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Aggressionsverhalten beim Menschen

Presentation (Pre-University), 2000, 9 Pages
Author: Silvia S.
Subject: Biology - Behaviour

Details

Category: Presentation (Pre-University)
Year: 2000
Pages: 9
Grade: 15 Punkte
Language: German
Archive No.: V99932
ISBN (E-book): 978-3-638-98365-5

File size: 254 KB
Notes :
Das Referat gibt einen Überblick über die verschiedenen Aggressionstheorien. Es ist mit vielen Beispielen zu den einzelnen Themenbereichen versehen.



Fulltext (computer-generated)

 

Schüleraufsatz
Sylvia S.

Aggressionsverhalten beim Menschen

 

 

Gliederung:

1. Definition

2. Gründe für die Entstehung von Aggressionsverhalten
2.1 Frustration ( Frustrations - Aggressions - Theorie )
2.2 Lerntheorie
2.3 Genetisch - soziales Modell
2.4 Triebtheorie

3. Aggressionsverhalten
3.1 Verschiebung von Aggressionen
3.2 Hemmung und Beherrschung bei Aggressionen

4. Gruppenaggressionen
4.1 Innengruppenaggressionen
4.2 Zwischengruppenaggressionen

5. Zweck von Aggressionen

6. Schlußfolgerung

 

 

Zu 1 : Definition

  • Als Aggression ist jedes Verhalten zu bezeichnen, daß beabsichtigt einen Organismus oder einen Ersatz zu ,,verletzen". Ebenso schließt es das drohen, die Verteidigung und den Angriff ein
  • Verletzen kann man nur im übertragenen Sinne sagen (z B. kleiner Junge bekommt kein Eis, laut schreien, mit den Füßen treten oder den Verkäufer beschimpfen)
    ,,Verletzten" ist daher nur ein Oberbegriff

 

Zu 2 : Wie entstehen Aggressionen?

Aggressionen können durch die Unterschiedlichsten Gründe entstehen

  • durch Frustration,
  • lernen aus Aggressionen,
  • einen angeborenen Trieb,
  • durch erbliche Veranlagung
  • durch Schmerzen

2.1 F-A-Theorie

Definition von Frustration:
Frustration ist jede Störung einer zielgerichteten Aktivität

Beispiel: Wieder an dem kleinen Jungen:
Er wollte unbedingt ein Eis haben, also war sein Ziel das Eis und die Störung war, daß er es nicht bekommen hat und dies hat sich in Aggressionen umgeschlagen

Die F-A-Theorie besagt, daß Frustrationen immer unmittelbar zu Aggressionen führen.
Da diese Theorie schon etwas älter ist (1939) stellte man bald daraufhin fest, daß es keineswegs immer so ist, daß auf eine Frustration prompt eine Aggressionshandlung folgt.
Aus dieser Theorie wurde eine Langzeittheorie, dies bedeutet, daß Frustrationen erst nach längerer Zeit zu Aggressionen führen können.

Beispiele: durch erzwungenen Gehorsam oder Einschränkung der Bewegungsfreiheit bei Kindern, Krankheiten oder die Erkenntnis, daß andere Menschen erfolgreicher, reicher oder schöner sind.

Dies sagt zwar aus, daß diese Verhaltensursachen immer zu aggressiven Verhalten führen, aber es erklärt nicht, wieso manche Menschen, die ähnlichen Frustrationen haben, unterschiedlich aggressiv sind.

Bei uns und auch bei Tieren werden andauernd zielstrebige Aktivitäten gestört, zum Beispiel durch das Wetter ,deshalb müßten wir eigentlich an solche Störungen gewöhnt sein.

