  Mertens, Peter u.a.: Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, 5. Auflage Berlin Heidelberg 1998
  • Mertens, Peter: Aufbauorganisation der Datenverarbeitung, Wiesbaden 19858 f.
  • Scheer, August-Wilhelm: Wirtschaftsinformatik, 7. Aufl., Berlin u.a.1997
  • Schuhmann, Matthias und Linß, Heinz: Wirtschaftslichkeitsbeurteilungen Von DV-Projekten in: Informationsmanagement, Hrsg.: Dieter B. Preßmar, Wiesbaden 1993
  • Stahlknecht, Peter und Hasenkamp, Ulrich: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 8. Auflage, Berlin Heidelberg New York 1997


1 Peter Mertens u.a.: Grundzüge der Wirtschaftsinformatik, 5. Auflage Berlin Heidelberg 1998, S. 1

2 Vgl. ebenda, S. 4 f.

3 Vgl. Peter Mertens u.a. a.a.O.: S. 90

4 Vgl. Karl-Werner Hansmann: Skript Organisation, SoSe 1997, S. 19

5 Vgl. Peter Stahlknecht und Ulrich Hasenkamp: Einführung in die Wirtschaftsinformatik, 8. Auflage, Berlin Heidelberg New York 1997, S. 361

6 Vgl. ebenda, S. 358 ff.

7 Vgl. ebenda, S. 361 ff.

8 Vgl. ebenda, S. 366 ff.

9 Vgl. ebenda, S. 384 ff.

10 Vgl. Peter Mertens u.a., a.a.O., S. 4

11 Vgl. Peter Stahlknecht / Ulrich Hasenkamp a.a.O.: S. 416

12 Vgl. ebenda

13 Vgl. Peter Mertens u.a.: a.a.O.

14 Vgl. Hans Robert Hansen: Wirtschaftsinformatik I, 7. Auflage 1996, S. 311 ff.

15 Vgl. ebenda, S. 314 ff.

16 Vgl. Peter Stahlknecht / Ulrich Hasenkamp a.a.O.: S. 420

17 Vgl. ebenda, S. 405 und 419

18 Vgl. ebenda, S. 422

19 Vgl. ebenda, S. 141ff. und Hans Robert Hansen, a.a.O.: S. 326ff.

20 Vgl. Peter Stahlknecht / Ulrich Hasenkamp a.a.O.: S. 262 ff.

21 Zur genaueren Betrachtung der Wirtschaftlichkeitsanalyse siehe Matthias Schuhmann und Heinz Linß: WIRTSCHAFTLICHKEITSBEURTEILUNG VON DV-PROJEKTEN in INFORMATIONSMANAGEMENT, Hrsg. Dieter B. Preßmar, Wiesbaden 1993, S.69 ff.

22 Vgl. Peter Mertens u.a., a.a.O., S. 164 f.

23 Vgl. Peter Mertens u.a., a.a.O., S. 13

24 Vgl. ebenda, S. 12

25 Vgl. Peter Stahlknecht / Ulrich Hasenkamp a.a.O., S. 251

26 Vgl. ebenda, S. 323

27 Vgl. Dieter Fengler und Herbert Krause: DV-gestütztes Prozeßkostenmanagement auf Basis von PC und Host-Software in: DV-gestütztes Unternehmenscontrolling, Hrsg.: Thomas Reichmann, München 1993, S. 44

28 Vgl. August-Wilhelm Scheer: Wirtschaftsinformatik, 7. Aufl., Berlin u.a.1997, S. 687

29 Vgl. Peter Mertens u.a., a.a.O., S. 12

30 Vgl. ebenda, S. 141ff. und Hans Robert Hansen, a.a.O.: S. 897 ff.

31 Vgl. Friedrich Hoffmann: Computergestützte Informationssysteme, 1. Auflage, München Wien 1984, S.64

32 Vgl. ebenda

33 Vgl. Friedrich Hoffmann a.a.O., S. 65 f. und Hans Robert Hansen a.a.O.: S. 862 ff.

34 Vgl. Hans Robert Hansen, a.a.O.: S. 867 ff.

35 Vgl. Peter Mertens u.a.: a.a.O., S. 37

36 Vgl. Peter Stahlknecht / Ulrich Hasenkamp a.a.O.: S. 100

37 Vgl. Peter Mertens u.a. a.a.O., S. 32 ff.

38 Vgl. Wilhelm Hummeltenberg: Skript zur Vorlesung ,,Rechnernetz und verteilte Systeme" Teil 2, WS 1998/99, S. 8 ff. und Peter Mertens u.a. a.a.O., S. 38 f . + 41 f.

39 Vgl. Peter Stahlknecht / Ulrich Hasenkamp a.a.O.: S. 79

40 Vgl. Peter Mertens: Aufbauorganisation der Datenverarbeitung, Wiesbaden 1985, S. 18 f.

41 Vgl. Peter Mertens u.a. (Grundzüge der Wirtschaftsinformatik) a.a.O., S. 42 f.

42 Vgl. Peter Mertens (Aufbauorganisation) a.a.O. , S. 9 ff.

43 Vgl. Peter Mertens u.a. (Grundzüge der Wirtschaftsinformatik) a.a.O., S. 47

44 Vgl. ebenda, S. 46

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