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Deutungsansätze für Homosexualität

Presentation (Pre-University), 2000, 6 Pages
Author: Johannes Jasper
Subject: Biology - Behaviour

Details

Category: Presentation (Pre-University)
Year: 2000
Pages: 6
Grade: 15 Punkte
Language: German
Archive No.: V99035
ISBN (E-book): 978-3-638-97484-4

File size: 193 KB


Fulltext (computer-generated)

 

Autor:

Johannes Jasper

,,Deutungsansätze für Homosexualität"

 

 

Allgemein:

Schätzungen nach sind 1-5 % der Bevölkerung homosexuell

Sexuelle Orientierung ein sehr komplexes Phänomen

Mögliche Ursachen:

Gehirnstruktur

Erblichkeit von Homosexualität

Genetisch bedingt

 

 

Gehirnstruktur

Laboruntersuchungen deuten darauf hin, dass auch Gene und die Hirnentwicklung bei der Sexuellen Orientierung eine Rolle spielen

Ausgangspunkt:

ist der strukturelle Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen

Dabei versucht man zu beweisen, dass Gehirne männlicher Homosexueller die Struktur weiblicher haben

Für diese These:

musste aber erst ein Bereich im Gehirn gefunden werden, der mit der Geschlechterzugehörigkeit und dem Sexualverhalten assoziiert wird.

Dieser wurde 1978 bei Ratten entdeckt, im Bereich des Hypothalamus.

In diesem Bereich wurde festgestellt, dass eine bestimmte Zellgruppe (Kern) bei männlichen Ratten größer ist als bei weiblichen.

Daraufhin fand man auch im menschlichen Gehirn geschlechtsspezifische Unterschiede in der medialen präoptischen Region,

diesen Bereich nennt man ,,dritten interstitiellen Nucleus des anterioren Hypothalamus" kurz INAH3

Diese Zellgruppe ist bei Männern dreimal so groß wie bei Frauen, wobei allerdings die Größe auch beim gleichen Geschlecht erheblich variiert.

1990 dann wurde der INAH3 auf Unterschiede zwischen Homosexuellen Männern und Heterosexuellen untersucht, und das Ergebnis ergab, dass Kern bei Heterosexuellen tatsächlich größer ist als bei Homosexuellen.
Außerdem wurde kein Unterschied des INAH3 bei Frauen und Homosexuellen Männern festgestellt.

 

> drei mögliche Erklärungen:

  • Strukturunterschiede schon vor der Geburt existieren könnten

> Sexuelle Vorlieben weitgehend vorbestimmt

  • Anatomische Besonderheiten sich erst im Erwachsenenalter entwickeln ( unter dem Einfluß sexueller Empfindungen und Verhaltensweisen)
     
  • es gibt einen dritten Faktor, der kurz vor oder nach der Geburt auftritt und beides (Hirnstruktur und sexuellen Vorlieben) beeinflußt

Zur Zeit ist keine dieser Erklärung eindeutig nachgewiesen.

Allgemeine Schwachstelle

das man bei der sexuelle Orientierung davon ausgeht, dass

  • Männer auf Frauen programmiert sind
  • Frauen auf Männer programmiert und
  • Homosexuelle sind auf weibliche Weise programmiert
  • Lesben sind auf männliche Weise programmiert

Das heißt, dass Homosexuelle feminisiert sind und Lesben maskulinisiert.

Wenn diese aber zutreffe, dann könnten lesbische Frauen keine Kinder bekommen.

Gegenbeweis:

Es gibt immer mehr Mütter, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen

Andersherum müßten damit alle Männer die medizinische Probleme aufgrund eines Androgendefizits (männliche Geschlechtshormone) in der Entwicklungsphase vor der Geburt haben homosexuell sein oder Frauen die vor der Geburt übermäßig viel männlichen Hormonen ausgesetzt sind müßten alle Lesbisch sein!

Beides trifft nicht zu!