Hier nennt jedoch die F-A-Theorie noch eine wichtige Ursache für aggressives Verhalten:

Frustrationen können Menschen auch nur wütend, zornig, besonders aktiv, aber auch energisch machen

Die F-A-Theorie sagt auchnoch etwas über die Stärke der Bereitschaft zur Aggression aus:


So hängt die Stärke der Bereitschaft...
1. von der Stärke der gestörten Aktivität ab(z.B Telefon klingelt andauert beim schlafen)
2. von der Stärke der Störung ( z.B Kind verkleckert etwas - Ohrfeige )
3. von der Anzahl der Frustrationen( z.B beim arbeiten mit Computern)

2.2 Lerntheorie der Aggression

Aggressives Verhalten kann auch durch lernen zustande kommen. Aggressives Verhalten führt zur Befriedigung von Bedürfnissen, und so gesehen zum Erreichen von einem Ziel. Daraus kann sich eine Erwartung entwickeln, daß man in der Zukunft auch mit aggressiven Verhalten Erfolg hat und an sein Ziel kommt. Lob + Belohnung + Befriedigung verstärken das aggressive Verhalten. Man kann auch nach einem Vorbild lernen.

Wenn bei jemanden das aggressive Verhalten erfolgreich ist und ungestraft bleibt und er vielleicht sogar noch als toll angepriesen wird, so kann es sein, daß diese aggressiven Verhaltensweisen von einem anderen Übernommen werden, weil sie auch zu seinem Ziel führen. Dies ist der Grund, weshalb man solche aggressiven Verhaltensmuster übernimmt. ( Z.B. Wenn ältere Schüler jüngere um Geld erpressen und mit Faustschlägen drohen - aus dem Fernsehen übernommen.) Aggressionen können aber auch anerzogen werden, da Eltern meist eine Vorbildfunktion besitzen (Der Vater besitzt nur durch aggressives Verhalten das Durchsetztungsvermögen bei älteren Geschwistern - aggressives Verhalten wird von Kindern übernommen.) Aggressives Verhalten entsteht daher auch durch die Beeinflussung des Lernens.

2.3 Genetisch- Soziale Modell

Aggressionsverhalten wird durch zusammenwirken von Erbanlagen und Umwelteinflüssen bestimmt. Man kann dies in fünf Bereiche unterteilen:


1. (genetisch) Durch besondere genetische Ausstattung kann jemand besonders aggressiv oder friedlich sein

2. (Physiologisch) Hormone sind bei Aggressionsverhalten immer beteiligt. Hormonstörungen bewirken starke Aggressionen oder Fehlen von Aggressionen.

3. (im Gesamtorganismus) Psychische Zustände, Empfindungen und Motive beeinflussen Aggressionsverhalten.

4. (im sozialen Verband)Bei dem Zerfall oder entstehen einer Rangordnung sind alle Mitglieder aggressiver als sonst oder aggressiver als bei einer gefestigten Hierarchie ( Beispiel: Neue Schulklassen). Bei anonymen Gruppen reagieren die Mitglieder anders als in Gruppen mit bekannten Personen, d.h. es kann schneller zu Aggressionen kommen.

5. (im ökologischen Zusammenhang) Große Gruppendichte oder zum Beispiel eine Knappheit an Nahrungsmitteln führt ebenfalls zu Aggressionsverhalten.

6. (Kulturgeschichtlich) Aggressives Verhalten ist unterschiedlich kulturell geformt.

Die menschlichen Rassen weisen große Unterschiede bei Aggressiven Verhalten auf, wahrscheinlich hatte in früheren Zeiten Aggressionsverhalten bei den einzelnen Rassen verschiedene Funktionen

2.4 Triebtheorie

Das Aggressionsverhalten wird hier als Trieb angesehen, ein angeborenes Instinktverhalten .

Es gibt eine Antriebserzeugung( Reiz ), der zu Appetenzverhalten führt. Je größer nun die innere Handlungsbereitschaft dadurch wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß es zu aggressiven Verhalten kommt. Je größer dabei die Handlungsbereitschaft ist, desto weniger muß die aggressive Handlung von äußeren Ursachen beeinflußt werden, das heißt man kann auch aggressives Verhalten zeigen, wenn es nur geringe Ursachen dafür gibt.

Hat ein Mensch Instinkte?

Bis jetzt konnte diese Frage noch nicht eindeutig geklärt werden, ob und wie viele Instinke ein Mensch hat. Wenn ein Säugling längere Zeit nicht gestillt wurde, wird er erst unruhig ( Appetenzverhalten ) und fängt später an zu schreien ( Handlungsbereitschaft wächst) Die Endhandlung findet erst statt, als die Mutter ihm die Brust ( Schlüsselreiz) gibt. Mit der Trieb-Theorie lässt sich aber nicht erklären , warum zum Beispiel Frauen weniger Aggressiv handeln als Männer.

