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Scholary Paper (Seminar), 2002, 31 Pages
Author: Gero Birke
Subject: Politics - International Politics - Region: Western Europe
Details
Institution/College: Technical University of Braunschweig (Sozialwissenschaften)
Tags: System, Großbritanniens, Parteien, Wahlen, Einführung, Analyse, Systeme, G-8-Staaten
Year: 2002
Pages: 31
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16548-8
ISBN (Book): 978-3-638-67630-4
File size: 524 KB
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Abstract
Bei den Unterhauswahlen 2001 in Großbritannien und den Wahlen zum Deutschen Bundestag 2002 kam es, dass die beiden siegreichen Parteien, die britische Labour Party und die deutsche Sozialdemokratische Partei in etwa gleichgroße Stimmenanteile errangen – die Mehrheitsverhältnisse in den Parlamenten jedoch stark differierten. Dies war auf das jeweilige Wahlsystem zurückführen – Großbritannien praktiziert ein relatives Mehrheitswahlsystem in Einerwahlkreisen wohingegen in Deutschland ein modifiziertes Verhältniswahlsystem angewandt wird. Das britische „first-past-the-post“-System misst Koalitionsregierungen eine besondere Rolle beziehungsweise eine spezielle Problematik zu, was durchaus seine Vorteile hat. Die Labour-Regierung unter Tony Blair hat jedoch eine radikale Veränderung des traditionellen Westminster-Systems angekündigt – was eine Abkehr vom traditionellen relativen Mehrheitswahlsystem zu einem Verhältniswahlsystem impliziert. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob das relative Mehrheitswahlsystem in Einerwahlkreisen prägenden Einfluss auf das britische Parteiensystem hat. Die Beantwortung dieser Frage ließe gleichzeitig Schlüsse bezüglich eines Wechsels des Wahlsystems und dessen Auswirkungen auf das Parteiensystem zu. Die Untersuchung enthält Punkte wie die historische Entwicklung des britischen Parteiensystems, wobei ein besonderes Augenmerk auf den Unterhauswahlen 1997 liegt, die einen Wendepunkt für das britische Parteiensystem darstellen könnten. Nach Abhandlung der Parteien wird auf das Parteiensystem im Allgemeinen eingegangen. Es wird ersichtlich wie cleavages Einfluss auf die Entwicklung respektive Entscheidungen der Parteien nehmen. Des Weiteren ist die Stellung der Parteien in der Verfassung bedeutsam. Aufgrund des Unterschiedes zu deutschen Parteien wird in einem Exkurs die innerparteiliche Organisation der Conservative Party sowie der Labour Party betrachtet. Sowohl das Parteienverständnis als auch das Wahlverhalten der britischen Gesellschaft stehen in einer engen Beziehung zum Typus des Wahlsystems, sodass zunächst das relative Mehrheitswahlsystem in Einerwahlkreisen erläutert wird, gefolgt von einer kritischen Auseinandersetzung mit dessen Eigenarten. Zuletzt wird dann auf die bereits eingangs erwähnten Reformvorhaben der Labour-Regierung unter Tony Blair Bezug genommen.
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit
Wintersemester 2002/2003
Proseminar:
Einführung in die vergleichende Analyse
politischer Systeme:
Die G-8-Staaten
Thema:
Das politische System Großbritanniens:
Parteien und Wahlen
Verfasser: Gero Birke
Abgabetermin: 17.12.2002
1. Einleitung 1
2. Die Parteien Großbritanniens 3
2.1. Wie verlief die Entwicklung des britischen Parteiensystems? 3
2.1.1. Die Ursprünge der britischen Parteien - Whigs und Tories 3
2.1.2. Das britische Zweiparteiensystem der Conservative und
der Liberal Party im 19. Jahrhundert 3
2.1.3. Der Bedeutungszuwachs der class und der Aufstieg der
Labour Party 5
2.1.4. Das Zweiparteiensystem nach dem Zweiten Weltkrieg 6
2.1.5. Wähler- und Mitgliederverluste der Conservative und der
Labour Party - Die Entstehung eines Dreiparteiensystems 6
2.1.6. Die Ära Thatcher - Beginn der konservativen Vorherrschaft 7
2.1.7. New Labour stellt die Existenzberechtigung der Konservativen
in Frage 8
2.2. Welche Rolle spielen die Regional- bzw. Nationalparteien
Schottlands und Wales im britischen Parteiensystem? 9
2.3. Welche Parteitypen sind in Großbritannien vertreten? 10
2.4. Was war das Besondere der Wahl 1997? 10
2.5. Ist das britische Zweiparteiensystem ein Mythos? 12
2.6. Die Stellung der Parteien in der Verfassung und aus Sicht
