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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1999, 29 Pages
Author: Alexander Pilic
Subject: Politics - International Politics - Region: USA
Details
Institution/College: Free University of Berlin (Otto-Suhr-Institut)
Tags: Verbündeter, Verräter, Verhältnis, Vereinigten, Staaten, Republik, China, Amerikanische, Ostasienpolitik, Jahren
Year: 1999
Pages: 29
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-16556-3
ISBN (Book): 978-3-638-64132-6
File size: 244 KB
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Abstract
Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges begann die Ära des sogenannten Kalten Krieges, welche von der Auseinandersetzung der gegensätzlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systemvorstellungen sowie machtpolitischen Interessenlagen der beiden Supermächte geprägt war. Die Welt sah sich von nun an in einen kommunistischen und einen kapitalistischen Block sowie eine Reihe von mehr oder weniger neutralen Drittländern aufgeteilt. Um ihren Einfluß im jeweiligen Lager zu gewährleisten und das Gleichgewicht der Kräfte zu erhalten, waren die UdSSR, vor allem unter Stalin, aber auch die USA nicht immer "wählerisch" in Bezug auf die Art und Weise ihrer Einflussnahme. So ließ die Sowjetunion in Ungarn und der Tschechoslowakei die demokratischen Volksaufstände von der Armee niederschlagen und schickte Systemkritiker in die sibirische Verbannung. Die Vereinigten Staaten ließen sich ihrerseits mit Senator Mc Carthy zu einer Art "Inquisition" gegen Kommunisten verleiten und neigten in außenpolitischer Hinsicht dazu, unter dem Deckmantel des Antikommunismus pro-westliche Diktaturen, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern, zu unterstützen. Ein weiteres Mittel der beidseitigen Machterhaltung war die Teilung von Territorien in die Einflußgebiete der Großmächte, was für Europa schon durch die Siegermachtskonferenzen von Jalta und Potsdam vorbereitet wurde. Im anderen Schauplatz des Zweiten Weltkrieges, dem pazifischen Raum, fand die Aufteilung von Staaten in eine kommunistische und eine westlich geprägte Zone dagegen unter etwas anderen Vorzeichen statt. Vergleichbar mit der europäischen Entwicklung ist hier nur die Teilung Koreas, welches nach Ende der japanischen Besetzung in den pro-sowjetischen Norden und in den pro-amerikanischen Süden gespalten wurde. In den folgenden Jahren jedoch fand der Systemkonflikt in Ost- beziehungsweise Südostasien im Gegensatz zu Europa in Form von kriegerischen Auseinandersetzungen statt, wie beispielsweise im die Teilung Koreas festigenden Koreakrieg von 1950 bis 1953 oder im aus den Indochinakriegen resultierenden Vietnamkrieg, der die seit 1945 bestehende Spaltung Vietnams durch die Niederlage der westlichen Kräfte beendete. Beide Konflikte stehen in engem Zusammenhang mit der Politik der Volksrepublik China, welche spätestens mit der Annektierung Tibets die Hegemonialansprüche Maos im asiatischen Raum erkennen ließ.
Excerpt (computer-generated)
Verbündeter oder Verräter?
Das schwierige Verhältnis der Vereinigten Staaten zur Republik China
von Alexander Pilic
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Historische Einführung 5
2.1 Der innerchinesische Konflikt
zwischen Kommunisten und Nationalisten 5
2.2 US-Amerikanische Einflüsse
auf China bis zur Teilung 1949 6
2.3 Die Beziehungen zwischen den USA
und Taiwan in der Zeit des Kalten Krieges 7
2.4 Die Wende der amerikanischen Chinapolitik 11
3. Die Beziehungen zwischen Taiwan
und den Vereinigten Staaten seit 1972 13
3.1 Die Auswirkungen der Pekingreise Richard Nixons 13
3.2 Der Taiwan Relations Act 16
3.3 Die Entwicklungen im Verhältnis
Washington-Taipeh-Peking der letzten zehn Jahre 19
4. Schlußbetrachtung 24
Literaturverzeichnis 28
Internetquellen 28
1. Einleitung
Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges begann die Ära des sogenannten Kalten Krieges, welche von der Auseinandersetzung der gegensätzlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systemvorstellungen sowie machtpolitischen Interessenlagen der beiden Supermächte geprägt war. Die Welt sah sich von nun an in einen kommunistischen und einen kapitalistischen Block sowie eine Reihe von mehr oder weniger neutralen Drittländern aufgeteilt. Um ihren Einfluß im jeweiligen Lager zu gewährleisten und das Gleichgewicht der Kräfte zu erhalten, waren die UdSSR, vor allem unter Stalin, aber auch die USA nicht immer wählerisch in Bezug auf die Art und Weise ihrer Einflussnahme. So ließ die