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Darstellung der eigenen Fremde in Michael Roes Reiseroman "Leeres Viertel Rub´ Al-Khal". Inwiefern findet eine Distanzierung der Protagonisten zu ihrer kulturellen Identität statt?

Titel: Darstellung der eigenen Fremde in Michael Roes Reiseroman "Leeres Viertel Rub´ Al-Khal". Inwiefern findet eine Distanzierung der Protagonisten zu ihrer kulturellen Identität statt?

Hausarbeit , 2005 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sabine Immken (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit nimmt Michael Roes Roman Leeres Viertel Rub´Al-Khali. Invention über das Spiel zur Grundlage, in dem der Autor zwei Reiseberichte aneinander fügte: Zum Einen, das Tagebuch Alois Ferdinand Schnittkes, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts als Sekretär an einer Expedition in den Orient teilnahm. Diese Forschungsreise hatte zum Ziel, die mosaischen Gesetzestafeln zu finden. Zum anderen, die Aufzeichnungen eines deutschen
Völkerkundlers, der Spiele der arabischen Welt analysieren möchte, um eine Theorie über den Zusammenhang zwischen Spiel und menschlicher Kultur zu entwickeln.
In diesem Aufsatz soll die Darstellung der ´eigenen Fremde´ beider Protagonisten untersucht werden. Weiterhin wird die Frage geklärt, in wiefern eine Distanzierung dieser Figuren zu ihren kulturellen Identitäten stattfindet. Die Aussagen der beiden Helden werden jeweils auf gleiche Weise untersucht:
Zunächst wird im ersten Kapitel über das ´empfundene Fremdsein´ von Schnittke nachgedacht, um zu erfahren, ob sich diese Figur überhaupt als ´Fremder´ in der ´Fremde´ empfindet. Der Abschnitt 1.1. wird noch genauer ausführen, wie er und wie Andere mit seinem ´Status des Fremden´ umgehen. Im Teil 1.2. soll der Frage nachgegangen werden, inwiefern sich Schnittke dem fremden Kulturkreis annähert. Passus 1.3. klärt gleich darauf, ob durch bestimmt Erfahrungen Schnittkes eine Distanzierung zu seiner eigenen Kultur stattfindet. In den Punkten 2. -2.3. werden die gleichen Untersuchungen für den zweiten Protagonisten, den Ethnologen, vorgenommen. Das Fazit im dritten Kapitel soll als Vergleich die erarbeiteten Ergebnisse vereinen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das empfundene ´Fremdsein´ des Protagonisten Schnittke

1.1. Zum Status als Fremdling

1.2. Inwiefern nähert sich Schnittke der ´Fremde´?

1.3. Erfolgt durch bestimmt Erfahrungen Schnittkes eine Distanzierung zu seiner eigenen Kultur?

2. Das empfundene Fremdsein des zeitgenössischen Ethnologen

2.1. Zum Status als Fremdling

2.2 . Nähert sich der Ethnologe der ´Fremde´?

2.3 . Erfolgt durch bestimmt Erfahrungen des Ethnologen eine Distanzierung zu seiner eigenen Kultur?

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht in Michael Roes’ Roman Leeres Viertel Rub´ Al-Khali, wie die beiden Protagonisten – ein Reisender des 18. Jahrhunderts und ein zeitgenössischer Ethnologe – mit dem Phänomen der Fremdheit umgehen und ob dieser Prozess zu einer Distanzierung von ihrer ursprünglichen kulturellen Identität führt.

  • Darstellung der „eigenen Fremde“ in interkulturellen Begegnungen
  • Vergleich der Anpassungsstrategien zweier Protagonisten in der Fremde
  • Analyse von Befremdungsprozessen gegenüber der eigenen Herkunftskultur
  • Die Rolle von Sprache, Schrift und ethnografischer Forschung
  • Verhältnis von „authentischer“ Erfahrung und inszenierter Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

1.1. Zum Status als Fremdling

Einerseits profitiert Schnittke von seinem Status als Fremdling, da sich dieser häufig positiv auf seine Situation auswirkt: Er erhält mehrfach Einladungen zu üppigen Mahlzeiten und Aufenthalten in Beduinenlagern, entweder weil er durch Freundlichkeit auf sich aufmerksam gemacht hat oder aufgrund seiner Rolle als fremder Europäer. Ihm wird meist mit Neugier und Achtung begegnet, die sich auch zur Mystifizierung steigern kann: Durch sein ständiges Schreiben wird er von Mitgliedern eines Beduinenstamms für einen Magier gehalten und aufgefordert, innerhalb des Stamms kursierende Krankheiten zu verscheuchen. Durch die „Ehrfurcht vor der Schrift“ der Schnittke umgebenden Beduinen wird er - da er als Einziger lesen kann - dazu gedrängt, nachzublättern, wo sich ein verschollenes Stammeskind aufhalten könnte, „als sey in den Büchern […] aller Los bereits verzeichnet“. Solche Szenen, in denen er positive Resonanz auf seine Fremdheit erhält, schildert der Protagonist häufig in einem belustigten Ton und nicht ohne Stolz.