der Gesellschaft 13
2.7. Exkurs - Innerparteiliche Organisation der Labour und
der Conservative Party 13
3. Das britische Wahlsystem 16
3.1. Die Geschichte des britischen Wahlsystems 16
3.2. "Winner takes all": Die relative Mehrheitswahl in
Einerwahlkreisen 17
3.2.1. Kritik am relativen Mehrheitswahlsystem in Einerwahlkreisen 18
3.3. Reformdiskussionen zum britischen Wahlsystem 19
3.4. Erste Schritte zu einem neuen Wahlsystem? -
Die Devolutionspolitik New Labours 20
4. Fazit 21
Quellenverzeichnis
Anhang
1. Einleitung
In dem Artikel "Wenn Koalitionen lähmen" äußert sich Lord Ralf Dahrendorf in der Süddeutschen Zeitung vom 21.10.2002 zu den Unterhauswahlen 2001 in Großbritannien und den Wahlen zum Deutschen Bundestag 2002. Die beiden siegreichen Parteien, die britische Labour Party und die deutsche Sozialdemokratischen Partei, errangen in etwa gleichgroße Stimmenanteile - die Mehrheitsverhältnisse in den Parlamenten differieren jedoch stark, was Dahrendorf auf das jeweilige Wahlsystem zurückführt. Er beschreibt Großbritanniens relatives Mehrheitswahlsystem in Einerwahlkreisen wie auch das deutsche modifizierte Verhältniswahlsystem. Im Besonderen geht er auf die Rolle bzw. die spezielle Problematik von Koalitionsregierungen ein. In seinen Artikel bekennt sich Dahrendorf zu den Vorzügen des britischen "first-past-the-post"-Systems.
Eine andere Position zum herrschenden Wahlsystem nimmt die amtierende Labour-Regierung unter Tony Blair ein: Sie hat angekündigt das traditionelle Westminster-System radikal zu verändern - was eine Abkehr vom traditionellen relativen Mehrheitswahlsystem zu einem Verhältniswahlsystem impliziert.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob das relative Mehrheitswahlsystem in Einerwahlkreisen prägenden Einfluss auf das britische Parteiensystem hat.
Die Beantwortung dieser Frage ließe gleichzeitig Schlüsse bezüglich eines Wechsels des Wahlsystems und dessen Auswirkungen auf das Parteiensystem zu.
Einleitend soll die historische Entwicklung des britischen Parteiensystems dargestellt werden, um die Betrachtung der wichtigsten Parteien im historischen Kontext besser nachvollziehen sowie die Parteitypen bestimmen zu können. Ein besonderes Augenmerk soll auf den Unterhauswahlen 1997 liegen, die einen Wendepunkt für das britische Parteiensystem darstellen könnten. Nach Abhandlung der Parteien soll auf das Parteiensystem im Allgemeinen eingegangen werden. Anschließend werden die cleavages und ihr Einfluss auf die Entwicklung respektive Entscheidungen der Parteien behandelt.
Die Stellung der Parteien in der Verfassung ist ein weiterer Punkt. Aufgrund des Unterschiedes zu deutschen Parteien soll in einem Exkurs die innerparteiliche Organisation der Conservative Party sowie der Labour Party betrachtet werden.
Da sowohl das Parteienverständnis als auch das Wahlverhalten der britischen Gesellschaft in einer engen Beziehung zum Typus des Wahlsystems stehen, soll hierauf explizit eingegangen werden. Zuerst wird das relative Mehrheitswahlsystem in Einerwahlkreisen erläutert, gefolgt von einer kritischen Auseinandersetzung mit dessen Eigenarten. Zuletzt soll dann auf die bereits eingangs erwähnten Reformvorhaben der Labour-Regierung unter Tony Blair Bezug genommen werden.
Abschließend soll in Bezug auf die Zentrale Fragestellung resümiert werden, ob das relative Mehrheitswahlsystem in Einerwahlkreisen prägenden Einfluss auf das britische Parteiensystem hat, worauf wie bereits oben angedeutet die möglichen Resultate einer Wahlsystemreform herausgestellt werden sollen.
Die tabellarischen Darstellungen und ihre graphische Umsetzung im Anhang sollen zum einen die historische Entwicklung des Partiensystems zum anderen die Eigenheiten des relativen Mehrheitswahlsystems in Einerwahlkreisen visualisieren und somit dem Leser das Verständnis erleichtern.
2. Die Parteien Großbritanniens
In der aktuellen Diskussion um die Änderung des Wahlsystemtypus geht es gleichzeitig auch um das aus der Tradition heraus gewachsene Parteiensystem Großbritanniens, das sich mit einer Hinwendung zur Verhältniswahl starken Veränderungen ausgesetzt sehen würde.
[...]
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