Sowjetunion in Ungarn und der Tschechoslowakei die demokratischen Volksaufstände von der Armee niederschlagen und schickte Systemkritiker in die sibirische Verbannung. Die Vereinigten Staaten ließen sich ihrerseits mit Senator Mc Carthy zu einer Art "Inquisition" gegen Kommunisten verleiten und neigten in außenpolitischer Hinsicht dazu, unter dem Deckmantel des Antikommunismus pro-westliche Diktaturen, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern, zu unterstützen. Ein weiteres Mittel der beidseitigen Machterhaltung war die Teilung von Territorien in die Einflußgebiete der Großmächte, was für Europa schon durch die Siegermachtskonferenzen von Jalta und Potsdam vorbereitet wurde. Im anderen Schauplatz des Zweiten Weltkrieges, dem pazifischen Raum, fand die Aufteilung von Staaten in eine kommunistische und eine westlich geprägte Zone dagegen unter etwas anderen Vorzeichen statt. Vergleichbar mit der europäischen Entwicklung ist hier nur die Teilung Koreas, welches nach Ende der japanischen Besetzung in den pro-sowjetischen Norden und in den pro-amerikanischen Süden gespalten wurde. In den folgenden Jahren jedoch fand der Systemkonflikt in Ost- beziehungsweise Südostasien im Gegensatz zu Europa in Form von kriegerischen Auseinandersetzungen statt, wie beispielsweise im die Teilung Koreas festigenden Koreakrieg von 1950 bis 1953 oder im aus den Indochinakriegen resultierenden Vietnamkrieg, der die seit 1945 bestehende Spaltung Vietnams durch die Niederlage der westlichen Kräfte beendete. Beide Konflikte stehen in engem Zusammenhang mit der Politik der Volksrepublik China, welche spätestens mit der Annektierung Tibets die Hegemonialansprüche Maos im asiatischen Raum erkennen ließ.
Von entscheidender Bedeutung für die Nachkriegsentwicklung Ostasiens war daher der bereits seit den dreißiger Jahren schwelende und nach Ende des Zweiten Weltkrieges offen ausgebrochene chinesische Bürgerkrieg zwischen Maos Kommunisten und den unter Chiang Kai-Shek vereinigten Nationalchinesen. Während der kommunistische Machtbereich 1949 fast ganz China umfasste, mussten sich die Nationalchinesen auf die Inselprovinz Taiwan zurückziehen. Trotzdem wurde die kleine Republik China von den USA weiterhin als einziger rechtmäßiger Vertreter des chinesischen Volkes angesehen, obwohl über 90% der Bevölkerung auf dem Festland lebte. Auch in der UNO behielt Nationalchina den chinesischen Sicherheitsratsitz zunächst, was beispielsweise während des Koreakrieges von Bedeutung war, als bei Abwesenheit der sowjetischen Gesandten eine Resolution für den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe in Korea verabschiedet wurde, was ein möglicher Vetreter der Volkrepublik sicherlich verhindert hätte. Nachdem die Anträge verschiedener Ostblockländer, die Volksrepublik anstelle Taiwans in die UNO aufzunehmen, regelmäßig am Veto der Vereinigten Staaten scheiterten, kam es erst zu einer wesentlichen Veränderung der Situation, als die USA nach der Pekingreise Präsident Nixons in den siebziger Jahren Rotchina anerkannten und daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Taipeh unterbrachen.
Da Taiwan bis heute seinen Alleinvertretungsanspruch für China nicht ganz aufgegeben hat, bedeutete diese Politik trotz wirtschaftlicher Erfolge eine zunehmende politische Isolierung Nationalchinas. Inhalt dieser Arbeit soll eine Untersuchung des Verhältnisses zwischen Taiwan und den Vereinigten Staaten nach der Chinareise Präsident Nixons sein. Dabei werde ich sowohl die reduzierten zwischenstaatlichen Kontakte, als auch die innenpolitischen Entwicklungen auf beiden Seiten berücksichtigen, um die Qualität der Beziehungen besser einschätzen zu können und festzustellen, wodurch sich die amerikanische Außen- und Sicherheitspolitik gegenüber Taiwan und der Volksrepublik China auszeichnet. Als Einführung beginne ich mit einem kurzen Überblick auf die jüngere chinesische Geschichte, wobei ich die Entwicklung zur Spaltung Chinas und die anschließenden wechselseitigen Beziehungen zwischen Volksrepublik, Taiwan und den USA im Kontext des Kalten Krieges erläutere. Zum Abschluß dieses historischen Exkurses werde ich auch auf die Inhalte und mögliche Beweggründe von Nixons Chinapolitik eingehen. Darauf folgt dann der eben beschriebene Hauptteil dieser Seminararbeit, die ich mit einer abschließenden Bewertung der Fragestellung und möglichen Entwicklungsrichtungen der amerikanischen Ostasienpolitik bezüglich Taiwans beenden möchte.
2. Historische Einführung
[...]
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