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Konsumverhalten bei Jugendlichen

Termpaper, 2001, 19 Pages
Author: Nicole Lorch
Subject: Sociology - Children and Youth

Details

Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 19
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V9910
ISBN (E-book): 978-3-638-16497-9
ISBN (Book): 978-3-640-31890-2
File size: 190 KB

Abstract

Ich wurde zum ersten Mal auf den Konsumanspruch von Kindern in meinem Vorpraktikum in einem Kindergarten aufmerksam. Schon mit drei Jahren sind Kinder in der Lage, ihre Eltern zu beeinflussen und eindeutige Trends zu setzten. Wer am wöchentlichen "Kuscheltiertag" nicht genügend oder wenigstens interessantes Spielzeug "präsentierte", wurde schnell zum Außenseiter. "Das ist ja gar kein echter Teletubbie!", oder "meine Puppe ist besser, das ist nämlich eine echte Baby-Born-Puppe!", sind Originalsätze vieler Kinder. Auch die Erzählungen nach Weihnachten, über die erhaltenen Geschenke, lassen auf eine immer weiter wachsende Anspruchshaltung schließen. Der Wunschzettel der Kinder ist beileibe nicht zu verachten und wer heute Oma/ Opa, Tante oder Onkel ist, bekommt diesen Anspruch an jedem Familienfest aufs Neue zu spüren. Was soll man schenken, wenn das Kinderzimmer schon überzuquellen droht? Dass dieses Anspruchs- und Besitzdenken in den weiteren Lebensjahren noch steigt und im Jugendalter einen Höhepunkt erreicht, ist nachzuvollziehen. Zumal die Kaufkraft der Kids sehr beträchtlich ist. Auch in meiner ersten Praxisphase des BA- Studiums in einem Kinder- und Jugendheim erlebte ich hautnah das Markenbewusstsein der heranwachsenden Generation. Vier Jugendliche verließen frustriert ihre Brake- Dance- Gruppe, weil ihre gesponserten Mützen keine Markennamen trugen. "Ich blamiere mich doch nicht mit diesen Billigteilen!" Aktuell in den Medien ist zur Zeit die Diskussion um eine Wiedereinführung der Schuluniformen an deutschen Schulen. Was in anderen Ländern, z.B. England, längst üblich ist, soll nun auch hier Alltag werden. CDU- Fraktionschef Oettinger schlägt einen Modellversuch mit 20 bis 40 Schulklassen vor. Der Schul- Dress aus Polohemd, Sweatshirt, Regenjacke und Jeans sei gut für die Klassengemeinschaft und verhindere "Sozialranking" und Herr Oettinger brachte in Erfahrung, "dass für das Outfit des Nachwuchses bisweilen mehr Geld ausgegeben werde, als für die Klamotten der Eltern." Die folgende Arbeit setzt sich deshalb mit Formen, Ursachen und Folgen des Konsums von Kinder und Jugendlichen auseinander und soll mit tatsächlichen Zahlen auf die aktuelle und steigende Problematik dieses Themas aufmerksam machen, mit dem sich vor allem Eltern, Erzieher, Pädagogen und Sozialpädagogen konfrontiert sehen.


Excerpt (computer-generated)

Konsumverhalten bei Jugendlichen

von Nicole Lorch


INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung S.02

2. Begrifflichkeiten S.04

2.1 Jugend und Kindheit S.04

2.2 Jugendcharakteristische Prozesse S.04

3. Konsum S.05

3.1 Formen des Konsums S.05
3.1.1 "normaler" Konsum S.05
3.1.2 kompensatorischer Konsum S.06
3.1.3 Kaufsucht S.06

3.2 Funktionen des Konsums S.07
3.2.1 Konsum zur Repräsentation bei einem Publikum S.07
3.2.2 Konsum zur selbstbezogenen Befriedigung S.07

3.3 einführende Zahlen S.08

4. Gründe für auffälliges Konsumverhalten S.09

4.1 psychische Ursachen S.09

4.2 soziale Ursachen S.10
4.2.1 Im Bereich der Familie S.10
4.2.2 Im Bereich der Schule S.11
4.2.3 Im Bereich der Peer- groups S.11

