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Details

Veranstaltung: Jugendkriminalität
Institution/Hochschule: Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg (Sozialpädagogik)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 15
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 8  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 213 KB
Archivnummer: V9878
ISBN (E-Book): 978-3-638-16473-3

Textauszug (computergeneriert)

Theorien abweichenden Verhaltens

von Thorsten Lemmer

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Begriffsbestimmung "Abweichendes Verhalten"

3. Theorien Abweichenden Verhaltens

3.1. Die Anomietheorie: Merton

3.1. Die Theorien der Subkultur und Kulturtheorie
3.2.1. Die Subkulturtheorie: Cohen
3.2.2. Die These der Unterschicht- Kultur: Miller
3.2.3. Das Konzept der "Near- Group": Yablonski

3.3. Die Theorien des differentiellen Lernens
3.3.1. Die Theorie der differentiellen Assoziation: Sutherland
3.3.2. Die Theorie der differentiellen Verstärkung: Burgess und Akers
3.3.3. Die Theorie der differentiellen Gelegenheiten: Cloward und Ohlin
3.3.4. Die Neutralisierungsthese: Sykes und Matza

3.4. Theorien des Labeling Approach
3.4.1. Die Begründung des Labeling Approach: Tannenbaum
3.4.2. Die Grundlegung des Labeling Approach: Becker
3.4.3. Der "radikale" Ansatz: Sack

4. Zusammenfassung und kritische Bewertung

4.1. Die Anomietheorie
4.2. Die Subkulturtheorien
4.3. Die Theorien des differentiellen Lernens
4.4. Die Theorien des Labeling Approach

Literaturverzeichnis



1.Einleitung

Jede Gesellschaft bringt naturgemäß die unterschiedlichsten Verhaltensformen hervor. Dies sind zum einen Verhaltensweisen, die der Allgemeinheit, also der Gesamtgesellschaft dienen, zum anderen sind es aber auch Verhaltensweisen, mit deren Hilfe das Individuum seinen Platz in der Gesellschaft finden und behaupten kann.
Es gibt dann jedoch aber auch Verhaltensweisen, welche auf den ersten Blick weder für das Allgemeinwohl noch für den Einzelnen eine positive Funktion zu haben scheinen und als sogenanntes "abweichendes Verhalten" bezeichnet werden.
Es stellt sich also die Frage nach den Ursachen des abweichenden Verhaltens. Die Theorien, welches diesbezüglich existieren, dienen allesamt nicht der Lösung!, sondern nur der Erklärung des abweichenden Verhaltens. Es wird sich auch zeigen, daß es keine allumfassende Theorie zu dieser Thematik gibt und die im folgenden vorgestellten Theorien alle nur als Erklärungsansätze zu betrachten sind. Dies ist darin begründet, daß niemals alle Aspekte des menschlichen Verhaltens in ihrer Komplexität berücksichtigt und vollständig erfaßt werden können. Die Gründe hierfür liegen in der eingeschränkten Objektivität die bei jeder wissenschaftlichen Untersuchung vorliegt und die sich aus unterschiedlichen Faktoren, z.B. kulturelle Herkunft des Forschers, Schwerpunkt seiner Betrachtung und vorhandene Möglichkeiten und Mittel zur Forschung, ergibt.
Ungeachtet dieser Schwierigkeiten bei der Entwicklung einer Theorie soll es im folgenden jedoch im wesentlichen nur darauf ankommen einige der soziologischen Theorien abweichenden Verhaltens darzustellen.

2. Begriffsbestimmung: "Abweichendes Verhalten"

Bevor im folgenden auf unterschiedliche Theorien abweichenden Verhaltens eingegangen werden soll, ist es zunächst notwendig, den Begriff des abweichenden Verhaltens zu definieren:
Abweichendes Verhalten, auch Devianz genannt, bezeichnet die Differenz zwischen geltenden informellen, formellen oder rechtlichen Normen und dem Verhalten des Individuums. Gleich den Normen sind auch diese Differenzen gesellschaftlich definiert. Man kann Verhalten in konformes Verhalten, diskreditierbares Verhalten, das evtl. aber nicht zwingend mit Sanktionen verbunden ist und diskreditierendes Verhalten einteilen . Die letztgenannte Form entspricht dem eigentlichen abweichenden Verhalten, wobei die o.g. Differenz eindeutig ist. Da ein Konsens zwischen Differenz und Norm besteht, resultieren daraus automatische Sanktionen.
Der Begriff der Norm beinhaltet die Aspekte der "Verhaltensbewertung und Wertorientierung ". Normen sind an den Werten der jeweiligen Gesellschaft orientiert und ihnen ist ein Anspruch auf Befolgung, ein "Sollen" immanent, wodurch sie zu "Regeln für bewußtes Handeln, Vorschriften für Verhalten, Verhaltenserwartungen oder gar Verhaltensforderungen " werden.
Um die Durchsetzung und Einhaltung der Normen zu gewährleisten, ist ein Kontrollmechanismus, soziale Kontrolle genannt, erforderlich. Diese soziale Kontrolle besteht aus Sanktionen, die sowohl positiv als auch negativ ausfallen können, d.h. normkonformes Verhalten wird belohnt und normabweichendes Verhalten wird bestraft. Hierbei kann es jedoch zu Problemen kommen , wenn ein Individuum zwei gegensätzliche Normen zu erfüllen hat. Diese Sanktionen haben aber zugleich auch eine Präventivfunktion, indem sie potentielle Abweichler abschrecken, den Wert der jeweiligen Norm herausstellen und somit zu einer größeren Normorientierung führen .

Bedenkt man weiterhin auch die Existenz sogenannter Kavaliersdelikte, so stellt sich die Frage nach der Funktion abweichenden Verhaltens. Nach Meinung Lamnek′s ist Devianz "nicht in jedem Falle mit sozialer Desorganisation gleichzusetzen", d.h. [...]

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