Presentation (Pre-University), 2000, 10 Pages
Author: Anne Fritsch
Subject: German - History of Literature, Eras
Details
Tags: Aufklärung
Year: 2000
Pages: 10
Grade: 11
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-97730-2
File size: 132 KB
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Aufklärung
Gliederung:
1.)Allgemeines
2.)Entwicklung in England, Frankreich &Deutschland ( Empirismus, Rationalismus)
3.)Literatur der Aufklärung
4.)Literatur der Aufklärung & Beispiele
5.)Bedeutung Lessings, Lichtenbergs & Gottscheds für die lit. Entwicklung
6.)Leben wir heute in einem aufgeklärten Zeitalter?
1720-85
- im 18. Jhd. Vorherrschende geistige Bewegung der europ. Intelligenz
- Merkmale: -Vertrauen in die Vernunft als Quelle aller Erkenntnisse, als Richtschnur menschlichen Handelns & als Maßstab aller Werte; Erklärbarkeit der
Phänomene
- Kritik: z.B. Kritik an Autorität der Kirche
- Glaube an Fortschritt der Menschheit
Voraussetzung: Aufschwung der Wissenschaften
Ziel der Kritik: Reform des absolutistischen Systems
- Trägergruppen der A.: Professoren, Lehrer, Theologen, Juristen, Publizisten & bürgerl. Intelligenz
- Bezeichnung ,,Aufklärung" seit 1750 in Umlauf
- vernünftiges Denken&Handeln gilt als Garantie für ständiges Fortschreiten der Menschheit
- geschichtl. Hintergrund: wirtschaftl.&sozialer Aufstieg des Bürgertums & dessen Emanzipationsbestrebungen + Absolutismus (& Ständegesellschaft) prägen bürgerl Verhaltensweisen
- gesamteuropäische Bewegung
- Ziel der Aufklärung: gesellschaftlicher Zustand, in dem es allen Menschen möglich ist, irdische Glückseligkeit zu erlangen
England
- Ursprungsland der Aufklärung
- John Locke ,,Vater der Aufklärung"
Ideen:
- angeborene Menschenrechte
- Position des Königtums ,,von Gottes Gnaden" in Frage gestellt
- Anspruch der Kirche, höchste Instanz in Fragen der Moral, der Wissenschaft, der Literatur, der Kunst & der Erziehung zu sein, wird in Frage gestellt
- Deismus: bestreiten zwar nicht Existenz Gottes, aber seine Beziehung zur Weltwirklichkeit, d.h. sein Eingreifen ins Weltgeschehen
Empirismus
- philosophische Lehre, die als einzige Erkenntnisquelle die Sinneserfahrung, die Beobachtung, das Experiment gelten läßt
- Begründer: T. Hobbes, J. Locke, D. Hume,
- 2 verschieden Sinnserfahrungen:
a) äußerliche Sinneswahrnehmung
b) innerlich Reflexion = Verstand entwickelt beides zu Begriffen
- Bewußtsein des Menschen bei Geburt noch leer
- füllt sich durch Erfahrungen mit Inhalt
- Denken & Fühlen nur Form des passiven Empfindens
=> Erkenntnis immer erfahrungsabhängig
=> Erkenntnis begrenzt, denn Erfahrungen aller Menschen & Völker verschieden
=> Einführung des Individuums & dessen persönliche Erkenntnis in die Philosophie
Frankreich
- Entwicklung z.T. von England abhängig, aber radikalere Ausprägung
- Hauptvertreter: François Marie Voltaire (1694-1778)
- Deismus verbunden (engl.Aufklärung)
- lehnt franz. Rationalismus ab
- fördert weiteste religiöse Toleranz
- bekämpft christl. Glauben & kathol. Kirche
Forderung nach Menschenrechten:
- religiöse Freiheit
- Recht auf Leben
- Freiheit der Person
- Erfüllung des Glückserlebens
Rationalismus
-Begründer: franz. Mathematiker René Descartes (1596-1650) ,,Vater der neueren Philosophie"
-Theorie:
- alle Erkenntnis im reinen Denken => entwertet die Erfahrung
- nur durch streng logische Schlüsse kommt man zur Erkenntnis der Wahrheit
- Philosophie soll nach kleinsten Einheiten der Wirklichkeit (,,Substanzen") suchen, um sie erklären zu können (nach Vorbild der Mathematik)
- Philosophie als strenge Wissenschaft nach Vorbild der Mathematik erfordert Sicherheit vor jedem Zweifel
- wenn an einer Erkenntnis ein Zweifel möglich ist, dann muß sie bezweifelt werden z.B. 2+3=5 (kann ich mich nicht täuschen?)