Andererseits erfährt er jedoch auch Diskriminierung, z.B. in seiner Rolle als Christ unter überwiegend Mohammedanern: Schnittke äußert sich unwillig über die Sitte, als „Ungläubiger“ von seinem Reittier absteigen zu müssen, sobald sich ein Moslem auf einem Pferd nähert. Zudem verärgert den Protagonisten ein Gebot, welches morgenländischen Christen, Juden und Europäern nicht gestattet ein Pferd zu besteigen - sie dürften nur auf Eseln sitzen - so sehr, dass er auf das Reiten in der Stadt verzichtet und zu Fuß geht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das empfundene ´Fremdsein´ des Protagonisten Schnittke: Analyse des Tagebuchs von Alois Ferdinand Schnittke, bei dem untersucht wird, wie er seine Rolle als Fremder im Orient aktiv gestaltet und seine eigene kulturelle Identität reflektiert.

2. Das empfundene Fremdsein des zeitgenössischen Ethnologen: Untersuchung der Erfahrungen des Ethnologen, dessen anfängliche Schwierigkeiten in der Fremdenrolle und der wissenschaftliche Anspruch, das Spiel als Medium zur kulturellen Annäherung zu nutzen, im Zentrum stehen.

3. Fazit: Synthese der Ergebnisse, wobei die unterschiedlichen Ansätze der beiden Protagonisten verglichen und deren Erfolg bei der Überwindung der eigenen Fremdheit bewertet werden.

Schlüsselwörter

Fremdheit, Kulturelle Identität, Michael Roes, Reisebericht, Ethnologie, Distanzierung, Orient, Mimesis, Selbstbild, Akkulturation, interkulturelle Kommunikation, Authentizität, Forschungsreise, Spieltheorie, Identitätsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Fremdheit und den Prozess der Identitätsentwicklung zweier Protagonisten im Roman Leeres Viertel Rub´ Al-Khali von Michael Roes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die gegenseitige Beeinflussung von Identität und Fremderfahrung sowie die unterschiedlichen Wege der Integration in einen fremden Kulturkreis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, inwiefern die beiden Hauptfiguren durch ihre Reiseerfahrungen eine Distanz zu ihrer eigenen kulturellen Identität aufbauen oder ob sie diese als Bezugsrahmen beibehalten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die eng am Text des Romans und ergänzenden theoretischen Diskursen zum Begriff des „Fremden“ arbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der beiden Protagonisten (Schnittke und der Ethnologe), wobei jeweils deren Status als Fremde, ihre Annäherung an den fremden Kulturkreis und ihre Distanzierung zur Heimat beleuchtet werden.

Was charakterisiert die in der Arbeit verwendeten Schlüsselwörter?

Die Schlüsselwörter spiegeln die Schnittstelle zwischen literarischer Analyse, kulturwissenschaftlicher Theorie und der spezifischen Thematik des Reisens und Ethnografierens wider.

Inwiefern nutzt der Ethnologe „das Spiel“ als Forschungsmethode?

Er betrachtet das Spiel als ein Medium, das ihm als Anknüpfungspunkt für zwischenmenschliche Kontakte dient und gleichzeitig als Analysetool für die soziokulturellen Strukturen der jemenitischen Gesellschaft fungiert.

Gibt es einen stilistischen Unterschied zwischen den Protagonisten?

Ja, während Schnittke als Reisender des 18. Jahrhunderts eher aus einer aktiven, teils performativen Rolle agiert, reflektiert der Ethnologe stärker wissenschaftlich-theoretisch, obwohl beide im Verlauf ihre Wahrnehmungsweisen verändern.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von tertulio Schotenbauer von der Schnittkes?

Schotenbauer betrachtet Schnittkes Bemühungen, sich anzupassen, lediglich als Verkleidung und „Selbstverleumdung“, während Schnittke selbst seine Anpassung als notwendigen, reflektierten Prozess begreift.

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Details

Titel
Darstellung der eigenen Fremde in Michael Roes Reiseroman "Leeres Viertel Rub´ Al-Khal". Inwiefern findet eine Distanzierung der Protagonisten zu ihrer kulturellen Identität statt?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für deutsche Literatur)
Veranstaltung
Theorie und Literatur des Fremden
Note
1,7
Autor
Sabine Immken (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V67365
ISBN (eBook)
9783638603478
ISBN (Buch)
9783656795100
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung Fremde Michael Roes Reiseroman Leeres Viertel Rub´ Al-Khal Inwiefern Distanzierung Protagonisten Identität Theorie Literatur Fremden
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabine Immken (Autor:in), 2005, Darstellung der eigenen Fremde in Michael Roes Reiseroman "Leeres Viertel Rub´ Al-Khal". Inwiefern findet eine Distanzierung der Protagonisten zu ihrer kulturellen Identität statt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67365
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Leseprobe aus  19  Seiten
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