 

Zu 3: Aggressionsverhalten

3.1 Verschiebung

Ein auserwähltes Motiv zur Aggressionsabreagierung ist blockiert, man sucht sich ein anderes Ziel ein Ersatzziel, und gibt sich damit zufrieden. (Beispiel : Zwei Männer prügeln sich, beide merken, daß sie gleichstark sind, zusammen gehen sie auf einen Dritten los.)

3.2 Hemmung und Beherrschung

Das menschliche Aggressionsverhalten wurde auch stark durch den Gebrauch von Waffen unterstützt. Erst mit Waffen war es möglich einem Menschen schnell schwere Verletzungen zuzufügen. Würden Menschen Kämpfe heutzutage noch ohne Waffen, also mit bloßen Hände austragen, würden diese Kämpfe meist ohne schwere Verluste ausgehen, da der Mensch in dieser Art von Kampf noch Demutsgebärden und Unterwürfigkeit zeigt kann, was bei dem Überlegenen Aggressionshemmung hervorruft. Eben so tragen Schmerzensschreie auch zu einer Tötungshemmung bei.

Abblockende Verhaltensweisen:

  • Senken des Blickes und des Kopfes bei einer Unterhaltung(Demut), Anstarren wird als Drohung angesehen.
  • Wenn eine persönliche Verbindung zwischen den Streitenden besteht, genügt zur Aggressionsabblockung nur die Androhung mit Kontaktabbruch ( Beispiel bei kleinen Kindern: ,,Mit Dir spiele ich nicht mehr".)

Dieses Verhalten findet man bei alles Menschen jeglicher Rasse, daher müssen diese Muster vererblich sein.

Man kann Aggressionen auch umleiten, indem man zum Beispiel Holz hackt, anstatt jemanden zu Ohrfeigen. Man beherrscht sich somit keinem lebenden Organismus schmerzen zuzufügen. Durch Einsicht und Vernunft können ebenfalls Aggressionen eingeschränkt werden. Eine besondere Stellung nimmt dabei der Sport ein, der sehr Aggressionsabbauend wirkt und damit befriedigen, da alle Aggressionen körperlich abgebaut werden können.

 

Zu 4: Gruppenaggressionen

Die Gruppenaggression richtet sich gegen Gruppenaußenseiter. Meist ist sie auf Vertreibung oder Tötung des Gegners gerichtet. Hemmende Verhaltensweisen sind nur wenig wirksam. Jedoch kann man zwei Gruppen unterscheiden.

Innengruppenaggression: .

Eine Relativ harmlose Form ist die Diffamierung. Sie richtet sich gegen ein Gruppenmitglied oder ein außenstehendes Individuum und äußert sich durch verspotten und auslachen. Beide werden so zu Außenseitern. Diese Aggressionen können auch, wie die Zwischengruppenaggression, gefährlich werden, jedoch geht die Gruppe hier nur gegen einzelne Personen vor. Mit Zwischengruppenaggressionen, sind die Aggressionen gegenüber Gruppenfeinden gemeint . Den Feinden wird das menschsein und die menschlich Qualitäten abgesprochen. Sie werden nicht mehr als Menschen gesehen und somit kann es zu Massiven Ausschreitungen gegen sie kommen ( Ausländerhaß, Fremdenhaß).

 

Zu 5: Zweck von Aggressionen

Aggressionsverhalten tritt beim Menschen in vielen Situationen auf:

  • Zum Schutz der Nachkommen,
  • zur Festigung oder Änderung einer Rangordnung innerhalb einer Gruppe,
  • zum Schutz oder Raub von Besitz,
  • zur Durchsetzung bestimmter Verhaltensregeln in der Familie,
  • zu Eroberung eines Territoriums
  • oder allgemein zur Durchsetzung eines Zieles gegen den Widerstand anderer.

 

Zu 6: Aggressionen kann man zweierlei Definieren:

Als angeborenen Trieb, der durch einen Schlüsselreiz ausgelöst wird, oder als ein anerzogenes, angelerntes Verhaltensmuster.

 


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