- wenn Traum und Wachen gleich real erscheinen, dann muß an Wirklichkeit gezweifelt werden
=> das Einzige unzweifelhafte ist der Zweifel selber
=> Satz:,Ich denke, also bin ich" => Kernsatz der Lehre
=> definiert menschliche Seele als denkende Vernunft
- Natur und Geist unterschiedl. Bereiche: berühren sich nur im Menschen
- materielle Natur: räumliche Ausdehnung
=> Entwicklung hat Gott im Schöpfungsakt ausgelöst
- Geist: Gott ist Geist in reinster Form
=> kann in Entwicklung seiner materiellen Schöpfung nicht eingreifen
=> für Neuzeit typische Trennung von Kirche & Welt; Theologie &Philosophie (im Mittelalter vereint)
- Frage nach Wesen der Natur, des Menschen & seiner Geschichte nicht mehr im Rahmen des christlichen Weltbildes beantwortet, sondern man versucht vernunftmäßige Antwort zu finden ,,Die Dinge mit sich selbst erklären"
=> deshalb: im 17./18. Jhd.: Frage nach Gültigkeit der göttl. Offenbarung, nach der Existenz nur theologisch erklärbarer Wunder wurde zu zentralem Anliegen
Deutschland
- weniger radikal
- bedeutend, weil Ausbilder fast aller Philosophen der Aufklärung:
Christian Wolff (1679-1754):
- sein Denken von praktischem Ziel bestimmt: Philosophie soll brauchbar & nützlich sein
- Anliegen: ,,vernünftige Gedanken verbreiten zum Gemeinwohl der Menschen & zum Fortschritt der Gesellschaft
- kein Gegner des Christentums o. der Religion
Immanuel Kant (1724-1804):
- geprägt durch Wolff & Hume (Empirismus)
- versucht Empirismus & Rationalismus zu vereinen
- 1784 Schrift: ,,Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?"
Def. der Epoche: ,,Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit"
Bedeutung: selber denken & sich damit von den Vorurteilen zu befreien, die durch traditionelle Autoritäten, d.h. vor allem Kirche & Adel verbreitet werden
"Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Sapere aude!) Wahlspruch der Aufklärung (Kant)
- deutsche Aufklärung zielt nicht auf Abschaffung der Ständegesellschaft, sondern auf Reform des absolutistischen Systems
Literatur der Aufklärung
- erzieherisch & kritisch
- lehrhafte Formen, wie z.B. Epigramm ,,Sinngedicht"; Fabel; Bildungsroman
- wichtigste Form: Drama
Lyrik
- öffentlich- gesellschaftl. Funktion
- sollte Menschen belehren & erziehen
=> LEHRGEDICHTE: Erkenntnisse & Ideen der Zeit wurden so vermittelt
Themen:
theologische & naturwissenschaftl. Fragen
juristische Probleme
sogar über: Bewässerung von Wiesen, Baumzucht, Jagd oder die Pockenimpfung
- auch Sprache & Form der Gedichte änderte sich: wenn ,,vernünftig" belehrt werden sollte, muß Sprache einfach, klar & anschaulich sein
Das bürgerliche Drama
- Ausdruck eines neuen Selbstbewußtseins des Bürgertums
- Handlung bestimmt durch allg. menschliche Themen, z.B. Angelegenheiten des Herzens
=> nicht mehr politisch-öffentliche Handlung
Die Fabel
- erfüllte Forderung nach belehrender Dichtung
- populärster deutscher Fabeldichter der Zeit: Christian Fürchtegott Gellert
Der Roman
- soll Identifikation ermöglichen · muß Nähe zur Wirklichkeit haben
- Darstellung natürlicher, aus guten & schlechten Eigenschaften bestehender Charakter => soll im Leser echte Empfindungen auslösen
- Roman wurde zur Dichtung erhoben (durch Blankenburg)
Beispiele europäischer Literatur
- ,,Nathan der Weise" Lessing
- ,,Enzyklopädie der Wissenschaften, der Künste & Gewerbe" hrsg. Diderot, d′Alembert
- ,,The London Merchant" G. Lillo- erstes bürgerl. Trauerspiel der modernen Literatur
- ,,Über den Umgang mit Menschen" Knigge -bedeutenstes gesellschaftsethisches Werk des 18.Jhd.
Georg Christoph Lichtenberg
1742-1799
- führte Merkhefte, die von seinen Söhnen veröffentlicht wurden ·"Sudelbücher"
- beweist sich darim als Repräsentant der Aufklärung
- beschrieb Beginn der Kunst des Aphorismus (Gedankensplitter, Sinnspruch, in Prosa formulierter Gedanke, Lebensweidheit oder Erkenntnis) in der deutschen Literatur
Bsp.: Es gibt Leute, die glauben, alles wäre vernünftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut
Johann Christoph Gottsched
1700-1766
- Theaterreform Gottscheds: ,,Ständeklausel": Tragödie für Adel, Komödie für Bürger
- übernahm aristotelische Forderung nach 3 Einheiten:
1.)Beschränktheit auf einen Schauplatz (Einheit des Ortes)
2.)Verzicht auf Neben-&Parallelhandlungen (Einheit der Handlung)
3.)Raffunf auf einen etwa der Aufführungsdauer entsprechenden Zeitraum (Einheit der Zeit)
=> Bühnengeschehen wahrscheinlich, glaubhaft
=> Sicherung der moralischen Lehre
=> Dramentheorie Gottscheds sehr konservativ
- leidenschafliches Gefühl fehlt Gottsched
=> Theaterreform scheiterte an Langeweile, die in Praxis ausgelöst wurde
- Gottsched sorgt für Aubildung der Schuaspieler im ausdrucksvollen Vortrag
- wirkt für soziales Ansehen der Schauspieler
Leistung Gottscheds: Hat Theater neuen Wert gegeben.