4.3 Einfluss der Fernsehwerbung S.12

5. Folgen S.14

5.1 Schulden S.14

5.2 Kriminalität S.15

5.3 Sucht S.15

6. Schlussbetrachtung S.16

7. Literaturverzeichnis S.18


 

1. Einleitung

"Der phrygische König Midas hatte einen Freund von Bacchus zehn Tage festlich bewirtet. Zum Dank wollte Bacchus ihm einen Wunsch erfüllen. Midas sagte: "Gib, dass alles, was ich berühre, sich in Gold verwandelt." So geschah es. Ein abgebrochener Zweig, ein Stein, ein Apfel, sogar Wasser wurde zu Gold. Als Midas jedoch - ganz beglückt- ein Festmahl genießen wollte, hatte er statt Brot, Fleisch und Wein nur Gold im Mund. Nichts konnte seinen Hunger stillen, nichts seinen Durst löschen. "Erbarme dich und nimm dieses Elend von mir", flehte er Bacchus an, der ihm auch diese Bitte sofort erfüllte."
Der Wunsch dieses Königs ist beispielhaft für die Erwartungen, die heutige Kinder und Jugendliche mit Konsumgütern verbinden. Gleichzeitig wird deutlich, dass Geld nicht alle Bedürfnisse, vor allem nicht immaterielle abdecken kann.
Ich wurde zum ersten Mal auf den Konsumanspruch von Kindern in meinem Vorpraktikum in einem Kindergarten aufmerksam. Schon mit drei Jahren sind Kinder in der Lage, ihre Eltern zu beeinflussen und eindeutige Trends zu setzten. Wer am wöchentlichen "Kuscheltiertag" nicht genügend oder wenigstens interessantes Spielzeug "präsentierte", wurde schnell zum Außenseiter. "Das ist ja gar kein echter Teletubbie!", oder "meine Puppe ist besser, das ist nämlich eine echte Baby-Born-Puppe!", sind Originalsätze vieler Kinder. Auch die Erzählungen nach Weihnachten, über die erhaltenen Geschenke, lassen auf eine immer weiter wachsende Anspruchshaltung schließen. Der Wunschzettel der Kinder ist beileibe nicht zu verachten und wer heute Oma/ Opa, Tante oder Onkel ist, bekommt diesen Anspruch an jedem Familienfest aufs Neue zu spüren. Was soll man schenken, wenn das Kinderzimmer schon überzuquellen droht?
Dass dieses Anspruchs- und Besitzdenken in den weiteren Lebensjahren noch steigt und im Jugendalter einen Höhepunkt erreicht, ist nachzuvollziehen. Zumal die Kaufkraft der Kids sehr beträchtlich ist.
Auch in meiner ersten Praxisphase des BA- Studiums in einem Kinder- und Jugendheim erlebte ich hautnah das Markenbewusstsein der heranwachsenden Generation. Vier Jugendliche verließen frustriert ihre Brake- Dance- Gruppe, weil ihre gesponserten Mützen keine Markennamen trugen. "Ich blamiere mich doch nicht mit diesen Billigteilen!"
Aktuell in den Medien ist zur Zeit die Diskussion um eine Wiedereinführung der Schuluniformen an deutschen Schulen. Was in anderen Ländern, z.B. England, längst üblich ist, soll nun auch hier Alltag werden. CDU- Fraktionschef Oettinger schlägt einen Modellversuch mit 20 bis 40 Schulklassen vor. Der Schul- Dress aus Polohemd, Sweatshirt, Regenjacke und Jeans sei gut für die Klassengemeinschaft und verhindere "Sozialranking" und Herr Oettinger brachte in Erfahrung, "dass für das Outfit des Nachwuchses bisweilen mehr Geld ausgegeben werde, als für die Klamotten der Eltern."
Die folgende Arbeit setzt sich deshalb mit Formen, Ursachen und Folgen des Konsums von Kinder und Jugendlichen auseinander und soll mit tatsächlichen Zahlen auf die aktuelle und steigende Problematik dieses Themas aufmerksam machen, mit dem sich vor allem Eltern, Erzieher, Pädagogen und Sozialpädagogen konfrontiert sehen.

2. Begrifflichkeiten

2.1 Jugend und Kindheit

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