Schwachstellen des Deutungsansatzes, dass Homosexualität von der Gehirnstruktur abhängt:


1. basieren diese Gehirnanalysen auf unsicheren Hypothesen über Unterschiede zwischen Männern und Frauen

2. Untersuchungen wurden noch nicht wiederholt, d.h. es fehlt eine Bestätigung der Ergebnisse

3. Bei dem Versuch wurden nur Homosexuelle untersucht, die an AIDS gestorben waren, d.h. es besteht die Möglichkeit, das der besagte Kern INAH3 aufgrund von Medikamenten oder eines niedrigen Testosteronspiegels verursacht wurden

4. Es ist nicht eindeutig bewiesen, dass die sexuelle Steuerung in diesem Gebiet liegt ( manche Tiere änderten ihr Sexual Verhalten nach der Zerstörung andere nicht)

Erblichkeit von Homosexualität

Annahme, dass Homosexualität erblich ist hört sich eigentlich absurd an weil die meisten Eltern von Homosexuellen ja heterosexuell sind.

Trotzdem wurden Untersuchungen gemacht ob ein Zusammenhang existiert:

  • dabei wurde die Homosexualität bei Zwillingsgeschwistern untersucht,
  • das Auftreten von Homosexualität in Familien über mehrere Generationen verfolgt

Dabei wurde bei Männern festgestellt, dass:

  • eineiigen Zwillingen zu 57 % auch homosexuell
    ( Wenn einer von den Zwillingen homo ist, ist der andere zu 57 % auch homo)
  • zweieiige Zwillinge zu 24 % auch homosexuell
  • bei Brüdern zu 13 %

Ergebnis bei Frauen:

  • eineiige Zwillingen zu 50 % homosexuell
  • zweieiige zu 16 %
  • Schwestern zu 13 %

Diese Werte sind deutlich höher gegenüber dem Durchschnitt (1-5 %)

  • Häufung von Homosexualität in Familien
  • mögliche Vererbung von Homosexualität in Frage kommt

Suche nach dem Homosexualität Gen

Bei Untersuchungen hat man festgestellt, dass bei männlichen Homosexuellen auf dem X-Chromosom das natürlich von der Mutter vererbt wurde eine Region bei 33 von 40 Brüderpaaren identisch war. Diese Region wird auch Xq28 genannt

Die Gegenprobe bei beliebigen Brüderpaaren, von denen vermutlich die meisten heterosexuell waren, hat wie erwartet das Ergebnis ergeben, dass 50 % denselben Marker Xq28 hatten.

  •  Im Segment Xq28 liegt ein Gen, das die sexuelle Orientierung beim Mann beeinflußt
  • direkter Zusammenhang der DNS mit der menschlichen Sexualität hergestellt

Dies ist aber noch kein sicheres Ergebnis, - weil das fragliche Gen noch nicht isoliert wurde
(auf dem fraglichen Chromosomenabschnitt können mehrere hundert Genen liegen)

 mögliche indirekte Rolle:

  • Auswirkung des Gens auf persönliche Eigenheiten und Temperament ( Mensch mit starkem Selbstbewusstsein
  • zeigt eher, dass er homosexuell ist als einer der soziale Annerkennung sucht)

Schwachpunkte

Zahlen sind Paradox, bei Geschwistern und zweieiigen Zwillingen müßten sie gleich sein weil genetisch kein Unterschied besteht

  • Starke Umweltkomponente weniger Genetische Ursache
  • Um sicherere Ergebnisse zu bekommen, müßte man eineiige

Zwillinge untersuchen, die getrennt aufgewachsen sind

  • Dann könnte man ökosoziale und genetische Einflüsse trennen
  • auch bei eineiigen Zwillingen schwache genetische Ursache wenn ( bei gleichem Erbmaterial und Milieu) nur 50 % gleiche sexuelle Orientierung


Comments

sweetdoll
16.12.2001 12:23:37
naja
sehr unglaubwürdig
Zoltan
18.08.2004 18:51:27
Gute Diskussion
Gute und kritische Diskussion der unglaubwürdigen Ansätze, die nur Vorurteile biologisch festmachen wollten. Mehr darüber in Robert Alan Brookeys "Reinventing the Male Homosexual".
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