Gotthold Ephraim Lessing
1729-1781
- Begründer des deutschen Nationaltheaters & des bürgerlichen Trauerpiels
- setzte sich für Theaterreform ein:
# Theater für ganze Nation
# im Mittelpunkt: aktuelle Probleme, bürgerliche Konflikte
# knüpfte an antikes Theater & an Shakespeare an
=> Idee eines Nationaltheaters aufgrund finanzieller Probleme nicht verwirklicht
=> mit ,,Miss Sara Sampson" und ,,Nathan der Weise" wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels geleistet
=> Graundgedanke des Werke im Sinne der Aufklärung:
- Erziehung zur Mündigkeit, Toleranz & zum kritischen Bewußtsein
=> bürgerliche Trauerspiel durchbricht die bis dahin geltende Tragödienregel, wonach nur Adlige als Handlungsträger große Gefühle zum Ausdruck bringen konnten
=> auch Schicksal von Menschen bürgerlichen Standes werden dargestellt
gegen Gottsched:
- gegen französsiches Theater, für englisches Theater
- gegen Regelpoetik Gottscheds; Kunst ist für Lessing nicht lernbar
- entwickelte moderne deutsche Theatertheorie:
- Aristoteles unangezweifelt, deutete seine Theorie aber schöpferisch um: Zuschauer muß Mitleid mit Schicksal des Helden & Furcht vor einem ähnlichen eigenen Schicksal haben => Publikum muß inneren Anteil an tragischen Geschehen haben, deshalb muß Held gleichen Standes wie Zuschauer sein => Identifikation möglich
HAUPTZWECK der Tragödie: ganzen Menschen erfassen & verändern
- befreite Dichtung aus ihrer Abhängigkeit von französischen Mustern
-Wegbereiter einer deutschen Nationalliteratur
Fabeln:
Abhandlung ,,Von dem Wesen der Fabel"
- bezieht sich auf Äsop
- Fabel nicht zur Unterhaltung sonder zur Erziehung
- zentraler Begriff für Fabel: ,,anschauende Erkenntnis"
Leben wir heute in einem aufgeklärtem Zeitalter?
Errungenschaften der Epoche sehr wichtig, fast allen Menschen bekannt, aber werden in großen Ausmaße nicht ausgeübt Bsp. Religiöse Toleranz: Nordirland, Nahostkonflikt
Menschenrechte: wird auch dr. wichtigste Länder nicht gewährleistet:
U.S.A.(Todesstrafe), China (polit.Gefangene), Rußland (Verbrechen in Tschetschenien)
Kritisches Denken: polit. Gefangene in vielen Ländern
Trennung v. Kirche & Staat: Großbritannien, anglikanische Kirche
,,Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen":
- man gewöhnt sich daran, vieles zu akzeptieren, immer noch gilt: ,,Als Einzelner kann man sowieso nichts erreichen"
- manchmal nicht möglich, weil man abhängig von Medien ist & diese leicht beeinflussen Bsp.: Benzinpreise: am Anfang noch Proteste & jetzt ?
Allen Menschen soll es möglich sein, glücklich zu werden (Ziel der Aufklärung):
Arm-Reich-& Süd-Nord-Konflikt macht es nur priviligierten Menschen mögl. ,,glücklich" zu sein, weil viel Glück heute materiell, d.h. von Geld abhängig ist
Fazit:
Ziele & Errungenschaften der A. ist zwar innerlich in Menschen verankert (sind bei vielen zu Grundsätzen des Handelns geworden), aber sie werden nicht umgesetzt, Menschen haben Unmündigkeit noch nicht erreicht
Quellen
-Bertelsmann Lexikon
-Bertelsmann Lexokon Geschichte
-,,Kulturgeschichte der Neuzeit", Band 1, Egon Friedell
-,,Einführung in die Philosophie der Neuzeit" ,1Band 1, Emerich Coreth
-,,Philosophische Aufklärung, Ein Orientierungsversuch", Willi Oelmüller
,,Duetsche Literaturgeschichte", Band 2, Ernst & Erika von Borries
- ,,Die deutsche Literatur in Text & Darstellung", Reclam
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24.10.2001 19:10:09
Hallo Anne, dein Referat hat mir bei der vorbereitung auf meine Klausur wirklich weiter geholfen! Danke Anne